Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1925-06-27 · Heft 2281 (27.6.1925) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2281 (27.6.1925)
Date
1925-06-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2979076-2981191-2981366--23177-3010668
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

T Wi en: Zum Abholen in der Expedition, II., Taborstr. 1-3, oder in einer verschleisstelle (Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Gol dschmied, I., Wolizeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tsch echo-Slowakei: Mon. K 22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Nachzahlungen hei Preiserhöhungen Vorbehalten Wiener orgenmlung IPreis 20 al England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon.lOOI*ew?. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Duckerel lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Nr. 2281 Wie», Samstag, 27. guai 1925 7. Jahrgang fi 6096 WEDO“ LÜNGEHBRATENWBRST IST DIE BESTE! Erhältlich in jeder besseren Lebensmittelhandlnng VORZU SLIC HEN schwarzen und weissen 40M Ersparnis ui % an Kaffeebohnen erreichen Kaffeehäuser, Bars,Hotels etc. mit der „ETERNA-EXPRESS-K AI FEEM ASCHINE“ GEFIA WERKE A.G..WIEN,1 "L2.L" «,'"<» RHEUMA HEILT. GICHT ISCHIAS Zum sofortigen Kurgebrauch: Thermia-Palace mit allen Bädern im Hause. Prima Komfort. Für Mittelstand Hotels mit Pension zu Kc 45.—. — Von Wien 4 Stundern direkter Zug. Ausr.:Prstyan-Bureau,ix.,Alserstr.32,Tel.Lv-8-S8 Daselbst Schlamm für Vorkuren zu Hause HKUSERVERWALTUNGEN VERWALTUNGSREVISIONEN Übernimmt lioi Berliner Bank für Handel u. Grundbesitz AG* Berlin C 2, Kaiser Wilhelmstr. 56 (Ecke Spandauerstr. 9) TeL: Mercur 2335/6, 2595 6, 1876/7 Bank des Organisierten Berliner Hausbesitzes Immobilienabteilung/Sämtl.Banktransaktionen / Hypothekenabteilung Ser Umsturz in Griechenland. Eine militärische Regierung. Athen, 26. Juni. (Havas.) Die militärische Bewegung IM ihren Ursprung in der Unzufriedenheit der Offiziere, die dem .Kabinett Micha lakopulos vorwerfen, die Reorganisation der Armee sowie die Entwicklung der produktiven Kräfte des Landes vernachlässigt zu haben. Auch in der auswärtigen Politik habe sie nur Niedevlagen aufzuweisen. Die neuen Miiitär'behörderl' haben 'alle wichtigen Posten besetzt. General Pangalos dürste den Vorsitz im Kabinett übernehmen. . Paugalos bildet das Kabinett. Athen, 26. Juni. (Tel.-Komp.) General Pangalos hat die Bildung der Negierung endgültig übernommen und sich das Kriegs m i n i st e r i u m Vorbehalten. Die meisten Offiziere haben eine Erklärung unterzeichnet, in der sie u. a. die Lösung der A g r a r- und Fluchtl i ng s f r a g e fordern. Sie Fragen des 14. Zionistenlongreffes. Da infolge des Feiertages am 29. d. die Montagsansgabe der „Wiener Morgenzeitung" entfällt,,erscheinen die in der Rubrik „Die Fragen des 14. Zionistenkongresses" veröffentlichten Beiträge zur Kongreßdiskussion in unserer Nummer vom Dienstag den 30. d. Sie wird unter anderem folgende Aufsätze enthalten: Adolf Böhm (Wien): „Die organisatorisch-finanzielle Basis der Kolonisation". Ing. Hugo Zaloscer (Haifa): Moschaw oder Kwuzah?" Max Kiwe: „Studentenschaft und Kongreh". „Die Probleme des 14. Zionistenkongresses" (Bericht tiber den letzten Vortragvon Oberrabbiner Dr. Z. P. Chajes.) „Die Schicksalsfrage des Kongresses" (Borträge von Nahum G o l d m a n n (Berlin) und Oberbaurat Robert Stricker (Wien). Nie Tagung der Mandatskommission. Genf, 26. Juni. (Schweiz. Dep.-Ag.) Die sechste Session der ständigen Mandatskommission wurde heute eröffnet. Der Vorsitzende, Marquis Theo doli, gab einen Uebevblick über das Programm, auf dem neben den Berichten der Mandatskommvsfion eine Reihe von allgemeinen Fragen steht, die bereits in der letzten Zeit behandelt wurden. Die Kommission bestätigte Marquis Theodoli als Vorsitzenden und van Rees als Vizepräsidenten. Die Kommission beschloß sodann, ihre Arbeiten mit der Prüfung des Berichtes Frankreichs über Kamerun und Togo zu beginnen. kaillanx' Finanzvorlage. Erhöhung des Banknotenumlaufes. — Eine innere Garantie gegen Wechselkursverluste. — Finanzdiktatur. Paris, 26. Jum. (Tel.-Komp.) Die vom Finanzminister Caillaux heute in der Kammer eingebrachte F i n a n z v o r l a g e, die nach dem Wunsche der Regierung in einer Nachtsitzung, sowohl von der Kammer, wie vom Senat, verabschiedet werden soll, besteht aus vier Artikeln. Der erste Artikel bestimmt, daß die Vollmachten der Ersparungskommission und der Obersten Untersuchungskommission an den Finanzminister übergehen. Damit werden Caillaux finanzdiktatorische Vollmachten übertragen. Durch den zweiten Artikel wird die provisorische Konvention zwischen dem Staate und der Bank von Frankreich vom 7. April 1925 zu einer endgült igen gemacht und der Finanzminister außerdem ermächtigt, durch eine erglänzende Konvention den Banknotenumlauf von 45 auf 51 Milliarden zu erhöhen. Die Bank von Frankreich hat dem Staate einen Vorschuß von sechs Milliarden Franken zu gewähren. Artikel 3 ermächtigt den Finanzminister zur Aufnahme einer inneren Anleihe, die für die Inhaber der Bons der nationalen Verteidigung reserviert ist; den Inhabern dieser Anleihe wird eine Garantie gegen Verluste durch eventuellen Iveiteren Rückgang des Franken zugesichert. Nach Artikel 4 soll das Maximum der schwebenden Schuld endgültig festgesetzt werden, wenn die Konversationsanleihe abgeschlossen ist. In der Begründung der Vorlage wird auf die heikle Lage der französischen Finanzen hingdwiesen. Im Iu l.i werden 1,8 und im S epte mber 3,8 Milliarden Franken Verpflichtungen fällig. Es müsse alles versucht werden, damit das Publikum von seinem Rückkaufsrecht keinen Gebrauch mache. Dazu soll die in dem Gesetz angesprochene Anleihe dienen, die also nur die schwebende Schuld zu kosolidieren bestimmt ist. Für die unmittelbaren Bedürfnisse der Staatskasse sei aber noch der angesorderte Zuschuß von sechs Milliarden notwendig. Die Sozialisten bleiben im Regiernngskartell? Paris, 26. Juni. (Tel.-Komp.) Die sozialistischen Delegierten des Kartells haben beschlossen, die Entscheidung über die Frage der Fortsetzung oder Einstellung der Unterstützungspolitik zu vertagen. Was die Finauzrefovm anlangt,' «st auf Antrag des Abgeordneten Loucheur beschlossen worden, eine vermittelnde Formel zu suchen, die e's den vier Fraktionen des Kartells gestattet, dem von Caillaux eingeibrachten Gesetzentwurf zuzustimmen. Um diese Kompromisse zu erreichen, ist die Kamme vsitzung auf halb 11 Uhr nachts vertagt worden. Int Finanzausschuß wurde der Caillauxsche Finangplan a >n g e n o m m e n. Die sozialistische Gruppe hat beschlossen, auf ihrem Antrag einer Vermögensabgabe zu bestehe n. Schon wieder Revolution. —y. Wien, 27. Juni. Griechenland macht wieder eine Revolution durch. Eine radikal gerichtete Offizierspartei hat kurzerhand die Regierung abgesetzt und die Gewalt an sich genommen. In dem Hin und Her der griechischen Umwälzungen ist es niemals mit voller Klarheit erkennbar, wohin die neu entfachte Bewegung laufen soll. Die zur Macht gelangten Personen entwickeln in ihren Manifesten und Aufrufen das schon zum Klischee geivordene Volksbeglückungsprogramm. Darin unterscheidet sich Griechenland freilich nicht von anderen Staaten. Für die Beurteilung der Vorgänge in Griechenland ist weniger die veröffentlichte Proklamation von Wert, als vielmehr die Tatsache, daß der Putsch von einer Offiziersvereinigung ausgeht. Militärs sind nur allzu leicht geneigt, Fragen inneren und äußeren Charakters nach dem militärischen Prinzip der Subordination zu behandeln. Das ist schon sehr oft versucht worden. Die Erfahrungen sind keine guten und die Ergebnisse blieben immer um ein Beträchtliches hinter den: Minimum an Erwartungen zurück. Das politische Leben läßt sich nicht kommandieren, es gehorcht seinen eigenen Gesetzen. Ein Staat ist keine Kaserne und eine Armee, niemals ein Staat, sondern nur ein Organ der Gesamtheit. Der Militarismus hat in der Politik nichts zu suchen und werÄ sein Geist zur Herrschaft kommt, dann ist die Folge dre politische und wirtschaftliche Verkümmerung. Der Geist der Gewalt regiert in Italien, in Rußland, in Ungarn, in Spanien. Die wirtschaftliche Situation in diesen Gebieten ist nicht verlockend. r Aber die fortgesetzten Experimente in dem griechischen Balkanland sind doch auch Symptome für die fortschreitende Unterwaschung des Friedenswerkes.'Das gesamte Mittelmeergebiet ist in Unruhe und Unordnung. Lissabon und Angora sind nur die äußersten Punkte dieser Bewegung, die sich national verschieden gibt, in ihren Ursachen aber immer die gleiche bleibt. Die Wellen der Erschütterungen der 'großen Kämpfe zwischen dem kontinentalen System und dem russischasiatischen Block laufen auch nach dem Süden aus. Spanien erschöpft sich unter dem Generalsdirektorium im Rifkrieg, Italien ist von Mussolini in den Währungskrach geführt worden, Griechenland verblutet sich an der Flüchtlingsfrage, die ihm der nationalistische Imperialismus beschieden hat, der bald hinter der Königsslagge einherstapft, bald in republikanischer Uniform "erscheint. Auch Griechenland versuchte die inneren Sorgen, die unlösbare Agrarfrage, durch das Narkotikum des Krieges zu bannen. Nach Konstantinopel, nach Smyrna wollte es greifen und hat sich Probleme eingewirtschaftet, die die stärkst gefügteste Staatsorganisotion kaum ertragen kann. Im Lausanner Vertrag mußte es sich verpflichten, die griechische Bevölkerung Anatoliens aufzunehmen, während es seine türkischen Einwvbner an Angora abgab. Mit englischer und amerikanischer Hilfe, die der Völkerbund vermittelte, konnten in zweieinhalb Jahren .140.000 Familien angesiedelt werden. Das ist eine sehr große und bewundernswerte Leistung. Aber weit mehr Familien noch als diese 140.000 sind landlos, arbeitslos und drängen sich in den Küstenstädten zusammen, tragen überall hin ihre Unrost und Verbitterung, sind das allezeit willfährige Hinterland der radikalen Parteien, von denen sie sich eine Linderung ihrer Not erhoffen. Tatsächlich verspricht auch das gestern erlassene Manifest des ' neuen Regierungschefs, des Generals Pangalos, die Regelung der Flüchtlingsfrage. Dazu gehören Mittel, wie sie das arnre, kranke Land nicht aus eigenem aufbringen kann und. wie sie auch der amerikanische Geldmarkt nicht zur Verftigung stellen wird, weil er kein Vertrauen in die Möglichkeit einer Konsolidierung besitzen kann. Auch in Griechenland war der Beginn des großen Unglücks der Krieg. Die Verschärfung trat mit dem Friedenszustand ein, als sich zeigte, daß auch hier die Liquidierung aller Fragen nur im Zusammenhang mit allen europäischen Fragen erfolgen müsse. Griechenland ist ein Teil des europäischen Problems und dieses ist wieder ein Teil der Weltsorge. Von den Staaten ist nur noch England und der skandinavische Norden ohne sonderliche Schäden. Alle' anderen verbindet die Krise , und Kleider-Voile in allen Dessins und Farben, per Meter IW K 9.800 Bill Schiffmann II. TaborstraOe 48 Tolonhon 47-1-79 En gros Gn detail

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.