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Wiener Morgenzeitung · 1925-06-23 · Heft 2277 (23.6.1925) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2277 (23.6.1925)
Date
1925-06-23
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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WUen, Dt'«nSi«g Whtiitt MOrOr«Hrtt«»O. 23. Cs »uh l92.7 Seife 5 Nr. 8877 Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt Donnerstag den 25. Juni, ‘/.9 Uhr abends I im Hotel Continental, Wien, II., Taborstrasse Nr. 4 Die Schicksalsfrage des Zionismus Redner: Nahum Goldmann, Berlin Oberbaurat Robert Stricker Wien Eintritt Hegen Vorweisung d. SdiekelquiHung Nietzsche über Antisemitismus. Von HanS WrSlefi, Kopenhagen. Von den iweteit Auslassungen Nietzsches, in denen er mrter andewm von der „deutschen anti>jüdi.schen Dummhait" spricht, von den Werten, für die „Europa den Inden dankbar;n sein habe" nfw., seit hier nur eine Stelle angeführt, die zur Genüge zeigt, wie sehr die chauvinistisch-natromlliMchen, antisemitischen SchroihÄse und Hetzer, die im Krieg Nietzsche auf ihren Schild hoben, wohl damn tun würden, durch gelegentliches Nachschlagen in den Schriften des allso mißbrauchten Denkers ihre Begriffe auch in puneto Antiisemittsimus etwas zu revidieren. Aber gewiß, sie wolleir gar nicht. Darum muß es von anderer Seide geschehen. Im Anschluß an seirnie Betrachtung ,/Der europäische ALcnsch und die Vernichtung der Nationen" legt Nietzsche folgende Anschauung an den Dag: „Das gange Problem der Juden ist nur innerhalb der nationalen Staaten vorhanden, insofern hier überall ihve TaÄraftigke.it und höhere Intelligenz, ihr in langer Loidensschnle von Geschlecht zu Geschlecht angehäuftes Geist- und Willenskapital in einem noiduüd haßevtveckenden Maße gum Uebergewicht kommen muß, so daß die literarische Unart fast in allen jetzigen Nadimren überhand nimmt — und zwar je mehr diese sich national gebärden —, die Juden als Sündenböcke aller möglichen öffentlichen und inneren Ucbelstände zur Schlachtbank zu sichren. Sobald es sich nicht mehr um Konservierung von Nationen, sondern nur die Erzougmrg einer möglichst kräftigen europäischen Mischrasse handelt, ist der Jude als Ingredienz ebenso brauchbar und erwünscht als irgerrd ein anderer natimtaler Rest." An dersÄbon Stelle heißt es später: .Awtzdem mochte ich toissen, wie viel man bei einer Gesamtabrechnung einem Volke Nachsehen nruß, welches, nicht ohne unser aller Schuld, die lüidvollste Geschichte unter den Völkern gchabt hat, und dem man den edelsten Menschen (Christus), den winsten Weisen (Spinoza), das mächtigste Buch und das wirkungsvollste Sittengesetz der Welt verdankt. Ueberdies: in den dunkelsten Zeiten des Mittelalters, als sich die asiatische Wolkenschicht schwer über Europa gelagert hatte, waren es jüdische Freidenker, Gelehrte und Herzte, welche das Banner der Ausklärung und der geistigen Unabhängigkeit unter dem härtesten persönlichen Zwange festhielten und Europa gegen Asien verteidigten; ihren Bemühungen ist es nicht an: wenigsten zu verdanken, daß eine natürlichere, vernunftgemäßere und jedenfalls unmhthische Erklärung der Well endlich wieder zum Siege kommen konnte und daß der Ring der Kultur, welcher uns jetzt mit der Aufklärung des griechisch-römischen Altertums zusammenknüpft, unterbrochen Web. Wenn das Christentum alles getan Hai, um den Ocüident zu orientialisieren, so hat das Judentum wesentlich dabei geholfen, «ihn wieder zu ocoidentalisieren; tvas iit einem bestimmten Sinne so viel heißt, als Europas Aufgabe und Geschichte zu e/iner Fortsetzung der griechischen zu machen." In der „Morgenröte", Kap. 206, schließt Nietzsche feine Betrachtungen über das „Volk Israel" mit folgenden Worten ab: „Und wohin soll auch diese Fülle an.gesammelter großer Eindrücke, welche die jüdische Geschichte für jede Mische Familie ausimacht, diese Fülle von Leidenschaften, Tugenden, Entschlüssen, Entsagungen, Kämpfen, Steigen aller Art, — wohin soll sie sich ausströmen, wenn nicht zuletzt in große geistige Menschen und Werke! Dann, wenn die Juden auf solche Edelsteine und goldene Gefäße als ihr Werk hinMveisen haben, wie sie die europäischen Volker kürzerer und weniger tiefer Erfahrung nicht hervorzubringeu vermögen und vermochten. toenn Israel seine ewige Rache in eiine ewige Segnung Europas verwandelt haben wird: dann Wird jener siebente Tag lvieder einmal da sein, an der der alte Judengott sich snincr selber, seiner Schöpfung und seines ausevivählten Volkes freuen darf — und wir alle, alle wollen uns mit ihnr freuen!" Die „koschere" Mein. Durch die völkk'che Presse geht jetzt eine Notiz über die russische Tscheka, in der diesmal ausnahmsweise nicht, wie gewöhnlich, gelogon wird, dieses Blntgcricht bestehe aus Juden, sondern es wird der Wahrheit gemäß angegeben, Pole n, Letten und Chinesen seien Richter und Henker (der Löwenanteil der deutsch-baltischen Edelleute und der — Russen wird verschwiegAi). Zum Schlüsse der Notiz steht eine Bemerkung, wonach vom Worte „Tscheka" ein Verbum „t ch cf t t j" existiere, das im.x uffisch - japan i s ch e u Jargon bedeute: „ein Tie« aus bestialische Weise töten, damit es koscher geschlachtet sei." „Das Blut auf grausame Weise aus vielen Wunden des Körpers anslanfen lassen, alle Völker zu „tschekitj" — ist das nicht das Ziel des Bolschewismus?" Es ist erstaunlich, tvas antisemitische Blätter ihren bedauernswerten Lesern alles vorzusetzon wagen. Das Wort „Tscheka" ist eine Abkürzung von „Tschreswitschainaja Kommissisa" (außerordentliche Konunission), wie der amtliche Titel des vopvlutionären Mutgerichtes in Moskau lautöt. Es gibt keinen „russischMischen Jargon", sondern ein sogenanntes Jiddisch, welches von allen Ostjnden gesprochen wird und ans dem ntrttelhochdoutschen Dialekt, durchsetzt mit hebräischen und slawischen Elementen, bestcht. In dieser Mundart endigen alle Infinitivs auf „en", wie im Deutschen. Ein Verbum „tfchekrtij" kann also in der Sprache der Inden nicht existieren. „Ritnal schlachten" heißt bei den Juden der ganzen Welt „schachten", vom hebräischen -,schachat", mit der deutschen Endung. Möglich, daß die Russen von Su/bstantiv Dschska in neuester Zeit ein Verbum „tschekitf" gebildet haben, aber dann bedoultet cs, „von der Tscheka behandelt werden." Was das mit „koscher" zu tun hat, ist unverständlich, ebenso unbegreiflich ist es, seit wann polnische .Mtholikeii, Letten und Chinesen darauf versessen sind, nur koscher geschlachtetes Fleisch zu essen. Seit 1922 heißt die Tscheka übrigens „Gospu", eine Abkürzung ihres neuen amtlichen Titels "Gosudavostwennoje policejskoje Uprawlcniij" (Reichspolizeiveulvaltung). Seit damals haben offenbar die Herren von der Tscheka aufgohört, koscher zu essen. Ein bedeutsamer Wendepunkt in der Weltgeschichte. Während des russisch-japanischen Krieges leistete sich der selige Wippchen den Witz, die Identität der Japaner mit den Juden zu beweisen, da die japanische Hauptstadt „T o k i o" heiße, was nicht anderes als das hebräische Wort für das Blasen der Posaune am jüdischen Neujahrstag sei. Die russische antisemitische Presse gründete auf diese „Entdeckung eines berühmten deutschen Gelehrten" eine schwere Anklage gegen das ,Molüjndentuim", das sich gegen das russische Reich verschworen habe. Das jüdische Berlbum „tschekits" ist ein würdiges Sertenstuck zu diesem „Tokio" Dimitri Bulafchow. W r e n, 22. Juni. * Professor Eliah Lattes gestorben. Dieser Tage verstarb in Mailand der berühmte jüdisch-italienische Gelehrte, der Geschichtsschreiber der alten Etrusker, Professor Eliah Lattes. Er wurde in Venedig im Jahve 1913 geboren und nahm in jungen Jahren Anteil an der italienischen Freiheitsbewegung. Er mußte deswegen nach Piemont flüchten. Mit 18 Jahren absolvierte er die Mridiische Fakultät in Turin und veröffentlichte eilte Reihe wissenschaftlicher Werke. Mit 28 Jahren wurde er Professor an der Akademie zu Mailand. Er veräfseutlichte bisher etwa 120 Werke, meist über römische alte Geschichte. Richtunggebend ist sein Riesenwerk ,/5orpus Jnseviptionum Jtalicovum". Lange Jahre verband ihn eine intime Freundschaft nrit dem großer: deutschen Gelahrten Theodor M o m m s e n. * Wieder ein jüdisches Städtchen abgebrannt. Ein J.-T - A.-Telvgram>m ans Minsk, Weißrußland, berichtet, daß an: 17. d. das Städtchen P uchaw itz i ein Raub der Flammen geworden ist. 350 Häuser 'brannten ab, mehr als 1 0 00 j ü d t- «che Seelen blieben ohne Obdach. Angeblich sollen Banditen den Brand gelegt haben. * Salzsäureattentate. Nach einer Meldung aus Brau nschweig tvurden in den letzten Tagen auf eine große Anzahl junger Mädchen Salzsäureattentate verübt. Auf verschiedenen, besonders ^belebten Straßen wurde von einem etwa 30jährigen Burschen, der bisher noch nicht festgenommen tverden konnte, auf j u n g e M ä d ch e n Salzsäure gespritzt, so daß diese schwere Vvribrennu'ngen am Hals und an don Armen davonthugen. * Das Wetter. Die Verschlechterung des Wetters hielt gestern an. Es gab ausgiebigen Regen und empfindliche Abkühlung. Die Voraussage kündigt auch weiter meist trübes, kühles und regnerisches Wetter an. * Wohin fahren Sie diesen Sommer? Sollten Sie sich noch nicht fiir eine Sommerfrische entschieden haben, lesen Sie das Stationsverzeichnis der Eins-Zwei-Droi-Fajhrpläne. Darin finden Sie alle Sommerfrischen Oesterreichs, sotveit sie Eisenbahirftationen sind. Die g r ü n e Ausgabe der Ems-Zwei-Drei- Fahvpläne ist das vollständige Fahrplanbuch Oesterreichs (ohne Niederölsterreich und Bnvgenlarrd) mit allen internationalen Anschlüssen und Zugsverbindnugen: die graue Ausgabe bringt den Wiener Nahverkehr, Nieiderösterreich nnd Burgenland mit den Feruänschlüssen der direkten Züge. Es gibt kein Kursbuch, in dem auf einfachere und praktischere Weise jede Zngsverbindung und jede Station zu finden wäre.. Jede Ausgabe ist zilm Pwife von 1 Schilling auf allen Pahnhöfen. in allen Buchnnd Papierhandlungen, Tabaktraifikenund bei den Kolportellren erhältlich, oder direkt bei I. Rafael, Wien, 1. Bez., Gräben 28. * Die Lebeilsmittelmärkte. Der Verkehr ans den gestrigen Märkten bot das übliche flaue Awietagsgepräg^ Außerdem wurde der Besuch dom Regenwettcr stark beeinträchtigt. In der Gvoßmarkthall« bÄiafen sich die Fleischimpvrte auf 10 Waggons. Preise bei belanglosem Verkehr vorläufig wie irr der Vorwoche. Allein da ans dem gestrigen Riuderrnarkt in St. Marx die. Preise gestiegen sind, dürfte sich Rindfleisch im Laufe der Woche Vertonern. — Der Naschnrarkt wnrde Ovar gestern dürftig beliefert, allein angesichts der rwch vorhandenen ersparten Vorräte konnte den Llrrforderrnvgen der spärlich erschienenen Käufer errtspvocherr werden. In lden Preisen ist gegen Samstag eine Verändernrvg von Bolarrg nicht nr korrftatiererr. Auch die Obstzusichren häben dem schtvachen Bedarse entsprocherr. * Berhaftuna eines Hochstaplers. Aus I,r n s b r u ck wirb rnrs vom 22. d. berichtet: Die hiesige• Krmrinalpolizei. verhaftete heute crrr elegarnt arriftreterrdes Ehepaar, das in einer Billa in Innsbruck auf großem Frrße lebte. Der Mann ist rurgesähr 10 Jahre att rmd ireirrft sich George W e r rr e r oder Börner, auch H a n z b a ch sowie Rudolf Bach er und wft'd von der Wiener PMzei wegen großer Betrügereien gesucht, die er a rr a u s w a rr d e r u n g s l -rr st i ge rr Louien dadurch begangen har. daß er ihueu Eiureisebewillrgurr «gen nach Ame r ika zu verschaffen versprach und ihnen bei dielsar Gelegeicheit größere Geldsummen rur-d Schmuckgegenstände he ran blockte. Der Mann spricht vollkoumreu Englisch. Da der Verhaftete unr falsche AnsNieispapiere bei sich hat, kvrrnte bis jetzt feilte genaue Identität nicht festgestellt tvevden.. * Im Donaukanal ertrnukeu. Sorrntag wurde bei der SchtvedeNbrücke die Leiche des am 14. ö. M. bei einem Boots Unglück sin DmWukarral ortruitkerren Fischhändlers Franz Tatzer ans den: Wasser geborgerr. i!i: Vom Nachtwächter Mm Millionär. Ern geradeArr märchenhaftes Glück ist 'dem Nackgumchtcr von Veicestev .widerfahren. Der Manns ^namens Saddingtou, fülirle ciu .überaus ärmliches Leben und wohnte im drrnkelisten Bicrrcl der Stadt. Eines Morgens saß er, müde von der anstrengenden Arvcrt, auf einer Barrk von Lercester und vertiefte sich in eine 'liegengelassenc > Londoner Zeitung. Bei ihrem Studrum entdeckte er ein Jnserar, durch das Evben' erues in Australien vevstorbenen Efrgläuders namens Saddington gesucht wurden. Der Liachtwächter er-- innerte sich dunkel, daß einmal ein Onkel von ihm als Arbeitei.- nach Australien ansgcwandcrt war. Er meldetc den, Vorgang seinem Vorgesetzten, der die Angelegenheit weiter versolgtc. Bald stellte sich auch tatsächlich heraus, daß der arme Nachtwächter der alleinige Erbe des Vermögens des Verstorbenen war, >däs sich auf über l>0.000 Pfn nd belief. Der Onkel war bereits vor .pvanzi>g Jahren gestorben und die Behörden hatten durch alle möglichen Ansschrcibungen vergeblich nach den Erben gesucht. Die Änkündiguna in der Londoner Zeitung sollte die letzte sein, die zwecks Auffinduiig der Erben erlasien wurde, und ein seltsamer Zufall wollte es, daß gerade diese sllmnmer aui jener Bank im Park von, Leicester in die Hände des arme" Nachtwächters fiel. ' __ Radroprokramur. Dienstag den 23. Jmii. 1>1 bis 1 ll.hr: Bovmutagskonzevl. — 4 bis 6 Uhr: Nachmittagskoi^ert. — Viertel 7 bis 7 Uhr: Vortrag 8 der Literaturreihe der Ravog: Lessing. Aon Univ.- Pros. Dr. R. Arnold. — 7 bis halb 8 Uhr: Esperaittoturs. — 8 Uhr: »^Iphigenie auf Tamis", von Goethe. Mittvirlende: Erika Wagner, Paul-Pranger, Ferdinand Oilnv, Wilhclvr Klitsch, Aurel Nowotny. Vereine, Vorttikge und Versammlungen. Hitachduth, 2. Äcz.. Glockeugasse 30. Morgen Mitt» woch, halb 8 Uhr abends,. Vortrag Dr. Eh. T a r t a k o w c r über Problenre des kommenden Zkongresscs. Anschließend Diskussion. Gäste willkommen. Der Keren Kajemeth l'Jsrael ersucht alle K.-K.-L.-Kom» missäre, soweit sie die Junileerung noch nicht abgeschlossen haben, diese noch im Lause dieser Woche abzuschlicßen und au einem der nächsten Nachmittage zu verrechnen. Biihue und Kunst. „Srlar mit der lange« Nase." (Kammerspiele.) ^öachtvovstellutlg, das scheint leider ein Freibrief für un> appetitliche Angolegelchciten gowordeu zu fein. Samstag wurden einem in der Rolenturmistraße, inr Theatevgckbäude, drei Akte lang Spezialitäten, an den Kopf geworfen, wie es auf der Bühne eindeutiger und aufdringlicher nicht mehr geschcheu kann. Der TheaterzettÄ wollte Pariser Marke vortäuschcii, die Sache roch aber stark nach: Made in Austria rne de Prater, Stil des seligen Intimen Theaters, wo man aber derlei Frivoltnn in Dialog und Spiel diskreter zit bringen verstand. Auch die saftigsten Ragouts der Budapester Schwanlküche nehmen sich gegen dieses Fabrikat gcradczrl literarisch alis. Daß die Perspektive eines nervenstärkenden Mittels für Lebesimglmge und-Greife ein Bett in den Boidergrnud rückt, in, unter und hinter dem es lebhaft zngchl, scheint der „starke Einfall" dieser peinlichen Angölvaenheil zu sein. Leute mit einer feineren Ätase als die Oskars (der Titel gchöri offenbar zu einem anderen Stück) verließen nach dem ziveiten Akt den Saal. Was dann folgte, tvar nicht einmal mehr ordinär. Die Darsteller, die Damen Constanze Linden, Ällarietta Web er, Grete. Pa nl y, Ine; Alle.gr i fotvie die Herren Le y, Ritter und Niberacker bemühten sich mit eine verloren- Sache und trugen daher zum Uebersiuß dick auf. as. „Der Barbier bau Sevilla" im Schönbrunner Schloßtheater. lllainer Simons spielt die alten Opern der Reihe, nach ab und kommt nächstens gar mit der „Fledermaus", die an allen Opern- und Operettenbühnen als Lückenbüßer hcrhalten muß. Wo bleibt das Singspiel, tvo bleibt die Kauuncroper?! Die Inszenierung des „Barbier von Sevilla" durch Reuato Mord o bringt gutes, altes Tl-eater ohne jede Probleutatik. Mitunter, etwa wenn nur ein einziger Soldat zur Stelle ist und die übrigen auf der Leinwand aufgczogoll werden, ist es auch schlechteres, noch älteres Theater, in manchen Augenblicken wieder scheint der Geist Teirosss auf der alten Hofbühne zu spuken. Leider ist auch, wie bei den Teiroff-Leuten, die Szene vom Ort und von der Zeit der Handlung entfesselt: Das Mitieu ist weder spanisch noch italienisch und der Graf Alnmwira des Herrn Olven Hcwitt, der ebenso mit der deutschen Sprache wie mit den italieli-ischeu Gesaugsmauiereu auf Kctogsfuß lebt, kommt tveder aus Sevilla, noch aus dem 17. Jahr- $ hundert. Am besten schnitt wieder Herr Max Klein ab. Diesem „Cicero aller Barbiere" hat sich sein eigenes „bravo, bravissimo" voll und ganz verdient. Auch Herr Emmerich Weill als Basilio saug und spielte ganz brav, das Rosincheu der Frau Ilse Goltz-Kick muß noch fleißig bei Gesangsmeister Basilio Gesangsstunden nehmen, und Herr Bäudler, der bernhnlte Komiker, sollte mit seiner Komik Haushalten, statt' sie durch Uebertreibungen abznschwächeu. Am Dirigeütenpult wirkte der junge, begabte Hans Swarowsky, der es recht schioer hatte, sein vorwärtsotäilgeudes Orchester ttud die zu ii gen trägen dentstb?» Sänaer ungefähr zusainmenznhalten. m. 5037

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