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Wiener Morgenzeitung · 1925-05-31 · Heft 2255 (31.5.1925) · p. Seite 14

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2255 (31.5.1925)
Date
1925-05-31
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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Seite 1*1 Wien, Sonntag Weite« Msr«eitzettii«M. 31. Ma l 1925 Nr. 2255 Immer ,F>laugelb" gefärbt ist. Und fco§ nennt man dann objektive Berichterstattung. Jedenfalls ha: sich der Herr nunmehr m die erste Reihe der jüdischen Antisemiten gestellt. Im „b-Uhr-Blatt" orakelt ein neunmal Weiser: „5>er S. C. Hakoah hat wohl einen großen Anhang. er ist aber trotzdem keine populäre Mannschaft. Die Sympathien für diesen Klub sind zu schr in einem einfffoett homogenen Klüngel verankert. Je mehr sich die Meisterschaft ihrem Abschluß nähert, umso größer wird der Widerstand. den, der S. C. Hakoah in »der großen Fußballgemeinde findet. In Wirklichkeit hat er nicht nur noch gegen drei Mannschaften, sondern gegen Len vereinigten Anhang aller anderen zehrt erstklassigen Professtonalvereine zu kämpfen. Jetzt wird es also ein Kampf der befferen Nerven, und daher ist der Sieg der Blanweißen trotz ihres Vor- .fpvunqes noch immer nicht entschieden. ES beginnt zweifelhaft zu werden, ob die Krieaucr die moralische Kraft haben öoerben, die fit«, das Championat nötigen Punkte aus den Spielen gegen Simmering. Sportklub und Slovan noch herauszuholen. Vielleicht wäre es wirklich vorteilhafter für den Sportklub Hakoah, die Meisterschaft nicht zu gewinnen!" Klüngel". Er weiß loahrscheinlich nicht, was das heißt. Er konstatiert Terror und „vielleicht wäre es vorteilhafter..." Ist das Drohung und Pogromankündigung? — Das ist das Niveau der Wiener Sportjournalistik. Im „8-UihrBlatt" wird ein Hakenkreuzler deutlicher: „Wenn nicht alle Anzeichen trügen, werden sich die letzten Spiele, die die. Hakoah noch austragen und gewinnen muß, um den Meisterfchaststitel zu erringen, zu Skandalen entwickeln. Die Krieauer kämp'en mit allen Mitteln, nur nicht mit denen einer Mannschaft von Können und Klasse, um den Sieg Es würde hier zu weit führen, die Frage der Schuld a-ufznrollen. Jedenfalls hat die Hakoah, da sie am Erfolg weit mehr interessiert war als der SB. A. C., fein, äber auch schon kein Mittel gescheut, was natürlich einen schr fühlbaren Gegendruck der Athletiker anslöste." Der Herr will Skandale. Tiefes Goschrerbsel ist jedenfalls der größte. Zur Sache selbst ist zu sagen, daß die Hakoah infolge ihres Tabellenftandes es absolut tticht notwendig hatte, ,Fem Mittel" zu scheuen. Da sie die technisch bessere Mannschaft davstellt, muß eine scharfe Spielweise des Gegners mtr ihr zum Nachteil gereichen. Die Herrschaften haben ettdlich deutlich;tt erkennen gegeben. wes Geisteskind und Geistesrichtuug sie sind. Beschränkter Kluhpatviotismus und antisemitischer Haß haben sie jetzt entlarvt. Sie hielten die Gelvgetrheit für gekommen, um den: fiLifchen Publikum. von dem sie leben, eins zu versetzen. Der jüdischen Bevölkerung werden hoffentlich endlich die Augen ausgohen. um dieser Gesellschaft die nötige Antwort, das heißt den gebührenden Tritt durch Boykott znrückzugeben. 'Das DLatch Hakoah—W. A. C. am 28. Mai 1925 bleibt ein trauriges Kapitel in der Geschichte des österreichischen Fnßballsportes. Aber trauriger noch und beschämender ist die Haltung eines .Klüngels" von Berichterstattern, die, statt objektiv zu sein und beruhigend eiuzuwirkeu, hetzen und a u s r e i z e tt. Die Wiener Sportjournalistik hat durch einige Vertreter ein Niveau erreicht, das aus der Jauche von Stammcafes geschöpft wird.' Antisemitismus von Assimilanten und Hakenkreuzterror. Das ist die Einheitsfrout gegen Hakoah. DerFußballvcvband hat das Wort. Er muß für die glatte Abwicklung der letzten Hakoah-Spiele Sorge tragen. Stzortkluh, Slovan und Simmering sind die Gegner. Der rein deutsche Sportklub und die j ü d i s ch' e SPORTPLATZ HOHE WARTE Hente MilSftsomilag, 31. Mal, 4 Uhr nachm. Hask a^—Rapid 7*8 Uhr nachm. Sparta -Hakoah Morg n Pslngftmontag, 1. Sun!, 4 Uhr nachm. Hask(Agmm)-Hakoah 7*6 Uhr nachm. Sparta 0^—Rapid Mannschaft haben einander i m m er must e rg ü l t ig faire Spiele geliefert. Die Tschechen haben in vie'.er ' Hinsicht Schwierigkeiten gegen sich wie Hakoah. Gefahr droht am ehesten noch von Simmering. Nicht von den shmpathischen Spielern des Bereines, sondern von den Israeliten in und um den Verein. Wr hoffen, daß der Verband auf dem Platze fein wird und daß er seine P f I icht uüd Verantwortung könnt. Lar Rundsplel auf der Hohen Warte. Heute: Rapid—Hask (Agram) ..4 Uhr Hakoah—Sparta (Prag) ..Vs6 Uhr Morgen: Hakoah—Hask »*»»»»»»,.«»,,,«.» 4 Uhr Rapid-Sparta. '/,6 Uhr * ' Die vier Mannschaften, die heute und morgen ein Rundspiel auf der Hohen Warte gegeneinander anstragen, zählen zur Elite ihrer Heimat. Die tüchtigen Agramer werdeil bestrebt sein, der jetzt in Schwung befindlichen Rapid- Mannschaft einen ebenbürtigen Gegner abzugeben. Die in voller Aufstellung antretende Sparta kommt mit dem Glanze des Sieges im Länderkamps, an dem einige ihrer Spieler den Hauptanteil hatten. Die Tschechen werben alles daransetzen, um auch in den Vereinsspielen, die in der letzten Zuschriften an die Redaktion sowie unverlangt einlangenöen Manuskripte« wolle man stets Rückporto beilege«, da sonst eine Beanlwortnng» beziehungsweise Rücksendung nicht erfolgen kann. Zeit für sie unglücklich verliefen, ihre Ueberlegenheit zn Goweisen. Die Hakoah steht vor einer sehr schweren Aufgabe. Heute soll sie wieder den österreichischen Fußballsport repräsentieren, ivas ihr ein Teil der Presse im Spiele gegen die Bolton Wanderers nicht zubilligen wollte. Die Opfer des W. A. C- Spieles müssen heute in der jüdischen Mannschaft schien. Die Hakoah hat sogar ernste Besetznngsschwierigkeiten, aber jede Hakoah Elf wird mit jenem Siegeswillen in den heutigen Kampf ziehen, welcher dem Ernst und der Würde des jüdischen Sportes zukommt. Falls der Hakoahner Jszo Gansl für heute die Spielbewillignng erhält und Slndsky genesen ist, dürfte Hakoah folgende Mannschaft stellen: Fabian; Scheuer, Wcgncr; Fried, Guttmann, Polkas Neufeld, Häusler, Gansl, Slndsky, Katz. Alle Kadimahner treffen sich heute um halb Ist Uhr früh bei der Pretzbnrger Bahn zwecks genteinsamer Abfahrt nach Dt a n n s w ö r t h. Beim Mannswörther Pokalturnier nehmen außer Kadimay noch folgende Vereine teil: Mannswörther S. E., Neulerchen« seid er F. C. und S. C. Philadelphia. "Auch die Reserven nehmen an dom Suritter teil. Hasmonea spielt heute, halb 11 Uhr, gegen den neuen zweitklassigen Nichtamateurverein Bewegung 20. Montag gastiert der jüdische Verein in Hennersdorf. Die Grazer Hakoah wird im Juli .zwei Spiele in Triest anstragen. Exzelsior Jgm.—Taubstummen Jgm. 3:3 (0:3). Gutes Spiel von Exzelsior. Die Taubstummen, die bei Halbzeit 3:0 in der Führung waren, mußten froh fein, ein Unentschieden zu erreichen. Die Tore erzielten Kerzner und Dodl und Debet in der letzten Minute den "Ausgleich. — Exzels i 0 r - Rescrve n— Orient-Reserven 1:1; Tor: Kreisel. — Exzelsior I g m.— S. S. B. J g m. 0 :2; Tore: Kerzner 3. Dodl, Zarnberg und Debert. Makkabi (Agram) wird anfangs Juni zwei Wettfpkelo in Triest austragen. Libmion trägt heute gegen die Hakoah-Jnngmannschaft ein Freundschaftsspiel ans. Jüdische Sportler haben im Jüdischen Theater, 2. Dez., Täborftraße 12 (Hotel Stephanie), freien Eintritt. "Anfg-« 8 Uhr abends. _ Leichtathletik. Der jüdische Olympiasieger im 100 - Dieter - Laufen Abrahams hat sich neulich, wie berichtet, beim Training verletzt, weshalb er sich jetzt vom aktiven Sport zurückzichen teil' Tennis. Tennisplatz gesucht für ein- bis zweimal in der Woche. Zuschriften sind zu richten an?) 0 nng I e w i s h S P 0 r 1 i n g CI u h, 8. Bez.. Alserstraße 15 (Cafe Schlösselhof), oder Boko Z 0 h n, 18. Boz., Kreuzgasse 29, Zum Ries-Rennen. Die R a l e i g h - M a s ch i n e kommt nunmehr auch in der Steiermark zur Geltung. Beim Ries-Rennen war zwar nur eine, die Herr Eduard Bar der außer Konkurrenz in vorzüglicher Zeit steuerte, es werden deren aber bald mehr werden. Die Generalvertretung der Raleigh-Maschinen besitzt die Firma Aviauto, Barber & Ca- Wien, 1. Bez., Biberstraße 9. Theater von heute Burgtbeater Der Schleier der Beatrice -lksktemletheater: Soll man es sagen? Staatsoper: Carmen Seboiabntnaer Schloss-Cheater: Xerxes Deutsches Uolkstheater: Die Wollust der Anständigkeit — Er ist an allem schuld — Die schlimmen Buben in der Schule Cheater in der Uosefstadt: Gesellschaft Rainund*Cheater: Antonia Lür . Kam in erspiele: Die Mary — 6 Minuten Liebe Ufr. Stadttheater: Revue des Humors: Oblatts Frauen — Villa Steinbof Reiaisianeebübne: t*in nacktes Madel gefunden Cnstspieltbeater: Rotkappeen — Die Frau < es Debütanten Biener stomodienhausr Die große Trommel Cheater an der Wien: Der Orlow lvr. Börgertheater: Das Dreimäderlhaus — Gräfin Mariza 1-h'5ttaui§ Cheater* Die große Unbekannte ROlaud-B&hue: Pepi, die Perle Jüdische Bühne (Hotel Stephanie, II. Taborstr. 12): Zipke Feier Kleines Cheater: Karussell ',',8 7*8 7 7*8 7*8 7*8 7*8 7*8 10 Hotel-Pension „Rudolfshöhe“ BAD ISCHL Bestgeführtes Familienhotel in schönster Lage, von herrlichen Nadelwaldungen umgeben, windgeschützt. Reizende Terrasse. Große, luftige Speise- und Gesellschaftsräume. Täglich Käntllerkonzert 5102 Auto-Garagen Hotel- Pension Stadt len In zentraler Lage, in der Nähe des Bades und Bahnhofes gelegen. Mit allem Komfort ausgestattet Kurort Gleichenberg HOTEL MAILAND 10955 Bekannt erstklassiges Haus mit bester Küche und ziviles Preisen. Pension-, Zimmer- und Wagenbestellung im Interesse der Gäste. Josef Htftal, Hotelier. m speciel! in den Entwiddongsjahren zeigt das Blot oft einen Mangel an roten Blutkörperdien. 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