Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2276 (22.6.1925)
- Date
- 1925-06-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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1 Polen: LV firoszyl Wi en: Zum Abholen in der Expedition, IL, Taborstr. 1-3, oder hi einer Verschldsstctle fTrafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkauf in Wien durch die Kotporteure der Firma O o I d sch m ied, I, Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon.Din. 60. Polen: Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Nachzahlungen bei Prel'i» erhdhungen Vorbehalten Wiener orgeiyeilimg rpreis Sö ul Engl a n d: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Life: Rumänien: Mon. 170Lei. Bulgarien :Mon.lOO Leun. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Fr«. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 4441-38,43-3-19 Ab 6 Uhr : 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterrelchisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Kr. 2276 Wien, Montag. 22. guni 1S2S 7. ZaHrgang V Drifl. uogar. DEBRECZINER - für WlederverMuler III,, Heumarkt 6,Tel. 95483 Set Hochschultag. WEDO Gestern wurde der Hochschultag fortgesetzt. Das Referat Seipel über die „Aufgaben der deutschen Hochschule gegenüber dem deutschen Volk" wurde einem Ausschuß unter dem Vorsitz des Bundesvates Hügel ma n n (dem gewesenen Herausgeber des „Deutschen Bolksblattes^ Angewiesen. Ueber das Studentenrechtreferierte Rektor Sperl, der die Schaffung der Hochschulgemeinschaft als -das Mittel ansieht, die Rühe an den Hochschulen zu schaffen. Professor H o f m e i st e r, der gewesene Rektor der Technik, der im Vorjahre mit der Einführung des Numerus clausus begonnen hatte, empfahl feine Anstalt als Beispiel für das Studentenrecht und >das Disziplinarverfahren. Sforza und Mussolini. Rom, 22. Juni. Ministerpräsident Mussolini hatte vorgestern in der Kammer den gewesenen Minister des Aeutzern und Botschafter in Paris Grasen Sforza einen -verleumderischen Lügner genannt. Gras Sforza hat nun als Senator den Senatspväsrdenten verständigt, daß er den Ministerpräsidenten über diese Aeußerung zu interpellieren wünsche. Der Bruder Sforzas, Graf Cesare Sforza, wurde wegen antlfaszistischer Gesinnung verhaftet. ' In der Umgebung . Roms wurde gestern der Faszistenfühver D>o cei in einer Rausepei erschlagen und ms Wasser geworfen. ____ Sie Vorgänge ln Shino. London, 22. Juni. Nach einer Meldung aus Peking ist in Kanton ein Japaner ermordet worden. Man glaubt, daß es sich um einen Raubmord handelt. In Schanghai hat sich die Lage bersch ä r s t. Die Gewerkschaften haben gegen den Befehl der Handelskammer, wonach die Banken undGeschäfte wieder offen gehalten -werden sollen, eine Gegenaktion eingeleitet und die Schließung der Geschäfte erzwungen. 2000 chinesische Soldaten sind aus Peking angekommen mit dem Befehl, au der Grenze der Ausländevniederlassungen Stellung zu beziehen. Da diese Soldaten aus Provinzen kommen, in denen starke fremden feindliche Strömungen herrschen, sind die Ausländer beunruhigt. Für alle Fälle haben die Japaner die Polizei verstärkt. _ 6ine chinesische Delegation k» Berlin. Berlin, 22. Juni. Gestern abends ist hier eine große chinesische Delegation, bestehend aus Politikern, Militärs und Technikern, angekommen, die sich aus einer Weltreise befindet und von hier nach Rußland iveiterbegeben will. Die Abordnung steht unter der Führung des höchsten politischen Beamten Chinas, des Generalsekretärs des chinesischen Präsidenten Generals Hsushu - Tsch c ng, der unter großem Aufsehen in seiner mit Gold und Brillanten besetzten Staatsuniform den Waggon verließ. England vor Kenwahleu. London, 21. Juni. Nach dem liberalen „Reynolds News Paper" beabsichtige die Regierung im Herbst dieses Jahres Neuwahlen zu veranstalten. Verschiedene Mitglieder des Kabinetts seien der Ansicht, daß die Regierung des Wahlversprechens enthoben werden solle, keine Schutzzollpolitik zu treiben. Sie erklären, daß nur eine starke Schutzzollpolitik der großen Arbeitslosigkeit steuern könnte. Marotto wird blockiert. Paris, 21. Im». (Wolfs.) Wie „Matt»" berichtet, hat Außenminister Briand, der gestern vormittags den spanischen Botschafter empfangen hatte, mit diesem den Plan der Blockierung der Rifküste geprüft, den die französischen und die spanischen Sachverständigen ausgearbeitet haben. Grobe Ueberschwemmungen auf Geleites. Amsterdam, 22. Juni. In Makassar auf Celebes haben große Ueberschwemmungen stattgofullden. Fünf Ortschaften sind gänzlich weggeschwemmt worden. Der Maden, ist uuge-heuer. Dar neue PalSftin« Sie Keren-Hajeffod-Akbeit. In Aegypten. In diesem Jahre hat zum ersten Male in Aegypten eine K.°H.-Kampagne stattgesunden. Unter der energischen Leitung des Delegierten -des Londoner K.-H.-Direktoviums Dr. B u ch m i l 'hat die Kampagne zuerst in Kairo mit mehr als 1500 Pfund einen schönen Erfolg gehabt, ebenso in Alexandrien, wo Dr. Buchmil sich jetzt aufhält, und wo bis jetzt zirka 7000 Pfund ausgebracht wurden. Erwähnenswert ist, daß unter den Beiträgen sich einer mit 1000 Pfund und je zwei zu 600 Pfund befinden. Wenn wir den Erlös aus dem Besitztum hinzurechnen, das Baron Menasee bereits früher spendete, ferner das Legat des verstorbenen Herrn Fried mann, eines Rumänen, der in Aegypten gelebt hat, und das nach Abzug der Erbschaftssteuer zirka 1200 Pfund betragen wird, so haben - wir ein Gesamtresultat von 11.000 Pfund zu verzeichnen, für eine erste K.-H.-Kampague in Aegypten ein recht schönes Ergebnis. In Palästina. Die K.-H.-Arbeit in Palästina wird gemäß den vom zentralen K.-H.-Komstee für Palästina festgelegten Pla«ew fMgesstzt. Nach der kürzlich in T el-A w iiw stattgehahten K.-H.-Konferenz wurden ' große Anstrengungen gemacht, um die Kampagne, für das Jahr 5085 zu beendigen. Es wurde ein Rundschreiben an alle K.-H.-Komitees evlasien, die ausstehenden Forderungen einzuziehen und soviel neue Zeichnungen wie möglich zu erzielen, bevor die diesjährige Kampagne geschlossen wird. Ein ähnlicher, von Sokolow -Unterzeichneter Aufruf wurde in der palästinensischen Presse veröffentlicht. Dr. Helsmann besucht jetzt die Städte und Kolonien Palästinas, die für die Arbeit in Betracht kommen. Er war auch Sokolows Begleiter jwährend dessen Tournee durch Palästina. In den Versammlungen in Liberias und S a f e d trugen die Ansprachen Sokolows und Dr. Helfmanns viel zum Gelingen der K.-H.°Avbeit bei. Die Lokalkomiiees nahmen ihre Tätigkeit von neuem auf und haben sich verpflichtet, die Arbeit mit verstärkter Energie durchzufühven. In Haifa fand ein öffentlicher Empfang für Sokolow statt, der vor seiner am 2. d. erfolgten Abreise von Palästina noch in verschiedenen öffentlichen Versammlungen sprechen wollte. In Tel-Awiw, wo die Tätigkeit für den K. H. recht rege geworden ist, sind die Aussichten sehr ermutigend. Es wurde ein besonderer Film vorbereitet, der abends im Kino vorgeführt wird. Dank den Bemühungen Dr. Helfmanns, der von Leib Jaffa und Dr. A. Goldstein unterstützt wurde, sind die in Tel-Awiw erzielten Resultate sehr gute. Man hofft, dort 7000 Pfund für den K. H. zu erhalten. Auch in Jerusalem geht die Arbeit trotz zahlreicher Schwierigkeiten gut vorwärts. In Transsylvanien. Als Delegierter des Londoner K.-H.-Direktoriums weilt seit einigen Wochen Dr. Wolf Friede mann in Transsylvanien, um der dortigen K.-H.-Aktion einen neuen Impuls zu geben. Außer Cluj hat Dr. Friedemann in einer lOtägigen Tournee die Städte S z a t m a r, B a i a> - M a r a, S z o m k u und Silaee besucht. In Szatmar hat > der kommandierende General ausnahmsweise die Veranstaltung eines großen Meetings gestattet. An dem nachfolgenden Bankett nahmen -über 100 Personen teil. Es wurden über eine Million Lei gezeichnet. In den kleineren Städten sind bisher zirka 750.000 Lei gezeichnet worden. Dank der Mitarbeit voit Frau Dr. F r i e d e ma u n wurde in Szatmar neben dem neugebildeten Komitee auch ein recht gut arbeitendes Frauenkomitee gebildet. Von Baia-Mara hat sich Dr. Friedemann nach Marmaros-Sziget begeben. Die Arbeit in Transsylvanien ist außerordentlich schwer infolge der überaus schlechten wirtschaftlichen Lage, der niedrigen Valuta und des starken Bargeldmaugels, so -daß der bisherige Erfolg Dr. Friedemanns als recht befriedigend angesehen werden kann. Palästina vor einer neue« Wirtfchaftspbafe. Von Dr. E. Usiel, Tel-Awiw. Das Leben rollt hier mächtig vorwärts. Mau spürt <4 direkt in der Luft: wir stehen vor einer neuen wirtschaftlichen Aera. Wer die vorjährige Palä-stinaausstellung m Tel-Awüv miterlebt hat, wer sich die Erzeugnisse der kleinen, schwachen Palästinaindustrie in der Ausstellung angesehen hat, mußte sich sagen: Hier ist die Grundlage für eine groß angelegte Industrie vorhanden. Schon damals mußte man über -die vielen verschiedenartigen Industriezweige, die hier ausstellte«, staunen. Inzwischen kamen neue Maschinen und Kapital ins Land und die Wirtschastsmaschine arbeitete immer kräftiger. Nun steht die eingeborene arabische Bevölkerung auf zu niedrigem Kulturniveau, als daß sie als Verbraucher der hiesigen Erzeugnisse allein in Betracht käme, und so ist die hiesige Industrie gezwungen, sich neue, größere Absatzgebiete zu sichern. Diese könnten aber vornehmlich in den Ländern des nahe« Ostens gefunden werden. Gäbe es ein Mittel, sich diese Märkte zu -erschließen, so wäre damit Großes und Unumgängliches geleistet. Unalle Anzeichen sprechen dafür, daß dieses Ziel erreicht werden kann. Mehrere führende Persönliche kürten aus dem Gebiete des Handels und der Industrie bemühen sich, dieses Problem zu 'lösen, doch ist bis jetzt kein positives Ergebnis erzielt trwrden. Und wie es gewöhnlich im Leiben dar Fall ist, so werden auch, hier die Praktiker den Sieg davontragen. Schon fand sich eine Gruppe junger, erfahrener Leute, die das Spiel wagen wollen. -Aus der Erkenntnis heraus, daß das Problem nur durch gegenseitige persönliche Fühlungnahme mit den betreffenden Nachbarvölkern gelöst werden kann, greifen sie zur praktischen Arbeit. Zu diesem Zweck wurde sine Palästinamesse und -Ausstellung G. m. b. H. ms Leben gerufen, die sich zur Aufgabe machte, periodische Messen und Ausstellungen in Palästina zu eröffnen. Die Gesellschaft beruht ans privater Initiative und wird in Tel-Awiw ihren Sitz haben. Sie umfaßt Palästina, Aegypten, Syrien, Messvpotamien und Tvansjordanien. Es ist zwar ein Wagnis, doch bietet dies>er Weg alle für ein Gelingen erforderlichen Voraussetzungen. Dem palästinensischen Produzenten werden da die Erzeugnisse seiner Nachbarn zum .erstenmal vor Augen igeifühvt werden. Durch Vergleich' und Anregung könnte unsere Industrie viel gewinnen. Es könnte zu einem Warenaustausch der betvefsenden Länder führen wie auch zum Auffinden neuer RohstvMczugsquellen. Schon dies allein würde dem Unternehmen seine Existenzberechtigung geben. *'■ Schon liegen aus mehreren Ländern Zusagen der Beteiligung vor. Hierzulande hat der Gedanlke viel Freunde ge-. Wonnen und es wird bereits intensiv vorgearbeitet. Dank seiner geographischen Lage kann Palästina seine einstige Bedeutung als Wrrtschaiftszentrum wieder erlange«, denn das Land liegt aus dem Wege zwischen Europa, Asten nnd Afrika und ist der bequemste We>g für Warendurchfuhr nach dom nahen Osten. Vielleicht stehen wir am Vorabend einer großen ioirtschaftvichen Epoche, die einerseits die junge Industrie Palästinas ans die Beine stellen und andererseits dem Lande dazu verhelfen könnte, sich zum Wrptschaftsve»»' mittler zwischen Ost und West ausßuschwmgen. Die hohen Mieten i« Jaffa. Wie der ,Aelestin" berichtet, hat der Gouverneur dos Jaffaer Kreises, Major Cambeh den arabischen Hausbesitzern in Jaffa mit Rücksicht auf die Gefahr der hohen Mietzinssteigerungen folgende Alternative gestellt: Entweder sie müssen sich fest an ihr Verspreche« halten, nur mäßige Forderungen an die Mieter zu stellen, oder er Coerde ein besonderes Komitee mit der Kontrolle der Mieten beauftragen, ohne dessen Zustimmung kein Miewevtrag gelten solle, oder er könne die Mieten ohne jede Begrenzung lasst.!, jedoch werde die Regierung, wenn die .Hausbesitzer es zu Mwtrieibenen Forderungen kommen lassen, eine Neuaufnahme der unbeweglichen Mt« anordnen und darnach die Wovkastouer erheben, statt entsprechend der alte«, niedrigen Einschätzung. Die Hausbesitzer «klärten, daß die Gerüchte über die Höhe der Mieten auf Usbertverbungen beruhen. und daß sie gewillt seien, ihre FosdvW»gen m ge« Gveu^eu M