Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2296 (13.7.1925)
- Date
- 1925-07-13
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2896_Wien, Montag ober ALT die Zionisten in der Agency verdrängen werden, liegt derzeit nicht vor. Daß sie zu uns kommen, beweist ja eben, wie stark sie von unserem Wollen beeinflußt wurden und unS nun, wenn nicht volle IVO, so doch 30 Prozent naher gerückt sind. Dos Volks empfinden Hot ihre Denkweise wohl langsamer als uns Zionisten beeinflußt und dadurch ihr Tätigkeitsgebiet erweitert. Wie hat sich unser unvergeßlicher Herzl abgemüht, diese Kreise für Palästina zu gewinnen. Und nun sind sie zu uns gekommen! Es nmß wiederholt belout werden: Nicht wir sind zu ihnen „bettelnd" gegangen, wie alle Reisen Meizmcmns bezeiichnet wurden, sondern sie haben den Weg gu ihrem vollwertigen Indentunie gefunden und so mußten sie zu unS kommen! Nahum Goldinnann irrt, wenn er den Klageruf auSstößt: „Der unerschütterliche Glaube an die eigene Kvaft versiegte und statt dessen gewöhnt man sich immer mehr, die entscheidenden Leistungen von anderen, äußeren Faktoren zu erwarten." Mer gerade, weil wir diesen „unerschütterlichen Glauben an unsere eigene Kraft" besitzen, den keine politische oder gar finanzielle Kraft verrücken kann und wird, reichen wir jedermann die Hand, und gerade weil wir an unS selbst glauben, können wir auch mit „äußeiven Faktoren" Kufamnrenavboi'ben! Es bedarf nur des Hinweises auf die Entwicklung unserer Knltusgemeinden in welchem Lande immer, wo die Zionisten anfangs in kleiner Anzahl e-ingezogen waren und stetig durch ihr starkes, ernstes Wollen an Einstich gewonnen haben. Heute existiert fast keine jüdisch e G e m e i n d e, wo nicht die Zion isten, selbst ohne die Majorität dort zu besitzen, führend und beeinflussend sind. „Bevor noch die Heranziehung der jüdischen Frnanzkreiise irgendwelchie sichtbare Formen angenommen und konkrete Wirkung gezeitigt hat, hat eine Jmmigrationsbawagung nach Palästina eingesetzt, die in ihren Dimensionen überraschend war," schreibt Goldinann richtig. Und doch hat diese Immigration eingesetzt, während oder nach der von der Leitung inaugurierten Agency-Politik oder war gar das Resultat dieser Politik, welche Fonds dem Lande zuführte und 'das Wollen durch das Können ermöglichte! „Zionismus ist eine erzieherische Bewegung," meint Goldmann richtig, und ich unterschreibe dies rückhaltlos. Die Zionistische Organisation wird wirklich so lange' bestehe» Werben, bis ihr das ErZiehungswevk zur Gänze gelingen wird: Des Volkes Wollen in Volkes Können rumzuwandeln. Und eben deswegen sollen die Kreise weiter gezogen worden! Daß wir diesen Kvoisen „Rechte" öinräumen, soll uns an deren GHiehmrg nicht stören. Die von uns ervungenen „Rechte" stich nur unserer Pflichterfüllung, unserer ernsten und heiligsten Pflichterfüllung dem Volke gegenüber entsprungen, und diejenigen, die dieser Rechte toiHastig werden sollen, werden dioselben nur so lauge besitzen, infolauge auch sie ihre Pflichten erfüllen werden. Sie werden der Reichte sofort aber verlustig, so sie die Pflichiten vernachlässigen -oder gar nicht im Sinne des Volkswillens haud- 'haben. Hier wirkt dvr BolkÄustiM ganz zuverlässig und dieser Wichte immer das Korn von der Spreu p unterscheiden. So sind bis jetzt all die sogenannten Repräsentanten und jüdischen Politiker von der Bildfläche verschwunden. Ich habe hier nicht die Gefchäftspolitiker im Auge. So mußte letztens auch die I. T. O. liquidieren; einfach deshalb, weil die ihrem Wirken zugrunde gelegenen Gedanken nicht vom Volks empfinden gespeist worden sind. Esfehlte das Wollendes Volkes, wiewohl das Können vielleicht oft ermöglicht wurde. Wenn auf die Schivierigkeiten der ZufammensetzmrgLart oder Wahl der Agency von Dr. Solowejtschik und anderen hiugewiesen wird, so sind dies Bedenken formaler Natur. Ich zweifle nicht, daß bei gutem Willen die Form hierfür gefunden werden kann. Vielleicht könnten die 50 Prozent der nicht zionistischen Ageuch-Mitglieder vorläufig durch eine von allen Kultusgemeiude-Repräfentanzen — derzeit die einzig autonomen und offiziellen Ropräsenta>uzen der Judenheit — zu entsendenden oder zu wählenden Wahlmänuer gewählt werden, also mittelbar durch die gesamte Indenheit aller Länder. Wie gesagt: Guter Wille läßt leicht einen Ausweg finden. Die von Dr. Solotvcstfchik geäußerten demokratischen Bedenken, daß die Zionisten zweimall i.vählen würden, einmal ihre eigenen Vertreter am Kongreß und dann auch die nichtzionistischen Vertreter, sei es am Weltkongreß oder bei der von mir propagierten Wahlmännevkonfererls, diese Bedenken sind nicht ganz stichhältig. Denn, entweder die Zionisten werden bei diesen allgemeine n Mahlgängen in der Minorität bleiben, nun dann sind diese 50 Prozent der Agency zionisten r e i n, oder aber es gelingt den Ziouiften auch hier, ihre Kadidaten durchzusetzen, nun dann beweist diese Tatsache eben, daß die Zionisten die Mehvheit in der Judenheit besitzen rmd ihnen daher mehr als 50 Prozent au Sitzen in der ylgency gebühren. Wer 'hat inr hebräischen Sprachenkampf im Jahre 1010 gesiegt? Paul Nathan, hinter dem die Nöacht des Geldes und Eiuflusses, oder S ch m a r j a h n L e w i u, hinter dein das Wohl arnie, aber an ernstem Wollen reiche Volk gestanden ist? Sie n lügen alle kommen, alle, die bis '^nu etlvas abseits voll uns gestanden sind, itub sie werden Irch nicht au die Griludpfeiler des Ausbanwerkes, ein ^iollistisches Palästina" zu schaffen, herautvageii, weil sie xrdnrch, des Volkes Wollen verletzend, mit all ihrem maeriellen Können auf Granit beißen werden. Aber auch voll rufferer Seite rrurß iben noch sticht ganz mit der Ideologie des ZioniSimls Vertrauten Verständnis Wiener Morgenzeitung. Mitteilungen am dem Publikum. Wieder *u heben! | W» Bureau: OrlQ.(ranz.Zfgarettsnpapler JwD Wien,um.Skodagasse 19/2 und Vertrauen entgegengebracht werden. Differenzen, selbst prinzipieller Art, läßt guter Wille nberbrücken, und an den Zionisten ist es zunächst, diesen guten Willen zu bekunden, weil uns all der Sache selbst so viel liegt. Die allgemeine Lage der Juden und die Verhältnisse in Palästina im besonderen erheischen eine möglichst rasche Klärung. Wir, die wir gewissermaßen eine führende Stellung in der jüdischen Politik einnehmen, sollen die Pflicht, die wir zu erfüllen übernommen haben, viel höher stellen, und selbst wenn wir auf irgend ein sicherlich ehrlich erworbenes Recht verzichten müßten. Diejenigen in unserem Lager, welche unr Zuerkennuug von Rechten au bisher abseits vou der PalästinaavboN Gestandene, die nun mitt.uu wollen, kleinlich feilschen, vergessen an die uns allen heiligste Pflicht nnd die große Verantwortung, die auf nus lastet. Es gilt, dem allgemeinen Volkswollen ein allgemeines Volkskönnen folgen zu lassen, und jeder, der an dieser geistigen Festtafel mitspeisen will, er ist willkommen: jefssi wejejchal! Wie stehen die „Parteilosen" in Nordamerika zum Zionismus? Bon Dr. E. M. Zweig (Jerusalem). Die Jahrcskonferenz der Zionisten Amerikas hat am. 28. Junid. I. '.'.'schlossen, den Vertragsentwurf zwischen Dr. We:rmann und Louis Marshall als dem Wortführer der amerikanischen Non Partisans (Parteilosen) gntzuheißen nnd dem bevorstchenden Zionistenkongreß die Bestätigung d.-s Entwurfes nahezulcgen. Der Kongreß wird bei seinem Beschluß über die Gestaltung 'der erweiterten Jewish.Agency nicht leicht über diese Gutmeinung unserer amevikanischen Parteigenossen Hin- Weggehen können. Aus Amreika stammt ja zum Großteil das für den Pa'lästmaaufbau nötige Geld, seien es nun Spenden oder Investitionen; uirtb Amerika hat schon bisher bei der politischen Sicherung unseres Anspruches auf Erez Israel eine bedeutende Rolle gespiM. Nun ist doch anzunehmen, daß die amerikanischen Zionisten am besten jene Parteilosen, mit denen j wir nus in der Agency zusammenfinden sollen, kennen und j einschätzen werden. Die dortigen Zionisten sind offenbar über- : zeugt davon, daß der Zusammenschluß nötig und daß er ohne GefähMmg der nationalen Zukunft unseres Landes möglich ist.; Wer aber nicht geurrg Vertrauen in die Urteilskraft und j das nationale Geitvitssen unserer amerikanischen Freunde setzt, j muß sich eben ein eigenes Urteil zu bilden suchen. Er i darf es sich nicht zu leicht machen, indem er schlankweg aus eilner s üblen Stimmung heraus oder 'bestenfalls auf Grund von Eri svhrungen, die er irgend einmal hierzulande mit NichtzioNisten i gemacht hat, die Non Partisans jenseits des Weltmeeres alle-! samt als Geldmenschen, Nvtabebn und, weun's hoch geht, als j Philanchropen äbt-nt. Bar mir liegt das englische Protokoll der Konferenz, welche die Parteilosen am 17. Fo-; bruar 1024 in New-Dork abgehalten haben. Di>ese von Marj shall einbernsenv Konferenz hat dcmrals nach Anhörung von! Referaten Weiznianns und Rupprns einmütige Resolutionen j gefaßt; danach wurde einerseits die Beteiligung an der Jnvest-! ment Corporation beschlossen, andererseits das Zusammengehen mit der: Zionisten in der Agency grundsätzlich in Aussicht genomnien nnd die Einleitung von VerhaMurrgen hierüber einem Komitee übergeben. Der Bericht dieses Komitees hat >dann neuerdings zu dem nunmchr gutgeheißenen Kooperativnsplan geführt. Ich kanll nvich nicht erinnern, daß der Bericht über die vorerwähn>te Konferenz mit der nötigen Ausführlichikoit der zionistiischen Welt bekanntgvgeben worderr ist; jedenfalls hat man an den Inhalt vergessen und er ist heute aktueller >denn je. Bei kritischer Prüfung der im jener Konferenz gehalteneil Reden muß wohl jeder Unbefangene zur Ueberzeugung gelangen, daß sich unter den Parteilosen vecht viele, vom zionistischen Standpunkt aus sehr wertvolle Menschen befinden. Die Absicht und Aussicht, in Palästina Geld zu machen, scheidet von vorne aus. Aber auch die „Philanthropie" spielt unter den Beweggründen, welche für die Mitarbeit am Polästinawerk dort angeführt wurden, nichts weniger als die erste Rolle. Vielmehr stehetl andere Motive i>m Vordergrund. Vor allem: man dürfe den Aufruf, den der Völkerbund rmd Engilanid an das gesamte Judentum gerichtet halben, in Palästina etwas zu schaffennicht überhören; .denn von der Bewährung der Juden hänge ihre Ehre oder Unehre ab. — Daboi sei nicht verhehlt, daß diese Ehre oft etwas persönlich gemeint ist. So wenn Sam. Lamport die Konferenz apostrophilevte: „Sie werden nicht wollen, daß Ihre christlichen Freunde mit Fingern auf Sie zeigen, die Inden hätten eine solche histori«- sche Gelegenheit versäumt!" Uidd wahrhaftig erischeiur all jenen Parteilosell Palästina als das Land, in welchem die Juden berufen si>nd, Großes und Eigenartiges in geistiger, sittlich-religiöser und knltnreUer Hinsicht zu leisten — znm Segen für sich und die gaivze Atenschheit. Auch die Philauthropie jener Aiänuer jst nicht i-m üblen Sinne des Wortes zu uchncen. Eriuueru wir uils doch, d.cß wir so oft «den Ziouisultls mit dem Paläftinajk*l als moderne Art der Philanthropie jener veralteten, systemlosen "Art entgegengesetzt haben, die znsriedell lvar, Spendetl an einzekre Juden zu geben. Die Philanthropie der Parteilosen beguügt sich aber nicht einmal damit, der muh Palästina einwauderuden Jndenschaft dort die Mittel zur Friftniig des physischen Lebens zu sicher»; das könute schließlich mich i« _13. Julii 1925_ Sbtte » Europa nröglich gemacht tverden. Es geht um Höhe«-, um Wi Rettung der Seelen. Besonders klar brachte dbeß Richter Irving Lehmo»n zum Ausdruck, wenn er die Juden Ae Rußland und Polen sagen laßt: ,M«nn ihr unfere Hoffmmg auf Palästina zerstört, zerstört ihr nicht unsere Körper, aber unsere Deelen," und daran die Mahnung knüpft, daß man sich den Jdcen jener Brüder nicht verschließen dürfe. Und auch kein anderer der Konferenzteilnehmer hat es verlangt (und wahrscheinlich auch nicht daran gedacht), das eigene Rezept zur Seelenrcttnn.g den Juden Osteuropas auszuzwrngssn . . . Nach dieser kurzen Prüfung müssen wi>r uns fragen, ob jeder, der seinen Schekel bezahlt hat und unter der Rubrik der zum Kongreß wahlberechtigten Zionisten geführt wird, jene Nichtizionisten überragt oder ihnen auch nur ebenbürtig ist. Wi>e wenig ausschlaggebend die äußerliche Bezeichnung der zur Mithilfe am Aufbau Palästinas bereiten Juden ist, erhellt daraus, daß die Mehrzahl der Redner bei der Non-partisan^Konfereuz es geradezu ausgesprochen hat, sie wissen eigentlich selbst nicht, ob sito Zionisten oder Nichtzionisten feien. Einer von ihnen, David A. Brown, der seither neuerlich Palästina besucht und es schon auf seiner Weiterreise eisrigst propagiert hat, fügte bei, er verhalte sich zum Ziouisnl'us „neutral-affirmativ". Gin anderer, Oskar Berman aus Cincinnati, rief gar pcrchet-isch aus: „Urteilen Sie selbst, was ich bin, Zionist oder Nichtzionist. Jedenfalls bin ich ein Jude. Zionismus aber und Judentum gehen zusammen, ob Site wollen oder nicht." (Beifall.) Nun wurde von zionistischer Seite oft bezweifelt, ob die Mitwirkung der Parteilosen an der Agency nicht nur platonisch und die erwartete finanzielle Leistung nicht ausbleib e n werde. Dem sei entgegeugehalten, daß, wie vorerwähnt, die Grünidrmg der Investment Corporation unabhängig davon beschlossen wurde, ob die geplante Erweiterung der Agency zustande kommt oder nicht. Besonders bsnrerkenswert ist die Aeußeruug des Richters Horace Stern, einer der wenigen, der sich klipp und klar als Nichtzionist bezeichnete: Di« ganze Konferenz häbe keinen Sinn, wenn sie es nicht „zum Ruhme des jüdischen Namens" zustande bringt, daß die Geldleistungen der amerikanischen Juden, Zionisten oder Nichtzionisten, für Palästina zumindest den Maßstäben des Joint Distribution Committee entsprechen und wenn nicht Jahr für Jahr aus Amerika das zur ,Ii!chäbilitierung" Palästinas nötige Geld fließen werde. — Der Konferenz war zugedacht, daß sie sich an der Aufbvi^ngung von 5 Millionen Dollar beteilige; der Joint aber hat bisher 65 Millionen aufgebracht. Welches ist doch der Grund, daß diese so intensiv jüdisch fühlenden Männer sich als Non Partisans von der Zionistischen Organisation fern halten? In mehreren Reden kam die Besorgnis zum Ausdruck, daß die Zionisten die politische Seite der Palästinafrage hervorkchren und geradezu einen Juden st aat verlangen. Eitrige Parteilose betonten, daß sie sich auf eine solche Theorie heute nicht sestlegen können, weih sie cm ihre BerwirKichung nicht glauben. Zumindest glauben sie nicht daran, daß Palästilna die Lösung der gesamten Judenfrage sei; denn die Mehrheit der Inden werde stets außerhalb Palästinas wohnen bleiben, nnd auch ihrer dürfe man nicht vergessen. Manche mochten ^fürchten, daß durch die Judenstaatsidlee eine Ablenkung von anderen Aufga^ben, ethischen, kulturellen, wirtschaftlichen, erfolgen werde; daß die Beziehungen der Inden zn den arabischen Lcmdesgenossen und zu den anderen am Palästina interessierten, besonders den christlichen Konfesslionen, getrübt werden könnten. Bei dem einen oder anderen Opponenten (Dr. Lee K. Frankel) spielte auch die gewiß nicht heroische Besorgnis mit, ein Betonen der Judenstaat sidee durch die amevikanischen Helfer könnte deren Treue gegen den amerikanischen Staat in Verdacht bringen. 9?icht alle diese Bedenken wurden von der Opposition klar zum Ausdruck gebracht, aber unser Dr. Weiznmnn hat sie s ogleich erfühlt, ilndom er auf Verlangen der Vorsitzenden in einer glänzenden, die Generaldebatte abschließenden Rede nochmals das Wort ergriff und Antwort gab. Weizmann betonte die unbedingte Loyalität «der Zionisten gvgenüibcr den Ländern, m denen sie heute wohnen; auch gegenüber solchen Ländern, von denen wir ungerecht behandelt werden. Er Eterstrich fermer, daß niemand, der am Aufbau Palästinas mitwirke, dessen Entwicklung in politischer Hinsicht nach der einen oder anderen Seite vorgreifen solle. Dia Entwicklung müsse dem natürlichen Lauf der Dinge -und vor allenc dem Willen der, palästinensischen Juden selbst überlassen bleiben. Wer wisse, wie sich in 50 Jahren die BöMr der Welt, und die Juden mit ihnen, zum Begriff des Staates stellen werden! Gewiß hat Weizmann, der Diplomat, in feiner Antwort sich der Mentalität der Non Partisans angepaßt. Aber interessant bleibt, daß diese seine Ausführurigen e i n mutig A nklang fanden und daß niemand der Parteilosen ben Anspruch erhob, auf die Entwicklung in einem dem nationalen Charakter Erez Israels abträglichen Sinne einzuwirken. Ja, Herr Berman sekundierte nicht nur, sondern sagte noch inehr: Die Frage >der Selbstverlvaltung bet palästinensischen Juden stehe heute nicht zur Entscheidung. „Wenn aber eimnal in 50 oder 25 Jahren, sobald 2 bis 3 Millionen Inden in Palästina cmgesiedolt sein werden, jeurand sagen sollte, daß dort kein jüdischer Staat hingchöre, so würde er die Ju^den nicht weniger besudeln als der „Dearborn Independent", di!e von denc bekannten Jndenftesser Ford herausgegiebene mrd weithin verbreitete Zeitllng, oder sonst ein antisemitisches Organ." Und das offizielle Protokoll vermerkt auch hierzu Beifall. Bliebe llur noch für besoirders niißtranische Zionisten die Erwügnng, daß die Non Partisans sich in einem schöneren L i ch t e zu zeigen suchten, als bet eingeborenen Leuchtkraft ihrer Seelen eigen ist. Aber loeml dem schon wäre, ist es charakteristisch für die Richtung der allgemcinen Entwicklung im Judentum, daß jene Wert darauf legen, sich s o zu zeigen. Und noch eine Frage: Sind wir Zionisten in all den Problemen, von welchen die Parteilosen sich bewegt zeigen (wenn wir darüber eine Moimlug haben), eilnhei t licher Meinung?!