Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2255 (31.5.1925)
- Date
- 1925-05-31
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Jahrgang BERLINER STADTHÄUSER zum sofortigen Abschluss zu kaufen gesucht. Grösse, Fliedensmiete, Lastenangabe erforderlich L HYPOTHEKENKAPITAL nur für GROSS-BERLIN günstig zu vergeben I * BENNO STAHL & SOHN jetzt: Berlin W S, Jagerstrasse 59/60 zwischen Friedrichu. Charlottenstrasse Telephon: Zentrum 6455—58 , K J.A.Baczewiki iiiuuiiiiiiuiiiiimtiiiiimiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiimiiiiiiiiii Schnäpfv, Liköre Spezialität: Baczewskl - Stanislauer Doppelt rektifizi ert «nb destilliert Soli 1782 weltbekannt Re Kntwaffnung Deutschland». WenHtas Koltektivschritt der AllAerten in ij. , Berlin. Paris, SO. Mar. Die Agenoe Havas meldet: Die Bo>tsHafterLmrfereM, di« heute nachmittags ANsaurmenge treten hat einmütig den Text der Note an Deutschland ibetvefferid die Entwaffnung und die Liste der Verfehlungen angenommen. Die Dokumente tver-- den Dienstag oder Mittwoch durch den englischen Botschafter in Berlin Ldrd d'Abernon dem -Außen- Mrniister Dr. Stresemann bei einem Kollektiv-- schri tt der alliierten Botschafter überreicht werden. Di« Note wird zwölf Stunden und die Liste der Verfehlungen 84 Stunden nach der Uebergabe veröffentlicht werden. Weiters hat die Botfchafterkonferenz entschieden, daß die bulgarische Regierung die 10.000 Mann Erüünzurrgs-miliz am 31. Mai zu entlassen hat. Zwei Noten. Es werden zwei Noten der deutschen Regierung überreicht werden. In der ersten Note wird erklärt, daß di« Kölner Zone nicht geräumt werden könne, weil Deutschland die Bestimmungen über die Entwaffnung nicht erfüllt habe. Die zweite Note wird die Liste der Verfehlungen enthalten, die behoben tverdon müssen, che Köln geräumt werden kann. .Gin neuer amertkantsiHer Beobachter bei der Reparationskommisfion. Wafhittgion, 30. Mai. (Havas.) Ralph Hill ist zum amerikanischen B e o b a ch t e r bei der Reparationskommission au Stelle L o g a n s ernannt worden, der aus Persönlichen Gründen znvückgetreten ist. Lord Plumer. Aeußerungen nichtjüdischer Blätter in Erez Israel. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Jerusalem, 29. Mai. Be! Besprechung der Ernennung Lord Plmners zum britischen Oberkommissäv für Erez Israel drückt das Organ des lateinischen Patriarchats „Rakkw Sion" den Wunsch aus, Lovd Plumer Möge beim SYst« m Herbert Sa mu els bleiben. Der „Merat al Sherk", das Organ der arabische n Nationalpart ei, spricht die Hoffnung ans, Lord Plumer möge nicht allzu streng sein und den Arabern seine Sympathie entgegenbrirrgen. Re Smova-Mskouferem iu Rew'Äoü. Forderung nach einer gemeinsamen Aktion zwischen der amerikanischen und europäischen Judenheit. Rew-York, 27. Mai. (I. T. A.) Am 25. Mar traten 200 Delegierte, welche 28 Zentralorganisationen der amerikanischen Judenheit vertraten, zueiner Konferenz zusammen, in welcher eine weitgehende Hilfsaktion zugunsten der notleidenden JudenOsteuropas beraten wurde. Den Vorsitz führte der Präsident des amerikanischjüdischen Kongresses, Rabbiner Dr. Stephen S. W i s e, die zionistische Organisation Amerikas war durch das Mitglied der Zionistischen Weltexekutive, Herrn Louis Lipskh, vertreten. Zahlreiche große jüdische Brüderschaftsorden und Gewerkschaften waren durch Abordnungen auf der Konferenz vertreten, unter ihnen die beiden größten jüdischen Berufsorganisationen Amalgamated Teiloring Society (Kleidermacherverband) und Capmakers Union (Hutmacherverband). Die Herren Stephen S. Wisc, Leo Motzkin, preußischer Landtagsabgeordneter Dr. Oskar Cohn und der frühere Petersburger Rabbiner Dr. E i s e n st a d t, ferner der Herausgeber der „Iewish Tribüne" Hermann B e r n st e i n und der bekannte russische Rechtsanwalt und Mitarbeiter der Jca, H. S l i o s b e r g, hielten eingehende Referate und forderten eine gemeinsame Aktion der europäischen und amerikanischen Judenheit, um den notleidenden Teil der europäischen und insbesondere der osteuropäischen Judenheit vor dem Untergang zu retten. Die Konferenz setzte ein siebengltcdri'ges Koin r t e e ein, welches sich durch drei Mitglieder der Abordnung der Jüdischen W e l t h i l f s k o ns e r e n z, Leo Motzkin, Dr. C o h n und Rabbi E isenstadt, ergänzen soll. Dieses Komitee soll sich mit dem Joint D i st r i b u t i o n Committee in Verbindung setzen und dieses veranlassen, mit den europäischen Hilfsorganisationen über eine g e m e i n s a m e H i l f s a t i i o n auf breitester Grundlage nt verhandeln. Dr. Mosffnson beim Präsidenten der argentinischen Republik. Buenos Aires, 27. Mai. Der derzeit in Argentinien weilende Delegierte deS Londoner Keren-Hajessod-Direktoriums, Doktor M o s s i n s o n, wurde in Begleitung der. Führer der argentinischen Zionisten, Dr. N i s s e n s o n und B e l i s a w e tz k i, von dem Präsidenten der argentinischen Republik empfangen. Der Präsident brachte der jüdischen Wiederaufbauarbeit in Palästina großes Interesse entgegen und. versprach namens der a r g e nt i n i s ch e n Regierung, nach Möglichkeit bei der Verwirklichung der zionistischen Ideen mitzuwirken. An der von den argentinischen Zionisten veranstalteten imposanten Feier gelegentlich der Eröffnung der hebräischen Jerusalemer Universität nahm der Unterrichtsminister als offizieller Vertreter der argentinischen Negierung teil. Re Fragen der 14. Zionisten- 'ongresses. Infolge des Feiertages erscheint die nächste Nummer der „Wiener Morgenzeitung" Dienstag mittags. * Die Dienstag mittags erscheinende Ausgabe der „Wiener Morgenzeitung" enthält u. a. folgende Artikel; Dr. M. Soloweitschi kr Ba banque (Grundsätzliches zur Agency-Frage). Benjamin S e w U s i e l (Jerusalem): Der Wahnsinn von Tel-Awiw. Meier Hammer: Ein Jahr systematischer Büchsenarbeit in Palästina. H. S. Rauchwergerr Zionistisches Couleurstudententum. Die ProskripttonMe. Die hakenkreuzlerische „Deutsche Arbeiterpresse ist in ihrer systematischen Mordhetze nunmehr bei der Ernte ihrer giftigen Saat angelangt. Die Mordpresse ist offenbar überzeugt, daß, die Frucht bereits reif sei, um gepflückt zu werden. Genug der aufreizenden Worte, jetzt komme der Mord! Und gewissermaßen als eine Art Wegweiser gibt die „Arbeiterpresse" unter der Ueberschrift „Einige der Rathenauschen 300. Die Giftmischer in Wien" jedem mordlustigen Hakenkreuzler eine Siftc von Journalisten und Finanzmännern an die Hand, die, wie die Ueberschrift eindeutig besagt, dazu verurteilt wurden, das Schicksal Rathenaus zu teilen. Zur Erleichterung der nationalpatriotischen Handlung ist in der Liste dem Namen der Berufsort und die Wohnungsadresse beigefügt. Deutlicher geht's nimmer! Nur frisch zugegriffen! In der Liste figuriere auch ich als verantwortlicher Redakteur der „Wiener Morgenzeitung" unter den „Giftmischern", die den Mordbuben zur entsprechenden Behandlung preisgegeben werden. Ich habe keine Sehnsucht nach einer Märtyrerrolle und bilde mir auch auf die mir solcher Art erwiesene Ehre nichts ein, zumal ich weiß, daß die Wut der Unrechtsverfechter dem unerschrockenen Kampf gilt, den die „Wiener Morgenzeitung" seit ihrem Bestände uni die Existenzberechtigung des jüdischen Volkes, um die Rechte des jüdischen Staatsbürgers und nicht zuletzt um die Rettung des gerade durch die Hakenkreuzler in Mißkredit gebrachten . Ansehens' dieses unglücklichen Staates führte Ich tue mir auf die mir von den Hakenkreuzlern zuteil gewordene Ehre nichts zugute, aber ich unterschätze sie auch nicht. Die Creichnsie letzten Monaie haben gezeigt, daß der irregeführte Anhang der nationalistischen Hetzer bereits die durchaus nicht mehr geheime Sprache ihrer aufreizenden Presse genau versteht und zu allem zuchaben ist. Und diese Jugend in ihrem Untatendrang hat sich auch überzeugen können, daß sie, wenn sie einen solchen „Giftmischer" meuchlings niedermacht, höchstens die Landung in einer Jrrenzelle riskiert. Diese Jugend hat gerade in den letzten Tagen die Genugtuung gehabt, daß ihr Wille, an den Hochschulen den Lehrbetrieb lahmzulegen, auf der ganzen Linie respektiert wurde. Diese Jugend, die keine Ahnung > davon hat, wie die große, Iveite Welt der produktiven Arbeit, von deren Wohlwollen auch ihr Fortkommen in diesem Lande abhängt, von ihr denkt, liest bloß die Verherrlichung ihrer Ausschreitungen und erfreut sich des besonderen Schutzes ihrer Lehrer und jener Stellen im' Staate, die berufen wären, durch bie. rücksichtslose Geltendmachung des Gesetzes die wildgewordene „Zukunft des deutschen Volkes" auf den Pfad der Gesetzlichkeit zu zwingen. Für eine so präparierte Jugend spricht die in der „Deutschen Arbeiterpresse" veröffentlichte Rathenau-Liste eine klare Sprache: Sie ist die Aufforderung zum Mord. Was sollen wir dagegen tun? Den Staatsanwalt anrufen? Was nützt es? Er wird das „Verfahren" wegen Beschlagnahme des Artikels „einleiten" und wenn es ihm gelingt, die Beschlagnahme auch wirklich - durchzusetzen, so wird sie durchgeführt werden, nachdem das Mordgift sich bereits in den exaltierten, systematisch künstlich erregten jugendlichen Gehirnen sestgefressen haben wird. Wozu beit Staatsanwalt anrufen? Vermögen wir denn lauter, eindringlicher, alarmierender nach ihm zu schreien, als die gedruckte Liste der Vogelfreien — und es ist, wie angeoeutet wird, erst die erste Serie — es selbst tut? Es hat keinen Sinn. Es sollen offenbar noch schaurigere Folgen der begünstigten Hakenkreuzhetze als die bisherigen eintreten, ehe die einseitige Schwerhörigkeit gewisser Stellen gebannt wird. Die „Wiener Morgenzeitung" kann und wird sich auch durch ihre Einreihung in die schwarze Profkriptionsliste nicht einschüchtern und von. dem Wege abdrängen lassen, den ihr die Pflicht, als einziges bewußt jüdisches Tagblatt den Defensivkampf des verleumdeten Judentums gegen ein Heer von zu allen entschlossenen Widersachern zu führen, vorzeichnet.JakobKrausz. H. Hübners Schloss-Hote , COBENZL Schönste Aussicht! Konzert ✓ Feinste Küche