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Wiener Morgenzeitung · 1925-05-16 · Heft 2240 (16.5.1925) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2240 (16.5.1925)
Date
1925-05-16
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 2040 Wen, ZarEag Wiener Moraenzettuna. , 16. Mai 1025 Sette 5 * „Metro" (VevanÄMN'ftsPavk. ehemals „Beuedi-g in . Wien^» 2. S8«., Praterstern. Dieser herrliche Park wird lMtc Samstag, 6 Uhr abends. unter' der bewahrten Leitung des Generaldirektors Krona n wieder eröffnet. Großen Anklauq dürfte beim Publikum das Militärkonzert der vollständigen Kapelle des Infanterie-ReOnrents Nr. 2 mit dein bekannten Kapellmeister Thann und das FreUichwariete mit durchwegs evsÄlassipen Knnstkräften sind. Eine Novität bildet das von der Direktion des Zirkus „Zentral" nen erbaute Hyppodrom. Eine Neuheit sind die Publikumsritte ans Kamelen, Elefanten und Slhettlandponnps. Die im Pank befindlichen Restaurationen sowie das entzückende Cafe, Hcuriqenschänlken und Bars werden viel dazu beitragen, nm den Besuchern einen wirklich angenehmen Aufenthalt zu gewährleisten. Mit der Eröffnung des „Metro"-Vevgnü.aungsparkes wird dem Wiener Publikum wieder eine der schönsten Anlagen des Praters znrückgegeben. Radioprogramm. Samstag den 16. Mai. 11 bis 1 Uhr: Bovurittagsmusiik. (Programm nach Ansage.) — 4 bis 6 Uhr: Nachmittags konzert. TschaikowSky r Onesin. Prölude; Strauß: Nachtfalter, Walzer; Suppsr Banditenstreiche, Ouvertüre; Beethoven: Adelaide; Massenet r Thais. Meditation: Wagner: Lohengrins Warnung an Elsa; Bohm r Still wie die Nacht; Dall'aqua r Vilanelle, Serenate; Komzak: Aus der Zeit der jungen Liebe; Ottinger: Ungarmädel. — 7,7 Uhr: Baurat Pfeiffer: Schutz vor Blitzgefahr. — 8 Uhr: „Hoheit tanzt Walzer," Operette von Leo Ascher. — 1V Uhr: Heitere Abendmusik. DADIOapparate nvivi iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii und Bestandteile in bester Aus-11|V ■ ■ fflhrungzu billigsten Preisen im Beleuchtungshaus W CilHW Abt. RADIO Zentrale: VI., Qumpendorfferstr. 88B II RADIO n ■ ■ APPARATE ■■ k Broadcasting Radio-pezialfabrik w M. ML BERND Wien, IV. Bez., Brahmsplatz 7, Mezzanin Telephon Nr. 58-5-75 8024 TEILZAHLUNGEN Vereine. Bortriige und Versammlungen. Jüdisch - akademischer Juristenverein. .heute, 7,4 Uhr nachmittags, Generalversammlung im Vereinsheim, 2. Bez., Taborstraße 1—3, Mezzanin. — Verein ErezJsrael, Wien, 2. Bez., Zirkusgasse N r. 3 3. Morgen, 7,3 Uhr nachmittags, Ausflug. Treffpunkt: Schottentor. Morgen, 10 Uhr vormittags, Mitgliederversammlung zwecks Schekelarbeit. Erscheinen Pflicht. — Sociedad academica sefardita „Esperanz a“. Qiunta, 7*9Uhr. Thema: „Problemas della anthropologia judia“. — Zionistische Sektion für die Bezirke 6—8. Dienstag den 19. d., 8 Uhr abends, 8. Bez., Bennoplatz 1a. Der XIV. Zionisteukongreß. Dr. Norbert H o f f m a n n: „Das Programm der Zionisten-Revisionisten". In der Diskussion sprechen r OLerbanrat Ing. Stricker, Dr. Max Bernhardt, Bezirksrat Moritz Kohn. — Zionistische JugendgruppeLeopoldstadt. Heute^ 7 Uhr abends, 2. Bez., Zirkusgasse 33, Zionistikakurs. Morgen, 9 Uhr vormittags, ebendort außerordentliche Plenarversammlung. — Jüdischer Frauenbund. Mittwoch den 20. d.. 7-8 Uhr abends, Bibelvortrag (Ruth) und Mischnavortrag (Sprüche der Väter 2) der Frau Esther Mieses (Zeremoniensaal des MüllnertempelS), 9. Bez., Müllnergaffe 21. — B r i g i-t t e n a u e r humanitärerUnterstützungSvereinLesedLaanijim. Dienstag den 19. d. im Hotel Stephanie, 2. Bez., Taborstraße 12, Theaterabend. — Maimonides-Jnstttut, Hetzgasse Nr. 40. Heute, 4 bis 5 Uhr: Rabbiner Dr. A. Kaminka r Sprüche der Vater; ■ 5 bis 6 Uhr: Rechtsanwalt Dr. Goldstein r Ethik und. Recht. Montag, 6 bis 7 Uhr: Rabbiner Dr. A. Kaminka:' Die Trostreden ZesajaS; 7 bis 8 Uhr: MaimonideS, More Rebuchim. — Jugendgruppe der zionistischen Sektion Zwtschenhrücken, '20. Bez., Aller-, heiligenplatz 3, CafS Park. Heute, 6 Uhr, Vortrag Dr. Samel Beer über „Die Nervosität der jüdischen Jugend und ihre .Heilung". Vorher um 4 Uhr Fortsetzung des Geschichtsreferates. Gäste willkommen. — Zionistische Kulturgruppe. 2 0. .heute, 8 Uhr abends, Diskussion über aktuelle jüdische Fragen. Morgen, 9 Uhr vormittags, Schekelarbeit. 7,2 Uhr nachmittags Ausflug. — Z i o n i st t s ch e O r g a n i s a t i o n, Bezirkssektion Brigittenau. Heute dringende Vorstandssitzung im Sektionslokale, 20. Bez., Gaußplatz 11 (Cafb Halpern). —Zionist ischeSLokal ko mite e. Dienstag den 19. d., 8 Uhr abends, Sitzung. — Zionistische Jugendgruppvn. Mittwoch den 20. d., 7 Uhr abends, 1. Bez., Kärntnerstraße 28, Vertretersitzung. Der Vortrag de8 Hemr Dr. Blauer findet h e u t e n i ch t statt. Die Jugendgruppen werden vom Stattfinden des Vortrags schriftlich verständigt. L e o p o l d st ä d t e r V o l k S h e l m, 2. Bez., ZirkuS- Me 48. 7 Uhr r Dr. Alfred Adler: Erziehung zur Nervosität. Die. Zionistische Sektion Prater teilt mit: Unser Seikrewr, Gesinnungsgenosse Gerschon. Wittlin, Beamter der Bechcherungsach lschaft „Phönix". Abteilung Kereil Kajemeth 131*0*1, begibt sich zwecks Mschließung von Versicherrurgen. "ach Polen. Wir bitten alle Gesinnungsgenossen irr Polen, ihm an die Hand m gehen. o) Dulder aufs Land. Der israelitische Humanitätsverein Nachlat Jeschurum eröffnet heuer wieder seine Ferialkolonie in „Florahof". Erster Turirus, Knabe« rrrrd Mädchen von 0 bis 10 Jahren vom 15. Juni bis 1b. Juli. Zweiter Turnus, Mädchen von 8chis 14 Jahren, vom 1b. Juli bis 13. August. Dritter Turnus, Knaben von 8 bis 14 Jahren, vorn 14. August bis JJ* September. Anmeldungen auf die noch vorhandenen Plätze bis langstenS^SV. d. bei Hern: Ignaz Neufeld, 7. Bez, Mari»» Bühne und Kunst. Rudolf SchMrautr „Mischer Zittimer Aeatre'. Ans New-Pork wird uns berichtet: Der berühmte Schauspieler Rudolf Schildkrant hat soeben gemeinsam mit dem Dramendichter Ossip Dymow einen Pachtvertrag: mit den Besitzern des in der Nähe des Bronxparkes befindlichen „Jntimate Playhonse" unterzeichnet. Rudolf Schild« kraut tvürd schon in der nächsten Spielsaison in diesem Theater jüdische Theaterstücke aufführen und in den meisten selbst Mitwirken. Ossip Dymow hat die künstlerische Leitung übernommen, zum geschäftsführenden Direktor wurde Leon Hoffmann bestellt. Mit dieser Erwerbung eines eigene»: Theaters geht der von Schildkraut Vater und Dymow schon seit langem gehegte Wunsch in Erfüllung, über ein intimes Theater zu verfügen, in dem Stücke aufgeführt werden, die in einem großen Theater nicht zur Aufführung, aber auch nicht zur Geltung gelangen können. Schildkraüt will in den: im ganzen kaum dreihmldert Sitze fassenden Theater verschiedene künstlerische Versuche machen, die keine andere jüdische Theaterunternehmung wagen will. Rudolf Schildkraut wird hier eine Reihe von Stücken zur Aufführung bringen, in denen er. auf deutschen Bühnen große Erfolge erzielte, und auch einige Theaterstücke bekannter jüdischer Schriftsteller für seine Bühne adoptieren. Dem künstlerischen Beirat werden außer Ossip Dymow und Rudolf SchiLdkraut auch besten Sohn, Josef Schildkraut, und eine Anzahl bedeutender Schauspieler, die für das Schildkraut-Theater gewonnen werden sollen, angehören. Vortrag Dr. Oskar Rosenfeld Die Wahrheit Ober Bulgarien Mittwoch den 20. Mai, y2$ Uhr abends Mittlerer Konzerthaussaal Karten an der Konzfertkassa Gutmann, I. Kärntnerring 3 (neben Hotel Bristol) m: Am den Theatern. Burgtheat er. Morgen, 3 Uhr nachmittags, „Der Bauer als Milliona r*". Abends, 7r8 Uhr, „Doktor Guil lotin". Akademietheater. Morgen, 8 Uhr nachmittags, „Unte r w eg s". Abends, 7,8 Uhr, „Der Weg im Nebel".. StaatSoper. Morgen, 7*7 Uhr abends, „T an n- Hauser". Deutsches B o l k s t h e a t e r. Max Pallenberg spielt morgen um 7,8 Uhr abends in „D i e S ch l a ch t bei W a t e r l o o". um 7s* Uhr nachmittags in „Der W a u w a u" und Dienstag um 7,8 Uhr abends in „F a m ilieSchimek". Kammerspiele. Heute, 10 Uhr abends, Premiere des dreiakttgen Lustspiels „Wie werdeich meineFrau l o 8?" von Otto Ernst Hesse. Morgen, 7,6 Uhr abends, „I a m a, d i e L a st e r g r u b e". Heute zlm: letzten Male um 7,8 Uhr abends „FrauPickin Audienz". Neues Wiener Stadttheater. Madame Simone bringt morgen im Rahmen des französischen Gastspieles PirandelloS „Kleidet die Nackten!" („V e t i r ceux quisontnusl") zur Aufführung. Beginn 7*8 Uhr abends. Raimund-Theater. Süri F e b k l spielt weiterhin allabendlich um 7,8 Uhr abends in „A n t o n i a". I o h a n n - S t r a u ß - T h e a t e r. Margit S.u ch y und Serget Abranowiez haben ihr Gastspiel in der Overette „Die große Unbekannte" verlängert, die täglich um 7-8 Uhr abends zur Aufführung gelangt. Rolandbühne. Montag um 8 Uhr abends 100. Auf-, führuug der Revue „Rund um d en. Mi t tel p un kt". R e n a i f f a n e e b ü h n e. Täglich um 8 Uhr abends „Von Tisch und Bett". Jüdisches Künstler-Kabarett (ftatorl») II., Praterstraße 60 (Arkadla) Hanta um 7*9 Uhr abends lustig« Abende mit Opernsänger lanas Körner, Max Strang und pirektor I. Dänisch Zur Aufführung gelangt: „via rolte Schwlagar“ Eintritt frei Eintritt frei 8806 Zwei Abende „Jüdischer Humor". Unter der artistischen Leitung von Max.Streng finden heute Samstag und morgen Sonntag im Theatersaale des Cafe Arkadia (2. Bez., Praterstraße 60) zwei jüdische Kabarettabende statt. Cs wirken unter anderen: Frau Lea M o i n t r a u b - G r a f, Isaak Deutsch, Opernsänger Ignaz Körner und Max Streng mit. Beginn 8 Uhr. Eiintritt frei. Ein Funksprpch TairoffS. Tairofs, der Leiter des Moskauer Kammertheat'ers, der mit seiner Truppe jüngst in Frankfurt gastierte, hat in: Radio eine Ansprache gehalten, n: welcher er alle begrüßte, „die mit heißen: Herzen und aufrid)tigem Fanatiismus und neuer Kraft die neue Kunst in Deutschland schaffen, die Kunst unserer Epoche, unserer großen Tage". Tairofs teilt mit, sein Ensemble vereise ganz Deutschland, um den Damm zu brechen, den der Krieg künstlich geschaffen hat, „dantit Einheit des menschlichen Geistes erwirkt w:rd". Er kennzeichnet sodann die Aufgaben des „entfesselten TtzetzM". MW neue bmn&e. «M eijnen staM, igg« gen, ins Leben verliebten, produktiven Menschen. Die An spräche schloß mit den Worten: „Meine Freunde in der Kunst :br Menschen mit neuer Ueberzeugnng, ihr Menschen neuer Lebens — wir erwarten eine Wiedererweckung der Kunst, di« des zwanzigsten Jahrhunderts würdig ist." — Man kann nich, unterdrücken, daß der Radiospruch Tamoffs reicher an Wor> ten als an Jnhoilt ist. Serichtsfaal. 28 Bureautollegen gegen einen. Fünfzehn Verteidiger. Vor dem Landesgerichtsrat Dr. Arie, einem Straf« richter des Bezirksgerichtes 1, fand gestern in: großen S ch w u r g e r: ch t s s a a l die Verhandlung über ein: Ehrenbeleidilgungsklage statt, welche der Veamtc der Versichertmgsgesellschaft „Providentia", Ingenieur Josej Weiß, uffprünglich gegen 83 Bureau ko liegen und Bureaukolleginnen eingebracht hatte. Gegen 60 Angeklagte wurde der Strafaittrag vor der Verhandlung zurückgezogen und das Strafverfahren eingestellt. In einer Betriebsversammlung wurde über Antrag bei Beamten Martin Boschner eine Resolution gefaßt, in welcher cs hieß: „Die Beamtenschaft fordert dw unbednwte Zurücknahme der Ernennung des Ingenieurs Weiß zum Setretärstellverkrcter und der Damit verbundenen materiellen Zuwendungen." Diese Forderung wird dadurch bcgrüirdet, daß die Person des Herrn Weiß in ihren Leistungen höchstens an den Durchschnitt der übrigen Kollegen heranreicht m:d daß nicht die moralische Eisgnung für einen Vertrauensposten vorliegt. In der Versammlung soll die Beamtin Stephanie W: tausch überdies erzählt haben, daß Herr Weiß seinerzeit für eine in Ueberstunden geleistete Arbeit sich bei der Abrechnung u:ehr Stunden habe anweisen lasten, als er gearbeitet' habe. Um 9 Uhr vormittags wurde die Verhandlung eröffnet. Auf dem Sitze des Staatsanwaltes hatte der Klaäevertreter Dr. P l a s ch k e s Platz genommen, während die Verteidiger der Angeklagten, welche sämtlich erschienen sind, es waren fünfzehn Rechtsanwälte, teils an den Sitzen der Verteidiger, teils auf den Bänken der Geschwornen Platz genomnlen hatten. Auf die Frage des Richters, ob die Resolution, in welcher von der versuchten Schädigung der Anstalt durch den Kläger die Rede war, eisnstimmig beschlossen worden sei, erwidert die angeklagte Stephanie Witousch, oaß lediglich ein Beamter gegen d:e Resolution gestimmt habe. Die ubrmen Angeklagten berichteten dann über d:e der Fassung der Resolution vorausgegangenen Umstände. Der Zeuge Neubauer, ein engerer BrlreaukoUege des Klägers, gab an, daß Letzterer ein sehr gewissenhafter und vertrauenswürdiger Beamter sei. Der Zeuge F l e s d), ein Beamter der Providentia, bestätigte die Darstellung der Witousch über das im Juli 1923 zwischen ihr und dem Kläger wegen der Ueberstunden geführte Gespräch. Der Kläger selbst gab, infoxmativ einvernommen, an, daß er niemals einen Betrug oder eine Schädigung irgendwelcher Art an der Anstalt versucht habe, er habe im Gegenteil oft auf Gebühren, auf oie er Anspruch hatte, verzichtet. Der wahre Grund des unkollegijalen Verhaltens, erklärte der Kläger, sei darin zu suchen^ daß er Jude sei. Um 1 Uhr mittags wurde nach vierstündiiger Verhandlung das Beweisverfahren geschlossen. Ein vom Richter angeregter A u sgleich scheiterte. Nachdem der Klagevertreter Doktor Plaschkes in einer eineinhälbstündrgen Rede die Bestrafung sämtlicher Angeklagten und insbesondere die strenge Bestrafung der Angeklagten Witousch gefordert hatte, richtete Landesgerichtsrat Dr. Ariie an die erschienenen 15 Verteidiger die Frage, wie viele von ihnen Verteidigungsreden zu halten beabsichtigen. Nachdem acht Verteidiger erklärten, aus eine Verteidigungsrede nicht verzichten zu können, beschloß der Richter, eine einstündige Pause b:s 4 Uhr nachmittags eintreten zu lassen. Gegen 6 Uhr abends wurde unter großer Spannung des Auditoriums, das den großen Schwurgerichtssaal bis aus das letzte Plätzchen füllte, das U r t e i l verkündigt. Der Angeklagte Otto Schnabel, der Obmann des Betriebsrates war, wurde sreigesprochen,. alle übrigen 22 Angeklagten wurden im Sinne der Klage wegen Ehrenbeleidigung schuldig erkannt. Stephanie Witousch wurde zu einer G e l d st ra f e von 60 S ch i l l i n 9, eventuell zu fünf Tagen Arrest, alle übrigen Angeklagten zu ie fünfzehn Schilling, eventuell zu je 36 Stunden Arrest verurteilt. In der ausführlichen UrteilsbMÜndung führte der Richter im wesentlichen aus: Die Beschuldigten, welche auf Grund der in der Versammlung von der W:tousch allein über den Kläger erzählten umstände die Resolution entweder unterschrieben ■ oder für deren Annahme gestimmt hatten, wären :n der Lage gewesen, sofort an Ort und Stelle die A ng crb e n her Witousch, die ein junges Mädchen ist, zu u b e r P r ü f e n. Sie haben dies nicht getan und haben le:chtfertig über den Angeklagten, dessen Existenz sogar auf dem Spiele stand, den Stab gebrochen. Der Freispruch des Otto Schnabel erfolgte, weil dieser mit dem Inhalt der Resolution nichts zu tun hatte. Die Verurteilten meldeten gegen Schuld und Strafe und wegen Nichtitzkeit die Berufung an Ratsenschntz und Neltgtonsschmithnng. ° Aus Budap est wird uns berichtet: Vorgestern san! vor einem hiesigen Bezirksgericht die Verhandlung gegen de: Advokaten Dr. Aladar Kagyi, ein führendes Mitglied de; Vereines der Neupester Erwachenden Ungarn, statt uti. u 111; ii mi u t lim. uuyuu|iyui aviuu von yceupei eine Rede gehalten, in welcher er gegen die Inden hetzte un unter anderen: ausführte: Dir Juden hatten bloß zwei wahre Propheten: Mosel und Jesus. Von keinem der beiden jedoch konnte es be wiesen werden, daß er in Wirklichkeit aus jüdischem Blu stammte. Bei Moses war die Mutter unbekannt, während de Vater bekannt war, bei Jesus hingegen ist der Vater un bekannt und die Mutier bekannt. Bei der Geburt der beider ist daher etwas nicht in Ordnung. Wegen dieser Ausführun gen wurde ihm in der Versammlung vom Regierungs lommissär das Wort entzogen und gegen ihn die An klage wegen Relrgionsschmähung erhoben. Der An geklagte gibt in: Wesen zu, die inkrinchnerte:: Worte gesprocher zu haben, und versucht gewissermaßen einen Wahrheitbeweis für die Richtigkeit seiner Behauptungen. Nach An hörung der Zeugen und nachdem der Angeklagte nochmals betont batte, daß er mit seiner Rede bloß dartstn wollte, das dre Juden mit Unrecht sich die Mische Abstammung de: beidei: Propheten zugute halten, wurde Dr. Kagyi der Uebertretung der Religwnsschnrähung schuldig erkannt und zr emer Geldstrafe von einer Million Kronen per urteilt Als mildernd nahm der Richter an, daß der An sie, der als guter Christ bekannt ' r gehabt haben mochte, eme Religionss gebe«, und sich _ zuschulden kommen lieft. - «w.eMMte l« W« eine rethortsche — Hätte dieser *s. teMüis&B >Md«n, t die AI

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