Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2231 (7.5.1925)
- Date
- 1925-05-07
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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GeKe 1 Men, Donnerstag 4^^-— — — —— ■ - -ri——- — , f nL__ _ 9rim Seorg in «eltze. Belgrad» 6. Mai. (Avala.) Prinz G e o r g ist gemäß dem Beschlüsse über seine I s a l i e r u n g auf der Domäne B e l l y e eingetroffen. In der Begleitung des Prinzen befindet sich Pr. S t o i m t r o v i c, der mit seiner Ueberwachung betraut ist. Unverweilt wird ein Kronrat -ufammentreten, um Aber die Bestellung von Kuratoren Beschluß zu fassen, die daSVermügen deSPrinzen zu verwalten und über seine Wiederherstelluug zu wachen haben werden. Der bulgarische Aubeumlnifter ans Reisen. Belgrad, 6. Mai. (Avafa.) Der bulgarrsche Minister -es Aearßern Kalfow ist auf feiner Auslandsreise heute früh in Belgrad eirtg «troffen, wo er zivei Tage zu verbleiben gedenkt. KaLfow hatte eine Längere U-rtterrodung mit dem Auhennrinister Nincie, in der er neuerliche Erklärungen über den serbifch-bulgarifchen Zwischenfall abgab, der durch die vou bulgaritscher Seite gegen Jugoslawien erhobenen Anschuldigung«»», ivegen Beteiligung vou Emigranbon der Agrarpartei an dem Sofioter Kttentüt herauf beschwöre n worderr »var. ,greine" glaubt zu wissen, daß sich di« Unterhaltung auch aus die Frage einer au L i k o;u m un i ft i s ch e n Einheitsfront erstreckt habe, und hebt das zeitliche Zusammentreffen des Besuches Kalfows mit den Vorberatungen für die Konferenz der kleinen Entente hervor, auf der -die Frage gemeinsamer Schutzmaßnahmen gegen die bolschewikifche Gefashr aufgeworfen werden soll. _ 6ine Hlndenburs-Keilerei in Naben. Die Hakeukreuzlovveroine von Baden hatten für Dienstag anläßlich der Wahl H: nde»: burgs zum deutschen Reichspräsidenten einen Fackelzug in Aussicht gewommen. Die sozialdemokratischen Mandatare beschlossen daraufhin eine Gegen dem onstrafio-n des repubAfanische»: Schutzbundes. Während des Fackelzuges sani-melten sich viele sozialdemokratische Parteigänger aus der Umgebung Badens an, die auf L«nr Kasser-Karl-iPfatz eine Gegendemonstration veranstalten wollten. Es kam'zu einer Keilerei, der die Sicherheit'siwache und die zur Unterstützung herbeigeeilte Gendarmerie rasch ein Ende bereiteten, indem sie den KaisLr-Karl-Platz säuberten. Drei D e m o n st r a n t e n wurden verhafte t, bei zwei von ihnen wurden Revolver gesunden und ihnen ab-? genommen, 2) _ . , Jüdischer Fugendtag in Bratislava. Am 27, 28. und 29. Juni dieses Jahres findet in Bratislava eine große Tagung der zionistischen Jugendgvuppen in der Slowakei und Karpathenrußland statt. An der Tagung wivd der „Sväz zrdovskych skantov" mit seinen sämtlichen Gruppen, die Makka-biturnorganisation mit ihren sämtlichen Gruppen und auch alle sonstigen Jugend-, Kultur- und Studentengruppen in großer Zahl teilnehmen. Es wird auf einen Besuch von 1500 bis 2000 Jugendlichen gerechnet, Das Programm der Tagung ist das folgende: Samstag den 27, Juni, halb 9 Uhr abends, im Sviegelsaäle: 1. Feierliche Eröffnung und Begrüßung des Jugendtages. 2. Festrede von einem Mitglied der Zionistsschen Weltexetulioe. Sonntag den 28. Juni: Vormittags Ankunft der Gruppen, Probeturnen auf dem Sportplatz. Blumentag zugunsten des Jüdischen Nationalfonds. 2 Uhr nachmittags: Festzug der Skauts und Turngruppen dom Esterhazyplatz zum Sportplatz -der Makkabäa. 3 Uhr nachmittags: Großes Sport- und Turnfest. Abends: Der neue Palästinafilm des Keren Hajessad mit rittleitendem Vortrag im Kinosaal der Redoute. Montag den 29. Juni: Für die Jugendgruppen Ganzlagsivanderuug aus den Thebner Kogel. Für die delegierten im Spiegeljaal, halb 9 Uhr früh. Jugeudkonserenz. Nachmittags: Ausflug der Delegierten in die jüdische Lehrsarm. In Verbindung mir der Tagung Handarbeitenausstellung der Mäschengruppen und Bücherausstellung. ' Mir Rücksicht auf die großen Schwierigkeiten betreffs Unterkunft werden alle Interessenten, »oelche an dieser Tagung teilzunehmen wünschen, aufgefordert, sich unverzüglich mit der „Zentralstelle für zionistische Jugendarbeit", Bratislava, Rybne nam 3, in Verbindung zu setzen, welche alle gewünschten Auskünfte erteilt. Autounglück der Markgrafen Vallavieiui. Aus Budapest wird gemeldet: Abgeordneter Mavkgras-Ge org Pallavielni ftchr gestew um havb Uhr morgens in einem offenen Automobil mit drei Damen, der Gräfin Hermann Sal-m, der Gräfin Bela Zichy und einer amerikanischen Dame «amen- F r a n e 11 i, auf der Stephanie straffe ins Stadtwüldchen. Das Automobil, das vom Markgrafen selbst gelenkt wurde, stieß im Dunkel an einen Baumstamm, so daß der Vorderteil des Wagens gänzttch zertrümmert wurde und sämtliche Passagiere aus dem Automobil geschleudert wurden. Ein vorüberfahrendes Automobil brachte die Schwerverletzten Ln ein naheliegendes Sanatorium, wo scstge-stellt wurde, daß 'der Markgraf rmd die 'beiden Gräfinnen schwere offene W u n d e n, die Antertkanerin schwere innere Verletzungen Mitten haben. Der Chauffeur, der sich ebenfalls auf Hm Wagen befand, wurde mt geringfügig VMM», Wrenek Msrnenzeitung. Historische Lesestiicke. «ucutlus. Bon S. Meisels. Lucius Aeinius Lucullus livar der Sproß einer berühmten, wenngleich verarmten adeligen Familie. In bescheidener Umgebung mit einfachen Leberisgewohnheiten ausgewachsen, hatte er dennoch eine sehr sorgfältige Erziehung erhalten und zugleich den Kastengeist und die konstrvatiiven Grundsätze -es alten römischen Adels in sich ausgenommen. Gute Erziehung, Armut und 'Adelsstolz, das tvattn die drei starken Triebfedern feiner Ruhmsucht, in der Gloriole des Ruhmes sollte sein PersönlichkeitSwert zur Geltuilg kommen. Er »var tatkräftig und ehrgeizig, klug und leidenschaftlich, stolz und geradsinnig. Sein Ehrgeiz spornte seine Tatkraft, seine Klugheit zügelte seine Leidenschaft, sein Ahnenstolz inachte ihn zum Hüter der alten aristokratischen Traditionen und sein gerader Simr hielt ihn von jedem Wweg zurück. Trotz aller Anfechtungen der Zeit und der schlechten Beispiele der Umgebung war feine Lebensführung ohne Makel; er hielt feinen Schild blank. Immer gehorchte er dem Gebot der Stunde, willig folgte er dem Ruf der Zeit; er 'kämpfte im Drientkricig, im Bürgerkrieg, er bekämpfte die Revolution, er stellte immer mittätig seinen Mann. Nimmer aber lvar er dort zu finden, wo die Dienschen ihre Würde vergaßen. Trotz seiner Armut widerstand er der Versuchung, an der Plünderung der Besiegten teilzunehmen. Trotz seiner Armut heiratete er ein« Frau oh,re Mitgift, Clodia, die Tochter des Appius Claudius. Mit Anstand bekleidete er die Prätur in Ron,, die Statthalterschaft in Afrika verwaltete er als ehrlicher Mann. Er lvar einer von denen, schreibt Guglielmo Ferrero, die unter so vielen Abenteurern und Verbrechern aufrichtig für das einzige eintraten, »vas achtungswert war. Scharr als junger Offizier unter Sulla hatte sich Lncullus ausgezeichnet. Später kamen die Zeitumstände seinem Ehrgeiz entgegen und er schritt siegreich und unaufhaltsam die Bahn des Ruhnus hinan. Als Konsul zählte dieser stolze Aristokrat 31t jenen Männern, die bei außerordentlichen Unternehmungen nicht ühcrgangell werden können. Als Feldherr erwies er sich äls'glänzendes Talent in der Kriegführung, großzügig im Planen, klug berechnend im Zu warten und kühn entschlossen im Angriff. Als Stratege war er keinen» gerilligeren als Julius Cäsar Muster upd Vorbild. Und als oberster Befehlshaber durcheilte er die ganzen Ruhmesstaffeln mit dem raschen Schritt eines Sieggewohnten. Durch seine beiden Feldzüge gegen Mithridates verwuchs Lucullus mit Rom; er wuchs mit dem Wachsen seines Vaterlandes, und er ward groß, indem er Roms Größe mehrte. Aleisterliche Kriegführung ,md anffe-rordentliches Kriegsglück ließen ihn von Erfolg zu Erfolg, von Sieg zu Sieg schreiten. Er bez>wm:g den kriegserprobten Mithridates. den Beherrscher des Pontns, besiegte den mächtigen Tigranes, den König von Armenien, er eroberte Bithynien, unterwarf Pontns, trug siegreich das Banner Roms durch Asien lind legte beit Grundstein Sinn Aufbau des römischen Weltreiches. Und nun — nach all den ungeheuren blendenden Sieger, kam etwas Merkwürdiges, Unechörtes, etwas, das psychologisch ein Rätsel und geschichtlich ein Unikum ist: auf der Höhe seines Lebens und im Zenith seines Ruhrncs ward Lucullus ein anderer, und am Zenith seines Ruhmes lvard Lucullus ein anderer, Wandlung, die die moralische Ordnung eines fünfzigjährigen Lebells umstieß. Der „ideale Vertreter der alten römischen Nobilität", der Feind dos Luxus', des Geldes, ' der Aristokrat, der auf sein« Armut stolz war, der ohoma'lig« i hochmütige und hochgemute Leutnant Sullas ward lgewiffevmaßen über Nacht) zu einem ehrgeizigen, habsüchtigen und ränkevollen General, der nach jeder 'Schlacht, jeder Einnahme einer Stadt, jeder Plünderung viele mit Goild, Silber und Knnsttverken beladene Maulesel nach Rom sandte. So hatte Lueullus den Lucullu-s verleugnet. Die Habgier, die in ihm erwacht war, lenkte seinen Ehrgeiz in andere Bahnen. Früher hatte er »uw Ehre, Ruhm, Anseihen, Macht erstrebt; jetzt aber, da ihn» all dies in reichen: Maße zuteil geworden ivar, genügte ihn» dies nicht mehr, er wollte dazu noch Reicht,»»,:»:, großen, immensen tlteichtum. Und er ging hin amd machte, wie nian in solchem Falle zu sagen pflegt, Beute. Er raffte nngchenre Schätze an Gölv, Silber, Edelsteinen, an allen Kast'barkeiten des Orients zusammen, wie einst sein Ruhm, so stieg jetzt sein Reichtum ins Unermehliche. Aon diesen» .Zeitpunkt an begann seine Kriegführung an Virtuosität und Mvdstevsrhcrft oi-n-ubüffen, auch das Kriegsglück lvar ihm nicht mehr hold. Unid so 'famt es, daß Lneius Lieinind Luoillln-s, der allsgezogen war, Ehre, R>»chn», Ansohen, Macht zu fuchen, 'llsit Schätzen reich 'beladen nach Rom .ztlrückkehrte als neuer Reicher, als ein Kriegsg'eüvinner, der zwar nicht am Kriege, aber int Krieg« Roichtünier znsanmtongerafft hatte. Als neuer Reicher tat Lnoullns das, was votl jeher neue Reiche tiut; er sttchte das Versänmte uachzuholon. Fünfzig Jahre harte er in Avnmt gelebt, in Bescheidenlheit und Einfachheit feinen Ahnenstolz gehüllt, nun wollte er das Lehen vo»t der anderen Seite, fozu-sage» int Lichtkreis .der Reichtums, kennen leriten. Er war Privatmann geworden. Er Cüimmettc sich nicht mehr »un die Politik, fand feinen Gefallen mehr an Krieg uub Kriegsgeschrei, ließ die anderen Schlachten denken nnd Schlachten lenken; fortan ergab er sich ganz -dem Lehen und genoß es in vollen Zügen. Es wird immer ztt den nnenchüllbaren Seel«"- | WerüetAbonnentensürdir l .„Wiever Morgemeituna" 1 7. Mai m: Nr. m> geheimnissen gehören, daß in -dem alten Lucullus eilte Prachtliebe erwachen konnte, lvic sie sel'bst in den Zeiten maßloser Prunksucht selten vorkam, *unt» daß diese Prqcht- 'liebe mit feinem Alter zunahm, anstatt sich abznschlvächen. Lueullus lebte in Glanz und Schimmer. Er besaß einett herrlichen Landsitz aus dent P.inejv, eilten prachtvollen Ruhesitz ans 'der Insel Nistda, eine etztzückende Billa in Ba-ja; auf {einen Besitz»u»gen ließ er Paläste mit Gärten, Säitlenihalleu, Speisesälen und Rnhogentächern errichten. Er veraustaltcte Feste, Gelage utld Ga!ftntähler, die in ganz Italien Bolvunderung und Vevwundevutttz erregten. Indes, ein Charakter kanll 'sich reicht von Grund aus äitdern; auch im alten Lucullus Wieben ttoch immer MM Prozent des itutfleit zurück. Er hall« ans seinen FeÄ-ügen mtgoheure Schätze, aber auch den Kivschbaunt tmtgobracht, 'der bis 'dahin in Europa luntcfanut lvar; er hatte Paläste geban.t, Prachtgärten attgelegt, aber auch Bibl'iot'hoken erricht tet, die er der Oeffentlichkeit fveiga'b; seine Gastmählcr lvaren durch anscAesene Weine und köstliche Leckereielt ausgezeichnet, aber sie waren auch durch seines Wort, weise Rede und philosophisches Gespräch gewürzt; und tririb er auch einen tntgehenrett Anflvand für sich, so 'lvar er doch auch, vor Mäcetms, ein Mäzen. Seine'»: Lebettsabend beschloß Lucullus auf eine nt stillen Eiland in Freude und Frieden. Seine Heildenfaien sind vergessen, nur die Er'nuternrtg an. sein« Gastmählcr ist geblieben. Fast rührend schreibt GuAielmo Fcrrero: „Bei svine'n üppige»: Bartkette.»: äh»tte er .sicher nicht, -daß er, der jette großzügige P-olitilk geschaffen, der«»: Ruhnr fast ansschliefflich Cäsar ernten sollte, -infolge dieser Schlvelgereien >n»tsteM-ich sein würde, daß die Nachwelt die werwvlle 'Gabe, die er ihr durch V«rpfla»iz»dng des Kirschbaunds dargobracht, vergessott, daß sie die historische Bede»:dn»tg soitt-er ovicntalischeu Erober»l»»ge»t vevkenne»: und einzig die Erinnerung an die lukullische»: Mahle und Feste bewahren werde." Ja, es liegt darin eilte große Tragik. Jttlius Cäsar schenkte feilten Namen den gekrönten Häuptern, sie nannten sich Cäsar, Kaiser, Czar, Zar; der Name Cäsar ward zum Ilt-bcgrisf des Gott«Ägnadcnt»ti»ns, war Zeichen und SigmuN der Macht, N'N'd noch die Tollheit auf dem Throne durste sich als Cäsar-enloahn: in unnahbare Höh« räikoln. Lucius Licinius Lueullus aber, der große Fe'ldkherr, der Miit> begründer des römischen Jmpermnts, 'mußte feinen Namen den Genießlingen e!iner zusammengebvochenen Zeit her« geben; di« Sybariten praßten und schlewmrteni mtd nau»rictr es ein lukullisches Mahl. Warschauer Selbstmarüevidemie Unter den jüdischen Kcnrflenten. Ans Warschau wird ans berichtet: Di« trostlose wirb schaft-liche Lage, die wie überall, auch in Polen, zn zahl-ve-ichen -geschäftlichen Z»li>amimen>brüchen geführt hat, macht sich ganz besonders unter den Juden fühlbar, di« zum iibevwiege»:- deu Teile dam Handels- und Gewerbestand ange> höre». Die Stagnation im Handel und die Schwierligkeite», di« vornchuüich di« vo»t Juden befaieibvuen Jndtsstriezweige .geigen - lvär.tig durchMmachen halben, erzeugte in -den Reihe»: der Jude,' eilte geradez,» 'katastrophale s c 0 l i s ch e De p r e s si0 n, die sick in einer nicht mehr zu Übersehenden Sdlbstm.ordepidm»t-ie kmrd- OiJötr -wie sie die Mische Geschichte bisher nicht zu verzeichner hatte. Der sprichlvörtfich golvordene sadistische Optimisum-A, der bisher das J»ide»lt>ui»»t über alle pol-itischen und wirtschaftliche" Krisen »rnd Verfolgunige»: hiniülbergeretlet hat, schoinit Plötzlich versagt zu haben. Dieser psychische Zusa»nmeulbr>uch ist viel hedeullicher als der wirischaftliche, weil er 'beweist, wie schr der Krieg, die Pogronre -und die Euschiitteuungen der Nachkr-iegszei! diese Mnrschen so sehr zermürbt hat, daß vielle von ihireu den letzten Halt verloren -haben und den Selbstmord als 'Ausktnrstsnrirtel wähle»», der 'besonders bei 'den Osiftiden stets als ii'iv jüdisch und irreligiös^ verpönt war. Um dieser furchtbaren Psychose zu steuern, halben die verschiedenen Mische»: snhrettden .Kresse, jo nach i'l)r>er Stellung lind Richttntg, zu Vevschiedencn Miitieln gegriffen. Die Mische»» k a n s m ä n»»i s ch e n Vereilt.ig»lnge>it^ haften mmuSgesetzt Be« ratmtigen darüber ab, wie der jüdische HattdeilSstattd durch gegenseitige Rechts- und Krad-ithilfe, durch ge« me ins am e Vertretung ihrer Interessen 'bei den Behörden nsw. über die gegenlvärlige Krise hi»tii>bevgel«ffbt worden könnte. Auch die starke Auswandererbeweguing »rach Amerika «und Ercz Israel will zur Clrsspatrmmg 'der Nervosität m-mciden J-llden beitragen. Vom religiösen Standptlnik-t ttiiuvmt tut-it -auch das Warschauer Rabbitmt Stellung, dem: diese Fülcht aus den: Leben, das so viele»» Ju'den nnertvägllich gewor.de»: ist, wütet -in ovthodoMli Kreise»: in nicht geringeren: Afaßo wie -in de»» Reihe,» der fortschrittlich Gesinnte»». Die Maßnahilten des Ralbbinats sind radikal drakonisch, doch neuß »»»an füglich pveift-ln, ob sie auch den gewünschten Erfolg zeitigen werben. Das Warschauer Rabbinat wird »täinlich schon in den »tächste»: Tagen einen Ausruf an die jüdische -Ooss>e»Mchk«l-t erlasse»», in weichem verfügt wird, daß nach einem SdLbst>ntiör>der keine der sollst für den Fall des Ablebens vor» Bintsverwalldten beistche»»- den T r a n e r v 0 r s ch r i f t c n, wie Schiwah ns>w., beobachtet ivevdcn dürfen, dom Selbst'mörd'.'r darf „ran nicht das Tvauergeleite geben und selbst die Cheivra Kadischa darf sich mit der Leiche eines SclkbstmörderS nicht befassen . . . Das RaÄbinat glan'bt 'bei der de»» Juden atlgäbovenen Pietät durch diese Art vmr Ezkomurunizievung der Leiche des Sesstmörders besoilderen Gindvnck hervorzurufen, ü'bovsicht aber in seiner Weltfre-nrdheit, daß de-r Jude, dessen Biertzweislimtg bis >u»l S-Mtimoud gereift ist, mit allem, auch mit der Rücksicht aus das Rabbiual, abgerechnet hat. Aiidererseits mutz «8 a>l8 grausam empsun-dei» werde»», die HinteM-iäbelten deS litt" Mckiicheu znr Pietätttssigkeit zu zwinge»:. Das ist das unigtt eignotste Mittel, hie SöliGnwOepiMust