Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2248 (24.5.1925)
- Date
- 1925-05-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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I Polen :2Qdros2vi Wien: Zum Abholen in der Expedition, 11., Taborstr. 1-3, oder in einer Verschlelsstelle 'Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenvetkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Gol dschmied, L, Wollzelle 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Pol eh: Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Nuktahlniea bei Frei«, «rhfthtmgen Torbehaliev Rr. 2248 bis 310 rmerti Wiener das mühelose Parkett-Glanzmittel Erbaulich ln allen eiofchl«*!|en Gefchlitea orgemettung Wien. Sonntag. 24. Mai 1923 IPrall 25 ol England: Mon. 4 Schilling, Italien: Monatl 18 Lire, Rumänien: Mon. 170Lei, Bulgarien: Mon.IOOLcva, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, Ü.Taborstr.l Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmarm) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 wmmmmmmmmm■ 7. Jahrgang 8 BERLINER 8 S STADTHÄUSER! zum sofortigen Abschluss zu kaufen gesucht. Q Grösse, Friedensmicte, Lastenangabe erforderlich g I. HYPOTHEKEN KAPITAL 9 nur für GROSS-BERLIN günstig zu vergeben 1 9 BENNO STAHL & SOHN jetzt: Berlin W 8, Jägerstrasse 59/60 zwischen Friedrichu. Charlottenstrasse Telephon: Zentrum 5455-58 □ ■ 9 □ ■ □ ■ J.A.Baczewski ifiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiHiimiimiiiimiiiiiiiimiiiiimmiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiitiiiiiii Schnäpse, Liköre Spezialität: Baczewski - Stanlslauer Doppelt rektifiziert und destilliert Belt 1782 weltbekannt Drei Masken- Verlag A. C. München Berlin, Wien Das Buch des Tages JUD SÜSS Roman von LION FEUCHTWANGER 611 Seiten Broschiert S 10.— Ganzleinen S 13.— Derselbe Joseph Süss Oppenheimer, Geheimer Finanzrat und Kabinettsfiskal des Herzogs Karl Alexander von Württemberg, den schon Wilhem Hauff vor hundert Jahren in den Mittelpunkt seiner kleinen Erzählung gestellt hal, ist der Held dieses grossen historischen Romans." Alles Geschichtliche wird Anschauung vom stärksten Leben: die geheimnisvolle Verkettung des Schicksals von Jud und Herzog, sein Aufstieg bis in schwindelnde Höhe, sein Sturz und Ende am Galgen in einem besonders für ihn gebauten Käfig. Es ist eine der grossen Dichtungen, die ein erschütternder Spiegel des Lehens sind. Zu beziehen durch: § Buchhandlung R. Löwlt (Uei sandabt), W i e n, J., Flelschmarkt 1 ~ destino / Triest Regelmäßiger Passagier- und Warendienst von TRIEST nach Hill IIIIIIMiUlttlllllimillllllllllllKlillllllll Aegypten, Türkei Dalmatien, Griechenland, Syrien, den Schwarsen- Meer-HEfan, Indien und dem fernen Oeten Generalagentur: Wien, I. Kärntnerring 6 m\ Saft»«» Heimsuchung. Wieder ein schweres Erdbeben. — Zerstörte Städte. — Mehr als tausend Menschenopfer. O s a k a, 23. Mar. (Reuter.) Heute um 11 Uhr 10 Minuten vormittags wurde hier ein starkes Erdbeben in der Dauer von drei Minuten verspürt, das auch in Kobe beobachtet wurde. In Toho-oka (Provinz Hyoge) sollen 200 Wohnhäuser eingestürzt und zahlreiche Brände ausjgebrochen sein. In mehreren Städten der Provinz T aj i m a wurde bedeutender Schaden angerichtet. Der „Star" meldet ergänzend aus Tokio, daß die Städte Kinosaka und Toyo-oka von dem Erdbeben und der darauf folgenden Feuersbrunst vollkommen zerstört worden seien. Die Verluste an Menschenleben betragen mehrals100 0. Jeder Verkehr nach dem an der Westküste Japans vom Erdbeben heimgefuchten Landstrich ist l a h m g e l e g t. Bombenwurf ins Krakauer tschechoslowakische Konsulat. Schüsse gegen die Beamten. — Ein Arntsdiener getötet. Krakau, 23. Mai. (Tschecho-ftoiw. Pressbur.) Heute mittags erschien im tschecho-stoiwa-kischen Konsulat ein ärmlich gMeidetex älterer Mann, der unter der Angabe,.' er sei tschecho-isloiwaki'scher Staatsbürger, die Ausfolgüng' eines'-Passes forderte. Ms ihn der KonsuMatAbeamte Qpairny Ladentete, er müsse feine Dokumente vorlegen, begann er An schimpfen. Der Aimtsdiener, ein Pole, ergriff ihn beim Arm und wollte ihn auf die Strasse befördern. Bei der Haustüre riss sich der Mann los, lief zu dem offen stehenden Fenster des Passburoaus und warf eine Bombe in das Zimmer, die aber nicht explodierte. DavauMl zog er einen Revolver und gab gegen den genannten Beamten und den AmtAdieuer einige Schüsse alb. Der Amtsdiener sank mit einom H e r z s ch u ß tot nieder. Opatrny erlitt nur einen Streifschuss. Bei der Verhaftung des Attentäters wurde bei ihm noch ein geladener Mannlicherstutzen vorgefnnden. Bei der Polizei gab er an, Johann L e ch zu heissen und in Siepvcvw in Polen geboren Al sein. Ueiber die Motive seiner Tat sagte er nichts aus. Wie» unter Hakenkreuzterror. Schic ftereien im Sta-dtpaek. Die Nationalsozialisten hatten gemäß einer in ihrem Parteiblatt erschienenen Aufforderung gestern abends den S t a d t p a r k besucht. Es kam zu A n st 8 n k e r u ngen der Gäste, vielfach sogar zu Tätlichkeiten. An verschiedenen Stellen der Umgebung .fielen Schüsse. Polizei griff ein, räumte den Park und sperrte ihn. Es wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen. Arbeiterwehren der angrenzenden Bezirke erschienen in vorgerückter Abendstunde auf der Ringstraße. Auffallend war unter den Hakenkreuzlern die große Zahl von W e h r m a n n e r n i n U n i f o r m. (Näheres im Innern des Blattes.) Nie Fragen de» 14. Noniftenkongrefse». Die morgige (Montags-)Ausgave der „Wiener Morgenzeitung" enthält unter anderem die folgenden Artikel: D r. Oskar K a r b a ch: Zionismus und Völkerbund. D r. Norbert H o f f m a n n r Revisionismus und Jewish Agency. Dr. JsidorKlaber: Zur Jugendbewegung. Menachem Knoll, Tel-Awiw: Die Bodenfrage. D r. Manfred Reiser: Zu den Problemen des Kongresses. Der Annexions-Geist. —y. Wien, 24. Mai. Der tapfere Roald Amundfen, über dessen Schicksal Ungewissheit besteht, hat vor Antritt der kühnen Fahrt zum Nordpol von der irorwegischen Regierung den Auftrag erhalte», den Nordpol, falls sich dort festes Terrain befindet, für Norwegen zu annektieren. Das ist einigermaßen befremdlich. Die schäbige Politik Europas in die Eiswüste hineinzutragen, das war bisher nur ein dankbarer Vorwurf für französische und deutsche Romanschriftsteller, die sich die Expansion des Geistes nicht anders als zu Machtzwecken verwendbar vorstellen können. Norwegen übersetzt diese Phantastik, die zum Glück keine reale Grundlage haben kann, ins Praktische. Die schnöde Habsucht der Annexionisten wird kaum jemals Anlaß finden, die reine Welt des Pols mit ihrer: schmutzigen Intrigen zu beflecken. Es wird sich kann: jemals lohnen, dort mit Gleichgewichtstendenzen und Exploitierungsabsichten zu erscheinen, und man wird in der Gegend, die auch von dem heimischen Getier nur überflogen wird, keine Fabriken anlegen könnerr. Die Natur hat sich ihren Schutzpark selbst geschaffen und dem Menschen das Eindringen nur für kürzeste Frist gestattet. Es ist ja aus dem Hochgefühl der Erreichung des Zieles verständlich, daß der Forscher in diesem Augenblick der Heimat gedenkt, der Lieben und der Freunde, die ihn mit Herzklopfen die Reise antreten sahen. Payer hat; auf dem Franz-Josefs-Land, als man in Oesterreich r DrÄW Wissenschaft noch Verständnis und Geld hatte, die österreichische Fahne in das Eis gerammt. Scott fand am Südpol die norwegische Flagge vor, die Amundfen einen Monat vorher gehißt hatte.' Das ist kein politischer Akt, sondern ein menschlicher. Der Auftrag der norwegischen Regierung aber ist der Befehl, das Vaterland zu erweitern, eine Weisung an die Wissenschaft und eine Kennzeichnung ihrer Unterordnung unter den Patriotismus. Das ist die Rolle, die der Forschung und dem Forscher zugeieilt ist, und die Achtung,. die sich die Wissenschaft erworben hat. Sie ist nicht Selbstzweck, sie bleibt Diener an dem Werk, das sie bearbeitet. Sie hat nicht die Kraft, sich aus dieser Würdelosigkeit zu befreien. Es gibt wohl eine internationale Forschung, aber nur in der Methodik, in der Arbeit. Wenn sie zu Resultaten gelangt oder knapp vor ihnen steht, dann kommt die Politik, weist sie in ihre Schranken und bemächtigt sich der Ergebnisse angeblich im Namen des Vaterlandes, in Wirklichkeit aber aus egoistischem Trieb, alles, auch das Ideale, nicht praktisch Verwertbare, für sich zu besitzen. Viele Dichter haben das Thema der chemischen GolderzeUgung behandelt. Es ist symptomatisch, daß jeder die Hetzjagd der Regierungen und der politischen Intriganten hinter den Erfindern höchst eindrucksvoll darstellt. Der Dichter, der ja doch nur immer das Leben schildert, erkennt die Funktion des Geistes als Sklave der Gewalt. Was der Forscher ersinnt und erreicht, das nimmt ihm der Staat, der nunntehr Repräsentant des Glaubens an die Materie, an die Macht, der Zahl und des Besitzes sein will. Es ist das derselbe Fetischismus, der den Krieg erzeugt und den Frieden durch Rüstung sichern will, der die Jugend die Ueberwertigkeit der Nation im materiellen Sinn, in bezug auf rein äußerliche Momente lehrt und sie zum Mord verführt. Um was handelt es sich bei dieser Theorie und bei dieser Erziehung? Daß das Volk — und nicht einmal das ganze Volk, sondern nur eine herrschende Klasse — die anderen Völker besiege, ihnen seine Kultur, seine Sprache, sein Wesen aufdrücke, dass es nicht durch Werke des Geistes, sondern durch den Glanz der Macht hervorrage. Diese Macht zu sichern, ihr Streben in die Tat umzusetzen, darauf läuft die ganze Politik hinaus, darauf stellt sie ihr System, ihre Betrachtung der Dinge ein. Diesem Ziel wird die Wissenschaft unterordnet, und es ist das Traurigste, daß sich palacemjj0fel/Ahbazia uruia i xj» smstwmm