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Wiener Morgenzeitung · 1925-05-25 · Heft 2249 (25.5.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2249 (25.5.1925)
Date
1925-05-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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en: Zum Abholen ln der Qcpeditiott, L. Taborstr. 1-3, oder In einer Versehleissteüe (Trafik) monatf. 5 Schilling Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Ooi dsehmied, I.. Wonzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tscheche-Slowakei: Morr. K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 4Zloty. Deutschland: Möns. Ont. 4* Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 ■rkaks>|et 'rorbeh«Ua> Wiener orgenzeilung England: Mon. 4 Schilling, Italien: Monatl. 18 Lire, Rumänien: Mon. 170Lei, Bulgarien: Mon.iOOLewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II.Taborstr.f Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Nr.2249_ Sie«. Montag. 28. Mal 1925__?.8aHrgang Selchwaren * la PRAHA billigst II für Wiederverkäufe! WEDO, III., Henmartt 6 Telephon 95-4-38 5096 Sie Leichenfeier für Müller. Wne Halbe Million Mettscheu -nahm gester.« an. der Dotenfeier für iden Um Mödling ermordeten -sozialdemokratische»! Gomovndevat Müller teA. Die Lerche wurde von MMmg «ach Wien in einem 26 Kilometer langen Spalier der Arbeiterschaft geführt. Beim Arbeiterheim Gelt.Abgeordneter Dr. Renner eine AbschiodSwde, in-derber Sühne für die Tat forderte. Er verwies insbesondere auf Ui« an den Mittel- und Hochschule«, hetqeLebene Bergiftnng der Jugend. Beim Krematormm wurde ei« Hakenkrenzler, der mit dem Rad in das Ovdnevjipalier hmeinfuhr, verprügelt. Die Kommunisten fordern für heute abends zu einem Massenaufmarsch vor dam Rathaus auj, Bergmeister vor de« Kaffatkoushof. : Heute vormittags begann vor dem Kaffatronstzof die Behandlung über die Nichtigkertsbüschwerde des Mörders Karl Bergmeister, der wegen der Ermordung der Compwirfftrn Berta Geißler zu 20 Jahren Äerker verurteilt worden war, Benesch in Prag. Prag, 25. Mai. Der AußettwvnWr Dr. Benesch ist Ms Mpf gWÜckgekKehrt. rke «e«e krdbÄenkotalkrovhe in gavan. Stfefat BL Mai. (Reuter.) DD E-rdMH e ftgtIß* ei D -mcht größer als 25 Quadratmailen. Die BeÄufte an Menischenleben werden auf 1500 geschätzt. Der Material- Wden betragt 76 MWorteu Zen. Hie irmrMche Kammer. Paris, 26. Mai. Der zweite Teil der ordentlichen SeKron des Parlaments, der heute Vegdmk, wird von Luitzcr Dome« sein. Er muß -spätestens am 14. IM gefchlosstn -werden, weil die Wahlen für die Generalrate und die Arwndiffementsräte am 16. und 26. IM stattfindeu. In der morgigen Sitzung wird die Kammer jedenfalls die vorliegenden fozialWchen und lkommuuWchen »Jnterpella-- Esnen über die Ereignisse tu MavoMo beraten. kaMches Unterhaar. London, .25. Mai. Das Unterhaus wkÄ sich am Donnerstag wssgen der Pfingstferien bis zum 9. Juni vertagen. Zu dom heute beginnenden Kamps um das Giuauzgesetz schlagt die Regierung vor, daß die zweite Lesung in pmer einzigen Sitzung erledigt werde, wogegen die Liberale« hrptMeren. Jedenfalls wird die Beratung bis spät in dre Rächt dauern. Die Oppositionsparteien -beantragen die Wanderung der Vorlage. In den Reihen der Konsevvaftverr ist'durch Churchills Konzessioneu in der Frage der Seiden-, zölle allgemeine Uobereinstrmmung erzielt worden. Die^Arhüterpartor wird beantragen, die Kriegs-Pensionen W hWon. Am Mittwoch wird die Aussprache über die Pensionierung ehemaliger Offiziere erfolgen, ' * Krasfin Wtt nach Moskau. Paris, 25. Mai, Die Sowjetbotschaft teilt mit, daß Hraffin demnächst eine Reise nach Moskau unternehmen werde. Man erwartet, daß Rakowsky für kurze 'Aeit zu gewissen Verhandlungen nach Paris kommen werde. Besorguiffe um Amandsea. London, 25. Mai, Das Fehlen aller Nachrichten von Awuudfcu ruft Ger und in Amerika die schwerff c-n Besorgnisfe wach. Es P -bereits MtgÄstellt worden, daß die Flugzeuge nicht am Eisrand halt gemacht haben, jaridrriv »ach dem No rdpol weitergeffogen» find. Aus Sibirien, Grönland und Novdruhland wird BersW-eHtexnngdesWetters geme»tdet. Gchiffrunglück au der bretouische« Küste: Paris, 25.' Mai. Wahrend des gestern herrschenden Sturmes sind in St. Pierre in der Bretagne zw« Rettungsdie einem Nietmen Dampfe« Hilfe bvmgon wollten, wngeschlagen. 37 Mann der Besatzung fisch ertrunken. Sa» neue PalSftina Sie Bodenfrage. Bon Menachem Kuoll (Tel-Awiw.)^ In letzterer Zeit beschäft'^t »sich unsere Presse sehr m-- tenfiv mit der Bodenspekulation in Ercz Israel, und cs gibt auch schon Propheten, die sich in chren Ieremiaden -über die angeblich kommende Katastrophe sehr gefallen. Ich möchte deshalb auf diesem Wege einige Aufklärung bieten. Eine Bodenspekulation gibt cs hier wirklich, sie -ist wohl absolut verwerflich, aber auch absolut gerechtfertigt. Denn wenn ein Neuankömmling m der. Stadt verbleiben will, um da eine Handlung oder Jndustvie-lMtevn-ehmcn zu gründet:, will er weder weit wohnen, noch will er in der Mähe der Araber leben. Deshalb ist die Nachfrage nach nsihergehrgenett Grundstücken immer größer, dev Preis steigt und dementsprechend steigen auch die Borortegrundstücke. Wettu im Kern der Stadt,' m der HerMtraße, Nachlach-Benjamin, Allenbystraße usw. die Elle bereits zwei bis vier Pfund kostet, ist. dies ebenfalls nur selbstverständlich; denst i« der GeschLftshaupfftvaße einer Stadt von 35.000 Einwohnern muß der Böden und der Geschäftsladen gewiß teurer fein als vor zwei Jahren, La Tel-Awiw nur 16.000 Einwohner zahlte; wenn Del-Awiw sich vergrößert -ntch die Herzfftraße eine Hauptstraße bleiben wird, dclE wrrd dort der Boden noch teurer werden, sicher aber nAht im Preis fallen. Warum hMett.sichdie Wrener nicht däpüber auf, daß nicht jeder ein ®totlS öder einen Laden in der Kärntnerftraße bezahlen kann? ' Eine zweite Frage gibt' es' wohl, ob dies so bleitben wird. Da habe ich eine sehr einfache Antwort: Was Mmnert das -uns?! - ES P möglich und wahrscheinlich, daß die Städter «Acht mehr bloß nach Tel-Awiw kürttmerr, sondern sich immer mehr auch auf Haifa und späterhin auf Liberias, Khhuriah (Afuleh), Saffed, Jerusalem nftv. ausbreiten werden. Wahl wird noch -immer ein bedeutender Teil der Ei'nwanderer auf Del-Aw-iw entfallen, aber der Boden wxrd nicht mehr so enorm im Preis steigen, möglicherweise auch gar nicht. steigen. Was wäre denn aber, wenn dep Boden auch ein wenig billiger würde? 98 Prozent der Besitzer haben die Parzellen angebauift, um sie zu verbauen, -msd es kann ihnen nicht viel daran lietzon, wenn der um 600 Pfund angekauste und mit vielleicht 4000 Pfund verbante Bauplatz plötzlich nur 460 oder 400 äghpt. Pfund Wext -ist? Einen größeren Schaden können die Spükulanten erleiden, die den Boden nur aus Spekulation angekauft haben; aber das ist nur ein kleiner Pwmilleteil, um »den wir uns ebensowenig kümmern sollen als um den Börseaner mWien. - Biel ernster und wichtiger ist die Frage der Preise sür landwirtschaftlichen Bvden. .. Mit Zunahme der Stadtbevölkerung, der Eimvanderu.Ng und »der Nachfrage nach sta»dtnaher Landwirtschaft steigt deren Preis i>n!s Unrentabelste. Dagegen könnte wohl ein Bodonankaufsnronopol in den .Händen der Palestine Land Development Eompanh schr viel wirken. Doch ist es sehr schwer dirrchfuhrlbar; da werden sich noch genug brauchbare Vorschläge au's dem Volke finden, und es »mß eiu AuÄweg aus diesem Dilemma gefunden werden. Vorläufig gibt es noch genug billigen Boden, und da wir im .Whvhunderte billiger Automoibiile leben, geMgt es, wenn ei» Bodenreflektant etwas, weiter von der Stadt »den Böden kauft und sich hingegen für 16 bis 25 Pfund ein gebrauchtes Ford-Auto anschafft (irchegviff geHvöhnlichster QüaMt), um täglich Milch oder Gemüse (auch für die Nachbarn) in die Stadt zu führen. Vorläufig gibt es noch genüg Land nird keinen Grund zur Besorgnis. Wohl wird späterhin auch der entlegene Boden teurer, doch gilbt es noch Sand genug, der w Ackerboden umgewandelt werdeil kann. Dieser Boden wird nicht so bald teurer Iverden. Ich wiederhole übrigens, daß .auch die Möglichkeit besteht, praktische Mittel gegen die Preissteigerung zu ftnde-r. Wenn wir aber auch unseren Boden etwas teurer anfaujfett, qls es feilt müßte, darf uns das nicht zu schr ärgern; unser La-nd ist für uns jeden Preis »wert, und wir dürfen auch dem Araber nicht mißgönnen, wenn er bei disjör einzig daistehenden Volksbewegung etwas profitiert. Unseveu Brüdern im Ausland kann ich nur empfehlen, Wher M kommen, solange man noch etwas kaufen kann. Die Wohnungsteucrung ist w'Eich -fchr zu bedauern und alle Enqueten in dieser Angelegenheit find überftüssig, absolut zwecklos. Mit Wohnungsgesetzen wvvd man »das Land nicht bauen. Ich finde cs gerate begrüßenswert, daß die Wohnungen $u teuer sind, weil sie viel Anlaß zum Ausbau der Stadt bieteir; eine Abhilfe kann n na die Zionistische Organisation schaffen, wenn sie alles davansetzt, daß hier baldigst eine Hypothekenbank (mit Geld) entstehe, damit auch der Minderbemittelte bauen kann. Ein ,Mach", wie -ihn unsere jüngsten Propheten avisieren, ist schwerlich zu erwarten. Jahrzehntelang wird diese Iinmigratrorr anhalten und sonnt auch die Nachfrage nach Wohnungen; und wenn auch die Mietzinse auf die Hälfte zurückgchen, dann werden die Wohnungen nicht mehr 20 bis 26 Prozent, sondern bloß 10 bis 12 Prozent jährlich embmigen — noch immer mchr als in -der ganzen Welt. .Nun noch eine Antwort auf die wchrfach gestellte Frage: ,Mnn nicht der Jischuw wegen Mangels einer Existonz'bäsis zusammenbvechen?" Düs Landwirtschaft stcht diesbezüglich ganz außer Frage; henn sie arbeitet stets, produktiv, somit auch -ccktiv uüd hat mit Znnahme des städti,schon Jischuw auch den Absatz ihrer Produkte gesichert. Die Landwirte sind wohl nicht so gut »situiert wie Bauern in Europa, die seit Urgroßvätern ausgebaute Besitzungen erben, doch entwickeln -sie sich sehr, gut -und ihre Zukunft ist geisichert. > '' Weniger »sicher ist die Bukunft-^er Städter, und es wird vielseits behauptet, die Stadt »sei eine -Seifenblase, an >der auch der I-ffchu-wUhängt;. weil rnan nur Häuser »baut und keine Industrie. Diese Auffassung! ist vollkommen falsch! Denn jeder Transport neuer CiUwandever bringt nur schr wenig Reiche oder MittelstäMer; meistens sind es Abbeiter, die nach ^lvbeitsübersicht von der Z-ionistlschen Organisation Einlaß und Beschäftigung finden; Handwevker gilbt es zumindest genug und die Zähl der Klvinwevkstatten ist ziemlich groß; auch Muftoute gibt cs in der Stadt gar nicht zu viel. Es gibt nur noch eine Anzahl beschäftigungsloser Kausleutc, die erst noch auf der „Umschau" sich »befinden — solche wird es stets geben. Es gibt aber auch Reiche, die immer neue 'Industrien hier gründen: die Industrie entwickelt sich -stets im gehörigen Verhältnis zur Bevölkernngszahl und darf sich nicht rascher entwickeln, denn sie geht erfahrungsgemäß zugrunde, wenn sie größer ist, als es die .jeweilige Anzahl der I'nlanÄsronsiumenten verträgt. Nur noch ein bis zwei Jahre solcher Einwanderungszunahme und die Zukunft Palästinas ist gesichert. Es gibt noch viele iJndnstriezweige, die hier gänMch fehlen, für die cs jedoch viele Inte ressen ton gibt, die nur noch warten, bis etwas mehr -Juden, bezichungsweise!Konsumenten im 'Lande sind. Dann ist das Land absolut aktiv und existeMicher. Nur das fehlt uns und nur das hat für uns die Zronistische Organisation zu schaffen. Sie, geehrter Leser, halben nur die Mittel. für die Organisation. zu schaffen und — Wenn Sie auch nicht an hie Emigration denken — Ihre Kinder hebräisch sprechen zu lchven. Vielleicht wollen sie emntal oder müssen sie hi-cher kommen. Denn alles lernt und sprich hier hebräisch und nach Jahren wird sich ein Nichthebräischsprechender hier -sehr fremd fühlen. Maasser von Bankenroinmwinn für den Keren Hajessod. Die Jüdische Volksbank in Danzig hat auf. Antrag von Dr. I. Landau beschlossen, aus ihrem Reingewinn einen Betrag von 60 Pfund an den Keren Hafessod abmWhren. Eberffo hat die Bank Halwaah' w'Chissachon in Jerusalem aus ihrem Reingewinn für das Jahr 5684 den Riaasser an den. Keren 'dujesfod überwiesen. Eisenwcrkstatteu in Palästi»ra. Herr S. L iet> er m ann, der Eigentümer der Eisellwevkstätten „Polvniska" in Polen, bereitet laut „Mischar Wetaassiah" die Uebertraguna seiner Werkstätten nach Palästina vor. wo demnächst nach Fertig^ stelluna der nötigen Bauten di« Maschinen aus Europa ein-- treffen sotten. Die Werkstätten tverden sich in erster Reihe mit der Herstellung von Nägeln, veMiedenelr Maschinenteilen, dem Bau von EiseUbahnbrücken und der Herstellung landwirtschaftlicher Maschinen befassen. Eine große Maschinenreparaturwevkstätte soll dieser» Betrieb angeschlossen werden, Herr Liebermann, der auf eine über zwamigjährrge Fachatbeit M rückblickt, ist 'bereit, in dieses Unternehmen 30.000 Mundzu investieren, außer dem Wert der von chm eingebrachton M»--» schrnen. Die Werkstätten dürften i-m Durchschnitt urntteftenä 250 Arbeitern Beischäftigung Ä

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