Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2266 (12.6.1925)
- Date
- 1925-06-12
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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( Wt.BBB_ »icn, giflitaa_ Bolkswitt. Sie wirtfchastNche S«twM««a PalMnar. Das Hauptbureau des Keren Hajessod hat soeben eine überaus beachtenswerte Broschüre „Der Keren Hajestod und der Aufbau Palästirras" herauSgegeben, die, als Leitfaden für die Keren-Hasessov-Mitarbeiter Mdacht, eine gedrängte, aber vollständige Uebevsicht über den neuesten Stand der Bevbaltnisse in Palästina und der Methoden mtd Leistungen des Keren Hajessod im Rahmen der allgemeinen Aufbauarbeit gibt. Wir beabsichtiigen, emige der 'besonders instruktiven Artikel in 'der Ziko zur Wiedergabe zu bringen und veröffentlichen beute den 2lbschnitt über die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas. Palästinas wirtschaftliche Entwicklung in den Jahren seit dem Kriege hat sich in einem Tempo vollzogen, das den Besucher Palästinas überraschen rnuß. Diese Entwicklung ist zwei Faktoren zu verdanken, der britischen Regierung und vor allenr der jüdischen K o l o n i s a i i o u. Die britische Verwaltung hat in wenigen Jahren -um Teil mit Hilfe jüdischer Arbeiter ganz Palästina mit einem Netz vorzüglicher Straßen bedeckt, die für den Automobilverkehr durchgehend geeignet sind. Man sieht oft noch rieben den neuer: Straßen die Spuren der alten Karrenwege aus der Türkenzeit. Der Automobilverkehr, der vor den: Kriege völlig unbedeutend tvar, ist heute in Palästina mehr entwickelt als in vielen europäischen Ländern, und die Zahl der regelmäßiger: Automobil- und Autobusverbnrd-ungen zwischen den einzelner: Städten 'Palästinas beträgt zwaiundidreißig. Wenn auch die Wagen oft billige Wa^n sind, so sind zugleich die Fahrpreise schr billig. Das gleiche gilt von der Eisenbahn, die durch die Konkurrenz der Automobile gezwungen wurde, ihre Fahrpreise bedeutend herabzusetzen. Die jüdischen Kolonien, auch die neuen int Grnek Jesveel, sind heute soivohl durch die Eisenbahn wie auch durch ‘ Automobile leicht erreichbar. Der Bau von Nebenstraßen, die von den Hauptstraßen zu den Kolonien abzweigen, wie auch die. verbesserten Kommunikationsmittel erlauben eine erhebliche Verbesserung der Absatz- und Markt-Verhältnisse. Insbesondere ist dies auch wichtig für die Milch- und Gemüselieferung seitens; de/ Kolonien in die Städte. Zugleich bestehen täglich Schnellzugsverbindungen zwischen Palästina und Aegypten sowie ein Eisenbahn- und Automobildienst jzwisch Haifa und Syrien. In letzter Zeit wurde eine.regelmäßige Antomobilverbindung zwischen Haifa und Bagdad errichtet. Durch diese Verbindungen wird für den Absatz palästinensischer Produkte ein immer weiteres Hinterland erschlossen. Der Handelsverkehr zwischen Palästina einerseits und Syrien und Aegypten andererseits ist l auch in der letzten Zeit bedeutend gestiegen. Leider besitzt Pa- ‘ läftina noch immer keirren geeigneten Hafen. Eine Hafenkon- . struktion würde mehr als eine halbe Million Pfund kosten und kann daher nur mit Hilfe der Regierung unternommen werden, i Diesbezügliche Projekte liegen bereits der Palästinaverwaltung vor, rmd es ist zu erwarten, daß der Ban eines großen Hafens in Haifa und vielleicht auch die Errichtung einer kleineren Ha- . fenanlage in Tel-Awiw bald in Angriff genommen wird. Für den wirtschaftlichen Aufschwung Palästinas auf allen Gebieten in den letzten vier Jahren ist aber die jüdische Kolonisation verantwortlich. Dies ist deutlich sichtbar in der städtischen Kolonisation. Die rreuen jüdischen Stadtviertel tragen ein völlig anderes Gepräge als die arabischen Viertel. Ihnen ist es zu darrlen, daß moderne städtebauliche, hygienische rmd industrielle Verhältnisse in Palästina eingeführt wurden. Dies gilt sowohl für Tol-Awiw wie für die neuen Viertel in Jerusalem, Haifa und Liberias. Es sind moderne Städte nach europäischem Muster. Ihr Wachstum erinnert arr amerikanische Verhält niste und ist etwas völlig Unbekanntes in den Nachknegsverhältnissen Europas. In Palästina "werden nicht weniger als tausend neue Häuser jährlich in 'den jüdischen Stadtvierteln gebaut. Tel-Awiw ist 1909 gegründet worden. 1911 zählte es 86V Bewohner. Heuie ist Tel-Awiw ein Konglomerat von jüdischen Städten, die immer neu an feinem Rande entstehen. Im Septenrbier 1922 zählte Groß-Del-Awiw 12.862 Einwohner, im September 1923 bereits 16.554. Das ist also eine Zunahme von über 22 Prozent in einem Jahve. Die Zahl der Gebäude betrug ohne die zeitweiligen Baracken 1474. Davon wurden im Jahre 1962-23 477 gebaut. Im Herbst 1924 wurden monatlich an hundert Häuser gebaut. Die Stadt zählte im Dezember 1924 schon 27.000 Bewohner. Zu einem großerr Teil wurden diese Bauten durch die Hilfe der aus de,i Mitteln des Keren Hajestod gagrünbctoit Hypothekenbank ermöglicht. Die Wasserversorgung, die Kanalisation und elektrische Beleuchtung in Tel-Awiw sind vorbildlich* für Palästina. Dasselbe kann von den neuen jüdischer, Vierteln Talpioth und Bone Bajit in Jerusalem, Kujath Schmnel itt Diberias wie auch von der Reihe neuer Siedlringen gesagt werden, die um Haifa herum auf den Abhängen und auf dem Gipfel des Karmelgebirges eitlftaniben sind. Haifa hat jetzt fünf moderne jüdische Stadtviertel, die alle in 'den letzten Jahren gegründet wurden und 4000 Bewohner zählen. Hierher gehören Hadar-Hakürmel, Jechiel, Herzlia, Rewe Schanan und Bath Galim, die sich alle im Stadium eines schnellen Wachstums befinden. In engem Zusammenhang mit der städtischer, Entwicklung steht auch die Entwicklung der Industrie. Mehrere Versuche, welche in den ersten Nachkviegsjahren unternommen wurden, sind uicht geglückt. Doch darf daraus keine allgenreine Schlußfolgerung gezogen werden, denn in fast aller: Fällen waren für das Mißlingen eine oder mehrere der folgende,r Ursachen verantwortlich: Manchmal war das Unternehirren zu groß begonnen worden rmd die vorderhand noch primitiven Verhalt niste Palästinas erlaubten keim genügende Verzinsung des investierten Kapitals; andererseits wiederum hat inan oft im Vertrauen auf kourmenden Kredit mit zu geringem Kapital begonnen. Manchmal ivaren die BerwaltnngS-. spefen zu hoch, rmd sehr oft erwies es sich, daß der Unternehmer mietet m$e*en$$it***‘ '_^ui 1985 Seite -7 ke-n Fachmann war. Dieses Mißlingen ist aber oft den palästinensischen Verhältnissen zur Last gelegt worden, während die Schuld daran nur die Personen selber trugen, die unter falschen Voraussetzungen oder ohne genügende Vorbereitung ihre Unter- „ehmungen begannen. Im allgemeinen muß immer wieder davor gewarnt werden, Palästina als ein Eldorado zu 'betrachten. Bei der Kleinheit des Absatzgebietes und bei der vorläufigen Primitivität aller Verhältnisse kann nur derjenige dort Erfolg hoben, der mit einem gewissen Pioniergeist ausgestattet ist. Und auch nur daun, wenn er die germgeniden Kenntnisse und Einsicht in die Landcsverhältniste initlbringt. Bon den Industrien, dir unmitelbar Erfolg versprechen, sind Kvei Kategorien hcvvorzuheben, die eine, die mit dom Darchandtvevk zusaumrelchängt, und die andere, die landwirtschaftliche Produkte verwertet. In dieser Richtung sei einerseits auf die SMkatziegÄfabriik in Tol- Awiw und die neue Zementfabrik Nesher in Haifa hingewiesen, anderörsoitS auf die neue gwße Mühle Baron Rothschilds in Haifa und den verhältnismäßig starken Export an Seife rrach Aegypten. Es ist febstvcvständlich, daß mit der wachsenden Bevölkerung eine immer stärkere Zahl auch anderer Industrien lohnende Beschäftigung finden wird. Eine Erleichterung und Verbilligung der Arbeit, wird die Glektrifizier,vug Pälästiuas ermöglichen, die von J,rg. Rutenberg in Angriff genommen ist. Der Keren Hajessod, der durch seine Hypothekenbank das Baugewerbe fördert, hat sich ouch durch Uebernahme von 60.000 'Pfund Sterling Aktien an dom Rutenberg-Untevnelhmen beteiligt. Bisher ist die Kraftgentrale bei Tel-Awiw eröffnet worden, die Jaffa und Umgebung versorgt, und es hat sich dabei gezeigt, daß trotz mancher natiorralen Bedenken die Araber doch die Bedeutung dieses Projekts zu würdigen wissen. Der Bau der Kraftzeidtrale 'frei Haifa, der ungefähr sechs Monate dauern wird, ist im Herbst 1924 in Angriff genommen worden. Unter 'den neuen industriellen Gründungen Ddischer Firmen sei vor atteril die Zomentfabrik NeÜIher hervorgcho>ben, die mit einem Kapital von 260.000 Pfund Sterling an der Straße Haifa—Nazareth, urvtoeit der ersten Stadt, ^begründet wurde. Am Bau dieser auf die modernste Art eingerichteten Fa«bvi>r sind ZOO Mische Arbeiter beschäftigt gewesen. Das Rohmaterial ist an Ort und Stelle vorhanden. Es wird angenommen, daß die Produktion 60.000 Tonnerr Zement jährlich betragen wird. Unter den Mühlen irr Palästina ist die gwße Mühle 'in Haifa von besonderer Bedeutung. Sie verfügt über ein Kapital von 100.000 Pfund Sterling, zählt 60 Arbeiter, und ihr gwßes vierstöckiges Gebäude ist mit der modernsten Maschinerie versehen. Ebenso dorn in fort in . der Oelevzougu ng 'eine Mische Fabrik,, Schemen, die ein Kapital von 360.000 Pfund Sterling aufweist. Die »noderne Ausrüstung dieses Unternehmens kann jährlich 18.000 Tonnen Herstellen. Jüdischor Unternehmergeist hat auch die erste größere Salzgewinnung in Palästina in Angriff genomuren. Die Palestine Salt Co. mit einem Kapital von 40.000 Pfund Sterling hat ihre Arbeit bei Aihlit an 'der Meeresküste begonnen. Die größte ZiegelfdöriC des Landes ist die SilkkatziegeHabri! in Tol-Awiw, die, wenn voll ^beschäftigt, 76 Arbeiter verwendet. In den Jahren 1920 bis 1023 sind nach genauen Schätzungen 1,800.000 Pfund Sterling in der palästinensischeri Industrie investiert worden, davon mehr als 1,000.000 Pfund Sterling von Inden. Auch die Handelsbilai^ >des Landes hat sich in den letzten Jahren geändert. Im dritten Viertel 1923 (Juli bis September) betrug die Einfuhr nach Palästina 1,077.777 ägypt. PfU'Nd gegenWer 1,251.713 ägypt. Pfrmd im gleichen Viertel des Vorjahres, also um 173.936 ägypt. Pfund weniger. Dagegen ist die Ausfuhr in der glleicherr Zeit um 121.654 ägypt. Pfund gestiegen mrd betrug 1923 411.082 gegen 289.896 ägypt. Pfund im Vorjahre. Die Gesam'tziffevn lauten: Einfuhr Ausfuhr paläst. Produkte A e g h p t i f ch Wiederausfuhr e Pfund GeiamtauSfnhr 1920 6,410 000 1,319.000 43.000 1,36100V 1931 5,871000 1,416.000 88 000 1,499.000 1922 5,581.000 1,863.000 189.000 1,542.000 1923 4,935.000 1,555.000 234.000 1.789.000 Wichtig ist dabei, daß die Nachbarlärrder Palästinas eine immer steigende Nolle irn Handelsverkehr Palästinas spielen, insbesondere beim Export aus Palästina. Von den oben mitgeteilten Zahlen wurde nach Aegypten für 191.828 ägypt. 'Pfund ousgeführt, nud zivar vor allem Wein, Seife >nird Melone,:, und nach Syrien für 76.464 ägypt. Pfurvd. Die Länder, auS doner, Palästina iuvportiert, sind, nach ihrer Wichtigkeit geordnet, vor allem England, Syrien (das, wenn nrarr die Reglerungseinfuhr in Abzug bringt, sogar arr erster Stelle stcht, wobei Syrien Kor,r und Zugtiere, vor allem Kanrele, liefert), die Bereinigten Staaten, Dentschlarrd ',md Aegypten. Ungeachtet der hohen Valuta muß dag Leben in Palästina als v e r h ä l t n i 8 rn ä ß i g billig bezeichnet werden. Wenn man das Preisniveau im Jänner 1922 mit 100 bezeichnet, so betrug das durchschnittliche PreiSniveon 1022 Much können uns und der jüdischen Sache dienen, wenn Sie jede Gelegenheit benutzen, um die Wiener ZMorgenzeitung * zu empfehlen. Geben Sie uns die Adressen Ihrer Freunde> wir stellen gerne ^Probeexemplare zur Verfügung 88,2 und im November 1933 74,2, im Juli 1904 dagegen A und in, November 1924 bereits 87,7. Im Gegensatz zu der Preissteigerungen in Europa, 'besonders für Textil-, Lederrvni Kolonialwaren, sind die Großhandelspreise im letzten Mertel jahre 1963 ziemlich stark gefallen.^ Dieses Preisniveau blieb in allgemeinen ziemlich gleichförmig »veiler und erfuhr erst in Herbst 1904 eine Steigerung. Bezeichnet man das Preisuivea, von 1926 mit IM, so wies der Großhandelsindex für Lebens» mittel und Heizstoffe im Monat Juni 1904 die Zahl 95,6, in Monat Juli 98,3 und im Monat November 117,5 auf. Di, Preissteigerung traf insbesondere Getreide and Fleisch. Durch schnittlich haben sich die Preise im Jahre 1923 «um: 33,6 Prozei« gegenüber dem Jahre 1922 geseM. Dagegen sind die Preisfür Getreide in der letzten Zeit cttvas gestiegen, wodurch sicl den Produzenten und Exporteuren 'lohnende Preise >boten Palästina hat im letzten Vierteljahr 1923 für 48.000 äg,H>» Pfund Hnlsenfvüchte und Getreide exportieren können. Der Ssterreichtsch« Saatenstand. Das Ackerbanministcriun berichtet: Das Wintergetreide hat sich mit zunehmender Wärme zumeist prächtig entwickelt, sogar die Bestockung ha> sich noch zu verbessern vermocht. Winterweizerr gedeiht zumeif großartig und stets vielenorts fast zu üppig. In wärmerer Niedevu-ngen treten gerade die Achven hervor. Die Halm, zeigen sich ziemlich standfest. Wmterroggen ist rnitunter woh noch etwas schütter, hat aber nahezu ausuahnMos außergewöhnlich hohe und auch Widevstarrdsfähige Halme gebildet, sc daß ausgedehnte Lagerungen bisher noch weni>g anzutreffc,; sind. Die Aehren st'Nd gut geformt und groß, die Blüte vollzieht sich bei recht -günstigem Wetter und häufigen leichteu Winden nicht allzu rasch. Die Befruchtung scheint restlos vou statten zu gehen. Durch Unwetter wurden örttich stävkerc Schädigungen verursacht. Wintergerste ist stellenweise recht schütter 'geblieben. Die Achren sind aber gut entwickelt, i» Niederungen hat sie meistens schon a'bgMüht und beginnt einzuWrnen. Bei Winterraps ist die Blüte gleichfalls -günstig verlaufen, die Schoten sind schön und vollkörrrig. Die Frühjahrsssldbestellung ging ziemlich unbehindert von statten, stellenweise war der Anbau durch eine stärkere Schollenbildung etwas beeinträchtigt. Das Som'mevgetreide ist durchwegs rasch und lückenlos aufgelausen rmd gedeiht recht günstig, trotzdem die Felder überwiegend nrchr oder minder stark verunkrautet infolge Gu'ßvegen oft verkrustet sind. Sommevweizen ist in der Entwicklung noch zurück, bestockt sich aber ausgezeichnet. Sommerroggen wächst recht schön und schoß bereits bis in Mittelgebirgskagen hinan. Die ersten Saaten der .Sommergerste sichen •ha wärmeren Niederungen im Ansähren; vereinzelt machen sich Drahtwurm er bemerlvbar. Hafer geigt zumindest ein starkes, kräft'iges Wachstum, ist aber vielenorts stark mit Hederich und Ackevsenf verunkrautet. Jahrbuch der Wiener Produktenbörse. Im, Berlage des Gvnerälsekvetariats der Wiener Produktenbörse ist das Jahrbrrch 1926 erschienen, welches ein Verzeichnis sänttlicher Börsemnitglieder, ein Fachgrnppenverzeichnis. ein BerMchnis der Mitglieder der Börserragentengenossenschaft und der Wiener Backergenossenschccft, schließlich volkswirtschaftliche und juristische Aussätze enthalt. Reiche Beschickung der Prager Herbstmesse. Irr einzelnen Branchen, wie besonders in Glas- und Keramik, Möbel usw., sind die meisten Stände schon vergeben, weshalb sich rascheste Arrineldung aus Ständemarrgel empfiehlt. Auch die anderen Branchen 'weisen eine schr zahlreiche Beschickung auf, so daß mit dem baldigen endgültigen Anmeldungsschluß für die elfte Prager Herbstmesse (6. bis 18. September 1926) gerechnet werden muß. Erholung der BeEner Börse. Aus Berlin, 11. d., wird rms «telegraphiert: Nach iderv Erschüttevungen des Vortages kam heute eine bedeutend bessere Stimmung zum Vorschein. Umfangreiche Auslandsaufträge und JnterventtonSkäufe der Banken nahmen die auch heute von der Baiffepartei abgegebenen Effekten leicht auf, so daß bei den meisten Papieren Kurserhöhungen von zwei bis vier Prozent zu verzeichnen waren. Da^u kam noch die beruhigende Versicherung des Reichsbankpräsidenten, daß allem Anscheine nach der Stinnes-Konzern durch die Banken in Ordnung gebracht und daß k e i n e n e « e r l i ch e n Z u s a mmenbrüche zu befürchten seien. Bei lebhaftem Verkehre notierten: Ung. §kronenrente —, Ung. Goldrente —, Türkenlose 23.—. Süd. Lombarden alteOesterreichssche Staatsbahn 21.36, Darmstädter Bank 122.—, Deutsche Bank 121.—, Dresdner Bank 102.75, Oesterreichssche Kredit 7.37, Oesterreichssche Länderbmtk —.—, ReichSbank 121.25, Wiener Bankverein 5.5, Unionbank 7.—, Daimler Motoren 54.—, Dynamit Nobel 76.25. Felten & Guilleaume 124.—. Ratifizierung des polnisch-tschecho-siowakischen HandelSübereinkommens. Aus Warschau, 10. d., melbet vde Polu. Tel.-Ag.: Dvr Miuistorvai hat gestern die Ratifizierung des polulischüschecho-s'loLva'ksschen HandelMbevei nkounuen 8 be. schlossen. — Auf Gvuud der Bösttmrmmgen des polnisch-tischechoflowakifchen Harrdölsvertvages bestehen nunnvehr für folgerche aus Polen exportiovte, nach Oestevwich bestimmte Artikel ab Gve,Wtat!on Petvovitz ermäßige Frachtsätze: Eisenblech, Erdöldestilmtv, KaliVstickstoff, Zement, Ziubasche, Zinkblende, Riubvich, Schafe, Schweine. Zimen, MmeraWl, Paraffin, Rch-?ink, Salze, Ziubgranr. Beim Export von Oesterreich riach Polen ür Phosphorit und Erz. Eine Anleihe zur Stützung des belgischen Franken. Aus New-Aork, 10. d., meldet WoU: Das Bankhaus Mo r ga u hat eilve Anleihe der beMchen Regierung in der Höhe 'von 30 Millimren Dollar für Freitag zur Zeichnung aufgelegt. Der Zinsfuß -beträgt 7 Prozent, der ZeichnunigSkurs 98 Dollar. Die Anleihe hat oirre Laufzeit von 30 Jahren. Di>efe Arrleihe wird zwecks SdabÄisiemng des belgischen Franken anfgenvimnon. Schutzzollpolitik in England. Aus London, 10. d.. meldet Wolfs: Nachdem devschvedene Zusatzarrträge der Opposit-ion abgelehnt -worden ivaren, nahm das Unterhaus mit 260 gegen 136 Stimmen die Klausel der Finangvorlage an, die einer Zoll auf Seide und Künstseide Vorsicht. Zürich» 11. Juni. (Devisenkurs» von 12 Uhr.) Berlin pro Billion 1.2280 (1.8280), Holland 207,- (207.25), New-Uor» 516.12V, (516.25), London 25.03 (26.04*/,), Parts 25.17 (25.82) Mailand 20.43 (20.45), Brüssel 24.96 (25.-), Kopenhagei /n" v Iholm. 188.05 (138.05), Oslo 86.75 , (75.40), Buenos Aires 205.50 (207.-) Warschau 99.25 (99.—), ldapest 0.007250 (0.007250), Bukarest r5 (8.70), Sofia 3.771(8.777,' wi.au i (88,75), Madrid 75.i Prag 15.26 (16.27*/,). 2.40 (2.45), Belgrad