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Wiener Morgenzeitung · 1925-05-03 · Heft 2227 (3.5.1925) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2227 (3.5.1925)
Date
1925-05-03
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 Wien, Sonntag Wiener MorgenzeUung. * Israelitisch-theologisch« Lehranstalt. Bei der am Z9. April stattgcfundenen Generawersammlung der „Theologin", des Vereines der Hörer an der theologischen Lehranstalt. wurde Herr Lilienfeld zum Präsidenten, Herr Murmel st e i u zum Vizepräsidenten, die Herren R a p p ap o r i und Chamendes zr. Schriftsührern, Herr Serebrenik zum Kassier gewählt. E Spezialbehandlung von Asthmaleiden im Wiener physikalisch-therapeutischeu Institut Dr. Ostermann, 9. Bez., Spitalgasse 1 a. Tel. 29-1-39. Ord. 10 bis 6 Uhr. * Die Nationalfondsarbeit in Graz. In letzter Zeit hat die Nationalfondsarbeit in Graz an Intensität zugsnommen. Erfreulicherweise ist z: konstatieren, daß der Grazer Blau- Weiß mit einer systematischen Büchseuaribeit begonnen hat, sowohl in der Aufstellung als auch in der Leerung derselben. Die Anfangserfolge seiner Arbeit zeigen sich in einer girka 200prozentigen Steigerung der Büchs eneiugänge. Dies wird sicherlich ein Ansporn für alle anderen Mischen Jugendgnrppcn in der Provinz sein. E Ans Teilzahlung Luxus- und Strapazschuhe, Strümpfe, Socken. Sckuhhaus Habermann» 1. Bez., Rauhensteingasie 10» Mezzanin. Tel. 77-6-36. * Ende des Lehrerstreiks in Palästina. — Durch Eingreifen N. Sokolows. Der nach den Passah-Ferien ausgebrochene Streik der Lehrer an den Schielen des Zionistischen Erziehungsratcs ist m um ehr beendet. Am 29. April waren alle Schulen wieder geöffnet. Zur schnellen Beendigung des Streiks trug das Eingreifen des Präsidenten der Zionistischen Weltexekutive, Herrn Nahum So ko low, bei. Herr Sokolow unterbreitete der am 28. April stattgefundenen Lehrerversammlung den folgenden Vorschlag: Der Spruch des Schiedsgerichtes in einem Streitfall zwischen Lehrerschaft und Zionistischen Exekutive wird durch die vom Zionistenkongreß «ngenommenee Butzgeisumm.e nicht ^grenzt. Soweit der Spruch des Schiedsrichters über den Rahmen des vom Kongreß fixierten Budgets nicht hmausgeht, wird die Zionistische Exekutive ihn sofort erfüllen. Insofern aber dieser Spruch den Rahmen das vom Kongreß angenommenen. Budgets überschreitet, so muß er seitens der Zionistischen Exekutive dem Aktionskonritee und dem Kongreß zur Ratifizierung vovgelogt werden. Die Lehrerschaft beschloß, diesem Kompromißvorschlag zuzustimmen. E Das erste Gebot der Hausfrau ist Sparsamkeit. Die wirtschaftliche Lage zwingt die meisten Familien, gerade die Ausgaben für Ergänzung der Familiengarderobe und Ausstattung res Hermes möglichst zu beschränken. Man muß dah.'r vei Nachschaffungen in Stoffen, Wäsche usw. nur solche Kaufhäuser rufsuchen, welche Garantie dafür bieten, daß die gekaufte Ware in Qualität verläßlich und dabei doch besonders billig i st. Der außerordentlich gute Ruf, welchen das seit vielen Jahren bestrenommierre Warenhaus Brüder 2 ch i f f m a n n, 2 Bez., T a b o r st r a ß e 48. in allen Kr-nsen des konsumierenden Publikums genießt, ist durch das von den Firmeninhabern geübte Prinzip: „Großer Umsatz — kleiner Nutzen" begründet. Zur kommenden Frühjayrssaison findet sich eine üoeraus reichhaltige Auswahl in allerneuesten Modestoffen für Damen und Herren, fertiger Leibwäsche und Modeartikeln jeder Art. Vorzüglich assortiert ist auch das Lager in Chiffonen, Weben, Gradel aller Breiten von der einfachsten bis zur feinsten Qualität. Besichtigen Sie die zahlreichen Schaufenster und überzeugen Sie sich von der Konkurrenzlosigkeir in Qualität und Preisen. E Hindenburg und Kronprinz. Nicht mx die Wahl des greisen Feldmarschalls zum Reichspräsidenten hat berechtigtes Aussehen heovorgerufen, sondern auch die transportable Original-Kronprinz-Maschine - der Kronprinz-Werke L-eoP. Klmpink in Guntramsdovf, die vermöge ihrer vielen Vorteile große Evfparnisse in jedem Haushalte erzielen laßt. Jeden Donnerstag ab halb 3 Uhr nachmittags freie Koch- Vorführungen mit dieser idealen Heiz-, Koch-, Brat- «und Baumaschine in der Wiener Niederlage, 7. Bez., Westbahnstraße 50. E Eine herrliche Wohnung können Sie sich leicht erwerben. wenn Sie Möbel in feinster Ausführung und zu kulanten Preisen kaufen. Besichtigen Sie vor Einkauf das reichhaltige Lager der bestrenommierlen Möbelfirma I. Wühl, 4. Bez., Schleinnühlgasse 3. * Ein« originelle Ausstellung. In der Berliner Universität hat Professor Dr. Fried enthal eine Sammlung von Totenmasken ausgestellt, in der die Geisichtszüge geistig hervorragender Persönlichkeiten, aber auch berüchtigter Verbrecher im Tode gezeigt werden. Man findet darunter Nietzsche, Wieland, M-eugel, Wagner, Schiller, Moltke, Robespierve, Lieiblknecht, den Frauemnörder Großmann, den englischen Raubmörder Wcrsy. dessen Maske eine außerordentliche Aehnlichkeit mit der Donatellos hat, und andere. Es ist interessant, zu sehen, wie der Tcd als Künstler zeichnet, wie er manche Gesichter zusammensinken läßt und andere zu einer Schönheit formt, die einem Maler unerreichbar sein würde. * John D. Rockefeller und die jüdische Synagoge. In einer Zuschrift an die Jüdische Tslographenagentnr stellt der Sekretär John D. Rockefell ers, Mx. Pearce, in Abrede, daß John D. Rockesellex 476.000 Dollax der B'uei Jeschurun-Kongregation in Cleveland gezahlt hat, damit diese ihren Plan, im Stadtteil Euclid Heights in der Nähe von Rockefellers Besitztum eine Synagoge zu erbauen, fallen läßt. „Es ist wahr", schreibt Mr. Pearoe, .haß Mr. John D. Rockefeller mit den Vorstehern der B'nei Jeschurun- Kongregation über den Verkauf eines Gvrndstückes in der Nähe seines Wohnsitzes an ihn verhandelt hat. Dies geschah aber nicht darum, um den Synagogenbau zu verhindern, sondern weil Herr Rockefeller ans dem Besitz dieses Gvrndstückes, welches er seinem Besitztum einverleiben will, großen Wert legte. Da das Grundstück in einem hervorragenden Handelsviertel liegt, repräsentiert es einen großen Wort, weshalb Herr Rockefeller eine hohe Summe geboten hat. Der Umstand, daß hier der Bau einer Synagoge geplant war, fiel gar wicht ins Gewicht." * Die Brandkatastrophe iu Rhki. Am letzten Sonntagabend begann in Warschau eine Konferenz von Vertretern der jüdischst Gemeinden in Polen, die sich mit einer Hilfe-' leistung an die notleidenden Juden des durch eine Brandkwtastrophe fast völlig zerstörten Städtchens Rhki befaßte. Eswurde ein Zentralkomitee zwecks Ovganisievung der Hilsstätigkeit mit dem Präsidenten der Warschau er jüdischen Gemeinde S. Bregman und Oberrabbiner Prof. Schor an der Spitze eingesetzt. Keren Kajemeth l'Israel. Aufführung des neuen Palästinafilms. Heute um halb 11 Uhr vormittags gelangt der neue Palästinafilm „Das Land der Verheißung", im Münstedt- Kino. 2. Bez., Ausstellungsstraße, zur Aufführung. Die Ansprache hält Herr Dr. N. M. Gelber. Karten im Dorverkaus: Im Heime der Zionistischen Bezirkssektion Prater, 2. Bez.. Jungstraße 8, Warenhaus Neumann, 2. Bez.. Stuwerstraße 16, Warenhaus Waldmann, 2. Bez., Molkereistraße 3, :nd Frühstückstube Sonnäblnm. 2. Be;., Wolfgang-Schmälzlt>er Schekel. Das Zionistische LandeSkomitse teilt mit: Die Schekelaktion hat bereits begonnen. Die zionistischen Bezirkssektionen 1, 3, 20 und Zwischenbvücken haben bereits mit den Arbeiten begonnen. Der akadourische Landesverband hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, an der Schekelaktion in den einzelnen Bczrvkeü, die nicht über ein entsprechendes Mitarbeitermaterial verfügen, intensiv mitzuarbeiten und hat mit seiner Tätgkeit bereits im ersten Bezirke begoimen. Me Bezivkssektionen, Ortsgruppen uitd Sonde rverbände werden hiermit mvfgefordert, an die Arbeit hevanzutreten und dieselbe im Sinne der Vorschläge des Zionistischen Landeskonrrtees durchzrführen. Sektionen, die Mitarbeiter benötigen, mögen dies unverzüglich unserem Bureau, 1. Bez., Kärntnerstraße 28, Del. 77486 und 77486, woselbst auch täglich in der Zeit von 3 bis 7 Uhr abends Schekalrm zu beheben sind, bokamrtgcben. Die vevanitworMchett Leiter der Schekel aktion in der: einzelnen Sektionen, Ortsgruppen und Sonderverbänden werden hiermit ersucht, vierzehntägig «men Bericht über das Fortschveiten der Aktion in den einzelnen Bezirken denr Bnrcar zu übermitteln. Die Verantwortlichen Leiter für die Schekelakdion in den Bezirken, respektive Sektionen, die schon die Arbeiten ausgenommen haben, sind: 1. Bezirk: Siegnumd R r b e l, 2. Bez., Obere Tonanstraße 67; 3. Bezirk: Architekt Max Pollak, 3. Bez., Löwengasse 29; 4. und 5. Bezirk: Meier Schrei ex, 5. Bez., Spengergasse 7a; 20. Bezirk: Samuel Weintraub, 20. Bez., Wolfsaugasse 9, Tür 6; Zwischenbrücken: Inda Adler, 20. Bez., Universumstraße 40, Tür 6. Vereine, Vorträge und Versammlungen. Zionistische Sektion Prater. Heute um Vati Ubr vormittags, Vorführung des neuesten Palästinafilms im Kino Münstedt, 2. Bez., Ausstellungsstraße. Ansprache Dr. Israel Waldurann. Restliche Karten im Sekttonsheim. 2. Bez., Jungstraße 8. — Mai montdeS -Institut, 3. Bez.. Hetzgasse 40. Morgen. 6 Ubr. Rabbiner Dr. A. K a m i n k a r Jesaja. 7 Uhr: Maimonides More Nebuchim Über die Offenbarung. — Zionistische Sektion fürdie Bezirke VI bis VIII. D enstag den 5. d. um 8 Uhr abends, 8. Bez., Bennoplatz 1 a, Vortrag Universitätsprofessor Dr. Erich Ruttin: „Reiseeindrücke aus Palästina und Syrien". Der Vortragende hat cm der Universitätseröstnung teilgenommen und eine Vorlesung über: „Die Hygiene des Ohres' gehalten. — Z i o n i st i s ck e Bezirkssektion Alsergrund. Morgen, 8 Uhr abends, im Sektionslokal, 9. Bez., Liechlensteinstraße 11—13, wichtige Ausschußsitzung. Nationalfondsangelegenheiten. * Keren Kajemeth l'Jsrael. Die nächste Leerung aller Keren-Kajemeth-Büchfen findet in der Zeit vom 31. d. bis 8. Juni statt. Wir ersuchen alle Nadronalfondskommissäre im Lar.se dieser Woche die Aviskarten fa unserem Bureau, 1. Bez^ Kärntnerstraße 28, abzuholen. Hebräische Sprach- und Bibelschule. 2. Bez., Große Mohrengasse 16-22. Einschreibungen für Kinder rnd Erwachsene, für Anisäniger und Vorgeschrittene werden Montag, Mittwoch und Donnerstag von halb 5 bis halb 7 Uhr entgegen genommen. Mäßiges Schulgeld. Das Lehrinstitut der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung ttindigt einen lOlstündigen Kurs von Dozenten Doktor Paul Schilder über „Die Psychoanalyse in der Psychiatrie" an. Die erste Vorlesung findet Dienstag den 5. um 7 Uhr abends im Psychoanalytischen Ambulatorium, 9. Be-z., Pelikangasse 18, statt. Verein der Stratznitzer in Wen. Ein vorbereitendes Komitee beruft die -gründende Versammlung dieser landsmannschaftlichen Vereinigung für Mittwoch den 6. d. um 8 Uhr abends in das Cafe Landtmann tSoi tervainlokal) ein. Landsleute wereden höMchst gebeten, bei dieser Versammlung zu erscheinen. _ Nadioprograrnm. Sonntag den 3. Mai. 11 bis 1 Uhr: Orchesterkonzert des Wiener Volksopernorchesters unter Leituug von Dr. Ludwig Kaiser. 1. Franz Schubert: Symphonie E-vur. 2 Gesangsvortrag r Frau Wagschal lVolksoper). 3. Gustav Grube: „Frühlingsfeier" ssymphonisches Adagio für Streichorchester). 4. Rich. Wagner: OuveMre zu „Fliegender Holländer". — 1 Uhr 10 Min.: Uraniazeit. — 1 Uhr 15 Min.: Wetterdienst. — 4 bis 6 Uhr: Nachmittagskonzert. Strauß r Einzugsmarsch au8 „Der Zigeunerbaron". Fetrasr Moi'dnacht auf der Alster. Btzetr Zwischenaktsmusiken aus „Carmen". Wagner: Feierlicher Zug zum Münster aus „Lobengrin". Drolar Rokoko, Intermezzo. Komzak r Klassisch und wienerisch. Strauß: Neu- Wien, Walzer. Uhl: Boheme-Schlogerpotpourri. Mario: Santa Lueia-Lufitana. — 6 bis *^8 Uhr: Hugo Wolfs Lyrik Vortrag, gehalten von Dr. Ernst Descey. Mitwirkend r Konzertsänger Oskar Jöllt. — 8 Uhr: Mutter Sorge. Von Rudolf Hawel. Montag den 4. Mai. 9 Uhr: Marktbericht. — 1 Uhr 10 Mnuten r Uraniazeit. — 1 Uhr 15 Min. r Wetterdienst. — 4 bis 5 Uhr: Nachmittagskonzert. — 5 Ubr: Märchenvorlesung. — 6 bis ‘/,7 Uhr, Konzert. — */J bis 7*8 Uhr: Englischer Sprachkurs. — 8 Uhr: Johann-Strauß-Abend. „RADIO,, ■ I APPARATE |I «er Broadcasting Radio-Spezialfabrik M. M. BERND Wien, IV. Bez., Brahmsplotz 7, Mezzanin Telephon Nr. 8024 TEILZAHLUNGEN RADIOAPPARATE und Bestandteile in bester AusführunR zu billigsten Preisen im Beleuchtungshaus — Abt. RADIO Zentrales VI*» Oumpendorferstr, 8öB Walter _3. Mir 1928 _Nr. 92», Bühne und Kunst. (Hit Meister der Lemvelgesanger. Nachruf für einen Oberkantor'. Don Heinrich Glücksmann. „Sie häbeu «inen guten Mann begraben. , Ein Leichenzug von wahrhaft fürstlichem Gepräge de« wegt-e sich kürzlich von der großen Synagoge weg durch dir Hauptstraßen der ungarischen Kapitale. Tausonde von Tramemden, darunter die angesehonsten Bürger der Stadt, auch solche christlichen Glaubens, folgten dom mit Kränzen nnd Blumen über und über bedeckten Sayge, den liturgische Klagegesänge umbrausten. Darin lag, zum eudelosen Schlummer gebettet, einer, ider diese erschütternden Weisen, in denen das Herz eines Volkes schluchzt, oft augestimint, der in sie «inen Ausdruck von wundersamer, keinom anderen erreichbarer Innigkeit zu logen wußte, der aus voller Kraft und Frische durch den mildesten, den plötzlichen Tod gerissene Obcrlkaubor der Budapestor KultuAgameinde. Ein Mann, weit geschätzt und geliebt, nicht nur wegen seines priestorlichen Amtes, auch wegen seines vornehmen W-ssens, seines gediegenen Charakters, seiner freisinnigen Woltcms'channng. Ein Prachtnronsch, dom Frenndr und Verehrer auch in Wien und in deutschen Landen warmes Gedenken widrnen. Er hat in Wien senden Berns und soirre Vevnfenhoit entdeckt. Adolf Lazarus, mit dom berühmte>n deutschen Philosophen und' Aestlhetiker weitläufig verwandt, war in dom Oertchen Stampfen, einer Gemeinde des Preßburger Komitates, als Sohn eines kindorreichen und seine Fanvilie nur mühsam ernährenden Kleinhändlers geboren. So mußte er denn, kaimr aus der Volksschule heraus, schon nach Solbsterwerb 'brachten nnd schleppte als junger Bursche Loderpackon am Donannfer. Lustig, mit schnlvtternden Liedern. Kameraden machten ihn ans das Gold in seiner Kchle aufmerksam, das er bald, so FM: Nebenverdienst, manchmal im Chore der Oper und ans dem Ehor der Tempel praktisch in Verwendung zog. Meister Slckzer wurde da sein Entdecker und lenkte ihn in seine eigene Lebensbahn. Als ganz junger Mann, ans bescheidenen Gemeinden, wie Lundenburg, Kvomau und Ostrau in Mähren, gelangte er schon zu einem gewissen Ruf, über die Kurstadt Teplitz-Schvnau kam er nach Hannover nnd von da bald aus den beneidetsten Posten dieses Berufes, nach Budapest, wo er die Nachfolge des 'berühmten Oberkcnrtors Friedmann, von diesem gosegnet, antvat. Moritz Wahvmann, der Freund Tiszas, ein Führer der altlibevalen Partoi im ungarischen Parlament, führte ihn in das Amt ein, öffnete ihm auch sein Haus und machte ihn damit zu einem Löwen der Gesellschaft, die ihn auch als ausgezeichneten Liodersänger freudig genoß. Lln seinen früheren Wirkungsstätten hatte er Vst in Konzerten mitgewivkt und sMst Konzerte gegcibon. Auch an Lockungen zur Oper hat es nicht gefehlt, und unter den Äocken-- den waren Fachleute von hohem Rang, wie Skaria und Rokitansky, Bianca Bianchi und ihr Satte Hosrat Pollini, auch Gnslav Mahler, der während'foiner B-udapester Jahre oft an Freitagabenden oder an hchen jüdischen Feiertagen in den großen Tempel ging, um Lazarus singen zu Hörem Der Intendant der Oper, Graf Geza Z i ch Y, der einarmige Pianist nnd Komponist, sowie die Tragödin Maria Jaszai waren ans demselben Gvnnde Stammgäste der Synagoge. Seine Beliebtheit und Wertschätzung umfaßte die breitesten Kveise. Er wurde auch an das Raibbvnevseminar als Pwfessor berufen und erlangte so die Würde eines HochschMehvevs, für die er sich ointodidaktisch mit bewnndernswertem Eifer ausgerüstet hatte. Seine Bücherei enthielt die gediegensten philosophischen und wissenschaftlichen Werke, die er durstig in sich ausgenommen hatte. Merkwürdig beschlagen war er auch in der medizinischen Literatur und galt in intimen Bekanntenkreisen als Arzt ohne Diplom, wiewohl er jede Versuchung zur Kurpfuscherei zurückwies. Einer seiner Söhne vermählte sich der Medizin und erlangte als Kriogschivurg durch wahrhafte Wundewperatiouen ein weitveichendes Renommee, ein zweiter Sohn ward Ettbe des musikalischen Talentes und gilt als tüchtiger Konrponist nnd Kapellmeister, die einzige Tochter wirkt unter dem Künstlernamen Gila Beimrd, mit dem irosslichen Tlrchitükten Joses Vago verheiratet, als Konzertsängevin und Gesangsmsisterin von hohem Ansehen in Rom. So erfiillten sich seine Träume und Schnsucht in seinen Kindern. Er spann sich in sew Amt ein, das er durch den Wort seiner Person hob nnd adelte. Und er wahrte der Stadt, in der er seine zweite Heimat und wärmste 2lnerkemm>ng gefunden, nnerschütter'liche Treue. Warschau und Wien, Paris und New-Aovk bogchrten seine Kunst. Er blieb standhaft ans dem Posten, den er innchatte, den et und der ihn ausfüllte, zur Fvende und Labsal seiner Gemeinde, tobe vor einigen Wochen sein 35jähriges Dvensijübilämn nA rauschendes Fest mit vielfachen Ghrrmgen begangen hat. Eine Reihe prachtvoer Kompositionen für Dompelgesang . wird für eine Wekle um seinen Namen Lorbeer winden. Seim Güte jedoch und sein Seelenadel, sein werktätige Hilfsbereitschaft und seine Begeisterung für alles Schöne und ©Äe, sowie der Drang, die Men'schen um sich her dafür zu eMävmen, sie sind mit Hm gestopben und werden nur in den Herzen seiner Fvemtde ein Gedenken finden. ..Sie haben einen guten Mann begraben .. ." Gisela Werbezlrk hat heinngefunden und bei der ersten Wiederbegegnung in de« . K a m m e r s p i e l e n war man von der Kraft nnd Füllt ihres Humors überwältigt. Sie' spielt wie im Höchst in dew! angenehmen Schwank der Geibrüder Golg „Frau Pick i« Audienz" die Titelrolle. Wenn sie dem verflossenen Gomahs dltz Leviten liest, dir FkW Mck. oder M dis tzevsteiMM 222304978

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