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Wiener Morgenzeitung · 1925-05-04 · Heft 2228 (4.5.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2228 (4.5.1925)
Date
1925-05-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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; t Patern gO grottyl Wien: Zum Abholen in det Expedfüon, II, Taborstr. 1-3, Inderin einerVerschleisstelle j (Trafik) monatl. 5 Schilling! Strassenverkauf in Wien j durch die Kolporteure der 'Finna Ool dschmied, I, Wolfzclle 11 •Mit Postversand für Wien [und Oesterreich monatlich l 5 Schilling Wiener I Preis 20 a England: Mon.4 Schilling, Italien: Monatl. IS Lite, Rumänien: Mon. 170Lei, Bulgarien: Mon.IOOLewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, Ü.Taborstr.l jTschecho-Slowakei: »Mon. K22. Jugoslawien: iMon.Din.60. Polen: Mon.!4Zloty. Deutschland:;Mon. Om. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Nsehzshltmgen bei Pretu erbObangen Vorbehalte» Telephone: 44-0-38.43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-S (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Rr. 2228 Wir«. ÜRotttas, 4. Mai 1928 7. Jahrgang Selchwaren A la PRAHA billigst ff für Wiederverkäufe! WEDO, IN.. Hemnarkt 6 Telephon 95-4-38 5096 Sie Semeivderatswahlen in Frankreich. Sieg der Regievung. ,• Paris, 4. Mai. Die vollständigen Resultate der gestrigen Gerneinderatswähle« sind vis jetzt •nur für Paris bekannt. Allerdings werden i« 32 Wahlkreisen Stichwahlen stattfinden. An dem bisherigen Besitzstand ist im großen und ganzen nichts geändert worden. DaS Regierungskartell hat seine Position eher befestigt, was die nationalistische Presse mit großer EnttSnschung feststellt. Die Argumente, die in den letzten Tagen von den i Rationalen ins Treffen geführt wurden: der Eintritt Caillanx in die Regierung und die Wahl Hindenburgs zum Präsidenten, scheinen de! den Wählern nicht verfangen zu haben. Im allgemeinen sind die Wahlen ohneZwischenfall verlaufen. Nur in Camo auf Korsika kam es zu Unruhen, bei denen zwei Personen getötet und drei verletzt wurde». ' In Lyon wurde Herrrot wiedergewählt, im Detyottement Gironde wurde Mandel gewählt. Der Bürigermeister von Stratzvurg, der Chauvinist Oberkirch, ist Vurchgefallen. '; In Paris haben die Kommunisten drei Sitze an die Sozialisten verloren. Es ist ziemlich wahrscheinlich, daß das Linkskartell in ganz Frankreich den Sieg Wer den nationalen Block davongetragen hat. Damit wäre die Kammerwahl vom 11. Mai bestätigt, und die Stellung des Kabinetts Painleve befestigt. Ae kleine ßntente. A" Die am Freitag in Bukarest beginnende Konferenz fbex kleinen Entente wird sich tu. a. auch mit der AwschKtß-- ssrage beschäftigen. Miniister B e n e s ch hat in Warschau BeremsbaMN-- ' gen mit Skrzynski getroffen, die sich auf die unbedingte Aufrechterhaltung des Versa»,er Vertrages in allen seinen ktzmMen beziehen. _ Der Komnmuiftenprozeb in Sofia. Wie aus Sofia berichtet wird, hat lder Advoikat ALarcu ,'Fridmann 4m Verhör vor dem Krietgstgevicht ge-! standen, »daß die geheime kommunistische Organisation von Rußland geleitet war. Er hat in einem Monat ''400.000 Lewa erhalten und ausgegeben. Prior Georg von Serbien irrfinnig. Nach einer amtlichen Meldung aus Belgrad 'ist Mrinz Georg'von Serbien «unter ärztliche lieber- ^iw ach-urig gestellt und interniert worden. Las Menbahnnnglfiik in Stargard. i Berlin, 4. Mai. Nach einer Mitteilung der Berliner pol- .Aifchen Gösandtschaift scheint es sich bei dem Unglück im Polmischen Korridor am ein von Danziger Kommui-nisten verübtes Attentat zu handeln. Die Regierung hat lpine Belohnung von 60.000 Zloty ausgeschrieben. Herabsetzung der Sinlommenfiener in Amerika. ' Washington, 4. Mai. In politischen Kreisen verlautet, :datz Präsident Coolidge beim Wiederzusaumrentritt des Kongresses eine Herabsetzung der Einkommensteuer um 12 Prozent aMindigen wird. Dies würde einen Einnahmenausfall von 200 Millionen Dollar bedeuten. Ae Berfolgung der Ankerbrotfabrik. Wie die „Sonn- und Montagszeitung" meldet, sollen 6ie Ankerbvotwerke an ein amerikanisch-französisches Konsortium verkauft werden. ' * Selbstmordversuch eines Juweliers. Der- Julvelier Philflipek in der Beningergasse (13. Bezirk) hat sich vastem durch emm Revolverschnß lebensgefährlich verletzt. Lar neue PMfiina Re Anrtrocknung der Kischon-Sfimpfe. ir. Jerusalem, 25. April. Die Untersuchung, die im vorigen Jahre bei Jadjur vorgenommen wurde, um die Möglichkeit der Austrocknung der Kischon-Sümpfe zu prüfen, sind zum Abschluß gelangt und haben ein günstiges Ergebnis gezeitigt. Inzwischen haben die neuen Landerwerbungen des Keren Kajemeth und privater Gruppen im westlichen Teil der Emek-Ebene das Problem wesentlich vereinfacht. Der jüdische Besitz erstreckt sich jetzt von Jadjur bei Haifa fast ununterbrochen bis Nahalal in einem Ausmaß von 30.000 Dunam. Dadurch bekommt die Frage der Rentabilität der Trockenlegung der Kischon-Sümpfe ein wesentlich günstigeres Aussehen, und es ist damit zu rechnen, daß in absehbarer Zeit mit der Entsumpfung des ganzen Terrains begonnen wird. Ein ausführlicher Plan für die Trockenlegung der Sümpfe und die Verwendung des frei»werdenden Wassers für die Bewässerung des angrenzenden Terrains wird derzeit ausgearbeitet. » Aalnzim und Uaffldim. Ein. bemerkenswertes (Ereignis, das sich an den Pessachfeiertagen in Nahalal zugetragen hat, wirft ein bezeichnendes Licht auf die neuen Möglichkeiten, die sich auch in geistiger Hinsicht in Palästina ergeben. Bekanntlich ist in der Nähe der auf Keren-Kajemeth-l'Jsrael-Boden gelegenen Kleinsiedlungen Nahalal mit Hilfe des Keren Kajemeth l'Jsrael eine neue SiedlMgrfiMssDl^HitWim 4m „Entstehe«.^ DMrend' ' Pessach haben' die Wärmet und Frauen beider Siedlungen sich gegenseitig besucht und viele Stünden mit einander im Gespräch und bei . Gesang und Tanz verbracht. Die Verbrüderung - diese beiden betrogenen Elemente hat im Lande beträchtliche Aufmerksamkeit erregt. Sie Punmaktion in Sentfchland dringt über 3000 Pfund. Die traditionelle Purim-Aktion für den Keren Kajemeth (Nationalfonds) in Deutschland erbrachte in diesem Jahr das bemerkenswerte Resultat von 60.000 Mark, das heißt mehr als 3000 Pfund. Las erste Mische Schiff. Eintragung der ersten Reise in das Goldene Buch des Jüdischen Nationalfonds. < Auf Veranlassung der Passagiere des „Präsident Artur", der als erstes jüdisches Schiff anläßlich der U n i v e r s i t ä t seröffnung von New-Bork nach Haifa fuhr, ist diese Reise in das Goldene Buch des Jüdischen Nationalfonds eingetragen worden. 424 Dollar wurden für diesen Zweck an Bord des Schiffes gesammelt. Fortschritte der Arbeit in Palästina. Die große Einwanderung Überschreitet das dem Keren Hnjessod gesetzte Budget. ' Die aus den Mitteln des Keren Hajessod während des Monats Februar in Palästina geleistete Kolonisationsarbeit ist .auch weiterhin befriedigend fortgegangen. Die Lage aus dem Ärbeitsmarkt ist günstig, sowohl in der Bauindustrie wie auch in anderen Gewerbezweigen finden die neuen Einwanderer reichliche Arbeit. In Petach-Tikwah, wo die Orangenpflanzer eben eine sehr erfolgreiche Saison abgeschlossen haben, finden lausend jüdische Arbeiter ständige Beschäftigung. In Tel-Awiw. werden jetzt monatlich 120 Häuser gebaut. Auch in Haifa steigt die Zahl der neuerrichteten Häuser ständig. Die Zion Commonwealth beginnt in nächster Zeit den Bau' von hundert Häusern und von Straßen in dem neuen Stadtviertel Herzlia. Achttausend neue Chaluzim werden in den nächsten Monaten auf Einwanderungsscheine der Zionistischen Exekutive einreisen zionistische Pezlrkssektion Leovoldftadt. Heute Montag den 4. Mai 1925. präzise V,9 Uhr abends, im Cafe „Sächsischer Hof", 11. Tabor-traße 46 (Souterrain, Eingang Novaragasse 3) Vortrag«».» Ir. Israel Waldmann »Sie Probleme d« xiv. ziooffte« < Aoagreslu" »er «taMlmntt eist» ßSüofltioaelltn) Anschließend Diskussion Eintritt frei 312 Gäste willkommen können. Neben ihnen kommen zahlreiche Familien mit eigenen Mitteln. Die Einwanderung betrug im Februar 1900, im März 3000 Menschen, deren größter Teil aus Polen kommt. Auch die nächsten Monate lassen eine erhöhte Einwanderung erwarten. Die Einwanderung schafft zrrm Teil auch neue Jndustrie- und Gewerbezweige. Im Monat Februar allein wurden aus Keren-Hajessod-Mitteln 1200 Pfund Darlehen an Gewerbetreibende gegeben. Unter diesen Darlehen sei eines hervorgehoben, welches an Fischer gegeben wurde, die vor kurzem aus Saloniki eingewandert sind und sich in Mo niedergelassen haben. Sie erhielten eine in Raten auszuzahlende Unterstützung von im ganzen 725 Pfund als Darlehen.aus den Mitteln des Keren Hajessod. Sollte das Experiment gelingen, so werden weitere Fischerfamilien aus Saloniki nach Palästina übersiedeln. Unter den anderen Darlehen sei auch ein solches von 200 Pfund für eine Maschinen-Reparaturwerkstatte in Asuleh in der neuen jüdischen Stadt im Emek Jesreel erwähnt. Auch das hebräische Technikum in Haifa, dessen Budget zum größten Teil vom Keren Hajessod gedeckt wird, hat am 16. Februar seine Lehrtätigkeit begonnen. Dreißig Schüler besuchen den dreijährigen Lehrkursus für Straßen- und Hausbau und achtzig Arbeiter folgen dem Unterricht in den der-, schiedenen Abendkursen. ' ' Diese erhöhte Einwanderung hat es dahin gebracht, daß die Ausgaben für Immigration in den ersten fünf Monaten des neuen Budgetjahres sich bereits auf über 18.000 Pfund belaufen, während das dafür vorgesehene Budget für diese Zeit nur 11.600 Pfund beträgt. Das Jmmigrationsbudget,. das im Vorjahr 30.000 Pfund betrug, ist in diesem Jahre, da man nicht mit einer so großen Einwanderung gerechnet hatte, nur mit 27.800 Pfund festgesetzt worden. Als dieses Budget festgesetzt wurde, betrug die monatliche Einwanderung durchschnittlich 300 bis 6p0 Personen, während sie jetzt 2000 bis 3000 beträgt. Es ist daher nicht erstaunlich, daß der Keren Hajessod nicht innerhalb des festgesetzten Budgets die großen Mittel zur Verfügung stellen kann, die die neue Einwanderung erfordert. Bereits mit Ende Februar war das.Jmmigrationsbudget um 6500 Pfund überschritten. Von den Auslagen, die der Keren Hajessod für Immigration gemacht hat, waren 2150 -Pfund für Zahlung der Kopfsteuer, der Landungsgebühr, Quarantäne, Desinfektion usw. in Palästina, 1226 Pfund für Erhaltung der neuen mittellosen Einwanderer während der ersten Tage, 1285 Pfund für Unterstützungen an die Einwanderer, 332 Pfund für ärztliche Hilfe. -373 Pfund für Reisen der Einwanderer an die Stätte ihrer neuen Tätigkeit, 818 Pfund für Erhaltungskosten der Einwanderungshäuser, 809 Pfund für den Bau der Einwanderungshäuser in Haifa, 2675 Pfund für die Hachscharah in Europa, 1442 Pfund für die verschiedenen Palästinaämter in Europa, 2800 Pfund für die Auslagen der Einwanderungsämter in Palästina selbst und 2980 Pfund für Darlehen an die mittellosen Einwanderer, um ihnen eine Niederlassung zu ermöglichen. Diese notwendige Ueberschreitung des Jmmigrationsbudgets hat die ganze Arbeit in Palästina in eine schwierige Lage versetzt und da wie Wir hoffen auch für die nächsten Monate mit einer erhöhten Einwanderung zu rechnen ist, so wird dieses Defizit wachsen. Der Keren Hajessod ist bis in diesem Jahre imstande gewesen, jeden Monat das volle Budget nach Palästina zu überweisen. Dadurch wurde in einem gewissen Sinne in Palästina eine so glückliche finanzielle Lage geschaffen, wie sie noch nicht dagewesen ist. Aber eben durch die Erhöhung der Einwanderung, trotz des Umstandes, daß der Keren Hajessod das volle festgesetzte Budget gedeckt hat, reichte die überwiesene Summe nicht aus, um die notwendigen Ausgaben zu decken, so daß ein neues Defizit entstand, das mit .jedem Monat wuchs und so die finanzielle Lage zu gefährden beginnt. Es gibt keine andere Quelle, dieses Defizit zu decken, als erhöhte Einnahmen des Keren Hajessod, die es ihm ermöglichen, über das festgesetzte Budget hinaus Gelder nach Palästina überweisen zu können. Sollen die großen Fortschritte, die die zionistische Arbeit in Palästina während der letzten Monate gemacht hat, und,der immer wachsende Strom der Einwanderer nicht wieder ein» gedämmt werden müssen, ist es notwendig, daß die an dem Ausbau Palästinas interessierten Juden aller Länder in deu nächsten Monaten eine besondere Anstrengung machen, um eß Idem Keren Hajessod zu ermöglichen, den gesteigerten Vedürsi nisseg gexcht zu tzmdrs.

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