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Wiener Morgenzeitung · 1925-07-09 · Heft 2292 (9.7.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2292 (9.7.1925)
Date
1925-07-09
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Ostte 8 Wien, Donnerstag Wieniev M?r«*en»enunK. V. tW» * Gilt vermißter Arbeiter. Sei: den: 23. Juni ist der Kjährige Anton Hrfry, der bei seiner Mittler in der Angeli- «asse wohnte, spurlos versckMlNfrcu Hrdy hatte bei seinen: kortgöhen erklärt, er wölb' nach Her: nersdor f. um frort n den ZiegcKverkcn Arbeit zu suchen, da er stellenlos war, d:nh chlt jode Nachricht von chm. * Die Selbstmörder. Gestern Vormittaas wurde der!3jährige Techniker Hans U r b a n c i c, Peter-Iordan-Straße >!r. 19, in seinem Wohnzimmer in: Bette t o t aufgefunden. kr hatte sich im Lause der Nacht mit einen: Revolverschns; vdlich verletzt. Das Motiv der Tat dürfte Krankheit sein. - Dienstag hat sich die Arbcitersgattiu Katharina Scheiti a n s e r in ihrer Wohnung wegen Notlage erhängt. — Ter handelsangestellte Robert fröhlich hat sich gestern in einer Wohnung wegen eines Herzleidens durch Gaseinatmen letötet. — Auch die Schneiderin Marie U h l i l hat sich in hrer Wohnung wegen häuslichen Zwistes erhängt. — Manag abends hat sich der Tischlcrgehilfe Karl P f a f f l aus Gänserndorf nächst der Donau-Tampfschiffahrtsgesellschaft in len Donaukanal gestürzt. Er verschwand m den Wellen. * Sich selbst in die Luft gesprengt. Aus Edlitz-Grimmeniein wird uns berichtet: Der Steinbrechmeister und Baumatetialienhändler Franz Ostermann in Grimmenstein verübte -m nahen Walde dadurch Selbstmord, daß er sich mit Ätrodynamon selbst in die Luft sprengte. Der Kopf wurde ihm veggertffen, und er war auf der Stelle tot. Ostermann war im Streit von zu Hause weggegangen, auch befand er sich in sinanüellen Nöten und dürfte letzterer Umstand das Motiv der Lat sein. Der Boxer als Raubmörder. Das Schwurgericht von ancy hat den rumänischen Boxer und Ringkämpfer Schlotter wegen Raubmordes z n m Tode v e r- L r t e i l t. _ Radioprogramm. ßeute Donnerstag. 11 bis 1 Uhr r Vormittagskonzert. — 4 bis 6 Uhr: Nachmtttagskonzert. Schubert, Alfonfo und Eftrella, Ouvertüre. Strauß Josi, Freudenarüße, Walzer. Rubinstein, Dimittt DonSkoi. Grieg, Ave Matts Stella. Mozart-Burmester, Menuett in D. Beriot, Ballettszene, Violinsolo. Lepaige, Mon bijou, valse lente. Brase, Nordischer Hochzeitszug. Uhl, Muted Strings. Jeffel, Parade der Zinnsoldaten. — xj,l bis 7 Uhr: Fritz Bürger: Wesen und Bedeutung der Leichtathletik. — 8 Uhr: Wiener Symphonieorchester. Mendelssohn, Schottische Symphonie >-Moll. Mozart, Violinkonzert ^.-Dur (Violine: Konzertmeister Ftttz Zimbler). Wagner, Karsreitagszauber aus ,Parfifal*. Beethoven, Leonoren-Ouvertüre Nr. 3. Bühne und Kunst. „Lnkelchen hat getröamt." Repttse im Josefstadter Theater. Gülstorfs sprelt lvieder in Wien. Nach dem Spitzbuben ln Gogols „Spieler" den Fürsten in Vollmöllers, leider nicht Dostojewskis, „Onkelchen hat geträumt", mit einer Technik der Charakteristik, die aus dem Herzen kommt, wenn sie auch wie aus dem Aermel geschüttelt anmutet. Die Anlage der Figur ist episch wie in Dostojewskis Erzählung, und darum erscheint jene selbst als Fragment; später irgend einmal wird frcr Fürst seine Vollendung finden. Ich glaube nicht, daß Dostojewski viel für das,F)nkelchen" übrig hatte. Seine Seele gchötte dem jungen Mädchen Sinajda, den: liebreizenden Geschöpf in der Reihe der zahlreichen 'Mädchengestalten, die Dostojewski' im „Idiot", im „Raskolnikoff", im Jüngling" geschaffen Hai. Es ist die wunderbarste nnd keuscheste Mischung aus Stolz und Demut, aus Herbheit und Süße, eine echte Dostojewski-Schöpfung. Sibylle Binder ward dilese Mädchengestalt anvertraut. Sie war von einem Adel, von einem Empfindnirgsreichtum, ans den man nur mit Tränen antworten kann. Schade, daß ihr verhältnismäßig wenig Rollen gegeben werden. Unter Reinhardts Frauen ist sie die bezauberndste. Wie wär's mit Armee, mit Luise Milk rin? Frau Terwin - Moissi beherrschte die Cizene, Hoheit, Gemeinheit, Opfermut und Klugheit ließ sie in allen Varianten spielen. Frau Servaes und die Herren Homolka und Stanchina hatten viel eigene Farbe. Und schließlich bekommt bet Reinhardt die sommerlichste Vorstellung Glanz und Schwung. o. r. zangwills jüngstes Biihnenwerl. Aus London wird uns berichtet: In einer der literarischesten Schaubühnen von London, im „New Dheatre", wird in den nächsten Tagen die Uraufführung eines neuen Lustspiels von Israel Zangwill stattsinden, der man mit großem Interesse entgegen sieht. Zangwill nennt sein neuestes dichterisches Produkt „We Modernes" („Wir Modernen"), Komödie in drei Akten. ,ßk können es eine Sonate oder eine Symphonie nennen" — sagte er den Journalisten, die ihn im Arbeitszimmer des Theaters aussuchten. "„Die Aufzüge möchte ich am 'besten so kennzeichnen: Erster Mt —-allegro, die Jugend; zweiter Akt — altdante, das Leben spricht; dritter Mt — adagio, das Hirn spricht." „Ich habe mich", bemerkt der schneeweiße, greise Dichter /lächelnd, „niemals für ein großes Genie gchalien, noch zu den Großköpfigen gezählt. In diesen: meinen Stück behandle ich zwei Extreme, den Kanvps zweier Generationen gegeneinander. 'Ich will den Kampf jener ztvei' Generationen, die vom Krieg , am schwersten betroffen wurden, auf der Bühne zur Darstellung bringen. Mein Stück ist mehr das Produkt des Herzens, des menschlichen Gefühles, als das Ergebnis ebner großen Geistesarbeit. Der erste Mt -spielt im Speisezimmer der Familie i Snndäle nach dem Diner, der zweite im Kunstatelier des jungen Sundale in Chelsea, der dritte wieder im Speisezimmer der i Sundales am selben Abend um 10 Uhr 15 Minuten. Mein Bestreben ist, Kinder und Eltern, die wegen 'bestimmter Gesichts- ’ punkte einander nicht begreifen können, sich gegenseitig verständlich zu machen. Auch ich bin Vater und ich weiß, daß die Ansichten, Ideen und Träume meines Kindes den meinigen nicht gleich sind; es fiele nur aber niemals ein, zu behaupten, daß die Gedanken meines Kindes unrichtig und fälsch seien. Dieses Problem will ich in meinen: Stück auseinander setzen, : das Kind mit den Eltern versöhnen, die Brücke des Familien- Hjlückes errichten. Es lbesteht kein Zweifel mehr, daß die Gleich- UWEL1ER MORIZ OESTERREICHER I. Wippllngerslraße 29 Steter Eingang besonders preiswerter Juwelen und Silberwaren Grosses Uhrenlager 5112 Eigenes Atelier gnltigkeit der modernen Eltern immer ntehr um sich greift. Das frisch ausgebrntete Hühnchen kann auch ohne Ratschläge der Henne laufen; kann aber das Kind von selbst daraus kornnreu, welches der richtige Lebensweg ist und wie es sich verhalten sott, um mit seinen Eltern nicht in Gegensatz zu geraten?" Bisher sind 15 Theaterstücke Zangwills auf verschiedenen Londoner Bühnen gegeben worden. Sein erstes Stück ,^ix persons" in: Jahre 1892 und sein vorletztes „The Forcing Hause" im Jahre 1922. In: Verlause der Unterredung erklärte der Dichter, der in den letzten Monaten eine schtvere Krankheit durchzumacheu hatte, daß seine Arbeitskraft wohl wiedergekchrt sei', aber er leide viel an Schlaflosigkeit. Aus den Theatern. Burggarten (bei ungünstiger Witterung im Festsaal der Hofburg). Heute, 8 Uhr abends, Konzert des Wiener SymphouieorchesterS (Dittgent Theodor C h r t st o p h). Mitwirkend: Schwestern G o i t e t n, Hilda v. Lorenz, die 12jährige Tänzerin Ltzzi B a l l a und Dr. Zosef Bergauer. Schönbrunner Schloßtheater. Sonntag Premiere von SrnetanaS „Die verkaufte Braut". K a m m e r f p i e l e. Das Ensemble der ungattschen Schauspieler beendet sein Gastspiel morgen (Freitag) mit einer Aufführung von I b s e n s „G e s p e n st e r". Das Ereignis der Saison. Das für Wien wichtigste Weltcreignis 'der letzten Saison hat ausgelebt und ausge'tt'tten; die Spuckaffäre Ieritza—Olszewska ist glücklich durch einen Vergleich beim Gewerbegericht und eine durch ein amtliches Communique der Mitwelt kundge geben« Denunziation des Bmidestheaterpräsidenten zu Grabe getragen worden. Die beiden Kolleginnen, von denen die eine die andere nicht kennt, werden wieder an der Oper wirken, seien wir froh, daß wir zwei solche Kerle haben! Die Claqnen werden einander in bester Harmonie befehden und bis auf weiteres wird, außer von der Opevnbühne 'her, kein Mißton das herzliche Verhältnis der beiden großen, einander Unbekannten stören. Es ist doch gut, daß wir die ganze "Angele,genheit übertaucht haben, die ebenso unappetitlich ist wie jede Expektoration, aber vom Publikum und von der Presse, die es verdient, mit der ihnen gemäßen Unappetitlichkeit geschlürft wurde. Sonst wäre Wien noch an: Ende in Frickas Spucke umtergegangen . . . —tz. Ein amerikanisch-jüdisches Kunsttheater in Wien. Den Bemühungen der in jüdischen Kreisen bekannten Theater- und Konzertdirektton I. Doery-Deutsch, welche im Vorjahre die Truppe Morris Schwartz aus New-Dork nach Wien gebracht hat, ist es gelungen, auch für Heuer das jüdische kunstliebenoe Publikum nrit einer Theatersensation zu überraschen. Der in den Vereinigten Staaten beliebte amerikanisch-jüdische Dramaturg Direktor B. Adler mit seiner berühmten Partnerin, der Tragödin Miß Francis M i l l e r mit Ensemble, kommt morgen nach Wien und wird im Carl-Theater einen dramatischen Zyklus von ganz neuen, auch eigenen jüdischen Werken geben. Der Gründer der „Meggendorfer-Blättcr" gestorben. Wie aus München gemeldet wird, ist dort int Alter von 78 Jahren der Zeichner Lothar Meggendorfer gestorben. Seine Bilderbuchizeichnungen in ihrer klfri nstäfr t isch-beschränkten Manier hatten ihn bald bekannt gemacht, und als er Mitarbeit er, der „Fliegenden Blätter" wurde, erhöhte sich seine Popularität. Meggendorfer begründete schließlich die nach ihm benannte Münchener humoristische Wochenschrift „Maggendorfer-Blätter", denen feine zeichnerischen Einfaltseinfälle, die dem deutschen humoristischen Geschmack entsprachen, das Profil gäben. Dieses blie'b erhalten, auch nachdem der Gründer längst fein Witzblatt in andere Hände hatte übergehen lassen. Meggendorfer hat in den letzten Jahren seines Lebens 9iot gelitten. Professor David Schors Paliistmareise. Wie I. T. A. aus Moskau bettchtet, ist der bekannte Komponist Professor David S ch o r, langjähriger Professor an der Hochschule für Musik in Moskau, am 30. Juni nach Palästina abgereist. Prof. S ch o r, der zu der alten Ztonistengilde Rußlands zählt, erklärte, er gehe nach Palästina, um dort eine Musikakademie errichten zu helfen, die nicht nur der Musikkunst, sondern auch der Musikerziehung des Volkes dienen soll. Prof. S ch o r wird auf seinem Wege nach Palästina Berlin, Paris, wahrscheinlich auch London, besuchen, um die Bildung von Fonds für die geplante Akademie arrzuregen. Gerichtssaal. MW Lederer zum Tode verurteilt. Aus Budapest wird unterm 8. d. berichtet: Heute fand die Schlnßverhanfrlung in dom Prozeß gegen die Frau des Oberleutnants Lederer statt, die beschuldigt ist, ihrer: Mann zur Ermordung des Selche rmeisters Koudelka angestiftet zu haben. Rach don: Pilaidoher des Verteidigers fugt« Frau Lederer folgende Worte: ,,Me in Gewiss eu ist re:n. Ich halbe mit der Sache nichts zu tun, «außer daß ich ine'mein Manu bei der F o r t is ch a s f u ng des 5k o f f «r s behilflich war." Der Gerichtshof zog sich frei tauf; zur Beratung zurück nnd verkündete das Urteil, das vor: dom Publikum mit ungeheurer Spannung, vor: der ^lngöklagten mit Zeichen größter Erregung ausgenommen wurde. Es lautet auf Tod durch den Strang wogen Austiftnng zum Mord. Außerdem lvivd Frau Lederer des Raubes ar: dem ermordetem Selchermeister schuldig gesprochen. Alexander Lederer, -ber Schwager der Verurteilten, der einen Teil des dem Ermordeter: geraiMen Geldes znr AnsbeWahrung überrwrrmler: hatte, wr:rde sreigesprachen. Frau Lederer hat gegen das Urteil nicht appelliert und sich auch getveigert, um Gnade zu bitten. Dagogen logt« ihr Verteidiger gegen das Urteil Berufung ein und mell'dete ein Gr:ade:rgosnch an. Der Strafsenat hat sich hierauf in einem Grwdentjenat iu:lg>owandott^ dessen Beschluß jedoch geheim ist. Lolkswiü. Ae vier tzisenkartelle. Sine Anfrage im Nationalrat. Abgeordneter Dr. Ellenbogen richtete gestern >im Nationalrat an die Ragierrrng eine Interpellation, in der er Mraßnahn:!',! gegen die eine schädliche Wirksamkeit erttsMenden Eisenkavtelle und die Vorlage eines Kartellgesetzes verlangt. Ir: der Begründung seiner Anfrage führte er unter anderem ans: Der Preis für Neu eisen ste'ht in Oosterreich zirka Z0 Prozent über dem Preis der übrigen eifen crgeugeuden Länder irr Griropa. Die Ursache dieser sonderbaren Verhältnisse kann im Bestehen von vier Eise rrkariel len gef eher: werden, die Pwdrvk'tion und Handel vor:' Eisen beherrschen. Das S tab ei senk« rtell ist ein Uinnützes Zwischenglied zwischer: den Walztverken nnd dsm Abnehmer; das Alteisenkartelil hebt einen Zwischennutzen von ungefähr 70 Prozent ein; das österreichische Werkskartcll und das Kartell zlvijschen der Alpinen M,on't>angelsellschast und der: tschechische,: Eisenwerken belaste,: m unzulässiger Weise den inländischen Eisen, konsum. _ Schließung der Berliner Börse. Protest gegen die Balorisierungsbestimmungen. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Berlin, 8. Juli. Bor Eröffnung der Börse verkündigte der Börsenvorstand, daß d e r heutige Effektenvcrkehr ausfalle. Cr begründet die Schließung der Börse mit der UMarheit und Unsicherheit über die Aufwertungsfvage, da daraus schtoerer Schaden den Cffektenbesitzern erwachsen könnte. Nach dieser Bekanntgabe kenn es zu stürmischen 'Demonstrationen der Börsenbesucher, da fast alle in der Unterscheidung von in der Bornnd Nachkriegszeit erworbenen Effekten eine schwere Schädigung erblicken. Nach Meldm:gen soll auch der Berliner Börsenkommiffär insultiert worden sein. Die Börse wird morgen stattsinden, doch bleiben die Märkte der auf Papiermark lautenden Anleihen des Staates und der Kommune weiterhin geschlossen. Berlin, 8. Juli. (Wolff.) In Uebereinftimmnug mit der Berliner Effektenbörse sind auch die Kölner und dl» Dresden e r Börse hente g e s ch l o is f e n geblieben. Polnische Wirtschastswoche. (Bon unserem polnischen M.-S.-Korvespondenten.) Die jetzt veröffentlichte Handelsbilanz Polens Kr den Monat April zeigt die schlechte Lage des polnischen Handels. Der Export gegenüber März ist von 120 miff 90 Millionen Zloty zurüügogangen, wogegen der Import nur einen Rückgang von 190 auf 163 Millionen Zloty mffwvist. Me Bilanz ist somit mit 96 Millionen Zloty passiv. In Warschau vechucht man nun durch eine enffprechende WvvbereiNng der Verwertung der Ernte wenigstens für die Zulkunlft die Haindeilsbila>nz KU bessern. Hauptsächlich England bekundet ein größeres Interesse für die heurige Ernte m:d will auch diese finanzieren. Ein Kredit in der Höhe von einer Milliorr Pslund Sterling i>st bereits abgcschloffen, die aber vor kuyzom in Polm zu Gaiste gewesenen englischen Mttgjlieder des Unterhauses wollen Polen noch eine Anleihe von 26 Millionen Pfiund Sterling verschaffen, wenn der ganze Export von Getreide nach England geleitet würde. Me vor kurzem zu besten Hoffnungen berechtigten Aussichten auf die heurige Ernte schauen heute schon kläglicher aus. Me Hochwasserkkat-astrophe hat ungeheuren Schaden angerichtet und besonders irr Galizien viel Getreide vernichtet. Der Schaden läßt sich heute in seinem vollen Ausmaße noch nicht feslstellen. Die mit Deutschland ge-/ führten Verhandlmvgen haben noch immer zu keiner Einigung geführt nnd die- Lage der oberschleisischen Kohlenindustrie wird vm Tag zu Tag ärger, da sich die Borräte aus de,: Halden vergrößern atmlb kein Absatz gefunden werden kann. Die Verhandlungen mit der Tschechoslowakei wegen Tavffevmäßigungen für TraNsitkohle für Italien gestalter: sich äußerst schwierig. In «einer schwierigen Lage befindet sich der Geldmarkt. Der Privatzinssuß hat bereits neuerlich die Höhe von 50 Prozent pro anno erreicht. Der Mangel an größeren Bank- ,töten macht die Wechselzahlungerr zum Tevnrin umnöglich, dabei nimmt die Bank von Polen Scheidemünzer: nur bis zr: 6 Prozent an. Die Pvivakspekulation hat aiNf die Vergrößerung des Umlaufes sofort reagiert und vevkaust jetzt den Dollar bei Zahlungen in Banknoten zum normalen Kurs von 6,18 Zloty, dagegen bei Zahlungen in Scheidenrürtzen urit 5,28 bis 6,26 Zloty. So muß man der Regierung selbst die Schrckd geben, wenn die neue Valuta ins Wanken gerät. Zuletzt hat nun auch die Bank Polsk: den Verkauif vor: Schecks auf Neiv- York emgesteM, .damit der Devisenvorrat nicht r:och tveiter Mvückgcht. Die Lage auf der: E f f e k t e n p l ä tz er: 'ist irnvermckert. Man verzeichnete zwar ir: den letzten Tagen der Berichtsiooche eine ettvas lebhaftere Stimmrmg, die in Wien ihren Ursprung hatte, die Notiemngen verharrten jedoch arff ihrem Tiefftande. Aus Wien langten zuletzt größere Aufträge <ru!f Arbitragewerte ein, konnten aber keine Kursibesserungen der« Ursachen. In Finanzikreisen ist mau jedoch der Ansicht, daß der Zeitpunkt einer Tendenzlbesserung nicht wett enffernt sei, Bemerkenswert ist jedoch, daß nur Petrolemmwerte in der BerichtAvoche weitere Kurseiüöußen zu verzeichne:: haben. Dagegen ist der Markt der Bruttoanteile andauernd fest. Ge< genüber Ultimo verzeichnen die Notierungen folgende Aende^ mrMi: 9,40 £10), MaltziM MMign 8,10 <L-..

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