Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2218 (24.4.1925)
- Date
- 1925-04-24
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Gelte 6 Wien, Freikag Wiener Mir«*enzertunq Nr. MS 24. April 1925 Ankerbrotfabrik ist. — Bor s.: ^ui 'siimuuist dann Plötzlich der Preis herabgcscht worden. Wurde die Produktion damals erhöht? — $ c u n c: v a. um zirka 7 bis 8 Prozent. Aber erst einige Tage später, als die Polizei nicht erlaubte, daß unsere Filialen das billige Brot nur an die ständigen Kunden ausgab und man sich austeilte, um dieses Brot zu bekommen. — Bors.: Ist der Verlust dadurch größer geworden? — Ze uge: Das ist eine rein kaufmännische Frage. Der Gewinn an Geld wurde sicher nicht größer. Mer wenn man schon am Preis verliert, will man doch nicht auch an Kundschaft verlieren. Das Zeugenverhör wird hierauf abgebrochen. In der heutigen Verhandlung beginnen die Gutachten der Sachverständigen. _ „Eine erstklassige Schauspielerin." Die :18jährige, wegen Betruges bereits zweimal vorbestrafte Amalie Mittelbäch hatte slch gestern vor einem Schöffensenat unter Vorsitz des Hofratcs B i l l e k wegen inohrfacher Betrügereien zu verantworten. Tic Angeklagte gab sich wiederholt als reiche Frau eines hoben Staatsbeamten aus und erzählte, sie siche mit ihrem Manne in Scheidung. So lockte sie verschiedenen Personen Schmnckgegenstände von großem Wert heraus und verübte auch Wohnungsschwindeleien. - Bor Eröffnung der Verhandlung im Dezember erlitt sie einen hysterischen Anfall, fiel laut aufschluchzeyd zusammen und schrie fortwährend: „Meine Mutter, meine arme Mutter!" Die erste Verhandlung wurde zur Untersuchung des Geisteszustandes der Angeklagtctt vertagt. Gestern war die Beschuldigte nicht zu bewegen, sich aus der Zelle in den Veryandlungssaal 51t begeben. Erst nach Zureden des Verteidigers und der Gerichtsfunktionäre gelang cs, sie zu veranlassen. den Saal zu betreten. Kaum hatte sie auf der Anklagebank Platz genommen, so begann sie wieder zu schreien: „Meine Mutter, meine Mutter'." Erst, nachdem der Vorsitzende ihr vorhielt, daß sie sich durch ihr Verhalten nur selbst schade, begann sie sich zu verantworten. Gerichtspsychiater Tr. Stelzer bezeichnete die Angeklagte als hochgradig hysterische Person. Derartige Naturen neigen besonders' zur Phantasterei und auch zu Größenwahnideen. Sie würde eine erstklassige Schauspielerin abgecken. Während der Rede des Staatsanwalts begann die Angeklagte wieder zu schreien, so daß sie aus dem Saale geführt werden mußte. Vor Verkündigung des Urteils wurde Amalie Mittelbach, die sich wieder geweigert hatte, den Verhandlungsjaal zu betreten, auf einer Tragbahre dahin gebracht. — Der .Gerichtshof verurteilte sie zu einem Jahre schweren Kerkers. Nach Verkündigung des Urteils stieß die Beschuldigte Dieder gellende Schreie aus und wurde daun ans der Tragbahre in ihre Zelle zurückgebracht. Film und Kino. „Der ewige Kampf." In die Schneegefilde Alaskas führt dieser ausgezeichnet gemachte Film, bringt eine kraftvolle dramatische Handlung, die ,u packen weiß. Zwei Polizisten und eine Wirtstmchter sind die rräger der Handlung in der Hauptsache, und selten noch war >as uralte Motiv der Frau zwischen zwei Männern so geschickt ind effektvoll ausgenützt wie hier. Das kriminelle Geschehen mit >en daraus entstehenden Borwürfen für Sensationen wurde neisterhaft von der Regie erfaßt und alle hier sich reichlich Mietenden Momente für prachtvolle Bildwirkungen virtuos cms-;enützt.. Die Darstellung ist in Een Teilen ganz ausgezeichnet. Rene Ado re spielt das Mädchen zwischen den beiden Männern, )ie untereinander und auch mit sich selbst den Kampf zwischen Liebe und Pflicht auszutragen haben. Ihr graziöses Spiel, in >em sie ihr reizendes Exterieur voll zur Geltung zu bringen veiß, erweckt den Wunsch, diese ausgezeichnete Darstellerin nöglichst bald und oft Wiedersehen zu können. Sie verfügt über :ine ungekünstelte Natürlichkeit, in der sie reizend ist, und die Tochter des Wirtes in der GoldaräbersiMung, die sie verkörpert, ist von jener temperamentvollen Lebendigkeit, die leider die neisten Darstellerinnen dieses Genres vermissen lassen. Agnes ll y r e s spielt hier eine Intrigantin mit jenem Taubendlick, >er in Amerika das Kennzeichen dieses Rollenfaches ist. Auch sie »ersteht es in ihrer Art, sehr schöne Wirkungen hervorzubringen, »bwohl sie manchmal eine etwas zu manierierte Auffassung >eigt. Sehr schöne darstellerische und sportliche Leistungen bieten >ie beiden Schauspieler, die die berittenen Konstabler verkörpern. 8s sind zwei junge sympathische Männer, die ausgezeichnet '.eiten und in jeder Bewegung die unbekümmerte Natürlichkeit »on Leuten zeigen, die jede Muskel ihres vollkommen durchtrainierten Körpers in der vollen Gewalt haben. Wallace Berry pielt hier wieder einmal einen seiner Wüstlinge, die er brutal and überaus drastisch zu gestalten weiß. Daß er hier wieder rinmal umgebracht wird, befremdet keineswegs, denn er dürfte vohl in dieser Hinsicht der am häufigsten verwendete Darsteller Amerikas sein. Daher zeigt er auch schon in der Sterbeszcne rine ziemlich begreifliche Müdigkeit neben einer hervorragenden Routine in Todeszuckungen. Ausgezeichnet ist Weckers der Darsteller eines Chinesen in einer täuschenden Maske und die große Anzahl sehr gut ausgewählter Typen läßt ebenfalls in ihrem Spiel nichts zu wünschen übrig. Eine Sensation voll seltener Spannkraft ift die Fahrt mit »em leichten Boot durch die Katarakte eines reißenden Stromes. Photographie und Beleuchtungstechnik zeigen Vollendung. „Der: Hahn inr Korbe." Dieser Film dürfte nun wohl der letzte sein, der uns den siel zu früh verstorbenen Wallace Raid noch einmal auf die Leinwand bringt. Es ist eine kleine und anspruchslose Komödie, sie sich hier abrollt, aber sie ist ausgezeichnet inszeniert und »ringt eine vorzügliche Darstellung in allen Teilen. Das Buch rrzäylt eine Menge von amüsanten Irrungen, die sich um die Person eines jungen Privcckdozenten, eines überaus harmlosen und em wenig ungeschickten Gelehrten herum gruppieren, und bringt schließlich ein Ende, das man mit nicht allzu viel Wohlwollen sogar als überraschend bezeichnen darf. Wallace Raid spielt diesen jungen Gelehrten, und man hat wohl kaum jemals einen liebenswürdigeren und sympathischeren Bücherwurm in seiner Weltsremdheit Heil und Unheil stiften sehen als ihn. Auch seine Mitspieler bieten Leistungen, Bolkwirt. Sin unabhängiger LeMachblatt Sb« Paliistlna. Die bedeutendste mitteleuropäische Textilvijjrinift „Wollen und Leinenindustrie" <Reichenberg), ein seit Jahrzehntes bestehendes angesehenes Organ, berichtet in ihrer jüngsten Nummer vom 16. d. über Palästina wie folgt: Im allgemeinen beurteilt mau die Geschäftslage als günstig. Die jüdische Kolonisation macht bedeutende Fortschritte, immer weitere Kreise des Auslandes interessieren sich für das jüdische Problem. Bemerkenswert ist insbesondere, daß sich die Spekulation dem Lande zuzuwenden beginnt. In Tcl- Aw iw wurden in den letzten drei Jahren zirka IOOO Häuser gebaut, die Bautätigkeit hält weiter an, angeregt durch die Spekulation. Die Preise der Häuser und Grundstücke sind stetig im Steigen begriffen. Man findet auch Ansätze ein er Industrie, die im Lande selbst außerordentlich begünstigt wird. Eine Wirkwarenfabrik in Palästina arbeitet in größerem Umfange und macht gute Geschäfte. Die Kaufkraft des Landes, das derzeit nicht viel mehr als 500.000 Einwohner, hiervon 120.000 Juden, zählt, ist eine relativ enorme. Die in der Industrie und im Handel tätigen Juden betreiben >den Ausbau des Landes mit großer Begeisterung und viel Fleiß auf vollkommen moderner Basis. Die Konkurrenz ist verhältnismäßig gering, selbst die italienische Konkurrenz fällt ivenig ins Gelvicht. Die Zcchlungerl sind wesentlich günstiger als in Aegypten. Die Kunden sind der Mehrzahl nach bereit, inerhalb 30 bis 60 Tagen gegen Ausfolgung der Konnossements Tratten zu akzeptieren. Auch die Wechselmoral ist eine bessere als in Aegypten; Insolvenzen kommen sast nicht vor, die dortigen Kaufleute können als korrekt und anständig beizeichnet werden. Die Ausgleichstagsahung der „Belge" — wieder vertagt. Gestern fand die Ausgleichstagsatzung der „Belge", G. m. b. H., unter sehr zahlreicher Beteiligung der Gläubiger ihre Fortsetzung. Sie mußte aber neuerlich vertagt werden, da von der Gläubigerseite Einspruch dagegen erhoben -CENTRAL-KINO- II. Taborstrasse 8 Direktion: J. Schulz Seit 4 Wochen mit grösstem Erfolg bei ausverkauftem Haus und das übrige Schlagerprogramm Beginn: Wochentags 7 u. 9 Uhr, Sonntags 6, 7 u. 9 Uhr die weit über das Gewohnte hinausgehen und schlechtweg als vorzüglich bezeichnet werden müssen. Es ist wohltuender und guter Humor, der hier in feiner Art zum Ausdruck kommt, und wenn der Film auch nicht gerade neu ist (Wallace Raid starb vor etwa zweieinhalb Jahren), so ist er unbedingt sehenswert. Anknüpsend an diesen Film wirft sich die Frage auf, ob es nicht gut und auch erfolgreich wäre, in der Sommersarson wenigstens einige Reprisen mit Wallace Raid auf das Programm zu setzen. „Die Geheimnisse eines Herrscherhauses." Es lag wirklich keine zwingende Notwendigkeit vor. sie auszugraben, die Welt hat durch ihre Preisgabe nichts gewonnen. Das Buch erinnert stark an Kolportageromcme des vorigen Jahrhunderts mit einem Courts-Mcchlevschen Einschlag. Ein Landesherr.sauft,- wird von einem Doppelgänger vertreten, der die vom Staatswohl verlangte Prinzessin für den König heiratet. Was er mit ihr nach der Hochzeit ansängt, geht hier nicht ganz klar hervor, ckber er bleilbt schließlich dann ihr Gatte und. wird auch ' König in Wirklichkeit und nicht nur in Stellvertretung. Viktor S ch e r z i n g e r, der bei der ,Metro" dieses Genre auisbrachte und sorgfältig pflegte, machte aus diesem schwachen Buche immerhin einen Film, der an guten Bildwirknngen nicht arm ist und hatte ein Ensemble s.chr guter Darsteller unter sich vereinigt, die, soweit sie männlichen Geschlechtes sind, die ungewohnten Prachtunifovmen nach bestem Wissen spazieren, tragen. Sie scheinen sich außerdem einige militärische Persönlichkeiten des früheren Deutschland in Maske als Vorbild genommen zu haben und ein alter General mit riesiger Glatze und wehenden Augenbrauen dürfte Bismarck spielen wollen. Die Ausstattung ist überaus reich und bleibt schließlich das Sehenswerteste <m diesem ganzen Film, der eine Serie abschließt, die hoffentlich nicht mehr wiederholt werden wird, denn sie reicht über die Grenze des Erlaubten an Kitsch. Vorzüglich ist dveser Film aber in seinen technischen Belangen. Die Ehrung des Fox-Stars Tom Mix durch Wiener Kinobesitzer. Morgeii werten sich einige Wiener Kmobäsitzer unter der Führung des Leiters der hiesigen Fox-Niederlassung nach Berlin begeben, um dort den bekannten Sensationsdarsteller Toni Mix zu begrüßen und ihm sein in Marmor festgehaltenes Bild zu überreichen. Die Filme der Woche. „Sam. der Pechvogel." — „Ausschweifungen." — „Liebet das Leben." — „Die Geheimnisse eines Herrscherhauses« — „Die weiße Motte." — „Liebeslohu oder Pflicht." „Charlie als Hirtenknabe." — „Das Paradies der Reichen." — „Der Hahn im Korb." — SCHOTTEN RING-KINO— I, SCHOTTENRING 5 // TEL. 17-4-26 Von heute bis 27. April Qrosser Lusispfelabend 1 Liebe im Tchlafcoups Schlagerlustspiel mit Harold Lloyd Ausserdem 3 Lustspiele mit Baby Peggy und Jimmy Adams und das übrige Schiagerprogrsmm -KÄRNTNERKINO-* I. Kärntnerstrasse (Ecke johannesgasse) Von heute bis 27. April — das grosse Programm: Das Paradies der Reichen Sensationelles Gesellschaftsdrama mit Betty Compson Charlie Chaplin in dem Schlagerlustspiel Charlie als Hirtenknabe wurde, daß das Ausgleichsverfahren der „Belge", G. in. b. mit dem insolventen, alleinigen Gesellschafter der „Belge", Herrn Nathan Kusznier, ohne Evsichtlichrnachung deS getreniltcn Status vereinigt werde. Aus dom Berichte des Ausgleichsverwalters entnehmen wir, daß die „Belge" ihre Quote an die Gläubiger vo,i 55 aus 57,5 Prozent, zahlbar in achtzehn Monatsraten, unter Garantie der Gattin des Gesellschafters der G. ni. b. H., Frau Malvine Kusznier, verbessere. Die Passiven belauseu sich auf 3.823,042.000 K., Während die Aktiven 2.267,450.000 K. betragen. Ein Kontrollorgan wurde eingesetzt, welches befugt ist. gegen jode dom Interesse der Gläubiger zuiwiderlauferide Handlung Einspruch zu erhebeii. Gegen Schliiß der Bersammllilng erklärte der Vertreter des Kreditoreirvereines, es gehe nicht on, das Ausgleichsverfahren der „Belge", G. m. b. H., mit dom des Schuldners Nathan Kusyiuei: irgendwie zu identifizier e n. Mali möge die Ausgleichsverfahren gegen die „Beige" getrennt von dem Ausgleichsverfahren gegen Herrn Kusznier durchführen. Bon emzeftten Gläubigern wurde gosordert, daß jetzt nur-über die „Belge" allein abgestimmt werde Uiid daß eine besondere Qllote von Herrn Kusznier gezahlt werde. Dazu konnte sich aber der Gesamtschuldner nicht verpflichten. Infolgedessen vertagte der Vorsitzende der Ausgleichstagsatzung, Hofrat Laub, die Verhandlung und forderte den Ausgleichsvevwalter aus, den Status der „Belge" getrennt von dom des Privatschuldners Kusznier dom Gerichte zu überreichen. — Gestern fand im Handelsgericht die Ausgleichstagfahrt gegen die Firma Cenower & Dicker, Wäschowarenerzeuger und Kleidcrgroßhandlung, 1. Bez., Walfilschgasse 8, statt. Die Passiven betragen ziicka 3,7 Milliarden. Die Verhandlung mußte vertagt werden. Insolvenz einer Textilfirma. Wie uns mftgetevlt wird, ist die Manuf-aktnr - Engrosfivina Fischer & Granber g, 1. Boz., Marc - Aurel - Straße 6, ln Zahlungsschwierigkeiten geraten. Die Firma besteht mit wechselndem Erfolge feit 26 Jahren und hatte zuletzt unter Kreditentziohmig und Verlusten zu leiden. Die Passiven betragen etwa 6 Milliarden für Waren und zirka 2 Milliarden für Girovevbindlichkeiten. Beteiligt sind insbesondere italienische und belgische Webereien. Die Zwergdividende des „Giro- und Kassenvereines". Von den der Börse ircchesteheilden Kreisen wird schon seit längerer Zeit betont, daß der heutige Tiefstand der Kurse im Vergleiche zu den verteilten Dividenden bereits ettte bedeutende Rentabilität der einzelnen Papiere zmn Ausdrucke bringe. Es wird auch den einzelnen Unternehmungen nahegelegt, diesem Prinzip gemäß zu handeln und möglichst großzügig bei der Dividendenbemessung vorzugchen, um durch die Betonung des RentäbilitätsprinzipL den Börseidmavasmus zu behoben. Nun zeigt der in gewisser Hinsicht als Organ der Börse funktionierende Wiener Giroverem, daß er von diesem Standpunkte noch weit entfernt ist. Die heurige Dividende soll mit 6000 K. festgesetzt werden. Wenn bedacht wird, daß die Aktien zirka 700.000 K. notieren, so bedeutet dies eine Verzinsung von sechs siebentes Prozent. Krankenkasse der Kausleutc von Wien «nd Niederösterreich. Der vor einiger Zeit gegründeten Krankenkasse für selbständige Kanfleute wendet sich in den beteiligten Kreisen großes Interesse zu. Die Kasse, der alle Wiener und niederösterreichischen Kaufleute sowie deren Ehogattinen beitreten können, ist auf gemeinnütziger Grundlage anfgobant, so daß etwaige Ueberschusse den Mitgliedern in Gestalt erhöhter Leitungen zugute kommen. Die Krankenkasse gewährt Beiträge zu den Kosten der ärztlichen (mit Einschluß der zahnärztlichen) Behandlung bei vollkommen freier Aorztewcchl, ferner Beiträge zu den Kosten der Heilbehelfe. Spitalskostenevsatz, Wüchnerinnenunterftützung und Sterbegeld. Auskünfte, MerMätter und BelitrittSfovmulave sind int Hanse der Kaufmannschaft, 4. Bez., Schwarzenber>gplatz 16, Tel. 67-6-36 Serie, erhältlich. Keine Aufhebuna der Zölle für Eiserrhalbfabrikate. Wie die „Bank- und Börsenzeitung" meldet, schweben im Artigenblick zwischen den Ei-senproduzenten, Konsumenten unp der Finanzverwaltung Berhandlmrgen in der Frage der Aufhebung der Zölle für gewisse Eisenhalbfabr'lkate. die in Oesterreich nicht erzeugt werden. Me Möglichkeit der Aushebung ist im Zolltarif vovgefchen. Nun aber hat die Finanzverwaltung in der letzten Zeit nur geringe Lnst gezeigt, den Wünschen der Industrie nachzukommeu und die Zölle ganz aufzuheben, und zwar dürfte der Grund hiesur in den finanziellen Momenten liefen. Die Frage soll in der nächsten Zeit den Ministerrat beschäftigen, doch dürfte, wie die Dinge jetzt liegen, die Finanzverwaltung recht lbchalten und eine Aufhebung der Zölle nicht erfolgen. Triester - Reise der Wiener Tarifeure. Zwecks Studiums der Triester Verkehrs- und Hafenvevhältnisse veranstaltet der Verein der Tarifeure in Wien einen Grnppenexkursiou, an der auch dem Vereine sernstchende Jnteressenteu teilnchmen können. Die Notwendigkeit und Wichtigkeit der Reise ergibt sich aus der derzeitigen großen Bedeutung Triests für den gesamten Ueberseeverkehr Oesterreichs. Das Unternehmen wird von sämtlichen in Betracht kommenden Faktoren gefordert. Die Triester Handölskammer sorgt im Verein mit der Hafenverwaltung, den Schiffahrtsgesellschaften „Lloyd" und „Cosul ich" sowie der Spedlteursovganisation für die Unterkunft und die fachmännische Führung durch alle Anlagen. Im Reiseprogoamm ist unter anderem auch ein Ausflug nach Venedig vovgesehen. Abfahrt von Wien am 30. d., 20,95 Uhr abends. Südbahnhos. Rückkehr am 6. Mai um 9 Uhr 20 Min. früh. Reiseleiter Herr Josef Reif. Wien, 3. Bez.. Invalidervstrohe 7. Melanin, erteilt nähere Auskünfte und nimmt bis längstens 36. d. noch Aumoldnwgen entgegen. Unterzeichnung des polnisch-tfchecho-flowakifchen Handelsvertrages. Ans Warschau, 28. d., meldet P. T.-A.: Heute vormittags wurden im MinisterratspräsidiMt die zwischen zuschMen an die Redaktion sowie unverlangt einiangenden Manuskripten tvvUt man stets Rückporto deUegen» da sonst eine Beaniwortung» beziehungsweise Rücksendung nicht erfolgen kann.