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Wiener Morgenzeitung · 1925-07-11 · Heft 2294 (11.7.1925) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2294 (11.7.1925)
Date
1925-07-11
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seik S Vien. Sam-taq Msener Mni>«»eiire?kuii<i. 11. im Nr. 2994 Mische Kaufleute Wiens! m Spendet aus kurem Warenlager für den Kougreßdasar! La» Relnertrügnls fließt dem Keren kajemeth zu Spendenanmeldungen werden entgegengenommen: Bureau des Keren Kajemeth, Wien, I., KLrntnerstraße 24, Telephon 77-4-85, 77-4-86 Weizmanu über die Erweiterung der Zewifb Agency. krft ln zwei Fahren? Sie Mandatskommission. Senf, 10. Juli. (Schwel.;. Dep.-2lgent.) Die M a ndatskommifsion des BöLkerbundes hat heute ihre Arbeiten abg fchlo ss en. Sie «wird Ende Oktober dieses Jahves neueMch znsammentretcn, um. die Prüfung der Jahresberichte der Mandatar machte und der allgemein interessierenden Fragen, fiir welche die «ftonimifpwt besondere Berichterstatter bestellt hat, fortzufetzen. Ar Lscheka-gustiz. Berlin, 10. Juli. Das Wolsssche Bureau meldet: Die deutsche Regierung hat gegen den Verlauf und das Ergebnis des Moskauer Studentenprozesses Beschwerde erhoben, weil bis zur Erhebung der Anklage alle Bemühungen der deutschen Botschaft in Moskau, eine persönliche Besprechung mit den Angeklagten herbeizuführen, von der Unterfuchungsbehörde vereitelt wurden, ferner weil zwischen derZuistellung der Anklageschrift und dem Terniin der Hauptverhandlung nur vier Tage lagen, was den Verdacht einer Sabotievung der Herbeischaffung von Beweismaterial nahelege, endlich weil die Bemühungen um Zulassung eines deutschen Verteidigers ^geschnitten wurden und die beiden Kronzeugen B a uma nn und v. Di tma r sowie der Sachverständige N e u m a n n offensichtlich u n g I a u b w ü r d i g sind. Das Urteil wird als ausgesprochenes Fehlurteil betrachtet. Die deutsche Regierung wird daher unter Hinweis auf die ernste Belastungsprobe, die die deutsch-russischen Beziehungen durch das Vorgehen der Sowjetbehörden erleiden, aus die Nichwollstreckung des Fehlurteiles hinwirken. Dir deutschen Studenten werden nicht hingerichtet. Berlin, 10. Juli. (Tel.-Komp.) Nach einem Moskauer Telegramm des „Berliner Tageblattes" hat das Zentrale Bollzugskomitee beschlossen, das. Gnadengesuch der Studenten Kindermann, Wolfcht und v. Ditmar zu 'berücksichtigen und die über sie verhängte Todesstrafe in langjährige Gefängnisstrafe umzuwandeln. IKrndevrnann, Wolscht und v, Ditmar werden ihre Strafen nicht in Moskau, sondern im I n rt e r it R u ß-- lands verbüßen. Ditmar hat eine Bittschrift eingereicht, in welcher er sich von seiner estländifchen Staatsangehörigkeit lossagt unö uw die E.inbürger u n g in R n ßlan d ansticht. Ae Mlnlfteranllage in der Sknpschtina. Belgrad, 10. Juli. (Tel.-Komp.) In .der Skirpschliua wuroe heute abends 8 Uhr die Debatte über die Erhebung der Anklage gegen den zuvückgetrctenen Justizminiister Doktor L u k i n r c zu Ende geführt, der beschuldigt ist, den Sequester über die kroatischen Güter des Prinzen Thurn und Taxis in ungesetzlicher Weife aufgehoben zu haben. Für die Erhebung der Anklage stimmten 138 Abgeordnete, dagegen 108 Abgeordnete. Sieben St'mmMt'teil lvaren leer. Morgen findet die Wahl des parlamentarischen Un ie rsuch u ngsa uslschusse s statt, vor dem sich Doktor l'iifmic zu verantworten haben wird. Las Wafferftrabennetz Mitteleuropas. München, 10. Juli. (Tel.-Komp.) Auf der Hauptversammlung des Zentralvereins für die deutsche B i nn e n f chiffah r t, auf der verschiedene Reichs- und Landcsminsterien sowie auch das ö ste r r e i chi s che Handelsministerium und das ungarische Ackerbau- und Hani delsminifterium vertreten sind, wurde nach einem Bericht des Duisburger Oberbürgermeisters a. D., Most, über die Ausgestaltung des Wasserstraßennetzes eine Entschließung angenommen, in 'der das in Aussicht gestellte bessere Zusammenarbeiten zwischen den Reichsbahnen und -den Wasserstraßen besonders begrüßt wird. lieber die Wirtschaft^ liche Bedeutung der Bauten der Rhein-Moin-Donau-A.- G. sprach Staatsrat Dr. v. Graß man n. Die wirtschaftliche Bedeutung der R hei n^—D o n a u-Straß e werde' noch ivachsen, ive-nn die gegenwärtig bestehenden Schwierigkeiten und .Hemmungen bese'tigt und auch die politischen Schwierigkeiten aus dem Balkan vermindert werden. Senilen bleibt Budapest, 10. Juli. Das Urig. Tell.-Korrespondenzbureau wurde von zuständiger Stelle zu der Erklärung ermächtigt, daß die Blättevmeldungen über eine bsvovstehende Rekonstruktion der Regierung jeher Grundlage entbehren. 4 Sefterrelch gegen Finnland 2:1. HelsingforS, 10. Juli. Heute wurde das Fußballwettspiel zwischen Oesterreich und Finnland ausgetragen. Die österreichische Mannschaft errang nach einem glänzenden Spiel in abwechslungsreichem Kampf mit 2:1 den Sieg. Den Oesterreichern wurden lebhafte Ovationen bereitet. Das offizielle Organ der Hitachduth kn Polen „Volk und Land" veröffentlicht unter der Ueberschrift „Wichtige Erklärungen Prof. Weizmanu?" die folgende Meldung: „Das Hauptbureau der Hitachduth ersucht uns um die Veröffentlichung der folgenden wichtigen Erklärung, welche Prof. W e i z m a n u in Tel-Awiw in der bekannten Beratung des Zentralkomitees sämtlicher zionistischen Verbände abgegeben hat. Pros. Weizmanu erklärte, daß ungeachtet der Annahme der grundlegenden Bedingungen der geplanten Erweiterung der I e w i s h A g c n c y (">0 Prozent zu 50 Prozent; Vorsitzender der Agency ist der jeweilige Präsident der Zionistischen Organisation) angenommen werden könne, daß die Erweiterung der Agency erst nach A blau f v on zwei Ja h r e n werde durchgeführt werden und daß bis zu diesem Zeitpunkt auch die Vertreter der jüdischen Arbeiter in Amerika in die Agency werden ein bezogen werden können. Aus die Anfrage des Herrn Kaplan über das weitere Schicksal der von der Hitachdnthsraktion in der letzten Sitzung des Aktionskomitees in London' vorgelegten und von der Zionistischen Exekutive als Bedingung für die Erweiterung der Agency angenommenen Punkte antwortete Weizmanu, -daß diese Forderungen,,ivelche unter anderen d ie G rn n dl a g c n u u s e r c x K o l o n i s a t i o n S a r beitinErez Israel darstellen, aus der anderen Seite aus keine Gegnerschaft stoßen werden. .. - , Herr Kaplan wiederholte seine Anfrage und erhielt vom Präsidenten Weiz mann die endgültige Erklärung zur Antwort, daß die erwähnten Bedingungen in das von "der Zionistischen .Organisation vorzülegende Statut für die Jewish Agency ausgenommen werden." Akaba und Maan. Die Eingliederung irr das Palästinamandat vor dein englischen Unterhaus. . London, 9. Juli. (I. T. A.) In -der Sitzung des Unterhauses am 6. Juli richtete Kapitän W edg w oo d an den Kolonienmiuiiste-r die Frage, auf Grund welcher Autorität er jüngst die südliche und ö st l i ch c. G r e n z e T r a n s j o r d a n >i e n s festgesetzt hat.. .Der 5to.lomenministcr Mr. Amerh erwiderte: Der Völkerbund billigte am 23. September 1922 eine Definition des Territoriums Transsorda niens, dessen Grenzen von einem Punkte zwei Meilen westlich der Stadt Akaba zum Zentrum. von Madi Araba, zum Taten Meer und zum Fluß Jordan bis zu seiner Verbindung mit deni Flusse Aarmuk und dann zur syrischen Grenze laufen. Aus dieser Definition geht klar hervor, daß das transjordanische Territorium sich über die Stadt Akaba hinaus erstrecken dürfe. Die Grenzen zwischen Transjordamen und den unabhängigen arabischen Territorien von Hedschas und Ncjd konnten bisher niemals gezogen iverden, obwohl die britische Regierung-zu verschiedenen Zeiten den Sultan von Nojd und den König von Hedschas zu einer Festsetzung dieser Grenzen eingeladen hatte. Die britische Regierung -hat beiden Parteien ■ mehr als einmal klar zu verstehen gegeben, Haß sie als richtige Grenze den Punkt zwischen Maan u n d T e b u k, der von der Hedschas-Eisenbahn durchkreuzt wird und einen transjordanischen Zugang zum Meer in -der Nachbarschaft von Akaba zuläßt, betrachtet. König Hussein hat zuerst anerkannt, daß über die Zugehörigkeit des Wilajets Maan., noch keine Regelung beacht, ließ aber trotzdem d u r ch d> i e s e s T e r r i t o r i u in K r -iegS t r a n 's p o r te gehen. Um die Neutralität zu wahren, wurden Schritte unternommen, um die Kontrolle der transjovdanischeu Administration in einer Gegend, die laut dem Rkandat ihrer Obhut obliegt, durchzuführen. Der frühere König von .Hedschas, dein anfangs erlaubt worden ist. in Aläba eine Zuflucht zu finden, wurde nunmehr eingeladen, Akaba zu verlassen und nach der Insel Zypern zu gehen. Die Autoritär des Emirs A b d u l l a h von T r a n s j o r d a n i e n wird nun bis zu den gezogenen Grenzen ausgedehnt iverden. Husseins ^amps gegen das jüdische Nationalheim. " Der Orientberichlerstatter der „Bossischen Zeitung", Dr. Wolfgang W e i s l, besuchte nach einer abenteuerlichen Fahrt den früheren König und Kalifen Hussein von Hedschas in seinem Zufluchtsorte Akaba, kurz bevor dieser den Ort auf Befehl der Engländer verlassen mußte. Der Korrespondent gibt folgende Schilderung seiner Eindrücke von der Person Husseins: Mn Jahr vorher war ich Gast des Königs gewesen, der sich damals gerade zum Kalifen hat ausruseu^lassen. Wie stolz und siegessicher hat er mich damals gefragt: „Wer soll denn Kalif sein als ich? Welcher mohammedanische Fürst außer mir ist noch ganz unabhängig vom Ausland?" Und heute sitze ich wieder an seiner Seite. Und ihm ist von aller Macht nichts geblieben als die beiden kleinen Wüstenstädte Maan uud Akaba und die kleine Jacht da draußen aus den blauen Wellen des Golfes. Und selbst dieser Rest seiner Macht gehört ihm noch bis übermorgen, ihm, dem Kalifen der 200 Tage . . . Ich sah ihn au. Sein schönes Gesicht ivar blaß und hager geworden, die Hände kraftlos, die Stimme, in der — während er zu mir sprach — oft Tränen zitterten, war gebrochen. Der alte Mann, der — ein Jahr vorher — noch Tage hindurch im Sattel sitzen konnte, war ein Greis geworden." Dr. Wei'sl schließt: „Hussein hatte ein großes Spiel gewagt, als er, die Anerkennung der Balfour- Deklaration a b l e h u e u d, den Kampf gegen. die jüdische Heimstätte in Palästina zum Schlüsselpunkt seiner Politik gegen England machte. Er hielt sich für stärker, die Inden für schwächer und die Engländer für kurzsichtiger, als sie ivaren. So verlor er sein Spiel.. Die Wahlen zum 14. zionistenlongreß in Dentschlnnd. Berlin, 9. Juli. (I. T. A.) Zum 14. Zionistenkougreß werden den Zionisten in Deutschland drei Wahlvorschläge unterbreitet: eine Lifte Felix Rosen'blüth (Jerusalem), eine Liste Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee (Berlin), endlich ist an.ch seitens der. Konferenzgemeinschaft radikaler Zionisten eine Liste Dr. Soloweitschik in Vorbereitung. Die beiden Listen Dr. Rosenblüth und Dr. Alfred Klee sind vereinheitlicht worden, derart, daß zivar aus einer Einheitsliste' gewählt wird, aber für jeden etwa ausscheidenden Kandidaten als Stellvertreter der Kandidat der ursprünBichen Liste eintritt. Die nächsten Namen der Liste Dr. Klee, die als Stellvertreter in Frage kämen, sind die der Herren Rechtsanwalt Dr. Viktor (Wandsbeck), Doktor Hugo S ch a ch t e l (Breslau) und Dr. Max K o l l c n s ch e u (Berlin). Aus der vereinheitlichten Liste kandidieren auch die Vertreter der Hitachduth, als erster Herr Dr. Robert W e l t s ch. Die Herren Kurt B lu m e n s el d und Doktor A. H a u t k e nehmen als A.-C.-Mitglieder am Kongreß teil. Zer sephardische Welttongreß. Anfangs Arrgust iir Wien. Die Anberanmmlg des 14. ZionistenkongvcsseZ für den Monat August in Wien veranlaß'te die Confederacion mundiäl de los Sefaradim in .Jerusalem, für anfangs Augu'st einen sephardischen Weltkongreß nach Wien einznberusen. Mehr als 300 sephardische Gemeinden und Institutionen'haben bereits die Entsendung ihrer Delegierten nach Wien bei dem Jerusalemer Komitee angemeldet. Es dürften über 1000 sephardische, Hauptfachlich sPani olische, Delegierte anwesend sein. Mehrere dieser Delegierten iverden bereits in der zweiten Hälfte Juli in Wien e intreffen. Sämtliche hiesige sephardische Korporationen haben unter dem Präsidium des Vorstandes der Wiener türk,ischen Gemeinde ein spezielles.Komitee (Comite preparatorio Por el Eongresso nmndsnl se-faradi, Seccion Viena) gebildet, wölches alle Viowäbe-iten für den Kongreß zu treffen hat. Das Komitee hat seine Tätigkeit bereits im Rionat Juni begonnen und es wurden bereits mehrere Kouserenzen abgehalten. Gestern Freitag fand im türkischen Tempel ein großes M e e t i n g statt. Für heute Samstag wurde eine G e n e r a l v e r s a m m l u n g aller sich in Wien befindenden Sephardim einberufen. In den 'beiden Veranstaltungen werden der Großrabbiner der sephardischen Gemeinde und mehrere Notabeln über die von -den Sephardim zu lösenden Probleme sprechen. Der Hauptztveck des Weltkongresses ist: alle sephardischen Gemeinden der Welt zu gemeinsamer Arbeit zu einigen zur Hebung uud Pflege der alten sephardischen Traditionen, der Bildung und Wohltätigkeit, zur Gründung einer sephardischen Institution, deren Aufgabe es sein soll, die Interessen der Sephardim der ganzen Welt zu währen. Dieser Kongreß ist nicht nur für die Sephardim von größter Bedeutung, sondern auch für den Zionismus, denn bekanntlich sind die Sephardim die berufenen Vermittler zwischen Inden und Arabem. in Greg Israel.

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