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Wiener Morgenzeitung · 1925-06-10 · Heft 2264 (10.6.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2264 (10.6.1925)
Date
1925-06-10
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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SMS Wie». Mittwoch Whtntt MOrqenzemi««. tu. igfimt ivrJö Wendungen, es löst sich alles in Behagen und Wohlgefallen auf. Es ist bekannt, daß eine Art Wiederherstellung dieser Uwhl nicht mehr vorhandenen ersten Fassung viel, viel später erfolgte, die mit der Musik Ernst v. D o h n a n v i s an der königlichen Oper in Dresden zu Beginn des Jahres 1910 zuerst ausgefi'chrt wurde, einen großen Erfolg errang und auch zu uns kam. Die Pantomime „Der Schleier der Pierrette" war im Theatersaale der Urania und auch i>m Deutschen Wolkstheater zu genießen. Pierrette war Elsa G a l a f r e s, die sich damals dem Komponisten ins Herz tanzte und seine Gattin wurde. Schnitzler verwarf bald die ballettmäßige Gestaltung des ihn durch so lauge Zeit mit besonderer Intensität beschäftigenden Stoffes und ging daran, ein im 19. Jahrhundert spielendes Wiener Stück zu formen, das auch weit über den Entwurf hinauswuchs, aber Fragment blirb. Hans v. Traun war der Name des Helden, Margarete hieß das nach Leben und Liebe gierige Mädel, das von einem Manne, dm Rechten suchend, zum andern taumelt. Im Dialog mischten sich Bers und Prosa, und aus den Bersreden erwuchs dem Dichter plötzlich der Entschluß, die bunte Farbigkeit, die stürmische Leidenschaftlichkeit der Renaissanceepoche heranzuzieheu, in ihre Ströme voll Mut und Glut seine Handlung, seine Gestalten zu tauchen, und mutt erst entstand „Der Schleier der Beatrix, das dramatische Gedicht, dem gegenüber Schlenther als Direktor des Burgtheaters lange zwischen Ja und Nein schwankte, dessen Urauffühvungsrechz er zuerst verlangte, um nach Jahr und Trug schroff abznleharen. Das Berliner Deutsche Theater übernahm die Ehrenpflicht der Aufführung vor nun mchr als 22 Jahren. Oesterreich, das alte Oesterreich hatte keine Bühne für dieses Werk seines repräsentativsten Poeten. Erst Dr. Rudolf Beer hat sich zum Mschluß feiner Brunner Mrektor-Lehrzeit mit einer liebevollen Aufführung des an die Inszenierung die größten Forderungen stellenden Dramas einen schönen Abgang gemacht, der das dankbare Gedenken des dortigen Publikums stärkte und vertiefte. Er hätte gewiß die Dichtung auch gerne dem Spielplan seines-Deutschen Dolkstheaters einverletbt, wäre sich nicht endlich die Leitung des Burgtheaters ihrer Verpflichtung gegen sich selbst und gegen Schnitzler bewußt geworden. Von der erwähntm zweiten Fassung des „Schleier"- Stoffes, der geplanten Wiener Komödie, lagern noch einige Bruchstücke im Schreibtisch des Dichters. Wir sind in der Lage, ein paar klangwarme Berse aus einer dieser Szenen mitzutvllen. Zu dem schlummernden Hans tritt in Begleitung Margaretens sein Freund Franz in die Stube" der Max dieser Auatole-Wariation: Angenehme Serien können Sie nur dann haben, wenn Sie auf Ihr Blatt nicht verzichten müssen, Ihr Blatt ist die Wiener ZMorgenzeitung Geben Sie sofort Nachricht, wann Sie auf Urlaub reisen, wir schicken Ihnen die Wiener Morgenzeitung sofort nach Gerichtssaal. Set Miersdorfer Skandal vor Serlcht. Das Amtsgeheimnis aufgehoben. Nach Eröffnung der Verhandlung gab der Vorsitzende Hojrat Hotter bekannt, daß der Fi n a n zm i nister die als Zeugen vorgeladenen Funktionäre des Finanzministeriums von der Wahrung des Amtsgeheimnisses entbunden habe. Vom Handelsministerium sei ihm eine solche Mitteilung nicht zugekommen. Der Vorsitzende setzte dann die Besprechung der Gründung der Glashütten A.-G. fort. Der Angeklagte Neuhöf er bemerkt hierzu, daß die Zustimmung der Buudesvertreter zum Abschluß des Vertrages in einer besonderen Besprechung im Handelsministerium im Beisein des Vertreters der Firma Florenz, P a p p e n h e i m, und des Sektionschefs Hilli'nger eingcholt wurde. Der Angeklagte berichtet dann über die langwierigen Verhandlungen zur Gründung einer neuen Aktiengesellschaft, die hauptsächlich Spezialmaschinen der Textilindustrie erzeugen sollte. Die Firma Ko H or n, mit der verhandelt wurde, hatte erklärt, wenn sie Maschinen -und Werkzeuge aus Wöllersdorf bekomme, werde sie Aufträge für Textilmaschinen um 400.000 Dellar beschaffen. — Vors.: Die Maschinen waren, wie Sie selbst sagen, mit 8 Milliarden geschätzt und sind (der Metallum A.-G. und der W. W. A.-G.) um 2,6 Milliarden übergeben worden. — A n g e k l.: Ich bitte, bei der Sitzung waren Vertreter des Bundes anwesend, ,Wir kommen, dich ins Freie äbzicholen. Die Luft ist mild, die Gärten durften alle, Der rechte Abeild ist's, mit neuen Frauen Und alten Freunden auf und ab zu wandeln." Hans wag nicht mitgehen, will da'heim bleiben, und antwortet auf des Freundes Frage: ,Warum? Bist du von gestern müd'?" so: Von vielen Tagen und von vielen Nächten. Der Fvühlina will mich nicht. Das fühl' ich so Wie einer sich, der eintritt in ein Haus, Als ungebet'ner Gast empfinden mag. Und weiß doch nicht warum. Geh' du spazierend Ich bin so weit von dir, wie du nicht ahnst. Wie man allmählich Sprachen sonst erlernt, So ist es mir, als wenn von Tag zu Tag Ich aller Sprachen tiefer nur vergäße, In denen einst das Leben zu mir sprach... Wie vieles hat doch einst zu mir geriet! Zu Taten rief es mich — ich hört' es gut —, Im Feld bin ich gestanden, Hab' mich oft Herumgefchlagen nnd hab's gern getan. Nun sagt man, geht's da oben wieder los. Ich zieh' nicht mit, nach Ruhm verlangt's mich nicht, Kaum fass' ich heut', daß je ich sein begehrte. Noch klingt das Wort — der Sinn ist mir verloren. (Zu Margarete): Mit deinesgleichen Hab' ich viele Stunden In hohen Freuden hingebracht, — ja, heit'rer Ms ich an euren Busen hinsank, ging ich fort. als die Vereinbarung zustande kam, und ich habe keinen der Herren im unklaren gelassen, daß die Maschinen auf 8 Milliarden geschätzt sind. — Vors.: Waren die Bundcsvertreter davon in Kenntnis, daß Metallum für seine Leistungen 40 Prozent der Aktien bekommt? — Angek l.: Der Vertrag wurde ja vom F i n a n z m i n i st e r i u m genehmigt. Der Vorsitzende geht auf die Besprechung des Geschäftes Honsel über. Der Angeklagte teilt« hierzu mit, daß die Bränder Honsel sich gegen die 40prozentige Beteiligung der Wöllersdorfer Werke ausgesprochen haben, und daß auf Grund der Zustimmung der Bundesvertreter der Vertrag mit folgendem Inhalt abgeschlossen wurde: 20 Prozent des mit 2 Milliarden Kronen festgesetzten Mtienkapitals erhält die W. W. A.-G. als Gratisaktie, die überdies für die Einbringung der Maschinen 500 Millionen Kronen erhält. — Vors.: Die Maschinen waren ja von externen Sachverständigen auf 1,6 Milliarden geschätzt worden. Haben Sie diese Schätzung den Bundesvertretern zur Kenntnis gebracht? Auge kl.: Das Schätzungselab o r a t war ja ibei der R e g i e r u n g. Zur Besprechung gelangt dann die Gründung der Niederösterreichischen Holzwerke A.-G. Der Angeklagte gibt an, daß die Gründung des Unternehmens sich schr schwierig gestaltete, da sich lange kein Unternehmer finden wollte, um die schon angefaulten Holzvorräte (Zu Franz): ... Wie sehr auch liebt' ich, bis in späte Nacht Mit euch zu plaudern von evhäb'nen Dingen Und von dem leichten Gang gewohnten Tags. Und war ich ganz allein und ritt hinaus' Am frischen Morgen in den Wald nach Dornbach ... So war mir wohl, denn nirgends war ich fremd. Und alle Stimmen, woher sie auch kamen, Hab' ich verstanden — und nur das heißt Leben. Warum dies anders wurde, weiß ich nicht. Ob ich für solche Fülle meines Daseins Nun büßen muß. ob dies nur eine Krankheit Wie and're, — ob das Ende kommen will Und so sich meldet —, all dies weiß ich nicht. Doch da es einmal ist, sei's hingenommen. Und ohne Trauer sag' ich dir LeÄwohl..." Daß Schnitzler selbst für Dohnanyi die Pantomime textiiert und dieser schon den tragischen Ausklang des nachfolgenden Renaissancedramas gegeben, und daß die Figur des .Pierrot, besonders in der schaurigen Schlußszene, in die dieser als Toter miteingreift, Girardi lebhaft angezogen hat, das sei noch erchähnt. Aus den Theatern. Burgtbeater. Morgen, 7-8 Uhr abends, „Der Verschwender". Akademietheater. Morgen, %8 Uhr abends, „Soll man es sagen?" StaatSoper. Morgen, 7,8 Uhr abends, „D i e Boheme". Theater im Redoutensaal. Morgen, 8 Uhr, die Ballettkomödien: „Les petits riens", »Pulcinella", „Bai costume", „Teddybär". Deutsches Volkstheater. Heute, 7*8 Uhr abends, Erstaufführung vonNestroyS Gesangsposse „Eulenspiegel" oder „Schabernack über Schabe rn a ck". SamStag den 13. d., 7,6 Uhr abends, wird Christian Dietrich G r a b h e s dramatische Dichtung „Napoleon" oder „Die 10 0 T a g e" mit Jakob Feldhammer in der Titelrolle zum ersten Male gespielt. Lustspieltheater. Lueie Englisch beginnt Freitag ein Gastspiel in der Lustspielnovckät „DaSsilberne K a n t n ch e n" von Alfted Möller. in Wollersdorf selbst zu verwerten. Bei einem Abvcrkauf der großen Holzvorräte hätte man fast gar nichts verdient. — Bors.: Außer den Holzvorräten wurden aber noch andere Dinge als Apports von den Wöllersdovfer Werken eingebracht, Maschinen, Werkzeuge, wie hoch sind die geschätzt worden? — An ge kl.: Die Ziffer ist mir nicht mchr erinnerlich, die Sachverständigen werden sie wissen. — Sachverständiger: Eine Schätzung über diese Maschinen ist auffälligerweise nicht aufgesunden worden. — Vors.: Wir kommen nun zu den Munitionsvorräten. — A ngek l. (lächelnd): Die Munitionsvorräte bestanden nur aus Munitionskisten, die am ganzeil Territorium herumlagen -und von den Arbeitern » als Brennholz verwendet wurden. Schließlich erlaubte ich der Holzfabrik, die Kisten als Brennholz verkaufen zu lassen. Als letztes Faktum wurde noch die Gründung der Donaüländischen Werke besprochen, die die Wöllersdorfer Werke -mit den Brüdern Roth in Berlin durchführten. Der Angeklagte bezeichnet den Vertrag als äußerst günstig für Wöllersdorf und für den Bund. Die Verhandlung wird heutie fortgesetzt. _ Der Staatsanwalt gegen die Wiederaufnahme des Prozesses Pruscha. Wie wir erfahren. hat der Staats airwalt Doktor F. Wagner gegen den Beschluß des Vierrichtevsenates des Landesgerichtes für Strafsachen Wien 1, eine Wiederaufnahme des Prozesses Pruscha durchzuführen, die Beschwerde a>n das Oberlandesäericht angemeldet. Bon 'der Entscheidung des Oberlandesgerichtes würde es dann abhängen, üb die Wiederaufnahme des Prozesses Pruisch-a erfolgen wird. Die Regierung gegen die Spielbanken. Auf Grund des bekannten Erlasses des Bundeskanzleramtes, loomi: die Aufhebung aller Spielbanken in den Knrorren und Donr-mer- 'rischen angeordnet wurde, wurde auch dis größte Tiroler Spielibank, die unter dem Titel „Sportklub Igl8" in Igls etabliert war, ausgehoben und gegen die kommerziellen Leiter dieser Spielbank, Adolf R ns n e r und Alfred S t e Hs i k aus Wien, ferner gegen die Knrhausgäste Franz Strohmaherals Vermieter der Lokalitäten sowie gegen den Direktor Wenzel, endlich gegen den Wiener Kaufmann Wilhelm P l u g m a n n als Verleiher der zu den Hasardspielen erfordere lichen Utensilien die Anzeige wegen Duldung, beziohrln-gsweisc Mitschuld am Hasardspiel erstattet. Das Bezirksgericht Innsbruck verurteilte die genannten kommerziellen Leiter zu j-c f ü n f T a g e n strengen Arrests und 1000 Schilling Geldstrafe, die Kurhausgäste zu 48 S t u n b c n strengen Arrests imtz 500 Schilling Geldstrafe, sämtliche Strafen bedingt mit einjähriger Bewähmrugsfrist. Ms m-ildernd wurde angenommen, daß über das Erlaubtsein des .Hasardspieles im Jahre 1924 in ganz Oesterreich eine große RechtsnusicheiHeit geherrscht habe. Die beiden anderen Angeklagten wurden freigesprochen. Die Teilnehmer an den Has-aidspiel-en im Kurhaus Igls waren schon früher abgestraft worden, und zwar unbedingt, weil sie schon wegen Hasardspieles vorbestraft Ovaren. ' Ein Prozeß gegen die Lombard- und Eskomptebanl wegen mißbräuchlicher Eskomptierung von Mobilisierungswechseln. Vor den: Handelsgericht Wien (Hofrat Dr. B a chr i ch) hat am 6. d. eine Streitverhandlung gegen die Lombardnnd EÄkomptebank auf Zahlung von 6678 Schilling über eine von der.Firma Bra tma nn u. Co. erhobene Klage mit nachstehendem Sachverhalt stattgefunden: Der Firma Bratmann n. Co. wurde von der beklagten Bank ein Kredit bis zum Höchstbetrag von 100,000.000 K. zugesichert; aus diesem Anlaß hat die Klägerin der Beklagten einen Mobilisierungs- Wechsel in bianco mit der Bestimmung übergeben, sich durch Eskomptierüng des Wechsels nach Maßgabe des von der Klägerin jeweils erschöpften Kredites Geld zu beschaffen. Die Klägerin hat den Kredit nur in der Höhe von etwa 33 Millionen Kronen in Anspruch genommen, die Lombard- und Esk-omptebank hat jedoch im Zustande der Z a h l u n g su n f Hh i -g k e i t knapp vor der Ausgleichseröffnung ohne E r m ä ch t i g u u g und ohne Wissen der Klägerin den Biancowechsel eigenmächtig ans den Betrag von 100,000.000 Kronen aus-gefüllt und bei der Oester reichischen Nationalbank begeben. Lange nach Eröffnung des Ausgleichsverfahrens erlangte die Firma hievon Kenntnis, und -mußte die volle Wechfel-summe von 100,000.000 K. au .die Nationalbank bezahlen. Die Oesterreichische Nati-on-albank hat nämlich erklärt, daß der Direktor der Lombard- und Eskomptehank, Ignaz Wagner, anläßlich der Begebung des Wechsels die Frage, ob der Kredit in dieser Höhe vom: Wechselschuldner e rschöpft sei, h -e j a h t habe. Die Lonrbard- und Eskomptebank hat in der Verhandlung die Begebung des MobiWeieungs-- wechsels in der Höhe von 10o Millionen Kronen zugestanden, allein den Standpunkt aufrechterhalten, daß der Anspruch der .Klägerin in den Ausgleich falle, daher nur eine 30prozentige Ausgleichsquote dem Anspruch zukomme. Der vlägerische.Vertreter beantragte zunächst infolge des gegen die beklagte Bank wogen dieses Vorgehens noch anhängigen Strafverfahrens die Unterbrechung des Rechtsstreites bis zur Beendigung -des Strafverfahrens und machte geltend, daß das Ausgleich sve rf ahr en k ein Heilmr t tel f ü r st ra fb a r e Handln n ge n des Gemeinschuldners -sei und daß überdies der klägeri-sche Anspruch erst nach Einleitung des Ausgleichsverfahrens, nämlich nach ein-getretener Fälligkeit des Wechsels, und seiner infolge Nichteinlösung geleisteten Zahlung entstanden sei und schon deshalb nicht in das Ausglleichsverfahren falle. Das Gericht beschloß die Durchführung der Beweise darüber, ob Mobilisierungswechsel auf einen Betrag ausgefüllt und eskomptiert werden können, der den in Anspruch genomm-euen Kredit übersteigt, und ob der Direktor der beklagten Bank anläßlich der Begebung des Wechsels der Oefterr. Nationalbank eMärt hat, daß der Kredit in der ivechselmäßigen Höhe vom Wechselschuldner erschöpft worden sei. Zn diesem Zwecke ist die Verhandlung vertagt worden. Die Harter Bergwerkskatastrophe. Aus W i e n e r - N e ustadt wird uns berichtet: Die VerhaMuug -gegen den Bergwerksdirektor Dr. Ludwig, den Bctriebslei-ter--Stellvertreter Ingenieur Karl T a u f ch und den Schichtmeffter Tremmel, die. wie berichtet, vor dem Schöffengerichte wegen schwerer Körperverletzung anläßlich des verhängnisvollen Unglücks im Harter Brannkohlenwerk angMagt waren, wirrde nach dem Gutachten der Sachverständigen zu weiteren Erhebungen abgebrochen. ' .. Volkswirt. Polnische Mrtschaftswoche. (Von unserem polnischen M.-S.-iKorvcijpoudente'n.) Die polnischen Börsen waren in der Borichtsw-oche auch weiterhin ganz flau und alle Effekten verzeichnen weitere Kurseinbußen, in deren Bordergrimde die Wiener Arbitragewerte stehen. Diese weisen folgende 9dotiernngen auf: Warfchaner Diskoutoba>nk 6-80, Mälopol-sköbanik 0,28, Zicleuiewski 9,76, GalWche Montan 2,50, Tepege 1,05, Ghodorow 3,16, Rakszawa 1,10!!, Lomberger Br-cvu 7,60 Zloty. In den Hypoithükenlbankaktien waren keine AblschMisse zu verzeichnen, alber auch in den Mderen Werten kamen nur wenige zuftande, da die Goschäiftsl-üsigskeit sich schr stark snhllbar macht. Bon den neu dirrchgeführten Balosievuugen wären zu erwähnen die der ,Maf-ot-a" Schuhlfäbrik A.-G., Die ihr Kapitals auf 250.000 Zloty umgewevtet hat, welches in 10.000 Aktien zu je 25 Zloty anlfgeteilit ist. Der Austaulschschliüssel ist 1:3, die Dividende -für 1624 wurde mit 4 Groschen festgefetzt. Die Püsener Holzindriftrie A.-G. valorisiert ihr Kap>ital auf 900.000 Zloty um, tauscht die Aktien im Nomina!lwe.rte von 25 Zloty 1:1 aus und schüttet eine Dividende von 25 'Groschen ans. Die Lage -in der Indifftrie ist irmn-er noch eine Wechte. Die schwersten Zeiten kommen jetzt für die Kohlerffndustrie, die ilhren wichtigsten Abifa-tzmarlkt verliert, da Doutlschl-and den Import eingestellt hat. Am 15. d. fünft der Termin der zollfreien Einfuhr ab und die HandellsvertragsvechaMungen zoi-- gen kein Evgelbnis. Einzelne Gruben, .darunter auch die.staatlichen, reduzieren ihren -Llpbeitevstcmd und worden langsam den Betrieb schließen müssen. Alle anderen Jndusbr-ie-n befinden sich in ähnlicher Lage. U-ngenlügender Export infolge teuerer Geftchungskostm und Ml kleiner Absatz im Julaude sind -die Gründe. In der letzten Zeit isst nur bei der Textilindustrie in Bialyftok größere Tätigkeit zu verzeichnen, da aus Rlmlänien größere Bestellungen eingelangt sind, s-o daß gegen 80 Prozent der eingestellten Betriebe reaktiviert werden komrten. Nach Einführung des Muen Zolltarifes laugten aus allen Nachbarländern, insbefondevo aus der Dschecho-Slolvakoi, Italien und Oesterreich Proteste M, die durch Interventionen der Gesandten dieser Länder bei Dr. Grabski bekräftigt wurden. Die Staaten weisen auf den Schaden, den der Handel dieser Länder, durch die neuen Sätze erleiden wird, hin und protestieren. Jeder denkt jedoch in erster Linie an sich, und so wird Polen in der Hauptsache bei beit neuen» Bestimmungen ausharren müssen-, lwenn es eine Bev'bessermtg der passiven Handelsbilanz herbeiführen will. Dr. MfUi hat nun dem Pertzei.«r Oestev, .

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