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Wiener Morgenzeitung · 1925-06-07 · Heft 2261 (7.6.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2261 (7.6.1925)
Date
1925-06-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Robert Stricker: Zu den Verhandlungen mit der Agnda-Orthodoxie. 6. Benjamin Sew Uskel: Der Wahnsrnn von Tel- Awiw. Dr. E. M. Zweig: Die wirtschaftliche Gefahr der Bodeuspeikulat'ion in Erez Israel. Sport von gestern. Wien: Hakoah gegen Sportklub 3:2 (1:1). Prag: Sparta gegen Slavia 2:0. Horthys Mordgesellen drohen mtt Pogrom. Kn Ablenkungsmanöver in der Presse. — Terror gegen die Behörden. (Eigendienft der „Wiener Morgenzeitung".) Budapest, 6 .Juni. Der Führer der Erwachenden Ungar«, Abgeordneter Stephan Lendvai-Lechner, drohte in der Nationalversammlung mit einem scharfen Judenpogrom für den Fall, daß die Aktion Beniezkys zur Eruierung der Mörder und der Anstifter nicht niedergeschlagen werde. Die Rassenschützler, die befürchten, datz der Vorstoß Beniezkys die Aufhellung und Liquidierung aller bisher »«gesühnten Mordtaten der Erwachenden unter ihrer Hintermänner nach sich ziehen könnte, üben in ihrer Presse Terror gegen die Behörden. Eines dieser Organe, „Szozat", schreibt in einem Leitartikel, datz „die Gegenrevolution wieder ausleben, gegen die jüdische Internationale auf die Barrikaden steigen müsse, um die „von den extremen Legitim!sten gemeinsam mit demJudentum zumPlatzen geb r a ch t e M i n c" u n w i r k s a m z u m a ch e n. Diese ganz offen zu Judenpogromen aufreizenden Artikel werden von der Preßpolizei geduldet. Das jüdische Wochenblatt „Egyenlöseg" fordert in feiner heute erschienenen Nummer die Behörden auf, dieser neuen gefährlichen Pogromagitation unter allen Umstände» Einhalt zu gebieten und weist namens der ungarischen Judenschast jede Gemeinschaft mit der SÜkioü' Beniezkys zurück. Das Assimilantenblatt geht in seiner Angst so weit, datz es sich darauf beruft, datz die jüdischen Gemeinden auch in den Tagen der schwersten rassenschützlerischen Ausschreitungen „glühende patriotische Beschlüsse" gefaßt und allen ausländischen Untersnchungskommifsionen, die wegen Beschaffung von Material über die Verfolgung der Juden nach Ungarn gekommen waren, „die Türe gewiesen" haben. „Die jüdischen Märtyrer" — schlietzt das Blatt seine inständige Bitte um Ruhe — „stören nicht mehr den Frieden und mengen sich nicht in die Politik ... So möge auch der Hatz Einsehen haben und die Leidtragenden nicht provozieren ..." Die Rassenschützler lasten sich auch durch diese Selbsterniedrigung des offiziellen Organs der jüdischen Assimilanten nicht erweichen und führen ihre Pogromhetze, von keiner Seite behindert, weiter. Fluchtvoebereitungen eines Somogyi- Möeders. Budapest, 6. Juni. Die durch die Anklage Beniezkys gegen den Reichsverweser Horthh ins Rollen gebrachte Affäre derErmordung des Redakteurs S am ogyi fördert täglich neue Sensationen zutage. Schon in der Mittwochsltzung der Nationalversammlung erklärte der sozialdemokratische Abgeordnete Payer in einem Zwischenruf, daß einer der Mörder, und zwar der Oberleutnant zur Disposition, Stephan Soltesz auch heute noch int Kriegsministerium Dienst mache. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag ließ nun die Redaktion des „Nepszava" der Oberstadthauptmannschaft den Bürstenabzug eittes für die Freitagnummer gesetzten Artikels znstellen, in welchem nach Wiederholung der Anklage gegen Soltesz festgestellt wird, daß dieser bereits im Besitze eines Auslandspasses sei und alles für seine Flucht vorbereitet habe. In einem Begleitschreiben tvird die Befürchtung ausgesprochen, datz Soltesz seinen Fluchtplan noch im Laufe der Nacht ausführen könnte. In der Anzeige werden auch alle Beweise für die Schuld des Soltesz tut der Ermordung der Redakteure S o m o g y i und B a c s o angeführt. Die P ol i z e i hat angeblich alles Erforderliche zur B e r e i t l u n g d'er Flucht des Beschuldigten vorgekehrt. Sie hat ferner die Anzeige der „Nepszava" gegen Soltesz, die ihr die Staatsanwaltschaft mit der Begründung, daß Soltesz als Oberlerttnant den Militärbehörden unterstehe, zurückgestcllt hatte, der Militäranwaltschaft übergeben. Oberleutnant Soltesz wird im Augenblick weder st eckbrieflichverfolgt, noch polizeilich oder durch die Militärbehörden beobachtet. Ein Antrag auf Entthronung Horthys. Budapest, 6. Juni. Die Parlantentsfraktion der s ozialdemokratischen Partei wird in der nächsten Sitzung der Nationalversammlung einen Antrag auf AbänderungdesGesetzesüberdaszeitweilige Staatsoberhaupt einbringen. Der Antrag fordert die Einsetzung eines aus drei Mitgliedern bestehenden S t a a t s r a t e s auf die Dauer von zwei Jahren. „Az Ujsag" bleibt verboten. Budapest, 6. Juni. (Tel.-Komp.) Der Minister des Innern, Rakovszky, gab einem Mitarbeiter des „Az Est" die Erklärung ab, daß an eine Zurückziehung des Verbotes des „Az Ujsag" nicht gedacht werden könne. Der Umstand, daß durch den Ruin eines Zeitungsuntevnehmens Hunderte'von Existenzen hart betroffen werden, spiele keine Nolle neben der Notwendigkeit, ein Exempel zu statuieren, wo es sich um die Würde des Staatsoberhauptes handelt. Heute befaßte sich der Anklagesenat des Strafgerichtshofes mit dem R e k rt r s e, den die Redaktion des „Az Ujsag" gegen den Konfiskationsbescheid des Untersuchungsrichters angestrengt hat. In geschlossener Sitzung hat der Senat das Ansuchen ttm Aufhebung der Konfiskation abgewiesen. Der neue Budavester Gemeinderat. Zusammentritt am 17. Juni. Budapest, 6. Juni. Die vom RegievungAko>mmlssär Dr. Rüpka zur Sicherung der Arbeitsfähigkeit des neugewählten Gemeinderates mit den Führern der Parteien geführten Verhandlungen wurden erfolgreich zu Ende geführt. Die Parteienvertreter einigten sich irr mehreren gemeinsamen Konferenzen über die wichtigsten Fragen sowie über die Verteilung der Mandate in den wichtigsten Ausschüssen und die Zulassung der Bivikiisten und ernannten Gemeinderäte in die Ausschüsse. Der Termin der ersten Plenarsitzung des Genzemderates ist für den 17. I u n i, nachmittags, festgesetzt. Bis gu diesem Termin wird die Regierung die Ernenn u u g der Gemeinderäte im Sinne des Wahlgesetzes für die Hauptstadt vollziehen. Die Parteienvertreter sind auch darin übeveingekomtnen, daß in der Eröffnungssitzung bloß die Wahlen in die Ausschüsse vorgenommen werden und die Parteiführer keinerlei Erklärungen abgchen sollen. Vormarsch einer antibolschelvikischen Armee? Bukarest, 6. Juni. (Tel.-Komp.) Aus Odesia treffen Nachrichten ein, wonach der gewesene zaristische General B o d o w s k y mit einer antibolschewikischen Armee gegen Minsk und Moskau vor marschiere. Die Meldungen besagen, datz seine Armee immer mehr und mehr Anhang gewinne. Die Sowjetregierung soll mehrere Armeekorps gegen General Bodowski mobilisiert haben. (Eine Bestätigung dieser aus trüber Quelle fließenden Nachricht ist nirgends zu erlangen. Die Red.) Abbazia PALACE-HOTEL BADE-SAISON ERÖFFNET! Abbazia MODERNSTER KOMFORT! GENERALDIREKTION s HANS HÜBNER 602 FEINSTE KÜCHE! rockte -aw».

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