Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2263 (9.6.1925)
- Date
- 1925-06-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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IPotent aOnroMyl Wien: £tiniAbholen in der Expedition, II., Taborstr. 1-3, oder in einer Verschleisstelle fTrafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Ool dachmied, I.. Wollzeiie 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tsch ech o- Slowakei: Mon.K22. Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen:Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Om. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Wiener Morgenreilung Nachzahlungen hei PreiserhAbnngen Vorbehalten Rk. 2263 Wien. Liensiog. S. gnni 192S iPrels 20 al England: Mon.4Schilling. Italien: Monatl. 18 Lre: Ru nänien: Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon.IOOLewa. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 41-0-38, 43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX. Universif/itsslrasse 6-8 (D uckerei 'g. Stciumann) Oesterrcichisches Postsparkassen - Konto Nr. 150.693 7. FMgang Sesterreich in Genf. 88 Millionen Goldkronen Ifit die Bundesbahnen Nunmehr liegt das Ergebnis der Juniiagung des Völkerbundrates, soweit es Oesterreich betrifft, ziemlich lückenlos vor. Die österreichischen Bundesbahnen erhalten 8 8 Ai i l l i o n e n Goldkronen auf drei Jahre verteilt, damit sie die Elektrifizierung einiger ihrer Strecken durchführen körnten, unter der Bedingung, daß das Budget während dieser Zeit i m G l e i ch g e w i ch t ist. Zunächst sott die Strecke S a l zb u r g—I nnsbruck mit allen Nebenlinien auf den elektrischen Betrieb umgebaut werden. Die Elektrifizierung der Semmeringstrecke muß auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werdert. -Damit sind Wohl nicht alle Blütenträume des Generaldirektors der Bundesbahnen, Dr. G ü u 1 h e r, gereift, der ein weitreichenderes und kostspieligeres Programm ansgearbeitet hatte, aber zunächst das eine erreicht, daß die Elektrizitätsindustrien wieder für drei Jahre Bestellungen und ihre Arbeiter Beschäftigung haben. Die B ö l k e r b u n d e x p e r t i s e über den Abbau der Wirtschaftsschranken wird sobald als möglich in Wien abgehalten werden. Ueber die in Genf gefaßten Beschlüsse liegen folgende Meldungen vor: Die Resolution des Fknanzkomitees. Genf, 8. Juni.. Heute vormittags fand die Schlußsitzung des Finanzkomitees im Beisein des Finanzministers Dr. A h r e r und des Präsidenten der Bundesbahnen Doktor Günther »statt. Vorsitzender Dnbois verlas folgenden Entlvurf der vom Finanzkomitee zu fassenden Resolution in Angelegenheit der Elektrifizierung der Bundesbahnen: Das Finanzkomitee hat die in dem Briefe des Bundeskanzlers an den Generalkommissär vom 2. Juni 1925 enthaltenen Vorschläge der österreichischen Regierung geprüft, welche die zur Elektrifizierung der Strecke Salzburg- Innsbruck, einschließlich der Linien W ö r g l—K u fstein und Innsbruck—Brenner, notwendigen und durch Entnahme ans dem Rest der Völkerbnndanleihe zu beschaffendcn Mittel betreffen. Die Verwendung einer für produktive Investitionen bestimmten Summe wurde bereits in diesem Jahre bewilligt. Das Komitee, einvernehmlich mit dem Generalkommissär, betrachtet den vorgelegten Plan der Elektrifizierung als einen produktiven und empfiehlt unter der Voraussetzung, daß das ordentliche Bundesbudget im Gleichgewicht ist, die Zuwendung einer Summe von h ö ch st e « s 8 8 M i llionen Goldkronen durch Entnahme aus dem Aulehenserld's. Die Entnahme würde i n Teilbeträgen nach Maßgabe des durch den Finanzminister zu stellenden Verlangens im Laufe von drei Jahren zu erfolgen haben. Warschau, 8.Juni. Nach einem ©oimuuniqtte des jüdischen Sej'Nillubs hat der -Obmann-des lKlulbs Doktor Leon Reich in einem Schreiben an den Biz-eobmann -milgeteilt, daß er seine Ob mann stelle niederlege. Dr. Reich begründet diesen seinen, Schritt mit den letzten Ereign i s s e u int S e j nt, welche bekanntlich dazu führten, daß das. dem Obmann vom Ministerprälstdenten Grabski ziugesi-cherte Hinan ssch:e»ben des Inkrafttretens der die indische Bevölkerung PolerrS stark schädigenden KonzesslonÄverordlumg vom Plenum des Sejm abgelehnt und in. einer Nesvlntion die Regierung anfgefordert wurde, innerhalb 14 Tagen, bie nötigen. Maßnahmen zur Durchführung der erw-ciihuten Verordnung zu treffen. Nebst dieser Erschwerung der politischen Situation für die Iudeuschast führt das Schreiben Dr. Reichs zur Begründung seines Rücktrittes den Mangel an Ha rittvnie unter den einzelnen Gruppen der jüdischen Depu- Hierauf ergriff Finanzminister Dr. Ah rer das Wort. Er besprach den Entwurf und richtete im Zusammenhänge damit eine Reihe präziser Anfragen an das Finanzlomitee, um klarzustellen, daß die Aktion so rasch als technisch möglich in Angriff genommen werden kann. Die betreffenden Punkte wurden in der hierauf folgenden-Debatte, an der sich Generalkommissär Dr. Z i m m e r m a n, der Präsident des Finanzkomitees Dubais und der Präsident der Bundesbahnen Dr. Günther beteiligten, in positivem Sinne aufgeklärt. Hierauf wurde die Resolution zur Kenntnis genommen. Die praktische Bedeutung liegt darin, daß cs den Bundesbahnen möglich ist, sofort ihr Programm in Angriff zu nehmen und mit der Arbeit zu beginnen, was für die gesamte Wirtschaft, insbesondere aber im Hinblick auf die Arbeitslosigkeit wichtig ist. Die Resolution über die Expertise. Genf, 8. Juni. Houtk um 5 Uhr nachmittags hielt das österreichische Komitee eine Sitzung ab. Den Vorsitz führte Cihamberla'm, Fra-nkreich war durch Briet nd, Italien durch Scialoja und die Tschecho-Slowakei -durch Dr. B e u e s ch, Oesterreich durch- Minister des Aeußern Dr. Mataja vertreten. Generalkommissär Dr. Z inun e r rna n und dar Vorsitzende des Finanzkomitees D u L o t s nahmen auf Einladung Ehamberlains gleichfalls anr Beratungstische Platz. Es wurde beschlossen, dem Völkerbnudrate für die morgige Sitzung nachstehende* . Resolution vorKuschlagen: Der Bölkerbundrat nimmt I. zur Kenntnis, daß das österreichische Komitee dem Wunsche der österreichischen Bundesregierung betreffend die Er-ne n n u n g w i r tschaftlicher Sa ch ve r stä nd ige r von allgemein anerkannter wissenschaftlicher Konrpetenz zugeftimmt hat. Er nimmt weiter zur Kenntnis, daß diese Sachverständigen die wirtschaftliche Lage Oesterreichs in der in der erwähnten Note näher bezeichneten Art und Weise prüfen sollen und daß Mr. W. T. 2 a h t o n und Prof. R i st für diese Aufgabe designiert worden sind. Gr macht 2. die oben bezeichn eten Maßnahmen des österreichischen Kontitees zu den seinen und spricht die Hoffnung aus, daß die Ergebnisse der Enquete Oesterreich zu wirklichem Nutzen dienen werden, Rückreise Dr, Ahrerr. Finanzminister Dr. Ähre r, Präsident der Bundesbahnen Dr. Günther, Minister a. D. Dr. Grimm, Sektionschef I o a s, Sektionschef Dittes und Sektionsrat Lederer sind um 1 Uhr 40 Min. nachmittags nach Wien abgereist. Um halb 6 Uhr nachmittags begann das österreichische Komitee im Beisein des Bundesministers für Aeußeres Dr. Mataja seine Beratungen. sekretärs des Foreign Committee beim jüdisch-englischen Board of Deputies, Mr. Lucien Wolf, in der jüdischpolitischen Oeffentlichkeit Polens hervorgerufen hat. Der Oberrät der Zionistischen -Organisation Polens hat tm.ch einer eingehenden Besprechung des Demtssonsanbotes Dr. Reichs beschlossen, ihnl sein volles Vertrauen ausKudvücken und ihn zur Zurücknahme seiner Demission zu bewegen. Auch die Vollversammlung des jüdischen Parka m-entsblubs lhat -den gleichest Beschluß gefaßt. lEs »ist daher anzunehmen, daß Dr. Reich, der gegenlvävtig nicht iu Warschau weilt, auf seiner Demission n i-ch t bestehen wird. Der erste Zusammenkunft Weizman- Plumer. Lord Plurnev genesen. London, 8. Juni. Wie „Jewish T!mes"meldet, wivd irr den nächsterr Tagen die erste Zusammenkunft zwischen dem neuernannteit Obevkommissär von -Palästina, Lord P l u m e r, und dem Präsidenten der Zionistischerl Organisation, Prof. W e i z m a n n, stattfinden, da Lord Plumer von seiner leichten Erkältung bereits wieder hergestellt ist. {[{ VORZÜGLICHEN schwarzen tmd weissen I I I^AEBBB^^OPnzat > jj IC ÄrrEE1111,1 Ersparnis iij 7 ■ millllililiillillilllllillliliilllilliüüillil!!! an Kaffeebohnen lü 1 erreichen KaffeeMuser, Bars,Hotels eti. ||| mit der 1 „ETERNA-EXPRESS-KAFFEEMASCHINE" ^GEFIAWERKE Ä.G., WIEN,' "LL? Die Maudakmev. —y. W i e n, 9. Juni. Nun ist die Position Europas auch im fernsten Osten gefährdet. Sie stößt dort auf die Rebellion eines mit Hochmut behandelten Volkes, und die Gefahr, die in diesem neuesten Kortflikt auswächst, ist um nichts geringer als die aus dem Marokkokriege. Es sind die gleichest Momente, die in -Schanghai wie im Rif zum Aufstand geführt haben -und die Strafe in sich selbst tragen. Es ist die militaristische Großmachtpolitik, die in dem Völkerkessel heruutrührt und die Verhältnisse nirgends zur Ruhe kommest läßt. Alle europäischen Mtlitürstaaten, Amerika, Japair sind alt dieser Schürerei beteiligt, alle werfen das Netz ihrer Jntrigantenlügen über große, volkreiche Gebiete, und selbstverständlich findet sich bei diesem Werk auch Sowjetrußland ein, das ohne Zweifel nur aus purster Menschenliebe sein Gift in den-Brei schüttet. Im einzelnen mögen die indischenglischen Polizisten schuld sein, die auf die streikenden chinesischen Lastträger geschossen haben. Hinter bein Pulverrauch dieser Salve steckt der europäische Ungeist, der es nicht wahr haben will, daß er sein Recht auf die Weltherrschaft, das er sich ja nur arrogiert hat, schon längst eingebüßt hat. Wie geht er dieser neuesten Affäre zu Leibe? Mit Kanonenbooten, Truppenlandungen, mii Bestechungen von Generälen und Marktschreiern. Geld und Bajonette — in China so wie in Afrika und wo immer Parianationen gegen die Ausplünderung aufstehen und von dem Selbstbestimmungsrecht ihr Teil haben wollen! Diese Kriege im Orient werdest mit der entsetzlichsten Grausamkeit geführt, und es ist sicherlich so, daß der schwerere Grad der Wildheit bei beit zum Aufstand Aufgestachelten zu konstatieren ist. Bei ihnen ist die tiefere Erregung und sie mögen auch den Mangel an Waffentechnik durch die primitiverett Methoden der Steinzeit zu überwindett trachlett. Es klagt sich leicht über Verrohung, wenn man weittragende Geschütze und Gasgranatett besitzt, und es red.ct sich sehr hübsch über die höhere Zivilisation, Wenn utait eine vollendete Zeitnngsorganisatiott besitzt, die ltur Gewünschtes mitteilt und in allem tmd jedent den Eittgeborenen als das Karnickel hinstellt, das atlgefattgen hat. Sie wird auch wahrscheinlich in kurzer Frist zu berichten wissett, daß der Brand an dieser Stelle gelöscht ist. Er wird art einer anderett wieder aufzuckett. Dafür wird Europa schon sorgen. Was suchen eigetttlich diese Staaten in China oder anderwärts? Woraus leiten sie ihren Anspruch auf ihre Mission her, die tticht rtach Rasse ttttb Sprache gleichet! Völker mit dieser Kultur ztt beglücken? Steht es in Europa gar sv gut, ist dieser Kontinent so fest gesichert, daß er sich Spaziergänge oder Einbrüche auf fremdes Gebiet gestaffelt kann? Frankreich und England, die parlamentarische Demokratie und der parlamentarische Konservativismus, ftreiteu miteinander um den Sichcrheitspakt, d. h. um die Sicherheit vor einem deutschen Uebersall. Sie nehmen in subtilster Fasstntg jedett denkbaren Fall der Konslagration an. Es wäre ja sicherer, wentt sie Deutschlattd zum Eintritt in den Völkerbund zwingen und dadurch binden würden. Aber das würde ja.den Krieg, die Kriegsindustrie urtb die Kriegshetze überflüssig und itthaltslos ntacheu, ttttb darum antwortet pünktlich jedem nationalistischen Akt Deutschlands eilt Gegettzug Frankreichs; darum wird bemäntelt, daß sich nebenbei noch Ettglattd vor Frankreich, Frankreich vor Englattd fürchtet, daß sie zusammen den ameritierten all. Diese letztere Begründung bezieht sich auf die Diskussiotten, welche der Warschauer Besuch des General- Kleider-Voile in allen Dessins und Farben, per Meier K 9.800 Bin Schiffmann II. Taborstraße 48 Telenhon 47-1*71) En gros En detai Leruiffion des Lbmarwer der jüdischen Sejmklubs.