Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2247 (23.5.1925)
- Date
- 1925-05-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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[Polenr 20 tfiouy] Wien: Zum Abholen ln der Expedition, II., Taborstr. 1-3, oder in einer Verschleisstellc /Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkauf ln Wien durch die Kolporteure der Firma Gol dschmied, i., Wbllzeile II Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen: Mon. 4 Zloty. Deutschland: Mon, Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Nachzahlungen bei Pr et t, erhdhangcn wrfcehalle# Rr. 2247 teuer Jfacenn, das mühelose Parkett-Glanzmittel ErhlUUd» ln allen elnfdtlSglgen GetoStten IPreis 20 gl England: Mon. 4 Schilling, Italien: Monatl. 18 Lire, Rumänien: Mon. 170 Lei, Bulgarien: Mon.lOOLewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, tt.Taborstr.1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr; 21-102, 25-2-82 IX.» Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmannt Wien. Samstag. 23. Mal 1928 Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 7. Jahrgang 3m SliMrug zum Nordpol. Amundsens Nordpolflug gelungen. Stockholm, 22. Mai. Kapitän A m u n d s e n und der Flieger ElsworLh haben gestern um 3 Uhr 15 Minuten nachmittags von der K i n g s b a i auf Spitzbergen auf zwei Aeroplanen den Flug z u m Nordpol angetreten. Der Flug ging trotz hoher Belastung — die Flugzeuge halten Benzin und Del für eine Strecke von 2600 Kilometer, also 300 Kilometer mehr als die Strecke zum Pol und zurück, an Bord — von dem ebenen und mit genügend Neuschnee bedeckten Fjordeis sehr g ü n st i g von statten. Die gesamte, einige hundert Menschen zählende Bevölkerung der Kingsbai war beim Flug in Bewegung: Die beiden Flugzeuge haben für den Fall, daß es notwendig sein sollte, die Rückreise zu Fuß zu unternehmen, auch für 30 Tage Proviant an Bord. Es ist beabsichtigt, daß die beiden Maschinen nebeneinander in 100 Meter Abstand auf 500 bis 700 Meter Höhe, auf der Rückreise jedoch auf 2000 Meter Höhe gehen. Die Flieger beabsichtigen, sowohl auf der Hinwie auf der.Rückreise keine Zwischenlandung vorzunehmen, wenn sie nicht dazu gezwungen werden. Die Flugzeuge sind von zwei Schiffen, Amundsens Polarschisf „Fram" und dem Polarschiff „H obb y", begleitet. Die „Hobby" erhielt unmittelbar vor dem Start Befehl, nordwärts zu gehen, während die „Fram" einige Stunden später folgte. Die Schiffe werden so weit nordwärts gehen, als es die Eisverhältnisse gestatten, und nach den Fliegern Ausschau halten. Für die ersten Tage haben die Meteorologen gutes Wetter vorausgesagt. Auf der Hinfahrt zum Pol wird mit leichten Gegenwinden gerechnet, während für die Weiterfahrt nach Alaska, die zur Stunde wahrscheinlich schon erfolgen dürfte, günstige Rückenwinde erwartet werden. Der Nordpol erreicht! R e w - N o r k, 22. Mai. (Tel.-Komp.) Amundsen hat den Nordpol erreicht. Die Blätter veröffentlichen in Riesenlettern die Nachricht von der glücklichen Landung Amundsens auf dem Nordpol. Amundsen hat auf dem Norpol eine Reihe von geographischen Messungen vorgenommen und sodann den Rückflug angetreten. An Marottoabkommen zwischen Frankreich und Spanien. Keine gemeinsame militärische Aktion. Paris, 22. Mai. (Havas.) Der „Matin" meldet aus Madrid, es verlautet, daß die Besprechungen Mwlvys mit Prümo de Rivera über das Mavokkoproblem zu einem französisch-spanischen Abkommen geführt Hätten, das jeder Nation die volle Unabhängigkeit für die Verwirklichung ihrer Pläne ließe. Eine gemeinsame militärische Aktion ist jedoch, wie die Madrider Meldungen besagen, nicht beschlossen worden. In dem heute stattgefundenen Mrmstervat erklärte Ministerpräsident Paiuleve bezüglich der spanischen Reise Malvhs, das , Abkomme n nt t L Span i e n | stehe vordem Abschluß, man dürfe jedoch nicht vor- I greisen. Die Dinge seien auf gutem Wege, zu früh davon zu sprechen, würde den Erfolg gefährden. Der Kampf um den Hedschao. Ali Ich» eilten Waffenstillstand ab. London, 21. Mar. (Reuter.) König Ali von HedschaS hat es abgelehnt, einen Waffenstillstand mit König Ihn Saud abzuschließen, ehe dieser das ganze Gebiet des Hodschas, einschließlich Mekkas, geräumt habe. König Ali wird den Kampf bis aufs äußerste fortsetzen, bis er feinen früheren Besitz zurückevobert haben werde. Die Budapefter Gemeknderatswahlen. Budapest. W. Mai. <N. T.-Ä.-B.) Der erste Tag der Gemeinderatswahlen verlief in vollständiger Ordnung. Es halben 133.587 Personen» also weniger als die Hälfte der Stimmberechtigten, abgestimmt. Die MstiDMiung wird heute den ganzen Tag über fortgesetzt. Das Ergebnis dürfte Samstag abends verkündet werden, Dke „erwachende" Bombe für Ripka. Die Polizei hat das Mitglied des Vereins der Crlvachenlden Ungarn, Emmerich Rcmeuhi, festgenommen, weil er dringend verdächtig ist, die Höllenmaschine, die vorgestern dem Regierungskommissär der Stadt Budapest, Franz Ripka, zugestellt wurde, angesertigt zu haben. Remenyi leugnet entschieden, die an den Regiemngskom- Missär adressierte Höllenmaschine verfertigt zu haben. Die Polizei hat in seiner Wohnung eine Hausdurchsuchung vorgenommen und zahlreiche Korrespondenzen beschlagnahmt. Die MalariakommWün in Syrien verungkülkt. Drei Mitglieder tot. London, 22. Mai. (Tel.-Komp.) Wie aus Beirut in Syrien gemeldet Iwird, ist m der Nähe der Stadt das Automobil der V ö l T e r b u n d 4 o M m i s s >'r o n für die Bekämpfung der Malaria in einen Abgrund gestürzt. Drei der Insassen wurden getötet, und zwar der Amerikaner Dr. Barling, der Engländer. Dr. Lathian und die -französische Sekretärin Mlle. Besson. Zwei weitere Insassen wurden leicht verletzt. Der neue SberkommWr von krez Israel. Oberyausmitglied Lord Plunier. Der neuernannte Qberkömmifsär von Erez Israel, Feldmavschall Plumer, ist, wie uns nachträglich aus London gemeldet wird, Lord und seit 1919 Mitglied des englischen Oberhauses. Demission der neuen belgischen Kabinetts. Brüssel, 22. Mai. (Havas.) Die Kammer hat eine von den Liberalen eingebrachte Tagesordnung, womit dem Kabinett van de Vyvere dys Vertrauen verweigert wird, mit 98 gegen 73 Stimmen bei neun Stunmenenthal-- tungen angenommen. Das Kabinett befindet sich im Zidstande der De Missi on. Emößignng der polnischen Bisnmgebühren. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Warschau, 22. Mai. Im Ministerium des Aenßern fand eine Beratung über die neuen Konsulartarise statt. Es ivurde unter anderem beschlossen, im Interesse der Erleichterung des Auslandsverkehrs die Bisumgebuhren für die im Auslande lebenden polnischen Staatsangehörigen herabzuisetzen. Sie werden für eine einmalige Einreise nach Polen 10 Zloty, für die mehrmalige 20 Zloty betragen, die Transitgebühren wurden auf 1, bezw. 2 Zloty ermäßigt. Wie verlautet, sollen auch die Wsumgebühren für die Einreise nach Polen bei anderen .Äaatsangehörigen eine Ermäßigung erfahren. Wieder ein Mischer Aiidtchen in Manen abgebrannt. Aus Kowno meldet I. T. A.: Das meist Won Juden bewohnte Städtchen Welsch ui, Kreis Wilkowischk, wurde bis auf wenige Reste ein Raub .der Flammen. Es sind f ü n f Todesopfer zu beklüigen. daie Heinridihof Bes.: Adolfine Prohaska so- I« Opernring 3 — 5 (gegenüber Staatsoper) Vornehmstes Frühstücks- und Famüiencafe „W EDO«- KABANOSSE» sind die besten SOMMERWÜRSTE! Erhältlich, in jeder besseren Lebensmittelhandlang VORZÜGLICHEN schwarzen und weisseri ,40Pnt "Ersparnis k(lill((l((lllll(i(((i((ll(llli(l(llllll(llllllf(l an Kaffeebohnen 1 erreichen KaffeeMuser, Bars,Hotels etc. ||| w mit der m I „STERNA-EXPRESS-KAFFEEMASCH/NE“ III ^GEFIAWERKE A.G..WIEN,1 Rund um den Anschluß. —Wien, 23. Mai. Mussolini hat. den Anschluß Oesterreichs an Deutschland für ausgeschlossen erklärt. Frankreich schließt sich dem Verbot an, die kleine Entente hat es wiederholt und das britische Memorandum über die deutschen Srcherheitsvorschläge betont mit wörtlicher Beziehung auf Oesterreich die Unverletzlichkeit des Versailler Friedensvertrages. Das sind vier gewichtige Barrieren, die vor die mit so viel Eifer und so wenig Sachlichkeit betriebene Propaganda gezogen wurden, vor eine Agitation, die, was nicht zu vergessen ist, sehr einseitig geführt wurde. Die österreichische Bureaukratie zeigt sich in der bisher einzig praktisch durchführbaren Anschlußmaßregel, in der Aufhebung der Paßvisa, außerordentlich anschlußgegnerisch. Aus diesem Gebiete würde sie der Hellen Zustimmung der gesamten Bevölkerung sicher sein. Aber der fiskalisch-polizeiliche Geist ist stärker und beweist, daß manchmal Blut nicht dicker ist als Wasser. Auch die Politiker Deutschlands preisen den Anschlußlediglich an hohen vaterländischen Feiertagen und bei Besuchen in Wien. Ihre Verordnungen gegen ausländische Arbeitnehmer richten sich auch gegen österreichische Einreisende und lassen wenig vom Geiste der brüderlichen Bluts- und Stammese'inheit erkennen. Die neuen Berbotsschranken stellen sich aber weniger als ein an Oesterreich gerichteter Akt .dar. In Oesterreich trug die Bewegung allzu sehr das nationalistische Banner, so daß sie von den Mehrheit der Bevölkerung im gegenwärtigen Zeitpunkte nicht mitgemacht wurde. Der alldeutsche Gedanke ist hierzulande durch die aufdringliche Hakenkreuzmarke kompromittiert und muß auf die Sozialdemokraten wie auf die Christlichsozialen — denen ja heute Mussolini, der Freund des Vatikans, sympathischer ist als Hindenburg — nur abstoßend wirken. Das weiß die Nachbarschaft Oesterreichs und sie adressiert ihre Warnungen eher an Deutschland, das in seinen Vorschlägen zum Sicherheitspakt die Anerkennung der Ostgrenzen als Kompensation für die Angliederung Oesterreichs angeboten hat. Das war nicht gar so wörtlich gemeint, als dies von der französischen Presse aufgefaßt wurde. Der Vorschlag war, wie alle deutschen Pläne, nur auf die in Deutschland unausrottbare Theorie von der Uneinigkeit zwischen England und Frankreich zugeschnitten. Er hat schlecht gewirkt, weil die große und die kleine Entente so tat, als ob sie eine hinter den Kulissen ausgesprochene Zustimmung Oesterreichs vermuten könne. Die existiert nicht, wäre auch von einem Kabinett Ramek-Mataja nicht anzunehmen. Die Versailler Mächte benützten aber die Gelegenheit, um Oesterreich sehr nachdrücklich an seine Kontrolle zu . erinnern. Benesch gab dieser Mahnung noch die positive Form, indem er erklärte, es müßten Wege zur Erleichterung Pffngst-Sondsrangetiota in Regenmänteln, Sommerstoffen, Damenu. Herrenwäsch«* Badekostlimen, Teppichen, Vorhängen etc. zu unerreicht billigen Preisen hei He: Schiff mann II. Taborstraße 48 Telenhon 47*1* 7ü 6n gros cn detail