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Wiener Morgenzeitung · 1925-06-30 · Heft 2283 (30.6.1925) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2283 (30.6.1925)
Date
1925-06-30
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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I r Wfc M Wieff, MenWg Wsenre 80. gun! 1925 Nr. 22SY Fördemna von Handwerk und Landwirtschaft unter den Zvdm imd der Verband der Indischen BolkSbanken <ht Litauen gründeten gemeinsam eine genossenschaftliche Gesellschaft „Rc«Kmaich". deren ^»nc? >>? t, ann dem Kreditwege die jüdischen Handwerter u»Ä> Landwirte in Litauen mit Werkzeugen und Rohstoffen -u versorgen. Die ym Gssellschaft hat bereits mit einem Grundkapital von )OÖO Dollar ihre Tätigkeit begMnen. Im Zentrum Kownos Mrde ein großes Maschmenlager mit eigenen Ausstellungsräumen und einem Vorfi'chvungssaal eröffnet. Berliner Börse vom 29. Juni. Fortgesetzte Deckungsfäutfe verhalfen den meisten Metten zu weiteren Kursbesserungen. Die Rückgänge waren ohne Einfluß auf die freundliche Tendenz. ES notierten: Una. Kronenrente —.—, Ung. Goldrute —, Türkenlose 22.—, Süd. Lombarden alte - 9.70, Oesterreichlsche Staatsbahn 19'/,, Darmstädter Bank I 120.12'/,. Deutsche Bank 12V.—. Dresdner Bank 102.26, Oesterreichlsche Kredit —, Oesterreichlsche Länderbank —. Reichsbank 126.60, Wiener Bankverein 61/» ex, Unionbank 7.—. Daimler Motoren 59.— ex, Dynamit Nobel 77.75, Felten & Guilleaume 129.60. _ Sie Seblfenhtrfe. Zürich, 29. Juni. (Devisenkurse von 12 Uhr.) Berlin pro Billion 1.2260 (1.2260), Holland 206.42'/,. (206.66), New-York 616.- (615.—), London 25.04 (26.033/A Bari« 23.60 (23.60), Mailand 18.30 (18.15), Brüssel 23.40 (23.50), Kopenhagen 101.50 (100.85), Stockholm 138.— (138.-), Oslo 90.75 (90.-), Madrid 74.76 (74.90), Buenos Aires 207.50 (207.60), Prag 15.26 (16.26). Bndavest 0.007265 (0.007250). Bukarest 2.37'/, (2.40). Belgrad 8.95 (8.92'/,), Sofia 3.70 (8.70), Warschau 99.126 (99.125), Wien 72.56 (72.55) für 100 Schilling. 0in Triumph derHakoah-Schwimmer. Hakoah im Schwämmer-erby „Quer durch Wien" siegreich. Der 17jahrige Alfred Guth Sieger in der HerrenNasse. — Hchy Bienenfeld Strommeisterin 1925. — Hatoah stellt 129 Teilnehmer und gewinnt den Ehrenpreis des Hauptverbandes. Sonntag war wieder ein Ehrentag des jüdischen Sportes und ein Freudenfest für die Hatoah. Nach dem Siege in der österreichischen Fußballmeisterschaft, nach der Eroberung der Spitze im Hocheywettlbewerb folgte nunmehr die sensationelle Leistung der irsfflich geführten SchwmrmsMon, deren Garde dem jüdischen Verein jetzt ein unvergleichliches Ruhmesblatt gewann. Die Geschichte des 'jüdischen Sportes ist um eine Großtat reicher. Sie hat auch das ernste Stieben der Hatoah und ihrer rührigen Schwimmsektion nach Massensport deutlich bewiesen. Der große Erfolg der jüdischen SpovtjuHenid ist das Ergebnis systematischer Arbeit der, Schwimmsektion, die eben durch den Massensport zu solchen in der Geschichte des österreichischen Schwimmsportes noch n i ch t da gewese ne n Erfolgen gelangt ist. Wenn man die Umstände berücksichtigt, unter denen die Strommeisterschaft gewonnen wurde, so muß man den Schwimmern des jüdischen Vereines nur Bewunderung zollen. Der jugendliche Meister Guth ist noch nicht 17 Jahre alt, keiner der startenden Hcrkoähner ist noch toi dem ,Liner durch Wien" mitgeschwommen, der Strom ist ihnen nicht so bekannt wie den anderen Teilnehmern, von denen manche schon fünfmal die Strecke durchschwammen. Eine kaum glaubliche Leistung vollbrachte Hedy Bienenfeld, die die g a n z e 7500 Meter lange Strecke in der B r u st l a g e zurücklec^e, wahrend alle anderen den Freistil anwendeten, der bekanntlich viel weniger Ausdauer und Kraft erfordert. Sowohl die Bionenfeld als Guth lagen während der ganzen Strecke in der Spitzengruppe, Guth ging erst in den letzten hundert Metern vor und, siegte mit evnem halben Meter Vorsprung vor. Weiß (Donau). Die Bienenfeld löste sich 200 Meter vor dem Ziel von den anderen los und siegte mit 10 Meter Vorsprung. Alle genannten Hakoahner traten zur Konkurrentz an und kamen trotz der Temperatur von 11 Grad am Ziel ganz frisch an und schnitten auch in der Gesamtplacierung glänzend ab. Auch der Preis des Hauptverbandes für Körpersport fiel an die Hatoah. Der jüdische Verein bewies damit neuerlich, daß er die meisten Schwimmer vmr allen Vereinen Wiens hat, und die Zahl von 120 Hakoah- Tvilnchmern an der Werbe gruppe war äußerst imposant. Auf der ganzen Strecke jubelte man dieser Gruppe, dae mit den blau-weißen Kappen und den gleichfarbigen Ballons der Firma Gerngroß Aussehen erregte, zu. Nachstehend der genaue Einlauf der Strommeister- Da men: 1. Hedy Bienenfeld (Hcrkoah) 49:48,2. 2. Selten Hammer (Danubia) 49:46. 3. Hornof (Vienna) 50:23. Weiters Fuchs (Danubia), Kern (W.A.C.), Graf (Vienna) und Else Bienenfeld (Hatoah). Nenn starten, die alle das Ziel erreichen. a .. Herren: Alfred Guth (Hakoah) 47:31,2. 2. Weiß (Doimu) 47:32,3. 3. Redlich (W.A.C.) 37:35^4. 4 Brociner (Vienna). 5. Hrupetz (W.A.S.). 6 Pruschrma 7. Weigler (Hatoah). 8. Reich (Hakoah). Dre .Hatoah besetzte noch folgende Plätze: 11. Lichten st eiü, 17. Kleim, 19. S. Reich. 24 Starter, 20 am Ziel. Meister Arnold (.Hatoah) führte einige herrliche Sprunge, darunter einige vom 18 Meter hohen Brett aus, die riesigen Beifall bei den massenhaft erschienenen Zuschauern ai slosten. Auch Stei n (Hatoah) konnte sich mit seinen Sprüngen scheu lassen. * Der Verlauf des Rennens war folgender: Bei den Damen entspann sich sofort ein heftiger Kampf um di« Führung. Rosl Fu ch s (Danubia) eroberte sich die Spitze, hart gefolgt van Bi enen f<lld, Selteuhammer und Horn o f. Zeitweise führten .dann „Hedy" und Hornvf. Bei der Augartenbrücke führte die Hakoahnerm um zehn Meter, muß jedoch bei der Schleuse Hornof passieren lassen. Bei der Aspernbrücke ist „Hedy" wieder vor u, daun jedoch geht Süldenhammer vor. 200 Meter vor dem Ziel setzt die Hakoahnerin mit dem Endspurt ein und kann mit 10 Meter Vorsprung «das Ziel passieren. Einige ^belanglose Bemerkmdgen Zstgo Werthöinrers, der in einem Bagloitboot mitfuhr, gaben einigen bekannten Herren Anlaß, gegen den Sieg der Bienenfeld Stimmung zu machen. Es würbe tatsächlich'ein Protest evnHebracht, doch ist an eine Gefährdung des Meistertitels der „Hedy" natürlich nicht zu denken, weil ja der Zwischenfall selbstverständlich nicht für den Sieg ausschlaggebend war. Das heurige „Ower durch Wien" der Herren tvar das spanne n >d st t, das je aus-getragen wurde.; Ununterbrochen wurde um die Fühvun-g gekämpft, alle Augenblicke war ein midever au der Spitze. G u t h lag während des ganzen Rennens in der Spitzengruppe. Nie nahm er einen schlechteren als den fünften Platz ein. Gleich nach dem Start rasen Lichtenstein, Redlich, Hrupetz. Guth und Wenisch vor. Der erstere fällt nach 200 Moder ganz zurück. Wenisch gewinnt durch seinen langen Rückenzug -immer mehr, muß jedoch dann, durch die Kälte behindert, Brociner, Redlich und Guth vorlassen. Dann führt zeitweise Moicich. Nun kommt auch Weiß vor. Dieser bildet bei der Brigittabrücke mi-t Moicich und Guich die Spitzengruppe. Bei der' Schleuse hat sich Redlich vovgvarböitet und erreicht als erster die Salztorbrücke. Er behält die Führung bis nach der Aspernbrücke. Nun enffpinnt sich «in schwerer Kampf zwischen .Guth und Weiß. Nach einem heroischen Spurt nähert sich Guth mit zwei Meter Vorsprung dem Ziel.-Weiß will ihn mit einigen Zügen rinholen, das gelingt ihm jedoch erst nach Passieren des Zieles. Das gab nun, der bekannten Gesellschaft Iden Anlaß, den Sieg, der von vier Schiedsrichtern festgestellt wurde, zu verhöhnen. H. T. Zum Siege der Hakoah in „Quer durch Wien" sandte die Brünner Var-Kochbä folgende Glückwunschtelegramme: An Hedy Bienenfeld. Herzliche Gratulation zu Ihrem schönen Erfolg. Wir jüdischen Schwimmer sind stolz auf Sie. Ein kräftiges Hedad.' — An den Verein: Herzliche Gratulation zu Eurem Doppelerfolge, der von uns zugleich als Erfolg der jüdischen Schwimmerklasse gewertet wird. Hedad! Ungarische Wasserballer in Deutschland. Die Wasserballmannschaft des F. T. C. (Budapest) gewann gestern in Magdeburg gegen Hellas 4:2. Der 3. Bezirk gewann gegen den S. B. Mannheim 4:1, Fußball. Uruguay—Wiener Team 2:0 (1:0). Hohe Warte. 25.000 Zuschauer. Schiedsrichter Kaufmann. Uruguay: Clavigo (Mazzali)',' Fiorentino, Arispe; Carara, Zitechi, Ghierra; Undinaran, Scarone, Nassazzi, Cea, Maran. Wien: Aigner; Tandler, Blizenetz; Richter, Koch, Wostrak; Wondrak, Gschweidl, Horvath, Svatosch, Wessely. Die Wiener Mannschaft repräsentierte Oesterreichs Fußball stärke in recht mäßiger Form, was den Gästen Gelegenheit gab, ihre Vorzilge zur Entfaltung zu bringen. Die Südamerikaner machten in ihrem dritten Spiele vielleicht den besten Eindruck in Wien. Sie zeigten wiederum ihre blendende und geradezu nn'nachayml i ch e Technik und produzierten ihre unvergleichlichen Baukünste Mit fabelhafter Schnelligkeit. Sie bet-iesen» daß sie auch über genügende Härte verfügen, um ouf Sieg spielen zu können. Nur ihre S ch i e. ß k u n st hielt wiederum nicht Schritt mit ihrem sonstigen Spielnivean; von den schon bekannten Spielern zeigten alle ihre Fähigkeiten. Der m Wien debütierende U n d i n a r o u erreichte, wie es heißt, seine Hochform nicht. Die Wiener Mannschaft hatte zahlreiche schwache Punkte. Aigner hielt sich sehr brav, Tandler arbeitete zeitweise mit großem Erfolg. Richter entsprach noch und vorne machten sich nur Horvath und Wessely, zeitweise noch Svatosch, bemerkbar. Alle übrigen konnten die Wiener Klasse nicht richtig zum Ausdruck bringen. Schiedsrichter Kaufmann amtierte rm allgemeinen zufriedenstellend. Die ersten zehn Minuten gehören den Heimischen, dann finden sich die Uruguay-Leute. In der 29. Minute geht Undiuaran durch, zentert und Nassazzi drückt, ein.-In der zweiten Hälfte stoßen G s ch w e i d l und Clavigo zusamnren und verletzten sich. Das Spiel wickelt sich dann im Mittels seid ab, als Clavigo plötzlich ohne gegnerische Einwirkung zu- und sendet ern. Einige Chancen werden von den Wienern vergeben. Aigner rettet noch bravourös, an dem Resultat wirb nichts mehr geändert. In einem Freundschaftsmatch spielte Hertha gegen dollfshiügeil 1:1 (0:0). 1 Das für gestern angesetzte Freundschaftsspiel Hakoah-, Rapid wurde wegen Regens abgesagt. Die Grazer Hakoah verlor das Herausforderungsmatch durch G. A. K. 0:2. ' Der Budapester B. A. C. wurde vom F. C. Pardubiee 1:2 geschlagen. Poaon — Meister von Polen. Am Sonntag schlug Pogon (Lemberg) den F. C. Warta aus Posen, wodurch die Lemberger abermals dre Meisterschaft von Polen gewannen. Deutschland gewann in Helsingfors den Länderkampf gegen Finnland nach wechselvollem Kampfe 8 :3. Slavia (Prag) spielte in Basel gegen Nordstern 3:3. Die Menorah-Konkurrey-. Makkabi-Ari 2:1. Trotz großer Uebcrleaenheit Aris errang Makkabi emen unverdienten Sieg. Beide Mannschaften traten mit ie vier Ersatzleuten an. Bei Ari versagten' die Stürmer, biß auf Zitier, total. Sie vergaben die aussichtsreichsten Chancen. Sehr gut spielte der Zenterhalf Mailänder, der sein Gegenüber Zimmer weit überragte. Auch die Verteidiger Färber und' Hermann entsprachen. Bei Makkabi gefielen Seidler und im Sturm die Brüder Lutz. Der Zenterhalf Zimmer sollte besser?5.'blen und weniger herumschreren. Das erste Tor für Makkabi schoß Lutz 2, der dem Tormann den Ball aus den Händen placierte; der siegbringende Treffer, fiel aus einem Elfer. Für Arr war Mailander erfolgreich. Jüdischer Turn- und Sportverband. Mittwoch de,r 7. Juli um halb 9 Uhr abends findet im Kl-u-bheim der Hakoah eine äußerst wichtige Deilegiertenfitzun-ci aller jüdischen Sportvereine statt. Tagesordnung: 1. Menorahkonikurrenz. 2. Kongreß-Turn- und Sportfest. Besprechung wegen Aufftcllung der ' Kämpf- Mannschaften in allen Sportdisziplinen. Boren. Mason schlägt Jzzavd. Der Talisman des Siegers. (Von unserem Londoner Korrespondenten.) -London, im Juni. Um die Le i chkgow i ch t s me ist ers chaft des britischen Reiches standen einander kürzlich Ernie Jzzard und der bisherige Meister. Harry Mason. gegenüber. Der Kampf war mit ungeheurer Spannung erwartet worden rmd man hatte allgemein den Herausforderer Jzzard gegen .den 'jüdischen Boxer favorisiert. Mafon zeigte sich aber während des ganzen Matchs weit überlegen. In der achte»: Runde müßte Jzzard, der bereits vollständig ,/gvoggy" geschlagen war, nicht weniger als sechsmal niedergehen. Wohl erlöste ihn der . Gang vom Knock out, doch war er,- als der Kampfrichter das Signal zur neuniten Runde gab. absolut unfähig, sich zu erhöben. Unter riesigem Jubel wurde Mason zum Sieger erklärt. Zur-größten Ueberraschlmg Ihres Korrespondenten trrrg der jüdische.Boxer während des ganze»: Kampfes sein „Ziddakel". Um seine Hüften war ein „Talles" gewunden, den er nach seinem Siege wie em kleines Kind küßte. Aus mein Befragen erklärte er mir, daß er noch ni.e ohne sein Ziddakel gewesen sei Md jeden Kanipf damit bestreite. Die englischen Matter konstatieren einfach, daß er nach der Verkündigung seines MefftevtitÄs seinen „Prayer-ishawl" (Gebytmantel) innig küßte. —d. —r. 5 Theater von hegte M Burattoater: Ein idealer Gatte '/,8 llmggotte« (bei ungünstiger Witterung Festjaal der Hofburg) r Symphoniekonzert 8 Veranstaltung der Hochschule fiir Musik und darstellende Kunst: Schäuspielfragmente . ItSitsoper: Wiener Walzer — Die Pupvenfee — Sonne und Erde tedS»dlm»»er rchiorr-rdesler r Der Barbier von Sevilla Hans Sonnenstößers Höllenfahrt - Cbeatcr i» der Joiefitaflt: Juarez und Maximilian llßi»»»a.r»e»ler' (Gastspiel Tairofss Moskauer Kammer-Theater): Girofle-Girofla V>8 lvk.Ar««rrrpleIr, Ein Fehltfttt lUB — Oskar mit der langen Nase 10 ÄJr, Sfadttbtaur: Strauß und Lanner */«8 ClItlpUltbeaKr» Der Meisterboxer 8 tbtiter »n derUIH|: Der Orlow '/,8 LUr. BQrdtrtbcattr t Gräfin Mariza v,8 Die große Unbekannte '/,8 Pepi. die Perle 8 Mbl«: (Hotel Stephanie, II. Taborstr. 12): Dzejkale Bloffer 8 MtztzS ««0», Karnffell S .7 V,8 V,8 V,8 —CENTRAL-KINO— II. Taborsfrasse 8 Tel. Nr. 42-3-41 ttoutir und i&gllch 794 ... die das Leben von sich Wersen Spannendes Sensationsdrama in 9 Akten Beginn: */J und */*9 Uhr, Sonntags ab ’/t5 Uhr Schwimmen der gesündeste Sport, macht schlank und sehnig. 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