Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2268 (14.6.1925)
- Date
- 1925-06-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Steinmann) Oesterrelchisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 7. Jahrgang Drohender Zusammenbruch der deutschen Schwerindustrie. Wachsende Finanrnot infolge der Stinner-Krachr. - Gefahr einer neuen Markentwertnng. (Bon unserem Berliner Berichterstatter.) »lH>cWO«n»c«ri»r3«i«llE«ii«lii»Ei»^»iii»iiMEi,iii»iii» 8 BERLINER 8 B STADTHÄUSER S □ zum sofortigen Abschluss zu kaufen gesucht. y □ Grösse, Friedensmiete, Lastenangabe erforderlich y 1 I? HYPOTHEKENKAPITAL § y nur für GROSS-BERLIN günstig zu vergeben 1 , g * B § BENNO STAHL & SOHN g B jetzt: Berlin W 8, Jägerstrasse 59/60 y ■ zwischen Friedrichu. Charlottenstrasse H g Telephon: Zentrum 5455—58 ja .. . ”1 J.A.Baczewtki iiiiimiiiiiiiiiiiimiiiiiimiiiiimiimiiuiunuiiiiinmiitimmiiiiiiiimiimuiiimu Schnäpse, Liköre Spezialität: Baczewski - Stanislauer Doppelt rektifiziert und destilliert Salt 1782 weltbekannt FLEISCHHAUER« SIEOM. KO RN MEHL Zentrale; IX. Berggasao Nr. 19, Tel. 17-3-99 n. 80-B2/V1 KOSCHER-FLEISCHBANK im IX. 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Der gestrige Sieg des Wiener Athletiksportklubs über die Amateure hat die Fußballmeisterschaft entschieden. Hakoahs Punkteanzahl ist von keiner anderen Mannschaft mehr zu erreichen. Der jüdische Verein geht -«Her in der heurigen Fußballmeisterschaft als Sieger hervor. Re Fräsen der 14. Zionistenkongrestes. Die morgen (Montag) mittags erscheinende Ausgabe der „Wiener Morgenzeitung" enthält unter anderem folgende Artikel: Nahnm Gold mann: Probleme und Aufgaben des 14. Zionistvnkongresses. Dr. Kourad Prunn er: Die Krisis im Zionismus. Ing. I i z ch a k W a ch s m a n n: Was will die Hitachduty? Benjamin Akzin: Die Stellung der Studentenschaft im Zionismus. Berlin, 13. Juni. Die finanziellen Schwierigkeiten der deutschen Industrie, welche durch das Stinnes-Debakel ausgelöst wurden, bildeten heute den ausschließlichen Gesprächsstoff der Finanzkreise. Die. Unruhe wächst von Minute zu Minute. Es wird offen der Meinung Ausdruck verliehen, daß die BerlinerGroßbanken nicht imstande sein werden, die Situation zu retten und die deutsche Wirtschaft, besonders aber die rheinische Schwerindustrie, vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Die Reichs- Hank riskiert es einfach nicht, stärker einzugreffen, weit sie befürchtet, ebenfalls mit hereingerissen zu werden. Deswegen war auch ihre feinerzeitige Erklärung über die Mitwirkung bei der versuchten Sanierung des Stinnes- Konzern's sehr verklausuliert abgefaßt. Der Stinnes-Krach zieht immer weitere Kreise. Um die drückendsten Verpflichtungen der Stiums-Unternehmungen zu erfüllen, mußten die umfangreichen, von feiten der einzelner! Sttnnes-Unternehmungen in Form von Kohlen-, Eisen- und Mafchinenlieferungen gewährten Kredite in überhasteter Form gekündigt werden. Dies hat die Ge ld sch wier igke i t e'n esneie ganzen Reihe von weiteren Unternehmungen ins Unendliche vergrößert. - Von allen Seiten werdend Banken Um, Geldhilfe angegangen, die sie in so gigantischem Ausmaß nicht leisten können. Die für Stinnes bereitgestellten Mittel >haben die ihnen zur Verfügung stehenden Gelder völlig in Anspruch genommen. Die Liquidation durch Effektenverkäufe wäre vielleicht der einzige Ausweg, doch zeigt die Börse nicht die geringste Ausnahmsfähigkeit. Unter diesen Umständen gestaltet sich die Situation für die deutsche Schwerindustrie äußerst prekär. Die Schwerindustviellen des Rheinlandes sehen "nunmehr ein, daß selbst mit der Betriebsreduktion und mit ungeheuren Arbeiterentlassungen nicht viel erreicht ist. Unter dem Eindruck der Vorgänge um den Stinnes-Konzern hat auch das Ausland, welches der deutschen Industrie in der letzten Zeit kurzfristige Kredite gewährt hat, diese in aller Hast zurückzuzieheu begonnen. Dadurch wird die Krise für Thyssen, Krupp, Wolf und alle anderen Großindustriellen West- und Mitteldeutschlands äußerst gefahrdrohend. Die 600 Millionen Mark, welche die deutsche Regierung vor nicht langer Zeit diesen Unternchmunigen zur Verfügung gestellt hat, sind längst ausgezehrt. Gelder sind fast nirgends auszutreiben. Die Reorganisation, die erst vor kurzem bei Krupp in Essen vorgenommen wurde, hat sich vorläufig noch nicht ausgewirkt. Die Situation dieses Weltunternehmens läßt sehr viel zu wünschen übrig. Bezeichnend ist der Ausspruch, der gestern in Finanzkreisen kolportiert wurde: „Wir wußten, daß unsere Schwerindnstriellen Jnflationsgowinuer waren; daß sie aber in solchem Ausmaß reine Jnflationsspekulanten waren, das haben wir nicht ahnen können." Nun versuchen die Banken, durch Abstoßung von Anteilen der Schwerindustrie im Ausland Hilfe zu schaffen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß der Hort des deutschnationalen Hakenkreuzlertums, die deutsche Schwerindustrie, sich die Gesellschaft der verhaßten f r a nz ö s i s ch e n G r o ß i n d u st r i e l l e u als Teilhaber ihrer Unternehmungen wird gefallen lassen müssen. Sehr besorgt ist man um das Schicksal der deutschen Mark. Vorläufig ist noch der Reichsbankpräsident Schacht hart und will eine Kreditanspannung der Nationalbank verhindern, um die Inflation zu vermeiden. Die Deutschnationalen und die deutsche Volkspartei, hinter denen bekanntlich die Schwerindustrie steht, suchen jedoch krampfhaft ihren ganzen politischen Einfluß dahin geltend zu machen, daß Präsident Schacht seinen Widerstand aufgebe und ihnen Kredite zur Verfügung stelle. Es wird allgemein befürchtet, daß die Politiker die Oberhand behalten werden, selbst wenn dies mit dem Abgang Schachts enOn würde. Dann aber wäre 'das Schicksal der deutschen Mark besiegelt. Die Gefahr ist ziemlich naheliegend. Die Haltungderausländischen Devisenmärkte bedeutet nichts Gutes Der Einfluß der Stinnes-Krise aus die österreichische Wirtschaft wird hier als nicht wesentlich angesehen. Es wird der Ansicht Ausdruck verliehen, daß Oesterreich eigentlich am Stinnes-Debakel wenig beteiligt sei. Das österreichische Großkapital hat sich von Stinnes im allgemeinen ferngehalten. Um so prekärer wird aber die Situation derjenigen österreichischen Finanzleute beurteilt, die sich in waghalsige AbDstener in der obersch'lesischen Montanindustrie eingelassen haben. Bor einem deutsch-polnische» Wirtschaftskrieg. W a r s ch a u, 13. Juni. (P. T. A.) Me die polnischen Blätter berichten, sieht zwischen P ol e n u n d Den t s chland der Ausbruch oines Wirtschaftskrieges unmittelbar'bevor. Ab 15. d. werden die Transporte der polnischen Kohle ans Oberschlesien eingestellt werden. Die Blätter erklären, der Wirtschaftskrieg sei Polen aufgezwungen worden, da Deutschland durch wirtschaftliche Repressalien politische Konzessionen, welche Polen unmöglich gewähren könne erlangen wolle. Deutschland verlange, daß Polen auf einige im Friedensvertrag erhaltenen Rechte verzichte und außerdem die freie Anfiedlung von Deutschen in den polnischen Grenzbezirken gestatte. Die deutsche Darstellung. Berlin, 13. Juni. Mit dem 16. d. läuft bekanntlich, die im Versailler Vertrag vorgesehene Verpflichtung Deutschlands ab, monatlich 6 0 0.000 Tonnen K o h l e im Werte von fünf Millionen Mark aus Polen abzunehmen. Nach polnischer Angabe müßten bei Fortfall dieser Kohlenlieferungen an Deutschland 30.000 Arbeiter in Oberschlesien entlassen werden. Die Verhandlungen zum Abschluß eines Handelsvertrages zwischen Deutschland und Polen, die seit dem 3. März im Gange sind und in denen die Kohlenlieferungen an Deutschland eine große Rolle spielen, haben bisher zu keinem Erfolg geführt. Das deutsche Angebot, monatlich 6 0.0 0 0 Tonnen Kohle aus Polen nach Deutschland einzuführen, ist von den Polen als Berhandlungsbasis ab gelehnt worden. Wie die Blätter betonen, ist auf deutscher Seite nach wie vor die Bereitschaft -vorhanden, eine Verständigung hevbeiznführen, durch die der Abschluß eines p r o v if-or i s ch e n M e i stb e g ü n st igu ngsv ertragesermöglicht wird. Selbstverständlich müßten die deutschere Unterhändler auf der vollen Wahrung der deutschen Interessen bestehen, auch in der Frage des Riede rlassung s r e cht e s, dessen Handhabung in Polen es den deutschen Kaufleuten aufs äußerste erschwert, persönlich Handelsbeziehungen anzuknüpfen. Nach einer Meldung der ,^Vossischen Zeitung" aus Warschau sollen von der Regierung umfangreiche Maßnahmen für die Sperrung der deutschen Einfuhr nach Polen ergriffen werden. Abbazia PALACE-HOTEL BADE-SAISON ERÖFFNET! Abbazia 602 FEINSTE KÜCHE! MODERNSTER KOMFORT! aCN6RAtMMKTIONs HANS HÜBNER