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Wiener Morgenzeitung · 1925-06-16 · Heft 2270 (16.6.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2270 (16.6.1925)
Date
1925-06-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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jPolen: 20 flroszv! Wien: Zum Abholen in der Expedition, N., Taborstr. 1-3, oder in einer Verschieisstelle fTraflk) monatl. 5 Schilling Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Qol dschmied, I., Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-Slowakei: Mon.K22. Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen* Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Qm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Nachzahlungen bei P r e 1 *- erhShongen Vorbehalten facerti Wiener das mühelose Parkett-Glanzmittel Brhililldi in allen elnfdiUgigen Gefdiaften Morgenreilung iPrels 20 a\ England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170 L i. Bulgarien:Mon.lOOLew?. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 41-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Univcrsitätsstrassc 6-8 (Diuckerel lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Ar. 2270 Me«. Dienstag. 18. Sttttf 1925 7. Jahrgang Die Mische PalWnapoM. krklSrungen Lord Balsonrs. London, 12. Juni. Auf eine offene Anftage!m „Jewish World" über die britische Palästinapolitik erklärt Lord Balfour in einem längeren Schreiben an die Redaktion unter anderem: „Die unter dem NameN Balsour-Deklaration abgegebene Erklärung ist nicht Mf Veranlassung.eines einzelnen Menschen erfolgt. Die Verantwortung für diese Erklärung trägt nicht England ^llein, sondern tragen! . alle Menschen, die den Versailler Vertrag unter sch rieben haben. Mögen alle wissen, daß eher Himmel und Erde verschwinden werden, bevor ein einziges Wort an der Balfour-Deklaration geändert werden könnte, trotz aller Proteste und Demonstrationen." Lord Balfour schildert sodann seine Erfahrungen in Palästina, wo er sich überzeugen konnte, daß ' jf die arabischen Extremisten zahlenmäßig unbedeutend seien und nur egoistische Privat- .interessen verfolgen. Am Schluß seiner Zuschrift fordert er die Araber auf, die Zionisten mit „weißen Gewehren" zu bekämpfen. Balfour versteht darunter einen Wettstreit auf dem Gebiete der Kultur und der Wirtschaft. Solange die Araber andere Wege einschlagen, erbringen sie nur den Beweis, daß sie für die SelbsWrwaltunK noch nicht reif sind. Abreise Sokolows aus Palästina. Jerusalem, 12. Juni. Nahum Sokolow hat am 3. Juni Jerusalem verlassen und sich in Haifa nach Europa eingeschifft. Herbert Samuel. Jerusalem, 16. Juni. (I. T. A.) Der Leiter des politischen Bureaus der Zionistischen Exekutive, Kolonel Kisch, gab am 9. Juni in seinem Hause einen Empfang zu Ehren des scheidenden Obevkommissärs Sir Herbert Samuel. Kolonel Kisch gab in seiner Begrüßungsrede den Gefühlen der palästinensischen Judenheit für Sir Herbert Samuel Ausdruck. Der Obevkomwissär dankte in einer längeren Ansprache und führte aus, es müsse jeder 'dafür sorgen, daß in Palästina mehr Einigkeit und Zusammen aribeit Platz greife. Er selbst werde auch fernerhin mit tiefstem Interesse die Entwicklung in Palästina verfolgen und hoffe, i n e i n o d e r z 'w e i I a h r e n in einer öffentlichen Eigenschaft Arbeit zu tun. Sir Herbert Samuel sprach >damr von der Zusammenarbeit der von der Zionistischen Exekutive repräsentierten Jewish Agency mit der Palästinaadministration auf Grund des Artikels 4 des Mandats und stattete Kolonel Kisch den Dank dafür ab, daß er die Regierung in vielem unterstützt hat. Die Sperrung der amerikanischen Gnmnndernng. Panik unter den jüdischen Emigranten in Riga. Aus Riga meldet I. T. A.: Der ameöikanische Generalkonsul in Riga hat die Gesuche der 500 auf dem Wege nach den Vereinigten Staaten in Riga gestrandeten jüdischen Emigranten, ihnen in den nächsten Jahren jdie Einreise nach den Vereinigten Staaten zu ermöglichen, endgültig abgelehnt. Die lettländische Regierung, die den Emigranten nur unter der Voraussetzung ihrer Weiterreise nach Amerika in absehbarer Zeit den Aufenthalt im Lande gestattet hatte, erklärt nunmehr, daß sie einen längeren Aufenthalt der Emigranten in Lettland nicht dulden könne. Man befürchtet, die Behörden werden die Emigranten zwangsweise an Lie russische Grenze abschieben. 1 Angesichts des Fehlschlagens aller Hoffnungen bemächtigte sich der Emigranten eine große Verzweiflung. Mehrere 100 Auswanderer, alles landwirtschaftlich vorgebildete Arbeiter und qualifizierte Handwerker, bestürmen die Palästinaämter in Riga und Libau, daß man ihnen Visa für Palästina aussolge. Die Bitten mußten abgelehnt^ werden, weil nicht genügend Zertifikate vorhanden sind. Die Verteilung der polnischen Palästinazertifikate. Wie der „Haint" berichtet, ist das Warschauer englische Konsulat bereits offiziell von der Zuteilung der neuen Palästinazertifikate verständigt worden. Die Polen jetzt zur Verfügung gestellten 1468 Zertifikate sind für folgende Einwanderungskategorien bestimmt: 660 Zertifikate für nichtqualifizierte Arbeiter im Alter von 18 bis 35 Jahren, die physisch kräftig und jeder Schwerarbeit gewachsen sind, 430 Zertifikate für qualifizierte Arbeiter im Alter von 18 bis 45 Jahren, und zwar 26 für Weber, 15 für Möbeltischler, 10 für Schmiede und 380 für qualifizierte Bauarbeiter. iDe übrigen 343 Zertifikate sind für Frauen bestimmt, die zwischen 18 und 35 Jahre alt und fähig sind, schwere Arbeit, besonders in der Landwirtschaft, zu verrichten Die Steign-AMe. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Warschau, 14. Juni. Wie „Nowy Przeglad" erfährt, wird der Prozeß gegen 'die Lemberg er Kaufleute Jäger, Glasermann, Kornhaber und Münz, die beschuldigt werden, den Ukrainer Mittet >i n durch Geldl Versprechungen veranlaßt zu haben, - zur Entlastung 1 Steigers den Ukrainer Panrzhszlfwd^Mtentäter zu bezeichnen, Mitte Juli stattfinden. Die Prozeßdauer Wird auf zehn Tage geschätzt. Wechsel im polnischen gnnenminikerinm. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) ' Warschau, 16. Juni. Die bereits, wie gemeldet, vor einigen Tagen erfolgte Demission des Innenministers Ratajski wurde vom Präsidenten der Republik angen o m m e n. Die Verhandlungen mit den Kandidaten für die Nachfolge Ratajskis, unter denen der frühere Regierungsdelsgierte in Wilna, Roman, im Vordergründe stand, hatten keim, Ergebnis. Nunmehr wurde Raczkiewicz, ein höherer Verwaltnngsbeamter, mit dem Posten des Innenministers bstvautl Der deutsche Garantievakt. Die französische Antwort wird Donnerstag veröffentlicht. Paris, 15. Juni. (Havas.) Die französische Antwort auf das deutsche Memorandum bezüglich des Sicherheits- Paktes wird morgen durch den französischen Botschafter in Berlin dem Reichskanzler Dr. Lirthev übergeben werden. Der Wortlaut der Antwortnote wird- 'Donnerstag veröffentlicht werden. Italien behält sich freie Hand vor. Rom, 15. Juni. Eine offiziöse Note der Agenzia di Roma teilt mit, daß im Laufe der Unterhandlungen der von Deutschland vorgeschlagene Garantiepakt allmählich seinen allgemeinen Charakter verloren habe, um lediglich ein Grantiepakt für Frankreichs Oftgrenze zu werden. Aus diesem Grunde hätte sich Italien gegenüber einem solchen Pakt größere Zurückhaltung auferlögt. Auch aus einem anderen Grunde habe Italien Zurückhaltung geübt, weil nämlich in diesem Pakt noch nichts Bestimmtes festgelegt worden sei. Die italienische Regierung wolle freie Hand behalien, bis der Pakt aufgesetzt sei, um sich alsdann gemäß seinen Interessen zu entscheiden. strdftöbe ans Formosa. Paris, 15. Juni. Wie aus Tokio gemeldet wird, hat auf der Insel Formosa eine Reihe von Erdbeben ziemlichen Schaden angerichtet. Verluste an Men schenleben sind nicht zu beklagen. 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Es wirkte in gewissem Sinn überraschend, daß Lord Balfour nach dem Sturz Mae Donalds nicht in das neue konservative Kabinett ausgenommen und der N?arquis of Curzon zum Lordprästdenten gewählt wurde. Es wurde damals vermutet, daß Lord. Balfour selbst dem Ministerpräsidenten die.Absicht bekanntgegeben habe, sich von der aktiven Politik endgültig zurückzuziehen. Die Rangerhöhung Lord Balfours nach seiner Paläst'mareise zerstreute alle Gerüchte. Er ist noch mitten drin in der Politik und die Baldwin-Regievung anerkannte die unschätzbaren Dienste des betagten Staatsmannes für das Reich, indem sie ihm die aktive Teilnahme an der Poilitik des konservativen Regimes möglich machte. Es ist nur selbstverständlich, daß Ministerpräsident Baldwiu und der britische Außenminister Austen Chamverlain den Rat eines Mannes, der in der Vergangenheit so überragendes Interesse an Palästina und am nahen Osten bekundet hat, und sowohl in Versailles wie auch auf den anderen höchst bedeutungsvollen Konferenzen von Rapallo und Sevres als die höchste Autorität in der Außenpolitik Großbritanniens anerkannt wurde, eingeholt und befolgt haben. Ist es da nicht mehr als Iwahrscheinlich, daß Lord Balfour, der die Verantwortung für jene Bestimmungen des Versailler Vertrages trägt, auf Grund deren Palästina und Syrien von türkischen Provinzen in Mandatsgebiete unter dem Schutze des Völkerbundes umgewandelt wurden, anläßlich des Personenwechsels in der britischen Verwaltung im nahen Osten um seinen Rat befragt wurde? Man muß sich nicht bloß von den Verhältnissen, die in Palästina herrschen, leiten lassen, um die Gründe zu entdecken, welche Großbritannien dazu gefiihrt haben, die Palästinavevwaltung aus ihrem bisher rein zivilistischen Kurs in ' einen neuen hinübevzuleiten, dessen Führung einem militärischen Sachverständigen anvertraut wird. Man nmß auch einen Blick über den Jordan hinaus werfen und die En Wicklung im arabischen Hinterland in Bewacht ziehen. Man darf ferner nicht überschen, daß Palästina ehedem eines der wichtigsten Glieder in der großen ,/MitteleuroPa."-Kette der Pan-Teutonen und Pan- Tnranier war und trotz seines Ueberganges von der ottomanischen Kontrolle in die britische Verwaltung seine Schlüsselposition im nahen Osten bewahrt hat. . Lord Plumer kommt nach Palästina, weil die britische Aktivität für den ganzen nahen Osten in Palästina Kleider-Voile mr 19.800 Her Schiffmann II. Taborstraße 48 Telentian 47»1»7S En gro» ew «latail

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