Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2225 (1.5.1925)
- Date
- 1925-05-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2979076-2981191-2981310--22648-3010083- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Sette 6 Wien. Freitag Wiener Moraenzeliung. 1. Mai 1986 Nr. 8888 Deutsches Volkstheater. Sonntag halb 8 Uhr. Erstaufführung des Lustspiels „Die Dainpfmaschlne" von F. I. Svoboda mit Max Pallenberg. Morgen und Sonntag, nachmittags halb 4 Uhr. „Emilia Galotti". Kammerspiele. Morgen als Nachtvorstellung „Jama, die Lastergrube". Beainn 10 Uhr. Mabendlich, halb 8 Uhr, Frau Werbeziel in „Frau Pick in Audienz". Neues Wiener Stadttheater. Morgen Erst» anffnhrung von „Billa Steinhof" von Glinger und Taussig. Der Schwank „Dreizehn Tage aus der guten alten Zeit" blerbt auch weiterhin auf dem Spielplan. Deutsches Volkstheater. Max Pallenberg hat auch in das diesjährige Gastspiel feinen prachtvollen „Wauwau" ausgenommen. Diesen Mummelgreis von'unerhörter Vitalität kann man nicht oft genug sehen und hören. Eine Meisterleistung, längst gewürdigt und auch bei der diesmaligen Reprise dom PuÄikum bejubelt. Die fragwürdige, matte Detektivburleske, den Anlaß für Pallenberg, nimmt man gerne in den Kauf. Unter den Mitwivkenden sind insbesondere die Damen Hochwald und.Markus, die Herren E d t h o f e r und Loibner zu nennen. Carl-Theater. Aus zwei Revuen der Herren Farkas und Kätscher ward eine. Aus .Misse um Mitternacht" und „Was Frauen träumen" ist „Frau ent räume um Mitternacht" entstanden. Marie Ley tanzt mit, Farkas ist aufgeräumt. K a r l w e i s ist ausgezeichnet und das Carl- Theater. das schwere Krisen hinter sich hat. dürfte sich durch eine Serienaufführung der oltneuen Revue erholen. Roland-Bühne. Samstag und Sonntag wird Herr Willi Bauer anläßlich des 40jährigen Jubiläums des .Fiakerliedes" im Rahmen seiner Vorträge in der Revue „Rund um den Mittelpunkt" auch das Fiakerlied singen. Beginn präzise 8 Uhr. Frau Jeritza gastiert in Wien. Wie die Direktion der Staatsoper mitteilt, trifft Frau I e r i tz a dieser Tage in Wien ein und wird am 6. d. die Else in .Lohewgrin" singen. „Von Tisch und Bett", Lustspiel von Dr. Michael Feuer-' stein, wurde für die Renaissancebühne angenommen. Gerichtssaal. Der Ankerbrotprozeß vor dem ßnve. Morgen Verkündigung des Urteils. Nach Eröffnung der gestrigen Verhandlung ergriff der Verteidiger Dr. Benedikt das Wort zu seiner Schlußrede. Er führte aus: Der Staatsanwalt hat kein Schuldplaidoher, sondern ein S i rafplaidoher gehalten. Er hat die Schuld gleichsam vorausgeisetzt, ohne sie zu erörtern/ und dann gleich die Bestrafung gefordert. Der Gerichtshof hat meinen Antrag, der dahinging, zu beweisen, daß die normalen Zustände zurückgekchrt seien, äbgolehnt. Aber es genügen schon die gosetzlich-n Bestimmungen, um zu zeigen, daß in bezug auf Getreue und Mehl, «Ho in bezug auf Brot, di« normalen Zustände eingetreten sind. Von der ungeheuren Erregung der Wiener Bevölkerung in der Brotfrage -ist mir nichts bekannt. Wenn das Preis-trerbereigesetz Anwendung findet, dann ist es selbstverständlich, daß heute nur der Marktpreis allein maßgebend sein kann. Das Gesetz kennt keine Strafe gegen den rationellen Betrieb, gegen den Gewinn des Industriellen. Ich konstatiere, daß nicht einmal der Schatten eines Beweises erbracht wuvde. daß der Preis des Ankevbrotes übermäßig wäre. Worin soll die Schuld des Angeklagten bestehen? Cr hat sich Unaufhörlich bemüht, um von der Regierung Richtlinien zu bekommen. Dies gÄang ihm nicht, man hat ihm nur gesagt, das wird er schon vom Staatsanwalt erfahren. Man hat ihn 'in eine geradezu verzweifelte Lage gebracht, denn er durfte nicht mit Verlustpreifen arbeiten. Nicht den Schatten eines Beweises hat der Staatsanwalt gefunden. Dr. Gruber als Vertreter der AnkerbvotfabrA sagt, der Staatsanwalt habe auch das Gesetz sÄbst falsch zitiert. Jim weiteren Verlaufe seiner Ausführungen beschäftigt sich Dr. Gvuber mit den Sachverständigengutachten und sagt: Es hat wohl kaum je einen kläglicheren Anblick gegeben als diese vier Sachverständigen. Dr. G-rnber setzt seine Angriffe aus den Staatsanwalt fort und wird vom Vorsitzenden scharf zurechtgewresen. Dann richtet der Angeklagte seWst ein kurzes Schkußwort an den Gerichtshof. Fried sagt: Ich halbe das 'ehrliche Bewußtsein, alles getan zu-haben, um das Unternehmen zu erhalten und meine Pflicht zu erfüllen. Nach diesen Worten ruft ein Mann im Saale laut: „Bravo!" Der Rufer wird aus Befehl des Vorsitzenden aus dem Saal gewiesen. Der Staatsanwalt protestiert dagegen, daß die Sachverständigen lächerlich gemacht wurden. Der Vorsitzende. Hofrat Dr. Schneeweiß, erklärt dann die Gerichtssitzung für geschlossen. Das Uirteil wird morgen Samstag um 10 Uhr vormittags verWndet werden. ' 'Der Sangerstreik im Pazmanitentempel. Wir haben seinerzeit von dem Zwischenfall, der sich anläßlich eines Streikes des Chores im Tempel in der Pazmanitengass« abgespielt hat. berichtet. Der streikende TeimPeWnger Alexius Drach soll den Chorknaben, die von einem anderen Tempel als Aushilfe herangezogen wurden, den Eintritt in den Tempel mit den Worten: „Zurück da, die Sänger streiken. ihr dürft nicht in den Tempel hinein" verwchrt halben. Nach den polizeilichen Angaben des Herrn Siogfrieb Frankel, der die Chorknaben geholt hatte, soll Drach auch mit einem Messer in der Hand auf diese losgegangen sein und ilhnen zugerufen hoben: „Ich erschlage euch!" Gestern hatte sich Drach vor dem Oberlandesgerichtsrat Doktor Sielber wegen Uelbertretung des Koalitionsgesetzes in fortgesetzter Verhandlung zu verantworten. Der Angeklagte stellte in Abrede, die Streikbrecher bedroht zu haben und gäb an. er habe ihnen nur zugerufen: „Zurück da. die Säuger streiken, so etwas tut man nicht." Die als Zeugen vernommenen Chorknaben gäben Übereinstimmend an, daß sie Drach lediglich mit diesen harmlosen Worten vom Eintritt in den Tempel abhält en wollte, daß er sie aber nicht bedroht habe. Der Richter sprach den Angeklagten mangels strafbaren Tatbestandes frei. Einer, der in Oesterreich spioniert. Wie die,Oahchurger Chronik" meldet, hatte sich vor dem. Salzburger Schöffengericht in geheimer, zwei Tage dauernder Verhandlung der im Jahre 1898 in Wien geborene und dorthin zuständige Geschäftsreisende Ewald R e p e t t i. der im Juni vorigen Jahres auf Veranlassung der Salzburger Polizeidlrektlon wegen Ausspähung zugunsten eines Weststaates in Salzburg verhaftet worden war. wegen Spionage zu verantworten. Revetti, der in Aigen bei Salzburg wohnte und ständig auf Reifen war. hatte in Salzburg den Korporal der 6. Schwadron Franz Baumgartner für seine Zwecke geworben. Repsttt wurde zu drei Jahren schweren Kerkers verurteilt. Baumgartner erhielt wegen Beihilfe eine sechsmonatige Kerkerstrafe: gleichzeitig wurde sei''- Entlaß jung aus der Wehrmacht verfügt Loliswitt. Gegen die »erzögeknngsrnWSge bei den Mchchen Stenern. In der am Mittwoch stattgehabten Sitzung der Bezirks- Vertretung Josofstadt wurde der von Bezirksrat Aurel Engel (Jüdische Gemeinschaft) gestellte Antrag in Beratung gezogen. Der Antragsteller betonte, daß seine Anregung nicht vmr politischen Motiven geleitet ist, sondern lediglich in Anbetracht der nicht zu leugnenden Wirtschaftskrise, die täglich seit langem Zusammenbrüche in Industrie, Handel und Gewerbe Hervorrust und die Arbeitslosigkeit steigert, vorgcbracht wird, und überdies hauptsächlich den kleinen Gewerbetreibenden zugute kommt. In der Debatte sprach sich nur der sozialdemokratische Bezivksrat Prof. Vogel gegen den Antrag aus, während die Vertreter der Christtichsogialon und der bürgerlichen Demokraten sich dafür aussprachen. Mit Stimmenmehrheit wurde der Antrag in folgender Fassung angenommen: Die Bezirksvertretum des achten Bezirkes richtet an den Bürgermeister als Landeshauptmann die dringende Bitte, dafür zu sorgen, daß mit Rücksicht auf die schwere Wirtschaftskrise in Zukunft bei Nichteinhaltung der Termine für städtische Steueräbgaben die Zeichen Verzugszinsen in Anrechnung geibracht werden wie bei den Bundesfteuern und die Verzögernngszuschläge zu entfallen haben. Mit Rücksicht auf die Wichtigkeit dieses Antrages, wiü) der Bezirksvorstcher und der Antragsteller ersucht, ihn dem Herrn Bürgermeister Persönlich zu überreichen. Die Ueberveichung durch den Bezirlksvorsteher und Herrn En g e l wird in den nächsten Tagen erfolgen, Deutschlands Staatrfinanjen. Pessimistische Erklärungen des Reichssinanzministers. — Die Frage der deutschen Kreditfähigkeit. Berlin, 30. April. (Wolfs.) ReichSfimanMrnister Schlieben erkliärte in der heutigen Reichsbagssitzung, die richtige Lösung aller vorliegenden Firvanzprobleme bedeute die Entscheidung darüber, ob es Deutschland gelingen werde, nach der ihm vergönnten Atempause wieder wirtschafiltch und finanziell zu gesunden. Der reine Hebers chuß aus dem Etat für das Jahr 1924 stelle sich auf 1574 Millionen Mark. Wenn die jetzt noch vorhandenen Betriebsmittel im «Fahre 1925 verbraucht Iwürden, so müßte die Rei chsVerwaltung zum Stillstand kommen. Im Hausihaltsanschlag für 1926, erklärte der Minister weiters, seien Gesamtausgaben in der Höhe von 4900 Millionen Mark eingestellt. Steuern, Zölle, Vettwaltungseinnahmen würden eine Gesamteinnalhme des «Reiches von 4652 Millionen Mark ergeben. Hiernach sei also rechnerisch für 1925 ein nicht unerheblicher Fehlbetrag vorhanden, zu dessen . teUveiser Bedeckung eine- E r°- höhung der Bier- und Tabaksteuer borgeschlagen wird. Für den Rest des Jahres 1926 durfte diese Seiner ungefähr 130 Millionen Mark eiubvingen. Die Schätzung der Einnahmen für 1926 ließe sich im Augenblick kaum ermögli chen, weil für das Jahr 1986 die Entwicklung der Steueremgänge noch nicht zu übersehen sei. Auf der Ausgabenseite würden nennenswerte Einschränkungen Vaium zu erzielen sein, da die Ausgaben für 1924-26 schon so rücksichtslos livie irgend angängig beschnitten worden seien. Zu bedenken sei ferner, daß im Jahre 1926 die Reparationslasteu mit einer Summe von 496 Millionen Mark beginnen. Nach längeren Darlegungen «über die neuen Steuern umd die Aufwertungsgesetze schloß der Minister, daß der Gmndsatz, die außerordentlichen Ausgaben durch Aufnahme von Anleihen aufznbringen, wieder zur Geltung kommen müsse. Dafür sei die Voraussetzung, daß das Reich im Ausland wieder kreditfähig wird. Diese Kveditsähigkeit erlange das Reich nicht durch eine der Finanzlage Mvidvvlaufende Bemessung der Aufwertung, sondem nur dadurch, daß für die Verzinsung weiter Kapitalsaufnahmen Raum fveigehlaitten wird. Nach dem Londoner Protokoll sei erm unmittelbare Einwirkung des Auslandes auf die Finanggebarung des Reiches ausgeschlossen. Dieses Hauptstück staatlicher finanzieller Selbständigkeit gelte es zu erhalten. Der polnisch-tschecho-slowalische Ha«del5> vertrag. Warschau, 30. April. (Poln. Tel.-Ag.) In dem jüngst Unterzeichneten polnisch - tischecho - slowakischen Handelsvertrag erkennen die Vertraigsteile einander die woitestgchenden Erleichterungen bezüglich des Transitverkchres zu. Die Tischecho-Slowakei hat di« ausdrückliche Verpflichtung übernommen, ohne Rücksicht auf die politische Lage, Polen die Ausfuhraus ihrem Gebiete und den Tvansrtverke'hr von Waren aller Art durch tschecho-slowakisches Gebiet zu garantieren. Diese Verpflichtung wird es Polen ermöglichen, bei tschechoslowakischen Unternehmungen Boltsl« lungen auif gewisse tschecho-slowaktsche Artikel zu bewerkstelligen, ohne das Funktionieren der polnischen Landesverteidigung zu gefährden. Was die in dem Vertrag durchges-rtzie Herabsetzung der Eisenbahntarise für v«it Transport von oberschleis»scher Kchle nach Oesterreich und Ungarn anlangt, so hat bisher znm Beispiel dev Transport einer Tonne polnischer Kchle auf der Strecke Pietrowieze —Preßburg 74.6 tschech. K. gekostet, während die tschechoslowakische Kchle aus derselben Strecke nur 63 tschech. K. gezahlt hat. Von dem Inkrafttreten des Vertrages an wich diese Differenz von 11.5 auf 1.5 Kronen herabgemindert. Das« selbe wird aus den anderen Strecken der Fall sein. Jnfvlgederen wird Polen für die schlesische Kchle leichter neue Absatzmärkte finden können. Eine Neuerung in den wirtschaftlichen Beziehungen der beiden Länder wird insbesondere dadurch emgoführt, daß «sür den Fall, als Ka ufleute oder andere Bert retcr 7oi risch a f t l i ch e r Kreise des einen Landes sich an irgend einen Ort des anderen Landes in einer Zahl niederlassen sollten, die mit den wirtschaftlichen Bedürfnissen des betreffenden Landes nicht im Einklang steht, dieses Land berechtigt ist, sich dom zu widerfetzeu. Die Tschecho-Slowakei hat Herabsetzungen der autonomen Zolltarife für Apparate für Zuckerfabriken, Bierbrauereien, DostillationsiMtermhm.ungen usw. erlangt, wahrend die Tfchecho-Slowakei eine Herabsetzung der autonomen Zolltarif' sür Petroleum-Halbfabrikate zugestanden hat. Ein Doppeljubiläum im Wiener Bankverein. Gestern warn« es genau 50 Jahre «seit dem Tage, an dem, Herr Karl Stögermayer, gegenwärtig Präsident des Administratvonsrates, und Herr Bernhard P ö p p e r - A r t 'b e r.g, gegenwärtig Vorsitzender der Direktion, in die Dienste des Diener, Bank- Vereins getreten sind. Zur Feier dieses, seltenen Jubiläums fand gestern eine Festsitzung des Adniinistvationsvates, des Vorstandes u>nd des Zensorenkollag'mms statt, an der Vertreter aller Gruppen der Angestelltenschaft teilnahmen und zu der anck der Staatskömmissär Ministerialrat Dr. Schwanberg erschienen war. Adminfftvationsrat Dr. H a e r d i l entwickelte in eingehender Darstellung mit schwungvollen Worten ein fesselndes Bild des raschen Aufstieges, der umfassenden und vielseitigen Tätigkeit der beiden Jubilare und würdi-gte in beredten Worten ihre dauernden Verdienste um die oberste Leitung,, des Institutes Direktor Marcus gab den kollegialen Gefühlen herzlicher Sympathie und den aufrichtigen Glückwünschen der Vorstandsmibglleder in warmen, tief empfundenen Worten Ausdruck. Namens der höheren Funktionäre gratulierte der Vorstand des Rechtsbnreaus Dr. Lauterste in. Es sprach dann noch der Obmann des Beamtenbetriobsrates Biel namens der Beamtenschaft und der Bcmkgehilfenschaft. Der Staatskommissär, M'ncheriälrat Dr. Schwanverg, ü'ber'bvachte die Mückwünsche der Negierung und in: besonderen des Fmanzminffteviunis und überreichte jedem der beiden JNbilare das DÄrej über die Verleihung des Großen goldenen Ehrenzeichens fül Verdienste nm die Republik Oesterreich, welches ihnen zu diesem Anlasse vom Herrn Bundespräisidenten. vevlioheir worden ist. Die beiden Gefeierten dankten in schlichten, bewegten Worten für die ihnen zuteil gewordene Ehrung. Aus dam Innwtfc Anslande waren zahlreiche teilographische und briefliche Glückwünsche von Instituten, Korporationen und Einzelpersonen ein« getroffen. .Insolvenzen. Das Ausgleichsverfahren wurde eröffne! über die Firma N. Schmidt, Fabrik vlektrotechnischer uni Merallwa-ven, 7. Bez.» Nsubauigasse. Die Aktiven 'bÄauifen stck nuf 510 Milliomn. Die Passiven betragen 3390 Millionen. Di« Firma bietet eine 35pwzentk>ge Ausgloichsqnote, zahlbar itt nenn Monatsraten. — lieber Valerie Kornh ab er, Ge« schäfrsivau, 2. Bez., Stuwerstraße 26; über Innozenz Pa< letscheik, Hntimacher, 12. Bez., Schönbrnnnerstraße 178; übet Ing. Erich M a u t n er, 1. Blez., Schottenihof. lielber die Hol z< firm a G. m. b. H. Thom u. Co., 3. Bez., Gerlgasse 22, deren AusglLichsansuchen abgewielsen wurde, ist der Konkurs eröffne! worden. Die Angleichung Ungarns an das österreichische Geld. Aus Budapest, 30. April, wird telegraphiert: „A Bilag" stellt mir Genugtuung fest, daß tote ungarische Krone gestern in Wien die Parität uwt der österreichischen Krone erreicht hat. Dil Steigerung der ungarischen Krone fei die unmittelbare Folgt der Rückkehr Errgländs zur Goldwährung und der damit verbundenen Steigerung des englischen Pfund auf den internationalen Devisenmärkten. Nunmehr stehe der Einführung eines neuen Geldeinheit in Ungarn nichts mehr im Wege. Dre prinzipielle Frage fei bloß, welches die neue Wähnmgseinheit sei» soll. Die Banken und das Finanzministerium treten nach österreichischem Muster für die Einführung des Schilling, ist gleich 10.000 Kronen, als Währungseinheit ein. Die Nationawanl befürwortet den enMchen Schilling als Währungseinheit. In diesem Falle würden 17.250 Papierkronen die neue Währungeinheit bilden, was zu vielen Komplikationen im Wirtschaftsleben führen müßte. Die Leipziger Herbstmesse 1925. Die allgemeine Mustermesie ist sür dre Zeit vom 90. August bis 6. September angesetzt, wahrend die Technische Messe vom 30. August bis 9. September, die Textilmesse jedoch nur bis zum 3. September dauert. Der Umfang 4>er diesmaligen Herbstmesse wird mindestens jenen der Frühjahrsmesse erreichen und auch die Technische Messwird keineswegs schwächer, sondern eher noch stärker beschickt fein als im März. Unter den 14.000 Ausstellern befanden sich bei der Frühjahrsmesse 305 Oesterveicher verschiedenster Branchen. welche alle zufrieden Abschnitten und unseren Export wieder in neue Bahnen lenkten. Der österreichische Konservatismus hielt leider manche unserer erstklassigen Industrien ab, diese Weltmusterschau zu beschicken. Das allgememe Geschäft auf der Frühjahrsmesse war «gut mittel, doch sind die Aussichten für die Herbstmesse ganz entschieden fortschrieitend. Neue Aussteller wollen sich umge'yend bei der chrenamtlichen Generalvertretung für Oesterreich, Friedrich Rotter u. Co., Wien, 4. Bez., Argentinierstraße 39, anme'Lden, um nicht bei der Platzverteikrng wieder in die Hinterhand zu kommen. Die Notierung des Tscherwonetz an den westlichen Finanzplätzen. Der Chef der Valutaabteilung des Fmanzkommissariats, Jurowsky, hat folgende Erklärung anläßlich der Zulassung des Dscherwonetz zur Notierung an den italienischen Börsen abgegeben: Wenn der Tscherwonetz bis jetzt an den westeuropäischen Plätzen nicht notierte, so geschah es nicht etwa aus dem Grunde, daß unsere Währung schlecht war, so». dern aus rein politischen Erlrägungen. Der bedeutende Vorrat an Edelmetallen im Innern des Landes und der Zustrom von Kapitalietl aus dem Ttusbande trugen viel zur Bermehrnng der Valutenbestände, die wir aus dem Warenexport erhalten, bei. Dies ermöglicht uns, unserer Volkswirtschaft die ausländischen Waren und Rohstoffe, die sie braucht, zuzlfführen, ohne die Stabilität unserer Währung zu gefährden. Die Einführung des Dscherwonetz an den westeuropäischen Börsen ist für ups deshalb wichtig, weil unsere Abrechnung mit den ausländischen Kaufleuten dadurch erleichtert ivevden und weil eine" Annäherrrng unserer Wirtschaft an die Weltwirtschaft erzielt wird. Die Efsettetthattdelsbeschränkuttgen in Pole«. Aus Warschau. 29. d., meldet P. T.-A.: Gegenüber den Meldungen betretend Verhandlungen gewisser Banken mit ausländischen Kapitalisten über den Verkauf ihrer Aktielrportefeuilles erinnert das Finanzministerium daran, daß gemäß den bestehenden Bestimmungen der Verkauf -i»sentraaender Papiere und divi-