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Wiener Morgenzeitung · 1925-05-11 · Heft 2235 (11.5.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2235 (11.5.1925)
Date
1925-05-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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l| Pol*ni aOnroMvl | Wien: Zum Abholen in det i Expedition, l!., Taborstr. 1-3, i oder in einer Verschleisstelle ,(Trafik) monatl. 5 Schilling;Strassenverkauf in Wien i. durch die Kolporteure der cEltma O o 1 aged mied, L, WolLseilc 11 Mt Postversand für Wien firnd Oesterreich monatlich J 5 Schilling /Tschecho-Slowakei: 'Mon.K22. Jugoslawien: jMon.Din.60. Polen: Mon. -4Äotz/. Deutschland: iMon. Om. 4, Frankreich, [Belgien: Mon. Frcs. 18 iNacbtiUonin bei PretM «rbOhungea Vorbehalten Wiener oraenMung fpireis 20 fll England: Mon. 4 Schilling, Italien: Monatl. 18 Lire, Rumänien: Mon. 170Lei, Bulgarien: Mon.lOOLewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, H.Taborstr.l Telephone: 44*0-38,43*3*19 Ab 6 Uhr: 21-102,25*2*82 IX., Univcrsitätsstrassc 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichiscbes Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 «k. 2215 Wien. Montag. 11. Mai 1925 7. Zahrgang. Selchwaren ä la PRAHA billigst II für Wiederverkäufer WED0,III.,Henfflarkt6 Telephon 95-4*38 5096 Sefterreich auf der Bnkarefter Konferenz. Bukarest, 11. Mai. Die Korkfevenz der kleinen Ew» liento Hai beschlossen, bezüglich Oesterreichs auf lder vollen Anwendamg aller Bcstinrmnngen der Ariredensverträge Zn bestehen/ [ Wie hier verlautet, wird der Besuch- Beuosch' in Wien werter verschoben werden, Es ist möglich, datz er überg-nlorbleibt. Der: Anschl-ufr an Deutschland. London, 11. Mai. ,/Daily Delegvaph" fchvckbt zur iBukarsster Korvferonz: Die bolschewiTischc Gefahr, sdvs ungünstige Wrvischaffislage Oesterreichs und die ^Verhandlungen Wer den Sicherheitspcrlt geben der llKonstwerrg sine besondere Bedeutung. Die kleine [Entente verspürt wsmg Neigung, Oesterreich in [den Bund auszunehmen. Belgrad und Bukarest LeWmjpfon diesen Vorschlag, auch Italien sei dagegen. Dom ^Anschluß Oesterreichs an DoutschlaNd widersetze sich eigenbsilIch Mw die Tschecho-Slowakei. Wa!s die Sicheranllangt, so ivürdon Belgrad und Bukarejst den n Benesch Zustimmen, wonach weder die deutschsibschechische noch die deutisch-polnische Grenze geändert, noch >er Äuschlutz Oesterreichs an Deutschland t jwktdon M. Nie Stichwahlen dl FrMreich. , ' Sieg des Linkskartells. >, dü. Mm. Durch die gestern stattgchundonen Stichwahlen für die GemeiNderäte ist das Re- Isultät gegenüber den früheren Ergebnissen nicht bedeutend verändert worden. Das Linkskartell hat seine Position bedeutend verstärkt und in der Provinz die Städte Orleans, Epernay, Dünkirchen, D-ouar, Aaleneiemrcs, Dourcoi'ng, MWHauson, Sossfons, La Rochelle und Portiers gewonnen. Der Pariser Gcmeinderat setzt [sich..nunmehr tote folgt zusammen: Nationaler Block 23, [Liberale 18, UnabhängW Radikale 6, zusammen 47; [LlinkÄavtielt, RepMikanische Sozialisten 5, Sozialisten 14, 'Kommunisten 8, zusammen 33. Die Na.tionMsten verlieren Demnach drei Sitze. Die Kv,mmuniste«n haben Vier G>e- «nMdcn erobert. Hlndenburgs Einzug. < Berlin, 11. Mai. Die Polizei hat alle £ o m m u n isstischeu Versammlungen für heute nachmittags ^xboten. Ebenso wurde die Ausstellung von MusiNaPellM in den; Einzugsspalier untersagt. Der Mord im Burgtheater. Meueia Earuiciu -wurde heute vormittags dein L-a u d e s g e r i ch t überstellt. In einem gestern vorgenommeuen Aechör erklärte sie, den Mordiplan im Winter 1923 in Zaribrod gefaßt zu haben, als sie dort Panizza können lernte. Das Befinden der bei dem Attentat Verletzten hat sich etwas gebessert. Frau Panizza, der die Zunge durchschossen wurde, kann sprechen, wenngleich unter großen Schmerlen. Den Tod ihres Gatten hat mau ihr noch nicht Amuudseus Fahtt verschöbe«. Spitzbergen, 11. Mai. (Dck.-Kouch.) Amundsen l)at wogen der heftigen Winde, der großen Kalte und der schlechten Eisverhältnisse die Mreise der Flugzuge zum Nordpol bis Ende Mai oder anfangs Juni verschoben. \m~ .~~. Svorttesultate. Amateure—Admira 3:1. Rapid—Sportklub 4 :1. Wacker—-Simmering 1:0. Bolton—M. T. K. (Budapest) 1:1. Hockey: Deutschland—Oesterreich 2:0. Länderringkampf Ungarn—Oesterreich 21 w^ i Das neue PalMina lö. ß- Schluß der Koufereur der zlonifteu-REouifteu m Paris. Paris, 9. Mar. (I. T. A.) Die erste Konferenz des Wovbandes der Z ioniste n-iR avifioniste n (Aktivisten) fft soeben m Paris geschlossen worden. Es wohnten ihr dreißig Delegierte aus Paris, Jernsaileim-Jaffa, London, Riga, Wien, SülonM, Sofia und Danzig bei. Die De>legierten aus Berlin, Warschau, Kotono und Belgien sowie Prof. O reust ein (Utrecht) waren am Erscheinen verhindert und sandten schriftliche Referate und ZustimmungseErungen. Den Borsitz führten aichvechselnd die Herren Wladimir Temikrn, Isaak Cohen (Saloniki) und Wladimir Jabotinsky. Die Herren M. Großmann und I. Weinfjchal erstatteten Berichte über die gegenwärtige Lage in >PMstina, Herr Iabotinsky entwickelte da's politische Programm und das Problem' des Schutzes ^Palästinas, Herr Dr. S. TiomEin sprach über' die jüdische Emigration, Herr T r ivu.s über Landrejsovm in Palästina und zioiniftische Finanzpolitik, 'Herr W. Temkin über das Problem «der Jewifh Aigench, Prof. Kulis cher über das Zionistische' WaMsystswl, Dr. lPierlman über Hie Hebräischen Schulten in ^Mtünas Md Herr D.. Perchin Die Konferenz nahm das folgende Programm an: 1. Das Ziel des Zionismus ist die allmähliche Ausgestaltung Pallästinas mit Entschluß TranÄjordanions zu einem jüdischen Gemeinwesen, das heißt zu einem selbständigen Staat, kontrolliert von einer jüdischen Mehrheit. (Diese Formulierung lehnt sich au die . Rede Sir Herbert Samuels am 2. November 1919 in London au.) Eine andere Interpretation des Zionismus, insbesondere die Auslegung! im britischen Weißbuch von 1922, ist zu verwerfen. 2. Die freie Einwanderung nach Palästina durch jüdische Massen ist der einzig mögliche Weg, der Not des jüdischen Volkes zu steuern. 3. Transjordanien muß ebenfalls deur jüdischen Kolomsationsland angeschlossen werden; alle Artikel des Mandats finden auch aus Trausjordanien Anwenduing. 4. Jode repräsentative Institution in Palästina mit einer Mehrheit arabischer Mitglieder widerspricht d e m Man d<a t. Pailästina, welches laut dem Mandat eine Interesseusphäre llünerseits des ganzen jüdischen Volkes, andererseits der lokalen Bevölkerung Palästinas bildet, nmß feine Repräfenilation gemäß der numerifcheu Kraft bcider Parteien -erhalten (das heißt, daß das g esamte jüdische Volk, nicht allein die Iudeir Palästinas, repräsentiert sein muß). 5. Der Oberkommissär soll von der Mandatavmacht m i t Z u st i m w u n g der Z i o >n i -st i f ch e n O r g a n i s a t i o n g-ewählt werden. 6. Verantwortliche Stellelr in der Palästi-navertoaltung können nur solche Personen -belhleiden, die die Errichtung des jüdischen Nationalheims als die Haulpchansgabe dev Verwaltung anerkennen. 7. Tie Kontrolle über die jüdische Einlwanderung muß ganz allein von der Z i o u,i st i s ch e wt Organ isatio it. ausgeübt werden. Die Httachduth-Konserenz in rel-Awiw. Bon: 10. bis 1-5. Tlpril fand in -TolAwiw eine Sitzung des Waad Poel der Hitachdu-th (Hapool Hazoir, Zeire Zion) statt, an der säst alle Mitglieder des Wand Poel a-us trrez Israel und dem Ggluth teilnahmen. Die Beratung war der Dtellungnahine der HitachÄnth zu-m 14, Kongreß utto einer Reihe Parteifragen gMidniet. Die Sitzung wurde von S V r i u z a l eröffnet, der einen IlobeM-ick über die von der Hitachdut-H entwickM Tätigkeit seit der Prager Konferenz vor fi'ms Jahren gad. Er wies ans die Geda-nkelr rmd Los-unge,: Hin, die, von der Hitachdut>h gescha-sseu, zu Paro'lett der zioilistticheu Gefa»ntbe»vegu-n,g galvorderl sind, unid machte auf die verantwortungsvollen Ausgaben -der Hitachduth hin-sichtlich der Fragen der neuen Alijah ousinerksa-m. Sodann schilderte?tdgeovdnyler Lew ins oh n die Eutwicklung der Hitachduth in Polen und den Stand der zionistischen Bewegung in Ga- \ >lu-th. Baraz sprach Wer die Lage m Erez Js-rael, die Landwirtschaftliche Kolonisation und die der zionistifchmr Arbeiterbeiwegung obliegenden Pflichten. In der Zweiten Sitzung sprach als erster Zu den Fragcir dos 14. Kongresses Ch. Ar Io so ross über Wirtschaftliche und Finanzfra gen im Zionismus und die wirtschaftliche Tätigkeit der Arbeiterschaft in Erez Israel". Er wies an der Hand von Tatsachen und Zahlen darauf hin, wie ungesund die wwtfchaftl-iche GrnMage der vierten Alijah und der städtischen Siedlung sei. Er verlangte, daß otto Kräfte der Zionistischen Organisation auf die landwirtschaftliche An-' siMnng konzentriert werden und betonte die unbedingte Rot- Wendigkeit, große Mittel anfzubringen, um die dringende Kolonisatiousarbeit durch die Jewifh Agency durchführen zu können. Das Finanzpröblem des Tlufbaues ikönne nur durch eine internatio nale Anleihe gelöst üverden. Ucker Boden und Kolonisation sprachen W i l- >kansky nnd Baraz. WWansky sprach Über die Bodenpolitik des NationalsoNds und über die Ätotwendigkeit, sich auf den Erweck landwirischaftlichen Bodens zu lonzentrieren. Das einzige Clements das. sich den landwirtschtlichen Bodingungeu in Palästina anzupassen verstcht, ist der Chaluz, der sich Erf.chvung m landwirtschaftlicher Arbeit in Palästina erwocken hat. In golvissen Fällen und unter 'bestimmten Bedingungen müssen auch gogeigmie Personen, die gewisse Mittel von 300 bis 600 Pfund besitzen, in den AckeitSbereich des Ra-tiouäffonds gezogen worden. * Baraz wies ans die Notwendigkeit genügender landwirtschaftlicher Vockereitnng der Ansiedler hin. Diesen drei R>cfevaten folgte eine ausführliche Diskussion, die sich hauptsächlich mit der vierten AHcch und den Persipeltiven, die sich daraus für den Aufbau ergeben, befaßte. Vielfach wurde auf die große Gchchr dieser Alijah hingÄvieisen, die sich fast ausschließlich nach der Stadt wendet und leichte Erwerbszweige sucht, ohne die Spekulation zu vermeiden. Äludererseiis wirrde auch die Meinung vertreten, daß diese Alijah nichts anderes sei als der Anfang einer Massen e in Wanderung, auf die wir so viele Jahre gewartet haben, und daß der Zio-nistischen Organisation und vor allem der Ackeiterbcwegnng die Pflicht obliege, dieser 4ll-ij.ah die nötige Aufmerksamkeit znznwertden, mn sie produktiven Arbeiten in der Stadt, aber insbesondere auch in der L a n dw i r t s ch a f t, zuzuführen. Uober die politische L a g e i m Z i o ni s m u s sprach S p r i n z a l Er behandelte die A r a b e r f r a g e, das Bechaltnis zuur High Eoumlissioner, die zionistische Völkerbunds- Politik nsw. A. Käznelsvu betonte in seinen: Referat über die Jewifh Agency die Notwendigkeit genügender Sicherungen für die nationale TätigEeii der Agency und der Konsolidierung und Stärkung der Zionistischen Organisation, die auch innerhalb der JÄgency die treibende und entscheidende Kraft f ü r d e u A iu f >b a n b l e i 'b e n w i r d. In: Zusammenhang ^aiui. Witter breitete Kaznelson eilte Reihe von Vorschlägen, die eine Reorganisierung der Zioiiistischen Organisation bezwecken <An-shckung des Schekels, Wahlkampf zum Kongreß, Parlamen-tmi-llivung des Kongresses selbst, Erweiterung der-Kompetenz des Atl-ionskomitees nsw. Ucker den Stand der Hitachiouti)-Bewegung referierte Fricdlaud, der auf das Anwachsen der Bewegung in Europa und Ainerika hiuwies und die Notwentdigkeit einer Bett'efuug der kultnrellen Tätigkeit betonte. Sein Referat wurde durch i'lussührungen von W e r l i n s k y ergänzt, der über den Stand der Bewegung in Sowjetvußland sprach. Kaplan roferierte über die Bestrebungen zur B s re i n ig u ng der A rbe i le r pa r tei e n in P alästin a und betonte, daß die gegenwärtige Lage im Zionismus vnd in Erez Israel eine Vereinigung der konstruktiven Kräfte.der Ar-!>eilcrbewegung in Erez Israel und im Äalu-lh erheische, eine Bereinigung, die die Hitachduth feit ihrer Gründung anstreibe. Uober die Jugendbewegung sprach Cha noch, der verlangte, daß die Partei dieser Bewegung ihre besondere "Klf.mcrksainkeit zuwende. Er forderte, >daß eine Reihe führender Mitglieder der Arbeiterschaft in Erez Israel sich eine gewisse Zri» zur Vevfügltlrg stelle, nur irrs Gatuth zu geherr und sich dort der Erzichuugsarbeit zu widmen. Friedland, dor über den Hechaluz sprach, wies ans die ltLotwerrdigkeit der V e r st ä r kn n g d e v K u!: ur a r b e i t simecha-lb des Hechaluz hi-u.

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