Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2288 (5.7.1925)
- Date
- 1925-07-05
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 8 Dien, Sonntag Mener Morgenzettmra. 6. ^U'K 1926 Nr. L86 » Esther Frumkin Rektor der Moskauer West-Universität. Die frühere Führerin des jüdischen Arbeiterbundcs und jetzitie Kommunistin Esther F r u m k i n wurde zum Rektor der Moskauer kommunistischen Universität für die westlichen Nationalitäten, vn welche auch die jüdische Minorität eingeschloffen «st, ernannt. Frau Frumkin, die unter ihrem Vornomen Esther bekannt ist, nahm aktiven Anteil an der Errichtung der Uni» vevsität und wirkte feit dem Tode des Rektors MaßMvSkh als provisorischer Rektor. Schulnachricht. k Reue Stenographiekurse und Maschiuschreiben. Beginn 7. Juli. Schule Weizmann. 1. Bez.. Wollzeile 5. Tel. 72.203. Radroprogrtamm. Heute Sonntag. 11 bis 1 Uhr: Orchesterkonzert des Wiener Symvhonieorchesters. 1. C. M. Weber, Ouvertüre zu .Oberon*. 2. L. v. Beethoven. Symphonie Nr. VIII. 3. Franz Liszt, Ungarische Phantasie (Solo: Roderich Baß). 4. Johann Strauß, Ouvertüre zu .Zigeunerbaron*. — 4 bis 6 Uhr: Nachmittagskonzert. Bohm, Lustsvielouvertüre. Lanner. Hofballtänze, Walzer. Suppö. .Das Modell". Ouvertüre. Drdla, Souvenir und Serenade. Verdi, „Arda", Phantasie. Kutscher«, Die grauen Augen. Silving, In Salmcmnsdorf. Lubbe, Hallo! Amerika! Strauß, An der schönen blauen Donau, Walzer. Stafford, Angora, Tanzintermezzo. — 8 Uhr: Populäres Orckesterkonzert der Kapelle Ganglberger. G. Verdi, Ouvertüre zur Over „Giovanna dAre*. I. Strauß, G'schichten MS dem Wiener Wald. R. Wagner. Fragmente aus dem Musikdrama .Rheingold*. Schäffer, Die Post im Walde. Komzük, Märchen. Sarasate, „Faust"-Pbantasie. M. KohlmMn, Studentenlieder. Potpourri. I. W. Ganglberger, Sankt Hubertus, Walzer. W. Wacek, Kirchbach-Marsch. Morgen Montag. 11 bis 1 Uhr: Bovmittagsmusik. — V-4 Uhr: Schiußlurse der Wiener Börse. — 4 bis 6 Uhrr Nachmittagskonzert. Scasiola, „Thermidor', Ouvertüre. Jos. Strauß, Wiener Kinder, Walzer. Weiß, Slavische Serenade. Hubay, Vor ihrem Bilde. Meyerbeer, „Robert der Teufel*, Phantasie. Liiltng, LiebeSoffenbarung, Elegie. Schütt, Walzermomente nach LMner und StrMß. Gilbert. Was jeder singt. Potpourri. Stolz, Faschingsnacht, Intermezzo. — 6 bis 7 Uhr: Aus der Welt der deutschen Fabel. Chr. F. Gellert, geboren 4. Juli 1715. — 8 Uhrr Konzertakademie. (Deutsches Landestheater in Prag.) Fragmente aus Smetanas Oper „Der Kuß*, Donizettis „Lucia di Lammermoor" und Boieldieus „Weiße Dame". Smetona, Streichquartett E-Moll, „Aus meinem Leben". Mitteilungen ans dem Publikum. wi«>.r»ii taten! Bureau: OriB. Iranz. Zljarettenpapter JvP wim, um. stuiatsn ,,/r Fanny Bleicher Eduard Braun Wien, X. Wien, III. Verlobte Juli 1925 Sophie Gottlieb Adolf Perlberg Wien, IX. Wien, XIII. Verlobte Herr und Frau Moses Brill XX , Heinzelmanngasse Nr. 20 «eigen hierait die Geburt eines kräftigen Jungen an. Die rfaö ms findet morgen Montag, um 12 Uhr mittags, im Sanatorium „Hera“ statt. Möbelfabrik J. 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Juli waren angemeldet r M ä n n 1 i ch e Stellensuchende: 977 aus den verschiedensten Branchen. W e i blicheStellensuchende: 657 aus den verschiedensten Branchen. Männliche offene Stellen: 6 Vertreter, 2 Laufburschen, 1 Verkäufer, 3 Lehrburschen, 18 Praktika»-, ten, 2 Herrenschneider, 1 Buchbinder. Weibliche offene Stellen: 2 Stenotypistinnen, 5 Hausgehilfinnen, 5 HilfSarbeiterinnen, 1 Bedienerin, 2 Lehrmädchen, 2 Praktikantinnen, 3 Köchinnen, 1 Schneiderin, 1 Verkäuferin. In derselben Zeit wurden vermittelt: Männliche Stellen: 3 Vertreter, 1 Lausbursche, 1 Verkäufer, 1 Lehrbursche, 2 Praktikanten, 2 Herrenschneider. Weibliche Stellen: 2 Stenotypistinnen, 1 Hausgehilfin, 2 Hilfsarbeiterinnen, 1 Bedienerin, 1 Lehrmädchen, 1 Praktikantin, 1 Köchin. Die P. T. Arbeitgeber werden höflichst ersucht, sich im Bedarfsfälle an obige Adresse zu wenden. Bühne und Kunst. Aeater 1« der gosesftadt. Einakterabend mit Max Gülstorfs. Reinhardt feitet den Sommer mit drei sassetierten Einatterjfuitoefeu ein; bietet sogar Kabinettstücke, die ,/leicht" zu spielen sind; die keinen laugen Atem brauchen, über wivvliche Schauspieler. Er hat sie. Homolkas Bovbouvochs, einte Figur, die CourtMnes Erfindung in nichts nachsteht, sehenswert durch eine Chavakterisierungskunst, die bei aller Betonung von Dietaiils einen ganzen Menschen umreißt. Dann: Spieler" von Gogol, diese ewige Komödie, russisch As in die Fingerspitzen und dabei menschlich, allzumenschlich. Max Gülstorfs von einer liebenswürdigen Verruchtheit, die schließlich sogar sym- - pathisch wirkt. Zum Schluß wieder Gülstorfs als 'gutsnachbarlicher Webber im Frack, erschütternd komisch und rührend zugleich, ein Stück russischer Seele in «in Paar Minuten nralend. Ein Abend voller Delikatessen, Kaviar für die 700 Besucher der Josic-fstadt. o. r. H. Leiwtt Mer fei» Werk. Die Zukunftsplüne des Dichters. Der bekannte jüdische Dramatiker und Lyrifer H. Lei» wik aus New-Uork, dessen Schau spick schmales" auch ttr Wien mit sehr großem Erfolg aufgeführt wurde, toeüt jetzt in War schau. Dort machte er einem Journalisten, der fy» interviewte, einige wertvolle Bemerkungen über feinen öüüstlerifchen Entwicklungsgang nnd dis Tendenzen seines Schaffen-, die wir nnseren Lesern nicht voreuchalten wollen. Ich schriftstellere — erklärte Leiwik — sozusagen von früher Kindheit an. Meiner Meinung nach geht es allen Töchtern so. Für die Oeffeutlichfeit schreibe ich frpiilich erst seit 1912, und ich war 28 Jahre alt, als ich zum ersten Male gedruckt wurde. Bon mir find-bisher vier Theaterstücke, und zwar „Schmales", „Von anderer Art", „Bettler" nnd „Bankrott" erschienen, ferner das dramatische Gedicht „Der Golem". Gegenwärtig bringe ich meinen dritten Gedichtband heraus und überdies eine neue Dichtung in dramatischer Form, die de« Titel „36" sührt. Zurzeit beschäftige ich mich mit einer großen dramatischen Trilogie, deren .Held wfeder der Golem sein soll, jedoch, «nicht in der Gestalt der Legende, vielmehr sollen die dock Dramen meiner geplanten Trilogie in 'die Gegenwairt versieht sein. Sie sollen in den Neunzigerjahren des vorigen Jahrhunderts beginnen und iin 'der unmittelbaren Gegenwart enden. Die Gestalt des Golem soll in ihren verschiedenen Wandlungen und Gegenwartsverkörp evungen zum Ausdruck kommen. In -der Trilogie sollen jüdische Personerr aus verschiedenen Sphären, so A. Gerfuny, Astw, Hirsch Lekert nnd andere bis zu Leo Drvtzky, austveten. Das jüdische Europa und das jüdische Amerika soll geschildert werden, die Dichtung soll die Extreme der jüdischen Gegenwart widerspiegeln, das jüdische Moskau nnd das jüdische Erez Israel. Ich will versuchen, den Knäuel der jüdischen Probleme künstlerisch zu lösen. Eine Art Vorbereitung für dieses Werk bildet meine eiben fertiiggestellte dramatische Dichtung „36". Diese Dichtung behandelt das Gegensatzproblem, das in -dem Evdenwandel eines Menschen beschlossen ist, den die jüdisch-chasfidische Legende als einen der 36 bezeichnet, jener 36 Zadikim in jeder Generation, um derentwillen nach der Legende Gott den Weltenlauf sich weiter vollenden läßt. Das in diesieir Legende liegende Motiv ldes Unerkanntseins und des Unbewußtseins hat mir für meine dramatische Dichtung „36" den Konflikt der zwck seelischen Gvundstimmiungen, toer Aktivität und Passivität gegenüber der Welt, den Widerstreit zwischen den großen und kleinen Daten im Wofegeschchen geliefert. Die Dichtung hat daher auch zwei Hauptfiguren. Ihre Handlung ist in die letzten KriagAorvignisse vevfetzt, sie spielt in einem entlegenen iKleinstädtchen im Rußland. Vielleicht wird sich später im Verlauf der Arbeit an meiner neuen Trilogiedichtung die Synthese zwischen dem Sinn der beiden Legendenfignren „Golem" und ,MmnedwÄvnik" (einer der 36, welche die Säulen der Weilt bilden) ergeben. An meiner Dichtung „Der Golem" halbe ich mehrere Jahre ge-- arbicktet. Sie war zuerst ein realistisches Drama, dessen Manuskript noch in meiner Schreibtischlade liegt. Erst später ist bair» aus das geworden, was im Publikum bekannt ist. Mit der Golem-Dichtung habe ich mir das Problem der Unbeweglichfett, sozusagen der Lehmigfeit der Masse, das Problem ihres Doppellebens, das mich so lange veirsolgt hat, gewissermaßen von der Seele geschrieben. Die Deutungen, die von verschiedener Sette dem Werk gegeben wurden, daß der Golem eine Verkörperung der „dunklen" Masse sei, finden nicht meinen Beifall, ebensowenig wie die sozusagen shmbolflch-dionterrevolutionäve Inszenierung, welche, von diesen Krttiiferdeutungen beeinflußt, die Moskauer ab im ah" meinem Werke bei der Aufführung gngeben hat. Das sind Deuiungskunststücke. Mich hat gerade d!..> Gesialt des Golem in ihyer hilflosen Auflehnung und ihrem st-um'"'- revolutionären Wesen, seine Auflehuung geigen die We': nnv fein UnabhängigfettSdrang gegenüber s-cknem Schöpfer, dem Rabbi Löw, gereizt. Bon allen weinen Werfen hat bisher das Schauspiel ,schmales" den größten Erfolg gehabt obwohl es meiner Mckimng nach dem Begriff Theater große Konzessionen macht oder vielleicht gerade deswegen. Ich werde weiter für daS Theater schreiben und werde mich bemühen, ihm so wenig wie möglich Konzessionen M machen. Für mein bestes dramatisches Werk halte ich daS Drama „Bettler"; dieses hat jedoch nicht den Erfolg gehaibt, den ich erhoffte. Beim Theater ist eben nicht alles vom Dichter abhängig, es gibt für Erfolg oder Mißerfolg beim Theater eine Reihe von Ursachen, die außerhalb deS Dichters liegen. «u, den Aeater». Durggarten (bei ungünstiger Witterung im Festsaal der Hofburg). Heute. 8 Uhr abends, „D e r T r o u b a d o u r". Dirigent Friedrich G r u b e r. Morgen Montag Tanzabend Annie L i e s e r. Deutsches Volkstheater. Heute und morgen verabschiedet sich TairoffS Moskauer Kammertheater mit der Pantomime von Artur Schnitzler „DerSchleierderPierrette". Das Deutsche Volkstheater bleibt vom Dienstag den 7. d. bis inklusive 19. August geschlossen. Theater in der Josef st adt. Dienstag den 7. d. findet eine Aufführung des Lustspiele» „O n k e l ch e n hat g e t r ä u m t^ von Karl Bollmöller «ach F. M. DostojewSky statt. Neues Wiener Stadttheater. MvUen Montag Premiere des Schwankes „Ausgerechnet Ear o t t t" von Eugen B u r g und Fritz Lunzer. Die Burggartenveranstaltungen. Die KvNjMMrefeion Vindobona teilt uns mit, daß die zur Erhaltung des Wiener SymphomeorchesterS ms Leben gerufenen BupggLvtenvevM« staltuniMn nunmehr a-n kühlen Abenden imd bei zweifelhafter m äm m _ ■ ■ WIE N I. M Lyoner SeidenbausKohii™i»yg",,'‘7 « .. l Bo weite Ia A Seiden | Maroeaine V CrSpe de Chine KJ 4M 630 6.30 Rohseide, gestreift u. # Ctf.- Modefonlards 9 — Detailverkaufzu Orig.-Engrospreiee* Spexiaihaus für alle Arten Seidensehals