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Wiener Morgenzeitung · 1925-07-10 · Heft 2293 (10.7.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2293 (10.7.1925)
Date
1925-07-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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I Polen:20 groszy j Wien: Zum Abholen in der Expedition, 11., Taborstr. 1-3, oder in einer verschlelsstelle ftrafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Ool dschmied, I., Wollzelle 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho- Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen: Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Om. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Naehsahtanten bet Prei*> erhOhtmgen TorbehaHen Wiener Morgenrettung Rk. 2293 Mm. Freitag. 10. 8«N 192S Irrels io al England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon.100Lew?. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.698 7. Fahrgang Ae Mandatspolitik 8nglands. Sine ßrkliirung des stellvertretenden Sberkommiffiirs. Jenisalem, 8. Fuli. (I. T. A.) Der Stellvertreter des Dberkommissärs für Palästina, Kolonel SYmes, empfing cun 3. Juli fote beiden Oberrabbiner von Palästina, Rabbi Kuk und Rabbi Jakob Me ir, und gab ihnen gegenüber die Erklärung ab, daß. die Regierung Palästinas Sir Heribert Samuels Politik der Gerechdeit imd Unparteilichkeit fortfetzen wird. Gleich darauf empfing IKollmel ^mes die Mitglieder des Nationalrates der palästinensischen Juden, denen gegenüber er diese Versicherung wiederholte. Der Oibcrsekvetcir der Pälästinavegierung, Kolonel Shmes, übt bis zum Eintreffen des neuen OLevkommissärs Lord Plumer die Amtstätigkeit des Oberkom- »nissärs von Palästina aus. Die steigende Einwanderung. Jerusalem, 6. Jukr.,(J. T. 81.) Im Monat Juni d. I. Minderten 4200 Personen m Palästina ein. Diese Monats- Mer bildet einen Rekord. Der letzte Rekord war im Mürz d. I. erreicht worden, als 3300 Einwanderer ins Land kamen. Im April d. I. betrug die Einstvandeverzahl PO, im Mai 2900. MesthMffe der amerikanischen Monisten. Washington, 8. Juli. (I. T. 8l.) Die soeben in WafhingLcm geschlossene Konvention der amerikanischen Zionistischen Organisation nahm in ihrer Sitzung am 3. d. abends eine Resolution.an, in welcher trüber Beschwerde gelführt wird, daß die MaNdatavmacht die Ausarbeitung eines Bürg erschüftsgesetzes immer wieder hinausschiebt, die Verpflichtung W PKxtoilVng voin StaatsLode« unter die Der Marottolrieg. Die Räumung von Taza. Paris, 9. Juli. Wie das amtliche Communique über Me Lage in MaroWo berichtet, beabsichtigen die Riftruppen anscheinend einen neuen Angriff von N o r,d e n.u n d Süden her. Die Räumung von Taza geht in voller Ruhe vor sich; der Vorkehr auf der Straße Taza-— Fes ist vollkommen normal. Die Stämme in der ^Gegend von Taza zeigen sich beunruhigt; einige von Ahnen wurden vorsichtshalber entwaffnet. Zu Beginn der heutigen Kammersitzung hat Minifter-! Präsident Painlevedie Nachricht von der Einnah >m e von Taza offiziell dementiert. Was Marokko Frankreich kostet. Paris, 9. Juli. (Del.-Komp.) In der Kammer gelangten heute nachmittags die Kveditbegehven für die Marokkoexpedition im Betrage von 163 Millionen .Franken zur Diskussion. Der Kommunist C a ch i n erklärte, er sei überzeugt, daß das Erfordernis viel höher sein werde und schon in nächster Zeit neue Kreditbegchren gestellt werden würden. Die Marokkofeldzüge haben feit dem Jahre 1904 Frankreich vier Milliarden G old franke n gekostet. "; .1 Friedensangebot an Add el Krim. Berlin, 9. Juli. (Tel.-Komp.) Uebor ein Friedensangebot an Abd el Krim berichtet die „Vossische Zeitung" aus Paris: > Die Pariser Abendblätter verössentlichen in großer Aufmachung eine Londoner Meldung, daß Frankreich nnd Span ien Abd el Krim das Anbot gemacht hätten, die U n g b h ä n g i g k e i t d e r R i f z o n e mit Ausnahme der Von Spanien besetzten Häfen anzuerkennen unter der Bedingung, daß Abd el Krim die Oberhoheit des Sultans von Marokko anerkenne. Repatriierung der Armenier im Kaukasus. Konstantinopel, 8. Juli. Dieser Tage traf hier eine aus sechs Mitgliedern bestehende Kommission des Völkerbundes ein, die nach Bat nur weiterreiste, um mit dem armenischen Sowjet die im Zuge befindlichen Verhandlungen wegen TrauAferiernng der Arntenier nach dem Kaukasll's zum Abschluß zu bringen. Bisher wurden durch Vermittlung und unter Kontrolle des Völkerbundes 30.000 Armenier nach dem.Kaukasns übersiedelt. Juden Palästinas nicht erfüllt und zum Erziehungsbudget der palästinensischen Judenheit nichts beiträgt. Der kommende 14. Zionfftenkongveß wird aufgesordert, die Anfnrerksamkeit der Mandatarmacht ans den fühlbaren Mangel an Boden für die jüdische Kolonisation zu lenken und darauf zu dringen, daß die Mandatsverpflichtungen gegenüber der jüdischen Bevölkerung Palästinas erfüllt werden. Die Zionistische Organisation Amerikas entsendet zum 14. Zionistenkongreß nach Wien 42 Delegierte, unter ihnen Rabbiner Dr. Stephen Wise, Präsident des amerikkanifchjüdischen Kongresses. Rabbi Wise, der unter Brandeis' Präsidentschaft Ehrenvizepräsident der amerikanischen Zionistischen Organisation gewesen und zugleich nmt Brandeis aus der Organisation ausgetreten war, hat sich erst vor wenigen Monaten der Organisation wieder angeschlossen. Jahreskonferenz der englischen Zionisten. London, 8. IM. (I. T. A.) Am 5. d. wurde hx London die Jcchveskonferenz der Föderation der englischen Zionisten eröffnet. Der Prästdent Mr. Philipp Guedella stellte in der Eröffnungsrede fest, daß die Arbeit im vergangenen Jahre große Fortschritte gemacht hat. Mr das kommende Jahr stellte er drei Ziele auf: Selbstvertrauen, einheitliche Leitung und Propagierung der geistigen Ideen des Zionismus. Die Konferenz nahm eine Resolution an, die eine kombinierte Propaganda mit Einschließung der. Akt.MM- -für Keren .Hajessod und. Nationalfonds Vorsicht. Die^ englischen delegierten zum 14. Kongreß wurden instruiert, dem Kongreß vorzuschlagen, daß den Spendern für Keren Hajessod und Nationalfonds das Kongreß Wahlrecht eingeräumt werde, Statt Bethlen — Skttovsrlb? Budapest, 9. Juli. (Del.-Komp.) „Magharorszag" brachte heute ilt sensationeller Aufmachung die Nachricht, daß eine Rekonstruktion des Kabinetts Bethlen bevoristehe. Dazu erklärt mau in politischen Kreisen, daß nicht eine Auswechslung emze-lner Minister des Kabinetts in Rode stohe, sondern daß Graf B e t h l e n folbst zurück treten und der Präsident der Nationalversammlung; Adalbert V. Szitovszky, den Posten des Ministerpräsideuteu übernehmen werde. Doch bemühe mau sich, den Grafen Bethlen als Außenminister de!M neuen Kabinett zu erhalten. Eine authentische Bestätigung dieser Mitteilungen war heute u i H t zu erhalten. Reue britische Flottenbauten. England für ein gemeinsames Vorgehen der Machte ln China. London, 9. IM. (Tel.-Kornp.) Im Oberhause erklärte der Parlamentarische Sekretär für den Außenhandel, Samuel, auf eine 8lnfrage, England habe im Jahve 1922 in Washington erklärt, es sei bereit, auf seine Exterritorialitätsrechte in China zu verzichten, sobald die Verwaltung Chinas dies zulassen werde. Die englische Regierung müsse aber feststellen, daß China jetzt bei weitem uicht fo gut verwaltet werde, wie dies in Japan im Jahre 1866 der Fall war, als England auf seine Exterritorialitätsrechte in Japan verzichtete. Die englische Regierung sei der Ansicht, daß die Mächte in China g e m e i n s a m v o r g e h e n sollte u. Der Erste Lord der Admiralität teilte darauf mit, daß sein Departement dem Kabinett einen Vorschlag für neue Flottenbauten unterbreitet habe, daß die Regierung diese Vorschläge jedoch bis jetzt nicht geprüft habe. Ae Demouftrationcu gegen Balsour in Sumurkus. R. Jerusalem, 7. Juli. Gin Bericht aus Damast n s meldet, daß die Untersuchungen gegen die Teilnehmer an den Ausschreitungen anläßlich der Anwesenheit Lord Balsours in Damaskus sowie gegen die Anstifter der Unruhen nunmehr abg e sch losse n sind. Auf Ansuchen der Verteidiger der Beschuldigten, den Prozeß so rasch als möglich -durchzuführeu, wurde die Hauptverhandlung für dßy IS. d, cmberaumt, II. TABORSTRASSE 1 Ab heute täglich der neueste füdische Film DER HANDSCHLAG wmmmam pp ri^^pn wmaummm in den Hauptrollen E. Kaminska und.Z. Todorow Dieser Film ist der lange erwartete wirklich jüdische Volksfilm, aus der Seele des jüdischen Volkes sprechend, seine Freuden, Leiden, Sitten, Gebräuche, sein Herz und seine Seele spiegeln sich in den 7 spannenden Akten, welche in Warschau und Wilna aufgenommen worden sind, wieder Beginn der Vorstellungen: 6, */,8 und 9 Uhr Sonntags l/«5. 6. 1L8 und 9 Uhr Resolutionen. -7. Wie n, 10. Juli. Sonniaes lL5. 6. lL8 und 9 Uhr Das Minoritätenproblem beherrscht alle inter-- ‘ nationalen Tagungen und vor allem jene, die nichtoffiziellen Charakters sind. Alle Vereinigungen, die es auf sich genommen haben^daL. zögernde Tempo der Gesetzgebung zu beschwingen, stehen immer wieder vor dieser Frage, die seit ihrer Aufrollung durch die Friedensverträge nicht weitergekommen ist. Mehrmals auf irgendeinem anderen Gebiet ist hier Stillstand gleichbedeutend mit Rückgang. Die Minoritätenfrage trotzt allen optimistischen Hoffnungen. Das Hauptübel liegt in der Schwäche der beteiligten Regierungen, die sich dem Druck des staatspatriotischen Chauvinismus nicht entziehen können. Ihre Ohnmacht überträgt sich auf den Völkerbund, aber bedauerlicherweise auch.auf die privaten Verbände, die den Gedanken der Jnternationalität in Fragen des öffentlichen Rechtes zu propagieren gebildet worden sind. Auch sie finden nicht die Kraft, der Phrase zu widerstehen, und auch ihre Debatten und Beschlüsse zeigen den Ungeist, der die Welt verwüstet. Der Verlauf der Warschauer Beratungen der Union der Völkerbundligen hat dies wieder gezeigt. Der Kongreß hat die Entwürfe zur Regelung der Minoritätenfrage nicht auf eine gemeinsame Plattsornr bringen können. Er hat die Beschlußfassung auf den Okto>ber vertagt. Dieselbe Schwäche zeigt er tzr der Behandlung der jüdischen Frage, die freilich den wundesten Punkt des Minoritätenproblems bildet. Dem Kongreß liegt ein Resolutionsentwurf vor, der den Numerus clausus bedauert und im Zusammenhang mit dieser Barbarei das Generalsekretaviat um eine ständige Berichterstattung über den Antisemitismus ersucht. Die De-' legierten, die da in Warschau beisammen waren, sind nämlich darüber informiert, daß eine Strömung dieses Namens besteht. Sie kennen sie aus ihren Heimatsländern. Mer sie sind nicht imstande, sich selbst ein zusammenfassendes Urteil zu bilden, das sie zu einer Berdamnmng des politischen Kannibalisntus bringen würde. Sie wollen ihn nicht gutheißen. Aber sie halten die ihnen bekannten Tatsachen offenbar nicht für ausreichend, um sich in offenen Widerspruch mit dem Bekenntnis zum Pogrom zu setzen. Es ist schon sehr viel, daß diese Warschauer Konferenz es wagt, Ungarn beim Namen zu nennen und damit die Unibersitätsgesetzgebung dieses Landes in das Licht der Kritik zu stellen. Die Halbheit, die in diesem Vorgehen der Konferenz sich offenbart, entspricht allerdings genau der Haltung der offiziellen Stellen. Jede Regierung findet, wenn sie zur Rede gestellt wird, den schärfsten Tadel fiir eine Bewegung, die die jüdischen Einwohner außer Gesetz stellen will. Aber keine wagt sich so weit vor, daß sie ihre Meinung in Taten faßt. Das hat seine Begründung darin, öaß die Oeffentlichkeit in diesem.

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