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Wiener Morgenzeitung · 1925-06-20 · Heft 2274 (20.6.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2274 (20.6.1925)
Date
1925-06-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Keine Aenderung des Kutte». R. Jerusalem, 17. Juni. Das Abschiedsbankett, welches her jüdische Nationalrat von Erez Israel dem scheidenden ersten Qberkommissär Sir Herbert Samuel gab/ fand im großen Festsaal der neuen hebräischen Universität 'statt. Bei der Feier waren die Erez-Jsrael-Vevwaltung durch die Leiter der einzelnen Departements, die Nationalversammlung (Aselal Haniwcharim) sowie die übrigen jüdischen Körperschaften durch ihre führenden Funktionäre vertreten. Die Redner, Kolonel F. H. Kisch namens der Zionistischen Exekutive, Bürgermeister von Tel-Awiw Disengoff in Vertretung des Waad Leumi und Herr Mejuchas für die jüdische Gemeinde von Jerusalem, gaben dem aufrichtigsten Bedauern über das Scheiden Sir Samuels von seinem hohen Amte Ausdruck. Sämtliche Redner betonten, «daß die Judenschaft von Evez Israel, obwohl sie beim Oberkommissär nicht immer alles zu erreichen vermochte, was sie angestrebt habe, doch jetzt, am Ende seiner fünfjährigen Amtstätigkeit, die überaus schlwierige Situation des obersten Leiters der Verwaltung des Landes anerkenne. Es müsse feistgestellt werden, daß Erez Israel unter der Regierung «Är Herbert Samuels auf allen Gebieten des Lebens große Fortschritte erzielt hat. Sir Hsrherb uüd - Lady .'EMtiE-Mtzn sich Lurch ihr segensreiches Wirken in der Geschichte des Judentums verewigt. Samuel verlasse Erez Israel als Regent von Palästina, mit dem er jedoch als Bürger verb-unden bleibe. Unter stürmischen Ovationen erhob sich Sir Herbert Samuel, um den Borrednern zu danken: In den abgelaufenen fünf Jahren — führte Samuel aus — sei bezüglich beider T e i l e der Mandatsbestimmungen viel durchgeführt worden, sowohl hinsichtlich AI F= H IM F D f Co/«^\lMMnRILIFN-AKr,i>er Errichtung des jüdischen Ratio nalhei ms als .LCnlxCK&V»/ im\»nnuPIUCri bezüglich der Wohlfahrt der nichtjüdischen Bevölke- »ankkommaniiitciessllscliaftauf^ktlen>^^< Ssrlln W9. Pot5<Jam§rstTäße 1 Telefon. Nolicndorf 0626-55 An- und Verkauf von Grundstücken in Gross-Berlin Uebernahme von KansVerwaltangtn zu günstigen Bedingungen und unter Bankgarantie Der Wöllersdotler Prozeß vertagt. Nach Vornahme eines Lokalaugenscheines in Wollersdorf am Donnerstag wnrde der Prozeß am gestrigen zwölften Tage der Verhandlung vertagt. Begründet wird die Vertagung damit, daß durch neue Bewe is an trage der Verteidigung und des Staatsanwaltes der Umfang des Materials ungeheuer angewachsen ist, weshalb der Akt an den Untersuchungsrichter z u r n ck g e l e i t e t wird. Der Antrag auf Einivernahme ibe§ Bundeskanzlers Dr. Ramek wurde a b g e w i e s e n. Die Einvernahme des gewesenen Bundeskanzlers Dr. Seipel als Zeuge über eine Aussage des Angeklagten Pitner wurde z uge lasse n. _ Sie armenischen FlüchUinge. Nansen in Eriwan. Moskau, 19. Juni. (Wolfs.) Nansen ist in Eriwan -ingetroffen und wurde von Veit Mitgliedern der armenischeil Regierung empfangen. Die. Kommission, au deren Spitze Nansen steht, wird die Möglichkeit einer Ansied- I u n g armenischer Flüchtlinge in der Sardarabadsteppe untersuchen. der rung. Die Kombinierung beider Elemente ist nicht nur gerecht, sondern auch möglich. Manche wollen es nicht begreifen, daß gewisse Einschränkungen notwendig seien. Diejenigen, die zu viel fordern, erhalten oft gar nichts und gar manche Tragödien in der jüdischen Geschichte führt uns diese Lektion eindrucksvoll vor Augen. Im weiteren Verlauf seiner Rede betonte Sir Samuel sein Bedauern über die Verzögerung der Durchführung dreier Verwaltungsfragen: der Veröffentlichung des jüdischen Gemeindegesetzes, der Erhöhung der Post für jüdisches Erziehungswesen im Regierungsbudget, ferner der Schaffung des Nationalitätengesetzes und schließlich der Durchführung der Munizipalwahlen. Er hoffe jedoch, daß alle diese Angelegenheiten in sehr kurzer Zeit der Erledigung zugeführt werden. Sie polnisch-jüdischen Verhandlungen. Formulierung der jüdischen Poftulate. Warschau, 19. Juni. (I. T. A.) Im Zusammenhang mit den gegenwärtig im Gang befindlichen Unterhandlungen zwischen der polnischen Regierung und den jüdischen parlamentarischen Vertretern haben der Präsident des Jüdischen Klubs Dr. Leon Reich und der Deputierte Rabbiner Dr. Thon der Regierung ein Memorand u nt Überreicht, in welchem die wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Forderungen der Judenheit formuliert sind. Von den wirtschaftlichen Forderungen find hervorzuheben: Milderung des Zwangs sonntagsr uhege setz es in der Weise, -aß den Juden, die den Sabbat beobachten, gestattet werde, an den Sonntagen - einige Stunden lang ihren Geschäften nachzugehen und ihrer Arbeit zu obliegen; Wochen markte und kaufmännische Messen dürfen nicht, wie es gegenwärtig von den Lokalbehörden systematisch geübt wird, auf Mit Nachdruck erklärte Sir Samuel: D i e britische Politik in Erez Israel wird keine Blenderung erfahren! Lord Plumer wurde ernannt, weil er sich als tüchtige, geschickte Verwaltungskraft erwiesen hat. Daß er Militär ist, hat lbei seiner Auswahl keine Rolle gespielt. Es muß als gesundes Symptom der Arbeit in Erez Israel gewertet werden, daß die Juden eine solche Bereitwilligkeit zeigen, neue Wege zu suchen und insbesondere die landwirtschaftliche Arbeit aufzunehmen. Die Zeit wird lehren, welcher jüdische Typus er erfolgreichste fein wird. Ich wünsche, sagte Samuel weiter, daß das nationale Heim nicht nur wirtschaftlich und intellektuell, sondern auch darin erfolgreich fei,' daß es das Element der Schönheit besitze. Dr. Weizmann ist heute einer der ledeütsamsten Männer, der nicht nur seine jüdische Organisation, sondern auch viele Staatsmänner beeinflußt hat. Der Fortschritt in der Verwaltung von Erez Israel ist zum nicht geringen Teil dem Mnverftändnis mit Dr. Weizmann zuzuschreiben. Die Palästinaregievung wußte ebenso die Klugheit und das aktive - Wirken des Kolonel Kisch, .des HaüptesderZio- . Niftifchen Exekutive, zu schätzen. - ■ ’ ' > Ich bin /glücklich,' fuhr SamuA fort,- daß ich vdrmeinem Abschied von-meinem Posten in Erez Israel Gelegenheit hatte, mit dem illustwn Wohltäter von Evez Israel, Baron Gdmond de Rothschild, zusammenzutreffen. Lady Samuel und ich werden stets mit dem Gefühle glücklich verlebter Jahve auf diese letzten fünf Jahre gurüchblicken. Von diesem Skopusbevg, auf dem wir jetzt stehen, schloß der scheidende Oberkommissär seine tiefen Eindruck hervorrufende Rede, mit einem Rückblick auf die Vergangenheit und einem Ausblick in die Zukunft fühle ich mich erfüllt von Vertrauen auf die Tage, die nunmehr kommen werden. Die Abschiodsfeier wurde mit einer kurzen Rode Dr, Thon's geschlossen. , Wir bitten Sie, kommen Sie bald wieder! Hier wartet noch Arbeit für Sie! Volk und Land warten auf Sie! Und nun leben Sie wohl! Unsere Segenswünsche begleiten Sie! Unter den Klängen -der Hatikwah fand die Feier ihr Ende. Sir Herbert Samuel bei König Fund. Jerusalem, 17. Juni. Sir Herbert Samuel fuhr nach Kairo, um König F u a d einen Abschiedsbesuch abzustatten, und kehrte von dort nach Jerusalem zurück. Gouverneur Abramson lebt. Jerusalem, 17. Juni. Wie hier verlautet, ist das in .Hebron verübte Attentat auf den Gouverneur von Gaza, Kolonel Abramson, mißglückte Der Gouverneur wurde nicht getroffen. Sabbat- und jüdische Festtage verlegt werden, da es den jüdischen Kaufleuten dadurch unmöglich ist, sich an den Märkten und Messen zu beteiligen; die Besteuerung soll eine gleiche für Juden und Nichtjuden sein; der jüdischen Bevölkerung sollen seitens der staatlichen K r e d i t i nst i t u t i o n e n ebenso wie der Polnischen Darlehen gewährt werden. Auf kulturellem Gebiet wird die staatliche Anerkennung des Schulwesens mit hebräischer und jüdischer Unterrichtssprache und Erweiterung des judaiftischen Unterrichts für jüdische Schulkinder an den Staatsschulen, ferner AnnuIlie r u n g derjenigen Bestimmungen, durch die, ohne daß dies gesetzlich normiert ist, die jüdischen Studierenden von den Polnischen Universitäten und Hochschulen fernge-halten werden, endlich Vorlage eines Gesetzes, welches in für die Juden zufriedenstellender Weise die Organisation der jüdischen Gemeinden regelt. Auf politischem Gebiet wird die Verwirklichung «der Gleichberechtigung der jüdischen Bevölkerung, die bis jetzt nur auf dem Papier steht, gefordert. Kleider-Voile in allen Dessins und Farben, per Meter lir 19.800 Hl Schiffmann II. TaborstraSe 48 Telnntion 47-1-78 Sn gras Sn tfntnil

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