Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2254 (30.5.1925)
- Date
- 1925-05-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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[p5em 20 flroszy | Wien: Zum Abholen in der i Expedition, II., Taborstr. 1-3, 1 oder in einer Verschleisstelle ,/Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkauf in Wien «durch die Kolporteure der fFinna 0 o 1 dsch mied, Wollzeile 11 /Mtt Postversand für Wien taftd Oesterreich monatlich 5 Schilling vTsTh ecJio-Slowakei: /MoilK22. Jugoslawien: ,,Mon.Din. 60. Polen: Mon. >4Zloty. Deutschland: Mo». 0m. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Nachzahlungen bet Preis- Erhebungen Vorbehalten IPrel« 20 n tencr England: Mon. 4 Schilling. Italien; Monatl. 18 L«re: Rumänien: Mon. 170Lei. Bulgarien rMon.IOOLews. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44*0-38,43-3*19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX.. Universitätsstrasse 6-8 (D uckerei 'g. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Nr. 2254 ffiieit, Sonntag, 30. Mol 1925 7. Jahrgang ,WEDO 9 Orig, ungar, DEBRECZINER m Iflr Wiederverkäufer III., Heumarkt 6,Tel. 95483 ^|llUlllllllllllllllllllli||nn| S aa/Wv\aa I Bequeme 3 VWWVW .aiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiL IIIIIIIr s Teil- Zahlungen! | ErhUUlch nur in Laden mit diesem Schild j j^ftlmmilHnilllll Zentrale) Wien, 1. Llebläflanc rllMMIIMMlM Cafe Heinrichhof 605 Bes.: Adolfine Prohaska I* Opernnng 3 — 5 (gegenüber Staatsoper) Vornehmstes Frühstüdes» und Familiencafe ZÜGLICHEN schwarzen und weissen ■ ■ M. M MEff .40Prozent Ersparnis an Kaffeebohnen 1 erreichen Kaffeehäuser, Bars,Hotels etc. mit der m in »ETERNA-EXPKESS-KAfFEEMASCHtNE* | 1 QEFIflWERKE A.G.,WIEN,' J % Deutschland erfühl. — Feststellung her Noparahonskommrssion. Paris, 29. Mai. (Tel.-Komp.) Die ReparationZkom «Mission Hat Hente nachmittag beschlossen-, die in «der BotschafterLonfevontz gestellte Frage, ob Deutschland «bis jetzt die Reparatio«nsverpfli chtungen auf Grund des Daives-Wanes erfüllt Habe, bejahend zu beantworten. Die Botschaftertonferenz sMst wirb «sich! erst morgen versammeln. Sie wird morgen die Entscheidung hinsichtlich der Entwaffnung Deutschlands treffen, die später in Berlin im Wege eines Kollektivschrittes der alliierten Botschafter notifiziert .werden wird. _. Set Sicherheltapnlt. London, 29. M!ai. (Reuter.) Es bestätigt sich, daß die Krage des Sicherheitstzaktes bis zu einem Punkte gediehen ist, daß die britischen Anregungen nunmehr der französischen Regiemng übermittelt tverden können. Man kann annehmen, daß die britische Regierung daran festhält, daß sie nur an einem Pakt teilnehmen wird, der präzise gefaßt und begrenzt ist. Sie Vertretung der deutsche« Zionisten ans dem 14. Aionistentangreh. Berlin, 29. Mai. (I. T. A.) In der Sitzung des Zentralkoutitees der Zionistischen Vereinigung für Deutschland wurde mit allen gegen eine Stimme beschlossen, neben Herrn Kurt Blumenf e l d und Dr. H a « t k e, die als Mitglieder des AttionSkomitees auf dem Kongreß Sitz und Stimme haben, die folgenden Herren als Kongreßdelegierte zu kandidieren» 1. Felix Rosen- Klüth (Jerusalem); 2. Alfred Landsberg (Wiesbaden); 8. S. S ch o ck e n jun. (Zwickau); 4. Martin Rosenblüth; b. Nahum G o l d m a n n; 6. Richard L i ch t h e i m; 7. Robert Weltsch; 8. Siegftied Moses (Zwickau); 9. B. Lvibowitsch (Hamburg); 10. Werner B l o ch; 11. Moses W a l m a n n; 12. Sally Hirsch (Halberstadt); 13. Mar I a e o b s o h n (Breslau); 14. Meitthold N u ß b a n m; 16. Siegftied Hirsch (Berlin); 16. Georg Landauer. 17. L. T «in p - w 8 k y (Leipzig); 18. Nathan G r ü n st e i n (Frankfurta.M.); 19. W e i ß m a n n (Beuchen); 20. Kramer (Köln). ' Kritische Stunden für Painleve. Die unsichere Mehrheit her Negierung. — Ein Kompromisivertrauensvotmn. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Paris, 29. Mai. Die Marokkodebatte in der Kammer konnte gestern, entgegen allen Erwartungen, nicht zu Ende geführt werdeu, da die sozialistische Gruppe mit dem Hinweis darauf, die Erklärungen des Minisierpräisidenten Painleve entsprechen nicht den Vereinbarungen, welche sie mit dem Premier getroffen hatte, 'beschloß, sich der Abstimmung über -das Vertrauensvotum zu e n U halten. Die Situation war dadurch für das Kabinett kritisch geworden. Neu emgeleitete Verhandlungen ergaben schließlich spät nachts eine vorläufige Einigung in dem Sinne, daß die Debatte auf heute vertagt wurde. Diesem Antrag «stimmte die Kammer mit 562 gegen 31 Stimmen zu. Im Laufe des heutigen Vormittags gab Minister- ' Präsident Painleve vor der Bollversammlung der Gruppen des Linkskartells neuerliche Erklärungen alb. Es kam schließlich eine Einigung dahin zustande, daß in der vom Linkskartell vorgeschlagenen Tagesordnung von den Sozialisten dorgeWagene Aenderungen in zwei Pünkten vorge-nommen wurden. Die Regierung war mit diesen Abänderungen einverstanden. Der Ministerpräsident wünschte zwar, daß der Einlieitungssatz der neuen Tagesordnung, welcher eine Anspielung auf die Kammer- und G-emeindesvahlen enthält, weggelassen werde, damit im. Interesse des .Prestiges FvankrtziW, Vox den.Marokkanern eine, möglichst große Zahl von Deputierten für die Tagesordnung stimmen könne, doch erklärte' die sozialistische Gruppe, daß sie für diesen Vorschlag nicht zu haben sei. Um einen Bruch des Kartells zu verhüten, gaben sich Painleve und Briand schließlich mit der sozialistischen Modifikation der Tagesordnung zu- Jn «der heutigen Kamrnepsitzung gab zunächlst Ma «lvh Erklärungen über seine spanische Reise ab, hierauf sprachen Cachin und Renaudel; der letztere beantragte unter anderem die Entsendung einer Abordnung des Heeresausschusses nach Marokko. Dieser Antrag wird jetzt im HeeresauSschuß verhandelt, es soll zunächst der Kriegsminister Aber die Zweckmäßigkeit einer solchen Maßnahme gehört werden. Nach der Rede Renaudels ging die Kammer zur Abstimmung über. Sie Ijatte nicht nur über die modifizierte Tagesordnung des Linkskartells, sondern auch über einen kom-munistischon Antrag abzustimnten, in dem'die Marokkopolitik «der Regiemng auf das schärfste verurteilt wird. Die Re«gievung stellte die Vertrauensfrage, worauf mit 537 gegen 29 Stirmnen Ne Priorität für die Tagesordnung des Kartells beschlossen wurde. Nachher wurde mit der gleichen Majorität die Tagesordnung der Linken angenommen. Die Nationalisten stimmten, trotz der sozialistischen Modifikationen der Tagesordnung, geschlossen für Sodann vertagte sich die Kammer bis nächsten Mittwoch, _ WeilbahiMaftrovhe bei Budapest. 2 Tote, etwa 40 Verletzte. Budapest, 29. Ma-i. (Tel.-Komp.) Honte mittags, 1 Uhr, ereignete sich in der Station Ra k o s bei Budapest, dem größtvn Rangieribchnhof Ungarns, ein schwerer Eisenbahnzusam mensto ß. Infolge falscher Weichenstellung ranuie ein Lastzug in einen im Rangiedbahnhoif sichenden Personenzug, wobei drei voll besetzte Waggons des Porsonenzuges um ge stürzt wurden. Boi dem Zusammenstoß wurden zwei Personen getötet, neun Personen schwer und mehr als 80 leicht verletzt. Ae Profefforenattacke. —y. Wien, 30. Mai. Der österreichische Bundeskanzler hät im Nationalrat bei Besprechung der Mödlinger Vorfälle gesagt, Oesterreich hätte doch andere Sorgen, als daß es sich derartigen Ausschreitungen hingeben solle. Der Bundeskanzler irrt. Die Szenen, die seither sich ereignet haben, die wüsten Raufereien in und vor den Hochschulen, die auch gestern/ nach der von den Rektoren verfügten Schließung.der Anstalten, fortdauerten, zeigen, daß die wesentlichste Sorge die innere Ruhe inr Staat sein muß. In diesen Krawallen, die mit Temperamentsausbrüchen junger Leute gar nichts mehr gemein haben, tritt das Kardinalproblem Oesterreichs mit abscheulicher Deutlichkeit heraus: Die Verachtung jedweder Gesetzlichkeit, der Mangel des Verantwortungsgefühles, das ein jeder in diesem um seine Existenz ringenden Staate besitzen müßte. Dies muß sich am schärfsten bei .der Jugend äußern, deren Erziehung und .Ausbildung sich vollkommen unter dem Einfluß des nationalistischen Nihilismus vollzieht. Die Leiter dieser Erziehung stehen dem Staat in seiner heutigen Form in tödlichster Feindschaft gegenüber. Statt es als ein Geschenk des Schicksals zu begrüßen, daß Oesterreich von dem Gestrüpp des nationalen Streites befreit ist, daß die nationale Homogenität hergestellt ist, leben sie noch immer in dem alten Nationalitätenstaat, dem ihre Kaste in hartnäckigem Unverstand den Stempel der deutschen Hegemonie aufzudrücken bestrebt war. Die Bosheit der Mandarinen kommandierte früher die ihnen gefügige Jugend gegen Tschechen, Slowenen, Italiener. Sie schrien fürchterlich, weyn den Prager deutschen Studenten verwehrt wurde, ihre. Abzeichen auf dem Graben spazieren zu tragen. Das war Pöbelexzeß, Auflehnung gegen die Staatsgewalt, und nur Polizei, Militär und Standrecht reichten aus zur Sühne. Da die Revolution die Machtfülle Dieser, akademischen Bureaukratie nicht angetastet hat, rächen sie jetzt die Kriegsniederlagen im eigenen Wirkungskreis. Sie haben sich die Juden und die Arbeiter ausgesucht. Der Professor führt Krieg gegen die Waschfrau. Er führt ihn durch seine Exponenten, die Studentenschaft. Dieser Krieg richtet sich gegen das Konstruktionsprinzip des Staates, gegen die republikanische Verfassung, gegen die Basis des sich neu ordnenden Gemeinwesens. Daß alle Macht vom Volk ausgeht, das ist das erste Kampfobjekt, und der Professor Kobes, dessen Rede der Rektor Saliger als eine Unüberlegtheit gellen lassen will, hat nur das ausgesprochen, was sich die meisten denken. Die deutschvölkische Studentenschaft ist im Aufträge der ihr angehörigen Professoren auf die Straße gegangen. Ihre Initiative fand stärkste Stütze bei den Bewahrern der akademischen Würde. Wer da sie das Juden- und Jüdinnenprügeln auf die Straße verlegte, mußte sie auf das Echo der Straße gefaßt sein. Es hat sich gemeldet, Und zwar in einer Intensität, die die Urheber der Krawalle voraussehen konnten, wahrscheinlich sogar wünschten, über die sie aber ungehalten sind. Die völkisch-politisierenden Professoren wissen doch auch, daß es in Wien weit über hunderttausend Arbeitslose, in Hunger und unverschuldeter Not verzweifelte Menschen gibt, die jede Gelegenheit wahrnehmen, ihr Elend hinauszuschreien und Rache an dem nächsten zu nehmen, der sich bietet. Die Wirtschafts- und Arbeitskrise, die auf Absperrung des Staates gerichtete Politik, die Wuchergier der bäuerlichen Produzenten wirft immer neue Schichten des Mittelstandes in das Feuer der Pauperisierung und verstärkt die Reservearmee der radikalen Demagogie. Damit hatten die Professoren und wer sonst noch mit ihnen marschiert ztl rechnen, und diese Antwort ist pünktlich gekommen. Bon den Kommunisten geführt, erschienen die Arbeitslosen vor der Universität. Die Professoren verkünden die Ferien und schlagen sich seitwärts in die Büsche. Sie haben die Geister gerufen — der Kanzler mag sehen, wie er mit dieser Verschärfung der Staaiskrife fertig wird. Es handelt sich um ein Attentat auf Oesterreich, auf die Demokratie und den Frieden. Es ist auch anzumerken, wie dieses Attentat in seinen Stadien durchgeführt wird. Die Demonstratronsvorbereitungen gegen Benesch - Ivaren der Anfang. Dann folgte der nächtliche PfM-Sonderangebote in Reg«nmänte!n, Sommerstoffen. Damen-u. Herrenwäsche, Ladekostümen, Teppichen, Vorhängen etc. zu unerreicht billigen Preisen bei in Schiffmann II. TaborstraSe 48 Telenhon 47«1«78 En gras in ditall §