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Wiener Morgenzeitung · 1925-07-15 · Heft 2298 (15.7.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2298 (15.7.1925)
Date
1925-07-15
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Serie 6 Wien, Mittwoch Wiener Mornenzeitunft. 16. JE 1926 Nr. «8 führt, die jährlich zirka 80.000 beträgt. Durch die verschiedenartigsten künstlerischen und gesellschaftlichen Darbietungen, durch große Sportturniere, Pferderennen usw., hat sich Baden- Baden auch in gesellschaftlicher Hinsicht zu einem führenden Weltbad des Kontinents entwickelt. Trotz der bedauerlichen Abwanderung ins Ausland beträgt die Frequenzziffer zurzeit: 3 7.9 7 2, ein Beweis für die unverminderte Anziehungskraft des ewig schönen Schwarzwaldweltbades. Von den bedeutenderen Veranstaltungen dieses Sommers seien die folgenden genannt: 21. bis 20. Juli: Automobilturnicr. 9. bis 19. August: Golfwettspiele. 14. bis 29. August: Mozart-Opernfestspiele. 21. bis 30. August: Internationale Pferderennen, anschließend Tennisturniere, Tontaubenschießen und anderes mehr. Außerdem finden täglich Vorstellungen des Theaters, drei bis vier Konzerte, sonstige Vorträge usw., statt. Im übrigen kann gesagt werden, daß die Preise im Vergleich des Gebotenen als sehr niedrig bezeichnet werden können. Es dürfte kaum möglich sein, in einem gleichrangigen Schweizer Kurort bei gleichrangigen Hotels zu denselben Bedingungen unterznkommen. Im redaktionellen Teile enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangcsetztes E gekennzeichnet. W i e n, 15. Juli. * Drnckfehlerberichtigung. In der gestrigen Veröffcntklchung der Wcchlordnmtg der HaiuptwMkommission des Zionistischen Landesverbandes in Österreich heißt es im 8 6 irrtümlich „Der Wahlvovschlag muß von mindestens 90 Wahlberechtigten . . ." anstatt r i ch t i g: „Der Wahlvorschlag muß von mindestens 50 Wahlberechtigten unterzeichnet werdet!." * Neue Veröffentlichungen des Minderheiteninstitutes an dLr Wiener Universität. Im Rahmen der Schriftenreihe des Ddftitutcs für Statistik der Minderheitsvölker an der Wiener Universität ist soeben (Verlag F. Dvuticke, Wien) Schrift Nr. 2: I. Seipel, „Die geistigen Grundlagen der Minderheitenftage". Vortrag, gehalten im Minderheiteninstitute am 14. Jänner 1925, und Schrift Nr. 3 „Statistische Minderheitenrundschau I" mit den Beiträgen: Wilhelm Winkler, Die Minderheitenftage; Wilhelm Winkler, Der Wert der tschechischen Nationalitätenstatistik nach der Volkszählung vom 15. Februar 1921; Otto Martin, Das tschechische Schulwesen in Wien; Karl Braunias. Die Minderheiten in Rumänien; Heinrich Makow, DaS Minderheitenbild in Polen; Richard Grabner, Das von der österreichisch-ungarischen Monarchie an Italien abgetretene Gebiet, (mit einer Kartenskizze); Wilhelm Winkler. Statistische Minderheitenrundschau, erschienen. Der Ladenvreis beträgt für Schrift Nr. 2 60 Groschen, für Schrift Nr. 3 6 Schilling. Für Mitglieder und Spender der Förderungsgesellschaft des Minderheiteninstitutes gilt bei unmittelbarer Bestellung beim Institute (Wien, 1. Bez., Liebiggasse 5) der halbe Ladenvreis. * Internationale Studentenhilfe. Die vierte Tagung der Internationalen Studenten Hilfe wird vmu 4. bis 12. August in Gens stattsinden. Der Konferenz werden etwa 250 Delegierte aus 35 Ländern beiwohnen. Zur Behandlung sollen Gegenwartsprobleme des ideellen und materiellen Lebens der Studierenden kommen. E Gratiskarten zu dem äußerst interessanten jüdischen Film „Der Handschlag" für das Isa-Palast-Kino erhält jede Kunde schon beim Einkauf von nur 10 Schilling und überdies 3 Prozent Rabatt ini Wirkwarenhaus Hör o w i tz, 2. Bez., Taborstraße 5. * Die österreichischen Postautofahrten. Soeben ist das von der Genera ldirektion für das Post-, Telegraphen- und Telcpihonwqsen herausgegebene Büchlein über die Autofahrten der österreichischen Postverwaltiung erlschienen. das mit den landschaftlich schönsten Abbildungen ausgestattet, mit kurzen Beschreibungen der Linien, dcx Fahrpläne, Fahrpreise und einer Uebersichtskarte versehen ist und zum Preise von 60 Groschen bei der österreichischen Staatsdruckevei uind ihren Vevschleißistellen sowie bei allen Bähichchbuchhandlungen erhältlich ist. Weiters nehmen auch alle Postämter Bestellungen auls dieses Büchlein entgegen. * Eine neue große Senderanlage der Ravag. Aus Antrag des amtsführenden Stadtrates K o k r d a hat heute der Wiener Stadtsenat die Ueberlassung der notwendigen Grundflächen im Bereich des Wasserbehälters Rose n h ü g e l an die Ravag gur Aufstellung einer Se n de r a n l age genehmigt. In dergleichen Sitzung wurde der Ravag die linke Hanshälfte des Schulgebäudes in der Iohannesgasse 4 a vermietet. Die Ravag braucht nämlich ein nröglichst zentral gelegenes Gebäude in der Inneren Stadt, da auch die Staatsoper und das ftonzarthaus mit kurzen Leitungen angeschlossen werden sollen, weshalb über Ansuchen der Leitung ein Teil der Schule in der Iohannesgasse von der Gemeinde bereitgeftellt wurde. * Schönwetter? Gestern nachmittags begann es, wärmer nnd freundlicher zu werden. Die Bewölkung nahm ab. Die Voraussage kündigt endlich Ansheiterung und höhere Temperatur an. E Der Del-Ka-Sommerräumungsverkauf beginnt in allen Del-fta-Berkaufshäuscr-n heute. Die wenigen Beispiele beweisen die unerhört herabgesetzten Preise. Auch in Luxusfchuhen finden Sie viele Rest- und Einzelpaare enorm billig. Besichtigen Sie die S ch a u f e n st e r. * Die Lebensmittelmärkte. In der Großmarkthalle, wo gestern zwölf Waggons, darunter neun aus Pole«, mit diversen Fleischsorten einlangten, war der Verkehr angesichts der reservierten Kauflust infolge des sinkenden Konsums .ganz belanglos. In der Preislage ist vorläufig keine Veränderung eiugetreten. Der Naischmarkt wurde mit Gärtnergent üs-e, namentlich inländischem, günstig beliefert. Kartoffel langten in großen Mengen ein, .so daß die Preise weiter zuvückgehen. Mit Obst wurde der Markt über Bedarf beschickt, nur die ftixschenzuführen nahmen ab. Beerenobst war in größeren Mengen auf dom Markte. E Hausfrauen Wiens! Die warme Jahreszeit bringt unbedingt alles Ungeziefer zum Vorschein. Desinfektion mit „Salforkose" garantiert vollständige Ausrottung samt Brut, ohne Sachbeschädigung in komplett möblierten Nämnen. 1. Wiener Reinigüngsinftitut „2a' Generale", 1. Bez,,- He-gelgusse 9. Tel. 72-4-86 und 72-9-31. * Bezirksgruppenleitung der Gesellschaft der Palästinafreunde im 1. Bezirk. In der am 10. d. unter den: Vorsitz des Obmannes Dr. Norbert K l i n g e r ' statt,gofundeuen Sitzung der Bezirkskommission Innere Stadt wurde nach einem ausführlichen Referate des Bezirksrates I. H. Wal tu ch unter allgvmeiwer Zustimmung beschlossen, das Palästinaanfbauwerk kräftigst zu fördern. Zu diesem Behufe wurde eine Bezirksgruppenleituug gebildet, in die folgenide Herren delegiert wurden: Bezirksrat Julius Berger. Bezirksrat Josef H. Waltuch, Franz Denes, Sie-gmund Ernst, Siogmund Kohn. Dr. Emil ftranly, Dr. Alfred Lanzer, Leopold Satori. Ferner wurden delegiert in das Komitee der Gesellschaft der Palästi-nasre-nude: Bezirtsrat Josef H. Waltuch und Leopold Satori, als Ersatzmänner di?. Lenen Iolef Dohan und Iofof May. * Die Wiener jüdischen Firmen für den Bodenankauf in Palästina anläßlich des Zionistenkongresses. Seit einigen Tagen ist eilte Aktion der Wiener jüdischen Kanfiloute im Gange, die sich zum Ziele gesetzt hat. durch Spenvei: aus dom Warenlager der jüdischen Geschäftswelt die Errichtung eine großangelegten legten Basars während der Kongreßdane^- zu ermöglichen. Dieser Basar ivird sich in den Räumen des Kurf-alons der Stadt Wien befinden und gleichzeitig der gesellschaftliche Mittelpunkt sämtlicher Kongreßteilnehmer, ganz besonders der ausländischen, sein. Der Basarerlös wird dom Keren Ka-femeth zur Vorfüguug gestellt, wobei au denselben das Ersuchen gerichtet werden wird, bei Beficdl.nug des aus dem Reinerlös zu kaufenden Bodens vor allem ans Oesterreich stammende Paläftinapiouiere zu berücksichtigen. Firmen, die sich an dieser Aktion beteiligen tvollen, wenden sich an das Bureau des Keren Kafemeth, 1. Bez., Kärntner-straße 28, Tel. Nr. 77-4-85, 77-4-86. * Brandlegung in Oberösterreich? In Stratberg (Gerneinde St.^ Leonhart) int Oberen Mühlviertel brannten MN 11. d. fünf Objekte, drei größere Bauernhöfe mit einem Wirtschaftsgebäude und eine Kapelle nieder. Der durch den Brand verursachte Schaden wird ans 1200 Millionen Kronen geschäht. Nur, mit knapper Not gelang es einen: im Schlafe vom Feuer überraschten Wirtschaftsbesitzer, sich und seine Schwiegermutter zu retten. Die Gendarmerie forschte als der Brandlegung dringend verdächtig den elfjährigen Sohn einer Bettlerin aus, der die Tat zwar in Abrede stellt, aber zugibt, vor vier Jahren aus eine d,'«csbc;ü gliche Acnßcrung feiner Mutter hin an einem anderen Hof Feuer gelegt zu haben. * Ein blutiger Familienkampf. In Lcobersdorf hat sich Samstag ein blutiges Familiendrama abgespielt, bei' dem cs nicht weniger als fünf fchw e rve r letz te Pe rfo n en gab. Der 31jährige Hilfsarbeiter Ignaz Scharb, der in Leobersdorf gemeinsam mit seinem Vater, seiner geschiedenen Frau, seiner Geliebten Anna Hauser und seinem Bruder Anton lMlst,. hat in einem plötzlichen Ausbruch von Wut alle diese Personen durch Messerstiche schwer verletzt. Zwischen den einzelnen Familienmitgliedern bestanden schon seit langem Zwistigkeiten. Am Samstag überfiel Ignaz Scharb zuerst seinen Vater mit_ einem Messer und brachte dann auch den übrigen Personen schwere Verletzungen bei. Bei dem Kampfe zwischen dem Wütenden und dessen Bruder, der sich verzweifelt zur Wehr setzte, wurde Ignaz Scharb selbst schwer verletzt. Die Verwundeten wurden alle ins Badener Krankenhaus gebracht. Bei einer Person wurden lebensgefährliche Wunden festgestellt. * Die Dollarfälscher. Auf Grund eitler Kurrende der Belgrader Polizeibehörde hat gestern die Budapester Oberstadthauptmanufchaft eitlen gewissen H e r z e g und Brauer verhaftet, da sie in Belgrad Waren gekauft und mit v e rs ä l f ch t c n Fünfzigdollarnoten bezahlt hakten. Es waren Zehndollarnoten, die in eine Fünfzigdollaruote verfälscht worden war. Von den beiden Kau'ftcuten hatte sich damals der eine als ein gewisser,H a l m o s ausgegeben. Die Erhebungen ergaben, daß die beiden mit den Kanfleuten Dezfö Brauer und Max H e r z e g identisch sind. * Amundsen spricht vor Zuchthäuslern. Anmudsen hat den Insassen des Osloer Zuchthauses einen Vortrag über seinen Polarslug gehalten. Als Amundsen von seiner Expedition nach Oslo zurückkeshrte, hatte ein Sträfling von seiner Zelle ans die zurnckkehrenden Flugzeuge erblickt und darauf ein Hntdigungsgedicht an Amundsen verfaßt. Der Gefängnisgeistliche übersandte das Gedicht Amundsen, der darauf beschloß, den Sträflingen zun: Danke selbst einen Vortrag über seine Reise zum Pol zu halten. Nachdem Amundsen'seinen Vortrag im Zuchthaus beendet hatte, brachten ihn die Sträflinge begeisterte Ovationen dar. Der Eisbär im Arrest. Wie aus Hamburg berichtet wird, gab es jüngst im Hamburger Hafen.eine Eisbärenjagd. Bei der Ausladung eines für den hiesigen Zoologischen Garten bestimmten großen Tiertransportes, gelang es entern riesigen Eisbären zu entkommen. Mit einem ' gewaltigen Satze sprang der Bär auf die Kaimauer, von wo er von der Hafciipolizei vertrieben wurde. Er stürzte sich ins Wasser und durchschwamm fast £>cu ganzen Hafen, bis er eine Gruppe von Pfählen fand, hinter denen er sich versteckte. Da er aber aus den Pfählen nicht mehr herausfand. konnte er überwältigt und in eine Barkasse der Hafeupölizei gezogen werden. Bon dort wurde der M^bär in eine Arrestzelle der Hafenwache geführt und dort so lange untergebracht, bis sein Wärter ilhu abholte. Radioprogramm. Heute Mittwoch. 4 bis halb 6 Uhr: Nachnlittagskonzert. Strauß: Grillenbanner, Walzer. Wag. er: Vorsviel zum 3. Akt: Meistersinger. D'Albert: Intermezzo aus Tiefland. Frimlr Pantomime, Intermezzo. Volkmann: Kleiner Walzer und Marsch. Lehar r Sternenlied. Kerker: Die Schöne von New- Uork, Potpourri. Witt-Mayer-Aichhorn: Bubi will den Mond. — V*6 bis V--7 Uhr: Von der Schildbürger lustigen Streichen, 1. Teil. — Va7 bis 7 Uhr: Dr. Wilhelm Beetz: Der Radfahrsport. — 8 Uhr: „Von Wald und Heide." Kammersänger Autor: Ludwig: F. Schubert: Der Jäger, Jägers Abschied, Jägers Abendlied. F. Mendelssohn: Jagdlied. H. Pfitzner: Mailied. Lyrisches Männerquartett: F. Werner: Das Heidenröslein. F. G. Klauer: Abschied vom Walde. Hornquintett Stieg'er: F. Klein: Waldweise. Opernsängerin Grete Pohl: Schumann: Waldesgespräch, In der Fremde, Sehnsucht nach der Waldgegend, Die schöne Fremde. Hornquintett Stiegler: Untreue, Volkslied von Silcher. Herzleid, Volkslied von Koschat. Lyrisches Männerquartett: E. S. Engelsberg r Waldesweise, Der Jäger Abschied. Honlquintett Stiegler: F. Klein: Jagdlust. Fl. Schantl: Alpenklänge. Rezitation: Irene Sehnal. — 10 Uhr: Heitere Abendmusik. vereine. Bortröge und Versammlungen. H i t a ch d u t h, 2. Bez.. Glockengasse 30. Heute, V-6 Uhr abends, Vortrag Ing. Jizchak Wachsmann über „Solel Boneh". — Jüdisch-akademischerJuristen- Verein, Ausflugs- und Sportsektion. Heute mn 8 Uhr abends ini VereinDlokale. 2. Bez., Taborstraße 1, Besprechung des am Sonntag stattfindenden Ausfluges wie auch der zu gründenden Sportsektion. — Gremium ö st erreicht! cherHandelsvertreter. Freitag, Vz6 Uhr abends, iin großen Sitzungssaals, 4. Bez., Schwarzenbergstraße 16, Plenarversammlung. Tagesordnung: Proportionalwcihlrecht. — B u k o w inaer Zentralverband. Morgen, 5 Uhr nachmittags, Hauptversammlung in der Handelskammer, 1. Bez., Stnbenring 6. Tagesordnung r Bundesbürgerrecht und Mtetengesetz. Astronomische Abende in Baden. Professor Thomas veranstaltet auf dem Großen Sportplatz in Baden, Mittwoch den 22. d. sowie aü jedem darauffolgenden Mittwoch und Freitag bis 7. August einschließlich, voir 9 bis 10 Uhr bei günstigem Wetter populäre Himmelserklärungen. Jeder Vortrag ist für sich vollständig abgeschlossen und einzeln zugänglich. Bühne und Kunst. Mn gemsalembild von SW Perlmann. Der bevühnlte russisch-jüdische Maler Ossip Perlmann hat sich in Montreal (Kanada) niedergelassen, um m Ruhe sich der Dllrchführllng feiner künstlerischen Pläne zu widrnen. Gegenwärtig arbeitet er, wie ,tns arrs Montreal berichtet wird, an einem großen Bild „Die Vision des Propheten Jercnnas vor,: anfblühenden Jernfalen:". Der Künstler, der bisher den: jüdischerr Leben ziemlich fern stand, will mit dieser feiner Schöpfung, die er der hebräischen Uni3 versität in Jerusalem wi-dntct, wieder,;ur Seele des jüdische!: Volkes zmückfinden. Ossip Perlmann stand i>,n alt«,: Rl:ßlar:d in großen: Ansehin, war Mitglied der rnssische» Kunstakademie und wurde ivährend des Krieges für die von ihm veranstMetel: Kunstausstellungen zngllnsten des Roten jtreuzes soivohl von Rußland als auch von Frankreich mehrfach ausgezeichnet. Aus dm Theatern. Burggarten (bei ungünstiger Witterung im Festsaal der Hofburgl. Heute, 8 Uhr abends, A l t w i e n e r Musik. Das Wiener Symphonieorchester, Dirigent Martin S p ö r v. Mitwirken!) Annie Gerold nnd Dr. Josef Bergauer. Schönbrunner Schloßt heater. Freitag E r st a u f f ü h r u i: g von L o r tz i n g 8 „Zar und Z i m m e r m a n n". Musikalische Leitung: Wilhelm G r ü m m e r. Inszenierung: Rainer Simons. Theater in derJosefstadt. Morgen, 7a8 Uhr abends, Premiere des Lustspiels „I h r k l e i i: e r F r e u n d" („Le grelouchon delicat") von Jacques N a t h a i: s o h n. Lustspieltheater. Freitag Premiere des Schwankes „S a l l y D a v i d s o h n" von Otto Schwarz und Karl M a t h e r n. In der Titelrolle gastiert Karl K n a a ck. Das amerikanisch-jüdische Gastspiel im Carl-Theater. Das amerikanische jüdische Nlelodramakische Kunisttheaker bereitet für fein an: Freitag den 17. d. mit dem Melodrama „A >ll f der Leiter des Leben s" beginnende Gastspiel auch S1 r i u d b e r g s Trcrgöbie „Der Baker" vor. Eric Satje. gestorben. Der Begründer der Expressionistei:- gvuppe «unter der: 'ftanzösischen K v m p o n i st eEric Satie, ist kn: Alter von 59 Jahren in Paris ge st o riben.'Als Führer der Gemeinschaift der „Six", der sechs Gleichgesinnte!!: Mtllhand, 'Alurie, Poulenc, Honegger, Ravel und Sakie, hat fein Name internakioltaile Bedentung erlangt. Mer ">nch als fevbständiger Komponist trat er hervor; zu nennen sind vor allen: die Ode „Sokrates" iund die konrifche Oper ,-Pauli et Wivginic". verichtssaal. Numerus clausus - eine Schmähung der Nation. Der Budapester Arzt Dr. Eu>gen H a l a ß wurde vor drei Monaten unter dem Verdacht des Betruges in Haft genommen. Laut -t^r Anklage hatte Dr. Halaß in: 2!amen des Ungarischer: Israelitischen Kultuwereins Oinike ein* Zirkular -drucken lassen und dies in das Ausland versendet. Ii: diesen: Aufvrvf werden die Juden des Auslandes ersucht, für die in das Ausland verjagte Schuljugend Spenden zu geben. Der Aufruf uomi't den Numerus clausus, der die jüdische Jilgend von der: nugarischen Uuiverfitätc!: ausfchließt, eine „aller Kultur und aller Menschenrechte hohnfprechcnde Institution". Z-rm: Schlüsse heißt es, der Beauftragte des Vereines werde bei den Adressaten erscheinen nnd die wohltätiger: Spenden holen. Laut der Artklage erschien sodann Dr. Haiaß bei dern Bankier B l e i ch r ö d e r in Berlin, wo er 60 Goldrnark, und bei«: Kaufhaus T-ietz, wo er 60 Goldmark erhielt. Die Leitung des Vereines brachte diesen Mißbrauch in Erfahrung, als ein unrichtig adressiertes Exeinplar des?lufrufes an sie zurückgelangte. Die Staaksanwalischaft erhöh gegen Halaß die Lln- >klage wegen des Verbrechens des Betruges und des Vergehens der- S ch rn ä h u n g der ungarischen N a l i o n. Bei der Verhandlung vor dorn Strafgerichtshof erklärte der Angeklagte, er habe int Dezember 1924 ini Aufträge eines Beamten des Omike uanrerts Kende dieses Zirkular drucke:: -lassen und expediert. Doch stellte er in Abrede, Geldbeträge beleben zu haben. Verteidiger Dr. August Szelely legte Erklärungen der -beiden Berliner Firmen vor, wonach sie kei-nerlei Speüde»: geleistet hätten. Im Laufe des Verfahrens konnte Kcnde nicht ermittelt werden, eine,: Beanüei: solchen Namens habe der Verciu nie gehabt. Der Gerichtshof sprach den A-ngeklagtei: vor: der Anklage des Betruges frei und verurteilte ihn -wegen S ch n: a h u n g der :: u g a r: s ch e n N a t i o :t z:: einem Jahr Gefängnis unter Eütrechuung der Unters-uchungshast vor: drei Monaten. Gegen dieses Urteil appellierte sowohl der Angeklagte als auch der öffentliche Ankläger. Ans Antrag des Verteidigers wurde der An-g-eklagke gegen eine Kaution von 30 Millionen auf freien Fuß gesetzt. Die Gattin aus Eifersucht angeschossen. Der LOjährige Wächter der Ostbahn Johann Flasch hat i-m September vorigen Jahres geheiratet. In: heurigen Rtai wurde ihm binterbracht, daß svin-e Fra»: mit einen: Burschen ein Stelldichein verabredet habe. In höchster Aüfregnug suchte Flasch seine Mutter ans, bei der er .mit seiner Gattin ein Kabinett bewohnte. Die Mutter und seine Schwester, die gleichfalls anweseitd war, suchten ihn zu beruhige!:; d:e Schwester wartete dann beim Tor die Schlvägerin alb, -un: sie vor den: Betrete!: der Wohnung, in der sich der mtsger-egte Gatte befand, abzuhaltei:. Sie ging aber «trotzdem die Stiege hina-uf nnd Flasch feuerte nach einem kurzen Wortwechsel drei Schüsse gegen seine Frau ab. Sie wandte nnivillkürlich den Kopf zur Seite und wurde von zwei Schüssen im Nacken schwer verletzt. Flasch schoß da-nn sich zweknal an. verletzte sich aber nur leicht. Gestern hatte sich Flasch wegen säMrer Körperverletzung und Uebertretung des Waffenpatents zu Verant-tvorten. Der Gerichtshof erkannte ihn schuld ig und verurteilte «ihn zu sechs Monaten schweren Kerkers.

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