Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2278 (24.6.1925)
- Date
- 1925-06-24
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 6 Wien, Mittwoch Wiener Mornenzeitung. 24. Juni 1925 Nr. 2676 * Die beste Reklame. Die ,^Amerikanisten Stimmen" in New-Uork veröffentliichten kürzlich eine Ztvsamlitenstellurtg der Reklameausgaben von 62 größeren amerikanischen llnterrtehmen. Als das wirkungsvollste Reklamemittel gilt dom nach die Tageszeitung. Etwa 36 Millionen Donar tverden jährlich hierfür ausgegeben. In dem letzten Jahr« ist die Victor Lalkina Machine Comvagny, die gegen Radio einen erbitterten Kampf itm die Existenz führen mufe, fast an die Spitze aller Firmen mit den höchsten ReklamcLosten gerückt. See gibt 1,0 Millionen für Zeitungsinserate ans. Auch die folgenden Firmen geben für Inserate irr Tageszeitungen jährlich hohe Summen aus, nämlich: American Tobacco Coy. 706.060 Dollar; Ligget and Myors Tobacco C. 1,000.006; Bnick Motor Coy.^ 606.060; Dodge Bros (Automobile) 1,200.000; Henrz and Co. (Konserven) 600.000; Lever Bros (Seifen) 1,500.000; Pepsodoni Coy (Zahnpasta) 800.000; U. S. Rubber Coy. 1400.000; Victor Talking Machm-e IMI.OOO; William Wvigley Coy. (Kaugummi) 1,000.000; Lrterary Digest (Wochenschrift) 1,080.000. Der Kundenbearbeitung durch Prospekt«, Werbeschvif.en usw. wird nur geringer Erfolg zngoschrieben, während nach den Erfahrungen der Reklamechefs die mittelgroße, wiederholte Zeitungsanzeige, am meiften Aussichten haben soll, auf den Leser zu wirken. * Volkszählung!m Bienenstock. Nach den jüngsten Unter» Buchungen laben in jedem normal bevölkerten Bienenstock im Monat April 40.000 bis 50.000 und im Mai 70.000 bis 80.000 Arbeitsbienen. Schon im Jänner und Februar boginut die Königin ihre Eiermassen abzulegen. In der ersten Zeit logt sie jeden Tag 200 bis 300 Eier, steigert diese Menge jedoch schließlich bis mtf 4000 bis 5000 Eier int Tag. Diese ungeheure Eierproduktion, die jeden Tag dem dreimaligen Eigengewicht der Königin gleichkonvmt, macht natürlich auch eine beträchtliche Nahrungsaufnahme notwendig, weshalb die Königin während des Eierlegens von den Arbeiterinnen auch ständig mit Honig gefüttert tverdcn muß. _ War find Attordreisen? Ausführliche Auskunft erteilt das R ei s e b n r e a u Cook, Stefansplatz. (Entgeltlich.) Vereine, VortrSge «ad Versammlungen. M a i m o n i d e s - I n st i t n t, 3. Bez., , Hetzgasse 40. Heute Mittwoch, 6 bis 7 Uhr abends: Rabbiner Doktor A. Äaminka, Talmudische Agoda; 7 bis 8 Uhr abends: derselbe, Koheleh. — Hitachduth, 2. Bez., Glockengüsse 30. Heute Mittwoch, halb 8 Uhr abends, Vortrag Dr. Ehaim Tartakower über Pro>bleme des 14. Zionistenkongresses. Anschließend Diskussion. Gäste willkommen. * Gartenfest. Der erste israelitische Handwerkorvereiu Jad C h a r u z i m gibt am Sonntag den 38. d. ein Gartenfest im Alt-Wiener Garten, 2. Bez., Obere Augartenstraße 70, Ecke Castellezgasse. Anfang 4 Uhr nachmittags. Keren Kajemeth l'Jsrael. Samstag den '27. d., 3/«7 Uhr abends, im kleinen Saal des Ingenieur- und Architektenvereines, 1. Bez., Eschenbachgasse, Zusammenkunft. Tagesordnung: 1. Bericht Dr. Chaim Tartakower über seine Palästinareife. 2. Arbeitsprogramm des Keren Kajemeth l'Jsrael anläßlich des Kongresses. Zutritt gegen Einladung. Bühne md Kunst. Abel Pan« ln Men. Der große jüdische Maler Abel Pann, der seinen ständigen Wohnsitz in Palästina hat, ist soeben in Wien eingetroffen, um eine Ausstellung seiner Werke in der Sezession vorzubereiten. Die Kollektion, welche in Jerusalem, Budapest nud Prag zu sehen war, umfaßt den Zyklus von 120 Bibe lb il der n, außerdem verschiedene andere Sujets und wahrscheinlich auch die Pogromb ilder, die seinerzeit in Paris <un>b in den größten Städten Nordamerikas Aufsehen erregten. Besonderem Interesse wird das in Jerusalem vom Künstler selbst handwerklich ausgeführte Album der Bibel mit 35 Blättern begegnen. Die ganze Bibel wird 20 Bände umfassen, dort denen jeder einzelne in Abschnitten von je sechs Monaten erscheinen soll. An« den Theatern. Durgtheater. Morgen, 7 Uhr abends, „Nathan d e r W e i s e*. Burggarten (bei ungünstiger Witterung im Festsaal der Hofburgl. Heute. 8 Uhr abends. Programm r Brahm: Symphonie O-Moll, R. Strauß r D o n I u a n. Vorträge des Neubauer Männergesangverein. ° Staatsoper. Morgen, 7,8 Uhr abends, „SC o 9 c a". Kammersviele. Samstag. V-8 Uhr abends, „E i n Fehltritt", Schwank in drei Atten von Eugen Burg und Leo Tausstein, zum ersten Male. Um 10 Uhr abends „Oskar mit der langen Nase". Raimnnd'Theater. Heute, 7,8 Uhr abends, Erstaufführung von Osttowskys „G e w i t t e r". Regier Alexander T a i r o f f. Johann-Strauß-Theater. Täglich bis 1. Juli „DiegroßeUn bekannte". Lustspieltheatrr. Heute beginnt der Komiker Karl K n a a ck sein Gastspiel in der Schwanknovität „Der M e i st e r b o x e r". _ Sommerfestspiele im Burggarten. Im Bunggarten werden in «der Zeit vom 38. d. bis 18. August auf der Freilichtbühne Sommerfest s p i c l e statifmdeu. Der in. erstklassigster Besetzung unter der musikalischen Leitung Friedrich Grube r8 und des Wiener Symphonieorcheslers heran sge'brachte Zyklus umfaßt: „Der Zigounerbaron", „Carmen", „Die schöne Helena", „Cavalleria rusticana" — „Bajazzo", ,/Orpheus in der Unterwelt" tifw. Als erste Vorstellung int Festspielzyklrls gelangt Sonntag den 38. d. „Der Zigvunerbaron" ztlr Aufführung. Paul Baratoff (Ben Zwi), iber hervorragende jüdische Charakterdarsteller weilt gegenwärtig kurze Zeit in Wien. (Der Künstler, ovolchor seinen diesjährigen Erfolgen am New-. Novker jüdischen Künstlertheater in den letzten Wochen neue, begeistert ausgenommene R-ollendarstelltlngen in Gogoils „Revisor" und Rollands „Wölfe" hinzufügen konnte, wird, wie wir erfahren. Ende Juli ein kurzes Gastspiel in Wien gelben; er beabsichtigt in Bra-msons ,Mück", Schälom Asch' ,-Gott der Rache" -und in einont neuen dramatischen Werk von Osftp Dymow hier zu gastieren. Radioprogrmmrii. Heute Mittwoch. 4 bis halb 6 Uhr: Nachmittagskonzert. Wagner, Zug der Frauen zum Münster. Offenbach, Goldschmied von Toledo, Walzer. Beethoven, Leonoren-Ouvertüre Nr. 8. DaweS, Melodie. Käler Böla, Phantasie. TranSlateur, Wenn Blumen träumen. Eisler, Ein Tag im Paradies, Potpourri. — 7,6 bis 7,7 Uhr r Märchenvorlesung. - 7,7 bis 7 Uhr: Adalbert MarkovitS: Moderne Höhlenforschung und ihre Aufgaben. — 7.8 bis 7«9 Uhrr Englischer Sprachkurs. — 7,9 Uhrr Orchesterkonzert des Wiener SymphonieorchesterS unter Leitung des Musikdirektors W. Ast. Felix Mendelssohn, Die Hebriden. Anton Dbokäk, Der Wassermann. Rtch. Wagner, Siegfried-Idyll, Trauermusik beim Tode Siegfrieds aus „Götterdämmerung", Ouvertüre zu „Tannhäufer". — 10 Uhr: Heitere Abendmusik. (Kapelle Silving.) Serichtsfaal. Wege» Beleidigung des Sbersten Gerichtshofes angellagt. Ein Nachspiel zum Prozeß Pruscha. Zum Falle Pruscha waren in oinem Teile der Presse Artikel erschienen, die sich gegen das Urteil und den Gerichtshof wendeten. Gestern hatte sich nun vor dem Schwurgericht unter dem Vorsitz des Hosrates Dr. Jakob der Rechtsanwalt Dr. Walter Rode wegen eines am 9. Mürz int Montagsblatt „Der Morgen" erschienenen Artikels unter dem Dito! „Der Kassationshof zum Prozeß Pruscha" wegen Vergehens gegen die öffentliche Rlche und Ordnung zu verantworten. Mrtangeklagt war auch der Herausgeber und verantwortliche Redakteur des Blattes, Maximilian Schreier. .In der Anklage heißt es, daß die Beschuldigten durch Schmähungen und Entstellungen von Tatsachen das in der Strafsache gegen Franziska Pr-uscha wegen Verbrechens des Mordes am 6. März 1935 ergangene Urteil des Obersten Gerichtshofes, somit die Entscheidung einer Behörde, herab zu würdigen und zum Hasse und zur Verachtung gegen diese Behörde aufzureizen versuchten. Nach Eröffnung der Verhandlung gab der Vorsitzende bekannt, daß ihm von der Frau eines Geschwornen, der jedoch von der Geschwornenpflicht befreit wurde, ein Brief überbracht wurde, der folgenden Inhalt hatte: „Werter Genosse! Dienstag -den 26. d. findet wegen Aufreizung eine sehr wichtige Verhandlung vor dem Schwurgericht statt. Es ist von großer Wichtigkeit, daß intelligente Goschworne däbei sind. (Da Sie intelligent sind, ersuchen wir Sie, der Geschwornenpflicht unbedingt zu genügen. Mit Parteigruß ,. Unterschrift unleserlich. Auf die Frage des Vorsitzenden -melden sich noch zwei Geschworne, die im gleichen Sinne aufgesovdert wurden. Als Zeuge ist auch der SeUatsprästdent des Obersten Gerichtshofes, Hosrat Dr. Smolik-Finger, geladen. Dr. Rode bekennt sich nicht schuldig. Der Fall Pruscha sei nicht bloß ein unterlaufener Justizirrtum, er habe große symbolische Bedeutung. Auch der Zweitangeklagte erklärte sich nicht schuldig. Svnatspräsident Hofrak Dr. Frschböck gab als Zeuge Auskunft über die Art des Geschäftsganges beim Obersten Gerichtshof. In später Abendstunde beantworteten die Geschworenen die SchuWfragen mit zehn Stimmen Nein und zwei Stimmen Ja, worauf beide Angeklagten sreiges p röche n wurden. Sen Schwiegervater ermordet. vier Jahre Zuchthaus für Ernst Froreich. Der Prozeß Froreich ging gestern zu Ende. Mittags hatte der Angeklagte einen hysterischen Anfall erlitten, woraus die Verhandlung auf kurze Zeit unterbrochen wurde. Nachmittags wttrde das Urteil gefällt. Ernst Froreich, der seinen Schwiegervater, den Gutsbesitzer Artur Eghedy, ermordet hat, wurde zu vier Jahren Zuchthaus nrtd fünf Jahren Amtsverlust verurteilt. Die Gattin in der Rabbinatskanzlei angeschofsen. Am 27. Apvil d. I. hat sich, wie berichtet, in der Räbbmatskanzlei der Kultnsgemeinde in der Seitenstettengafse ein Wütiges Chedrama abgespielt. Der 29jährige Reifende Karl Rauch tva-r am Vormittag mit seiner Frau, mit der er seit längerer Zeit im Scheidungsprozeß stand, in der Kanzlet erschienen. Nach langwierigen Verhandlungen. die zwischen den Ehegatten wochenlang vorangegangen waren, hätte die Frau am kritischen Tage. die Scheidungsurbunde in Gegenwart des Ralbbinatskollegdums übernchmen sollen. Im letzten Augenblick weigerte sie sich, dies zu tun, worauf'Rauch in feiner Erregung drei Schüsse auf die Gattin abfouerte und sie leicht verletzte. Gesternt hatte sich Rauch vor dem Einzeilrichter Hofrat Dr. Schneeweiß wegen schwerer körperlicher Beschädigung zu verantworten. Der Angeklagte erzählt, seine Ehe sei eine fortgesetzte Reihe von Qualen gewesen. Mann und Frau hätten auif einem Kabinett gelebt. Das Zulsammenleben sei immer schlechter geworden, weil die Frau zu viel Geld yebratrcht hckbe, schließlich halbe sie wiederholt die Ehe gebrochen und in der ehelichen Wohnung Herrenbesuche empfangen. Nach langen Verhandlungen habe sie sich bereit erklärt, gegen eine Abfertigung dort 30 Millionen, zahlbar in drei Raten, in die Scheidung e-inAuwilligen. Zwei Raten hübe er gezahlt. Trotzdem weigerte sich die Frau, den Schoidungsbrief zu übernehmen. Am 27. April sei es zu einer «ndgüftigon Verhandlung in der RäbbinatskanAoi gekommen. Hier habe svme Frau erklärt, sie lasse sich nicht scheiden, sie sei bereit, sich .strafen zu lassen, und der Rabbiner hebe ihm das mitgeteilt, wozu seine Frau höhnisch lächelte. Was dann mit nttr gescheihen ist, kann ich mich ntcht erinnern. Die Gattin machte die Schwiegermutter für den unMicklichen Verlauf der Ehe verantwortlich. —. Bors.: Haben Sie ein Interesse daran, daß ihr Mann schwer verurteilt wird? — Z e u g i n (zögernd und nach wiederholter Aufforderung): Ich möchte, daß er bestraft werde. — Der Richter erkannte >den Angeklagten Rauch schuldig und verurteilte ihn unter Zubilligung von Milderungsgründen zu drei Monaten einfachein Ldevkers, ferner zum Ersatz von 216 Schilling Spitalskosten und 500 Schilling Schmerzensgeld an di« Verletzte, Frau Fanni Rauch. Mt ihren Mehranspvüchen wurde die Pvidatbeteiligte auf den Zivilrechtsweg verwiesen, Lolkswitt. Polnische Wirtschaftrwoche. (Bon unserem polnischen M.-S.-Korrefpottdenten.) Die gespannte Wirtschaftslage zwischen Deutschland und Polen >hat keine Aenderung erfahren u>nd wenn nicht alle Auzelchen trügen, dürste ein« Klärung des Streitfalles nicht so bald evfolgen. Das FinanMinisterittm hat eilt Verzeichnis jener Waren herausgegeben, deren Import aus Deutschland nach Polen nnwrsagt ist, gleichzeitig bemüht sich die Regierung, für die polnische Kohle neue Absatzgeibiete ausfindig zu machen. Die Transporttarife zum polnischen .Hafen Gdynia wurden ermäßigt und es werden auch dort schon Schiffe mit Pwbesendmrgen für die skandmavifchen Län-der verladen; auch hofft man von der Tschechoslowakei und Oesterreich weitere Tarisermäßigungen zu erhalten, als Gegenleistung für bedeutende Herabsetzungen der Zölle des nemn Tavises. Die Verhandlungen darüber ivurden auch schon eingeloitet und dürften mit Evfolig in der allernächsten Tagen beendet werden. Für die Jndustvien diese Länder aber biete sich nun dke beste Golegetcheit, an Stelle Doittschlands die Absatzmärkte zu gewinnen. Das Fiitanzminlisterimn verötsfentlicht die angeki'mdigte neue Verordnung bezüglich des Valutenu>nd D e v isenverkehrs mit dem Ausilande. Die Ibeberwersmtyen düvsen nur durch die Bank Polski und spezielle Devisenbanken erfolgM und auch dann nur auf Gvnnd von ausländischen Fakturen, weiter für Dividenden dieser Mtionäre, die im Auslände den ständigen Wolhnsitz haben und. schließlich als Erhaltungskosten für im Auslande ivohnende FamAienmitgilieder auf Gvund entsprechender Bestätigungen der Gesandtschaften, in diesem Falle aiber nur bis zur Höchstquote von monatlich 1000 Zloty. Die neue Verordnung ist a'b 34. d. gültig und wird aufs strengste überwacht Lverden. Die pessimistische Stimmung der polnischen Essekten- Plätze hat mm auch in der Berichtswoche angchälieit und hat den weiteren Abbröcklungsprozeß begünstigt. Die größten Kursverluste hatten.die Arbitragowerte (Wim) zu verzeichnen, was auf die neuen Devifertvorschrifton und auch auf den erschwerten Aktienankauf und -Verkauf im Auslande zurückgoführt wird. Bomevkenswevt ist auch die Schwäche jener Werte, deren Gesellschaften die Valorisierung bereits duvchgöfühvt haben und die nun schon tief unter dem Nominalwerte notierM. Die Kursverluste mancher Arbitragewerte erreichten während.der Woche die Höhe von 20 bis 35 Prozent. So ermäßigten sich Tepege von 1 auf 0,70, Galizische Montan von 2,50 auf 2,05, Hypothekenbank von 0,50 auf 0,42 Zloty. Warschauer Diskontbank notievt 5,35, Malopolskibank 0^8, Zielenietvski in Warschau 9,16, in Krakau 9,40, Chodorow 2,90, Lembevger Bräu 7,70 Rakszawa 1,16 Zloty. Die Effekten, erreichtert somit neuerlich einten bisher noch nicht verzeichneten Tiefstand und in den «naHgcbenden Finanzkreisen befürchtet nran einen allgemeinen Zusammenbruch der Effoktenplätz«. Der Geldmarkt war Parallel zu den Vorgängen auf den Börsen fehr schwach und die Geldnot nimmt immer zu. Die Bank Polski entzog dom Vevkchr neuerlich 37,3 Millionen Zloty, nachdem sie einen Rückgang des Balutenvorrahes int 'Werte von 25 Millionen Zloty au^uweifen hat. (Die größten Hoffnungen legt man dagegen in die heurige Ernte, die nach den jetzigen Anzeichen eine Rekordernte werden dü.rfte. Auch die Regierung hofft, durch einen großen Getreide ex Port die Handelsbilattg bedeutend verbessern zu können. Eine Delegation polnischer Industrieller weilt derzeit in Moskau und führt<Verhandlungen wogen der Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen zwischort diesen beiden Staaten. Ein ausgiebiger Export nach Rußland würde zweifellos für Polen einen großen Gewinn darstellen. Die Geschädigten der Lombard- und Eskomptebank. Jt. Tischlers Lokalitäten im 1. Bezirk fand gestern abends eine Versammlung der durch bett Zusammenbruch der Wiener Lombard- und Eskontptebank Geschädigten statt, die einen sehr bewagten Verlauf nahm. Es entwickelte sich eine schr rege Debatte, in der die große Erregung der Gläubiger zum Ausdruck kam, die heftige Angriffe gegen die derzeitige Bankleitung erhoben und die sofortige Verhängung des Konkurses verlangten. Nach einem Referat des Obmanes der Sparer und Kleinrentner, Dr. Zalmann, wurde eine Entschließung angenommen, -in welcher dieser Verband erstlcht wird, sich der Interessen der Gläubiger, Beamten und Aktionäre der'Lombard- und Eskomptebank anzunehmen. Ferner wird der Verband ersucht, sich Mit den maßgebenden Faktoren wegen Abschlusses eines Kompromisses, das die vollständige Gewähr für eine gute Durchführung der Liquidation bietet, in Verbindung zu setzen. Die Organisation der gesamten Glänbiigerschaft werde darüber wachen, daß die rechtlichen Ansprüche der Gläubiger, Beamten und Aktionäre dieser Bank erfüllt werden. Boi einont etwaigen Berzuig soll der Verband Anträge stellen zum Schutze der Interessen aller Gruppen. Insolvenzen. Gestern fand die Ausgleichstagsatzung der 1913 gegründeten LederWlantevlcivavollsa'brlik Bläha n. Stein, 7. Bez., Kirchengasse 17, statt. Die Passiven betragen 5230 Millionen, wovon bevorrätet 2640 Millimten sind, die Aktiven 4870 Millionen. Nach dom Bericht des Ausaleichsverwalters ist die Firma der Kreditanstalt, Filiale Maviahnf, 27« Milliarden schuldig, die durch Hypothoke>t >rm Betrage von 38.600 Dollar und durch andere Slcherhoiten im Betrage von 8300 S. sicheraestellt sind. Die Ausgjleichsschuldnerin hat gemeinsam mit oer Mährischen Agrar- und Jndustriebanlk, Filiale Bratislava, eine Berkaussgesellschast gegründet, die liquidiert worden iss, ans ivelchem Titel die obgenannte Bank eine Bierteilmilliarde beansprucht. Das Ausgleichsanbot lautet auf 35 Prozent innerhalb eines Jahres. — In der AusgleichStagsatzung l>er DamenkonfeNonsfirma Krumholz u. Co. wurden die Passiven dioser Firma mit 8 Milliarden, davon bevorrechtet 460 Millionen, die Aktiven mit 1943 Millionen amegeiben. Das AusAvichÄanbot lautet auf 38 Prozent in neun Monatsraten, — Der Konkurs wurde eröffn»» Wer Hafen Bret- ) /