Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1925-05-14 · Heft 2238 (14.5.1925) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2238 (14.5.1925)
Date
1925-05-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2979076-2981191-2981323--22764-3010212
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

[Polem aOflro>2vt Me«: Zum Abholen in det Eitpedition, 0_ Taborstr. 1-3, oder fn elnerverschleisstelle (Trafik) monatl. 5 Schilling Strassemrerkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, L, Wollzeile 11 MS postversand für Wien find Oesterreich monatlich 5 Schilling Tfrcheeho- Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Motu Dia. 60, Pol en: Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Nidttahta^« b«l P r e I *- erhShaaiea vorbehaltai St. 2238 acen> Wiener das mähelose Parkett-Glammittel Brhimicfa ln allen elnTdüagiaen Gefchaaen omenreitung I Preis 20 al E n g I a n d: Mon. 4 Schilling, Italien: Monatl. 18 Lire, Rumänien: Mon. 170 Lei, Bulgarien: Mon.lOOLewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterrelchisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Wie«, Lonnerrtag, 14. Mai 1925 . 7. Zahrgang Hindenburg und die Republik. «Machen an de« ReichstagsprSfidenten «nd die Webmacht. Berlin, 13. Mar. Der Reichspräsident! Hrndensmpfmg heute zur Entzgiegenmchme der Glückwünsche tafe Prafiidiunr des Reichstages, eine WertveliUing des Retchsvateö, den preußischen Ministerpväftdenten Brau in als Vertreter der preußischen Staatsrögieimnig, als Vertreter der Wehrmacht den ReichZwchr- «üntster Dr. Geß'ler, General v. Seeckt und Admiral Zenker, Vertreter dev Deutschen Reichslbahngesellschaft, den Reichsbanchräsidenten Dr. Schacht, den OLevpräsidenten der Provinz'Brandsnlhurg und den Oibevbürger- MÄster von Berlin B ö ß. Dem Präsidium des Reichstages Mlärte der Reichspräsident in. einer Ansprache, er sei sich bewußt, daß gerade rn der Republik'die Würde und da's Ansehen der Nation in hohem Maße in d i e Künde des Parlaments gelegt sei. Das Ausland werde Deutschland mn so mehr Achtung zollen, je mehr es selbst im ganzen Auftreten die Selbstachtung eines aufrechten, stolzen Volkes bewahre. »In einer Ansprache an die Vertreter des Reichstages betonte der Reichspräsident, daß Deutschland dem veicheu Eigenleben der deutschen Länder in geistiger und wiäschaMcher Entwicklung. viel zu verdanken , habe. Er paerdo es sich daher stets zur Aufgabe machen, die berechtigten Eigenarten der deutschen Länder ßN' schvnen und ihre Wünsche und Bedürfnisse nach Kräften M fördern. Gegenüber den^ Vertretern der preußischen IS.taat'sregierung drückte der Reichspräsident die Hoffnung aus, daß es gelingen möge, getreu den groß.en Ueberlieserungeu des preußischen Staates den besonderen Pflichten Preußens innerhalb des Reiches gerecht zu werden, damit Preachen weiterhin die feste Klammer bleibe, die die Ost- und Westmark an den Körper des Deutschen Reiches kette. In seiner Ansprache an die Vertreter der Wehr- Mücht erklärte der Reichspräsident, die kleine deutsche Wehrmacht stche heute unberührt von den Kämpfen der Parteien und politischen Meinungen aufrecht da. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß es auch weiterhin gelingen möge, aus dev deutschen Reichswehr «das wirksame Instrument ehrlichen Friedenswillens zuj machen, das sie allein sein solle. Den Vertretern der Deutschen Reichsbahngefellschust gegenüber gab der Reichspräsident der Hoffnung Ausdruck, daß es dev Reichsbahn gelinge, die doppelte Uusgalbe zu erfüllen, männlich große Erträge zur Erfüllung der internationalen Verpflichtungen Deutschlands lherauszuavbeiten und zugleich dle schwer darnkedevliegv'nde deutsche Wirtschaft zu Ordern. tFn seiner Ansprache an die Vertreter der Reichsdauk spmch der Reichspräsident die Öffnung, aüs, daß' 'es geling en möge, die Reichsbank Meder zur festen Grundlage zu machen, die es dom ehrlichen StvelbeN aller in der deutschen Produktion tätigen Stellen ermögliche^ dem schwer ringenden deutschen Volke W ueiuex Blüte zu verhelfen. Julius Bamat aus der Haft entlaffen. . (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Berlin, 13. Mai. Der dritte Strafsenat des Kammer- SerichteS hat heute beschlossen, daß Julius B a r m a t gegen eine Kaution von 200.000 Mark aus der Untersuchungshaft zu entlassen sei. Henry B a r m a t bleibt bis auf weiteres als Unter« suchungsgefangener in der Charitö in ärztlicher Behandlung. Julius Barmat ist so schwer leidend, daß er sich, nicht bewegen kann. Die Seehandlung teilt mit, daß sie durch die Geschäfte mit ihm einen Verlust von 17 Millionen Mark erleide. Abba« bei der deutschen Nekchsbah«. Berlin, 13. Mai. (Tol.-'Komp.) Die Reichsbahngesellschaft beabsichtigt die Entlassung von 30.000 Beamten. Inder Verwaltungsratssitzung der Retchsbahngesellschaft erklärte der stellvertretende Generaldirektor S t i e l e r, der Abbau müsse in der Weise erfolgen, daß jüngere Beamte unter Aufkündigung des Beamtenverhältnisies in das Arbeitsverhältnis versetzt und dafür die entsprechende Zahl von Arbeitern entlassen werde. ' _ 108 Millionen Lollar — AndgeMerschnb in Am«'' Washington, 13. Mai. (Wolfs.) Der Direktor des Budget bureausteilte Coolidge mit, er hoffe zuversichtlich, daß der Staatsschatz in dem am 30. d. ablaufenden Fiskaljahr einen U eberschuß von 108 Millionen gegenüber im vorigen Herbst geschätzten 67 Millionen Dollar haben werde. Die Mehreinnahmen werden auf die Zunahme der Einkommensteuer und die Einnahmen des Postdepartements zurückgefiihrt. ■ ' Keine Erkranlnng der Exkaiserin Zita. Madrid, 13. Mai. (Havas.) Wie der „Gl Sol" aus Bilbao meldet,, ist die von einigen Blättern veröffentlichte Nachricht über die E r k r a n kn n g. d e r E xkaiserin Z i La V ö lli.g'.u n r Lch.Li.S. Der Bürgermeister,VM L eqü e i t io habe mr den Gouverneur von Bilbao eine Mitteilung gerichtet, in der es heißt, daß die frühere Kaiserin sich voller Ges u n d h e i t erfreue. _■ Hungersnot in Wna. London, 13. Mai. (Tel.-Komp.) Blättersneldungen aus Kanton zufolge, herrscht in der südchinesischen Provinz K w e i- T s ch au eine furchtbare Hungers no t. Tausende von Einwohnern des Distriktes sind bereits dem Hunger erlegen. Tausende von Einwohnern verkaufen ihre Kinder oder v e r d i n g e n sich als S k l a v e n, um sich Lebensmittel zu verschaffen. Die römisch-katholischen Missionäre der Provinz berichten von Fällen der M e n s ch e n f r e s s e r e i in einzelnen Dörfern der von der Hungersnot heimgesuchten Provinz. Die Hungersnot wurde durch eine völlige Mißernte hervorgerufen. _ Der Gläubiger. New-Zork, >13. Man. (Tel.-Kouip.) Wie die Blätter aus Washington melden, verlautet i>n dortigen politischen Kreisen, daß eine Note der aimevikcvmschen Regierung an die französische Regierung in der Frage der KonsoU'dlerung> der französischen Kriegsschuld an die Bereinigten Staaten ,abgega«gen sei. Die Note soll, bei aller Höflichkeit der Form, die nachdrückliche Aufforderung an Frankreich enthalten, ehestens Vorschläge bezüglich der Rückzahlung der französischen Kriegsschulden an die Vereinigten Staaten zu erstatten, __ Sin ungarisch-serbischer Pferdelonflikt. Budapest, 13. Mali. (U. T. K. B.) In ktztvr Zeit haben rnfsische Pferdehändler in Ungarn etnige taufend Pferde gekauft, die über Fiume nach Odessa befördert werden sollten. Die jugoslawischen Behörden Huben den PfevdetvanÄport unmittelbar vor der italienischen Grenze angehalten, weit die jugoslawische Regierung die für Rußland bestimmten Pferde als Kriegsmaterial betrachtet. Da das am 14. Juli 1924 zwischen Ungarn und Jugoslawien abgeschlossene Uebereiükommen den beiden Staaten vollste Transitfveiheit sichert, hat das ungarische Außemniniistermm den ungarischen Gesandten in Belgrad angewiesen, bei der jugoslawische!: Regierung den weiteren ungestörten Transport der Pferde zu fordern. Mlnar-Toth hingerichtet. Budapest, 13. Mai. (Tel.-Komp.) Der Akassemnörder von Rako'ssMtmihaly Josef Molnar-Toth wurde heute früh hingerichtet. Die Exekution nahm der wem* ernannte Henker Karl G o l d vor. Der Eintritt des Todes wurde erst nach acht Minuten konstatiert. ^===1! | VORZÜGLICHEN schwarzen und 1 MMü BÜl .40M Ersparnis KAFFEE an Kaffeebohnen 1 erreichen Kaffeehäuser, Bars,Hotels etc. ||| m mit der «, 1„ETERNA-EXPRESS-KAFFEEMASCHINE" 11 ^GEFIAWERKE A.G., WIEN,' “Ä l?rHioJ j J.A.Baczewtki iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifiMiifiiiniiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiimiiniiiiitiiiiiii Schnäpse., Liköre Spezialität s Bacsewski - Stanislauer Doppelt rektifiziert und destilliert Seit 1782 weitbekannt J Die Bukarester Konferenz. —y. Wien, 14. Mai. Dp Konferenz der kleinen Entente ist so abgelaufen, wie dies der. rumänische Außenminister Duca .noch, vor der Eröffnung angesagt hatte: Sie hat keine Sensationen gebracht, war aber eine bedeutsame allgemeine Aussprache über die Fragen, die die Staaten dieser Gruppe besonders tangieren. Diese Fragen sind, wie sich von selbst versteht, die russische und die deutsche. Das russische Problem drückt auf diese schwachen, noch kaum zur vollen Entwicklung gelangten Gebiete mit eiserner Wucht. Die Offenfividee des. Bolschewismus, die sich in Asien durch den japanischen Vertrag im Rücken gedeckt glaubt, versucht immer wieder von irgend einer schwachen Stelle aus das Versailler Friedenswerk zu zerbrechen. Diese Experimente der Moskauer Welteispolrtik sind immer mißlungen, aber sie haben doch die Brüchigkeit der europäischen Bündnissysteme erwiesen. Der Kampf der Sowjets richtet 'sich immer gegen die Großen, .aber er beginnt bei den Kleinen, und so ist es nicht verwunderlich, daß diese ihrer Pivotstellung schon herzlich müde sind und nach, einer neuen Formel für die Beziehungen zu .dem großen Staat suchen. Dies war jetzt wieder geplant, ist aber durch die Sofioter Höllenmaschine vereitelt worden. Die kleine Entente hat deshalb der Vermehrung der bulgarischen Armee zugestimmt, allerdings nur so weit, daß darüber hinausgehende Gelüste sich nicht vorwagen können. Sie haben nichts dagegen einzuwenden, daß die Ordnung Bulgariens durch beit Weißen Terror noch weiter erschüttert wird. Es.dürfte ihneit dies sogar willkommen sein, weil die Macht Bulgariens für lange hinaus gelähmt erscheint. Ein Ausbau der. bulgarischen Armee über das Maß hinaus wäre bei der Verbindung der Offiziere mit den deutschen und ntagyarischen Velleitäten außerordentlich gefährlich. In diesent Zusammenhang gewinnen die aus Oesterreich und Ungarn bezüglichen Beschlüsse ihre besondere Farbe. Die kleine Entente ist nur sicher, solange die durch den Friedensvertrag geschaffene Rechtslage in . Mitteleuropa unerschüttert bleibt. Sie ist in der höchsten Gefahr, wenn dieses so mühsam hergestellte und durch den Völkerbund gestützte Gleichgewicht gestört wird, sei es durch die von den nationalen Kreisen Deutschlands eben jetzt so eifrig angestrebte Aufsaugung Oesterreichs, sei es durch die Wühlereien des horthhstischett Jrredentisnms. Die Anschlußbegeisterung ist in. Oesterreich infolge der Hindenburg-Wahl sehr arg zurückgedrückt worden; sie wird hauptsächlich von den in Oesterreich lebenden deutschböhmischen und südsteirischen Emigranten gemacht und trägt deutlich dert Stempel der Exils- Hysterie. Die österreichische Industrie, weiß, was ihr iw Falle der Angliederung bevorsteht, der Staat weiß, daf er in die Reparationspflichten Deutschlands hineingerissen würde und daß ihn jede kriegerische Verwick- Frühjahrs-Neuheiten In Damen- und Herrenstoffen zu sehr hllllgen Preisen hei in Schiffmann II. TaborstraBe 4£ Teleahon 47-1-79 En groi Kn E«tai »

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.