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Wiener Morgenzeitung · 1925-04-20 · Heft 2214 (20.4.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2214 (20.4.1925)
Date
1925-04-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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[Polen: 20 flrotzy 1 Wi en: Zum Abholen in det Expedition, ILTaborstr. 1-3, oder ln einer verschleisstelle Trafikl monatl. 5 Schilling Strassenverkauf ln Wien durch die Kolporteure der Firma Ool dschmied, 1., Wollxeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling T s c h e c h o-SI bw a k ei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen: Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Qm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Nachzahlungen hei P r e t» erhOhungen rorbehallen —i Rr. 2214 Wiener orgmfeitung i^uuuuuuauuiuuauuuuua——»w—— Men. M-Mg. 20. «Or« 1925 _ I Praia ao al England: Mon.4 Schilling, Italien: Monatl. 18Uk, Rumänien: Mon. 170 Ld, Bulgarien: Mon. 80 Lewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, Il.Tabor*tr.t Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Stelnmannl . Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 7. gahrgaug an das Volk erlassen, worin sie auf die zur Bekämpfung der umftürzlerischen Elemente und Anhänger des Kommunismus gemachten Anstrengungen hinweist, die s chm e r z l i ch e Opfer erfordert habe, und ihren unerschütterlichen Entschluß betont, mit noch größerem Mut das Werk der Erhaltung Bulgariens fortzusetzen. Jeder müsse von der Ueberzeugung durchdrungen sein, daß solche Unglücksfälle, wie sie Bulgarien in den letzten Jahren heimgesucht haben, durch gemeinsame Bemühungen vermieden werden können. Alle Parteien haben an ihre Anhänger Aufrufe gerichtet, in denen sie die Umtriebe der Extremisten verurteilen und ^um Beistand im Kampfe gegen die umstürzlerischen Elemente ausfordern. In einem amtliche» Communiquc des Ministeriums des Innern wird betont, daß die Behörden alles tun werden, soweit es mit den beschränkten Kräften^ über die das Land verfügt, möglich sei, um die Aufrechterhaltung der Ordnung zu sichern' und jedem neuen verbrecherischen Versuch vorzubeugen. Minister des Innern Russow erklärte in einer Unterredung, da es der im Solde ausländischer Interessen stehepden agr atia m m un i stk schon Einh e^t sfront unmöglich sek, kur 'Lande eine Revolution zu entfesseln, befasse sie sich mit Rau b und Mord. Zu dieser Einheitsfront gehörige Verbrecher hätten n a ch i h rer F e st n a h m e Enthüllungen gemacht, die die Feststellung der Urheber des Attentates ermöglichen würden. Einberufung von Freiwilligen. Sofia, 19. April (Bulg. Tel.-Ag.) Der Kriegsminister erklärte in einer Unterredung: Die Umtriebe der Einheitsfront können in der Armee keinen günstigen Boden finden; gleichwohl gibt es vereinzelte Fälle, wo O f f i z i e r e unter den Einfluß von Agitatoren gerieten, die der Reserve angehören und Anhänger der kommunistischen Ideen sind. Wir haben die Ermächtigung zur Einberufung von dreitausFnd neuen Freiwilligen. Die jüngsten Ereignisse bestätigen nur die beim Militärorgan der Alliierten und bei der Botschafterkonferenz in Paris geltend gemachten Gründe, daß Bulgarien tatsächlich bedroht und eine Erhöhung der Armeekaders zur Ausrechterhaltung der Ordnung unerläßlich ist. Da wir die finanziellen Lasten des Freiwilligendienstes nicht tragen können, verlangen wir sehr wenig. Wir werden neuerliche Schritte unternehmen, um mit Rücksicht auf die finanziellen Schwierigkeiten die Einberufung neuer Kontingente bis zu 10.000 Mann, die durch Aushebung rekrutiert werden, zu erlangen. Es ist zu hoffen, daß infolge der jüngsten Ereignisse sowohl die Großmächte als auch die Nachbarstaaten die Notwendigkeit < des Verfahrens der Aushebung einsehen werden, denn die Gefahr der Zerstörungswut bedroht nicht einzig und allein Bulgarien, sondern alle Nachbarstaaten. Ae Verhaftungen in Sofia. Eine Regierung Malinow? Paris, 19. April. (Wolff.) Dem „Matin" wird ans Sofia berichtet, die Polizei habe die Urheber des Attentates in der Kathedrale entdeckt, und zwar seien dies der Vorsitzende des kommunistischen Zentralkomitees in Sofia, Jankow, sowie dessen^ Stellvertreter Minkow. Letzterer, ehemaliger PiönlerosMr, soll die Höllenmaschine am Tage des Verbrechens auf dem Dache der Kirche angebracht haben. Bei Hausdurchsuchungen Vorgefundene Dokumente beweisen, daß das Attentat auf die Kommunisten zurückzuführen fei. In einem dieser Schriftstücke heißt es: „Diejenigen, die von Btenschlichkrit und Mitleid spreche», find Toren. ES ist fiir «nS unerläßlich, selbst Frauen und Kinder zu toten, um den Sieg des Proletariats zu gewährleisten." Gegenwärtig befände« sich alle Führer der kommunistischen Bewegung hinter Schloß und Riegel. Es soll das Gerücht im Umlauf sein, daß Ministerpräsident Zankow demissionieren und durch Malinow ersetzt werden würde. Nach einer Belgrader Meldung des „Petit Parisien" belaufe sich die Zahl der Festgenommenen auf mehr als fünfhundert. Auch der dem Exekutivkomitee der bulgarischen kommunistischen Partei angehörende Marko Friedinann sei verhaftet. In der Wohnung einer Französin habe man Schießbaumwolle und eine Bombe vorgefunden. Im Bahnhof Kostenetz-Banja fei eine Frau verhaftet worden, die Explosivstoffe bei sich hatte. Gerüchtweise verlautete, daß der Führe« der revolutionären mazedonischen Bewegung Protogerow sich unter den Totenbefinde. Erschütternde Szene». Sofia, 18. April. (Bulg. Tel.-Ag.) Beim B egräbnis derOpfer des Explosionsattentates haben sich ergreifende Szenen abgespielt. Unter den Toten befinden fich d r e i A b g e o r dnete, dreizehn Generale, acht Oberste, acht hohe Beamte, z w ri Advokaten, neu nzehnF rauen u n d si e b e n K i n d e r, von b enen das jüngst e vier Jahre alt war. Die Kampfe i« Lissabon. Tote und Verwundete. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitnng".) Lissabon, 19. April. Die rcvollutionäve Bewegung ist nunmehr vollständig niedergeschlagen. Nachdem die im letzten Ultimatum festgesetzte Frist abgelauifen war, wurde der Kampf gegen die Rebellen eröffnet. Er war sehr blutig und forderte auf beiden Seiten Tote und Verwundete als Opfer. Die Zahl ^der Toten beträgt 20, die der Verwundeten 200. 1500 Aufständische wurden verhaftet. Die Ruhe ist vollständig Hergestellt.. Einige Führer der Aufständischen, wurden gefangey-genommen, einige andere haben sich in die spanische Ges andtschaft geflüchtet. Ein kommunistischer Putschversuch. London, 19. April. Nach den letzten Meldungen aus Lissabon sind die Aufständischen von den Regierungstruppen e i n g e s ch l o s s e n worden. Dem kommunistischen Ausstande hatten sich einige, hundert Mann der Regievuintzstruppen angeschlossen. Der Abgeordnete L e a l, der als eigentlicher Urheberdes Aufstandes angesehen wird, ist gefangen genommen worden. Man glaubt, daß sich keine neue Gruppe mehr dem Aufstande anschließen wird. Die Mitglieder der Regierung mit dem Präsidenten Gomez haben sich in einer Kaserne versammelt und erteilen von dort ans ihre Befehle. Im übrigen bietet Lissabon wieder ein normales Bild. Der Verkehr auf den Straßen gcht ungehemmt vor sich. Lissabon, 19. April. (Havas.) Tfie Revolutionären haben sich ergeben. Durch Granatensplitter wurden etwa 100 Personen verwundet. In der Stadt herrscht vollkommene Ruhe. Der heutige Borttag Vr. Shajes'. Vollständig auSverkauft. — Keine Abendkasse. Das Zionistische Landeskomitee teilt uns mit: Der heute abends stattfindende Bqrtrag des Herrn Oberrabviners Dr. CHajes über seine Eindrücke in Erez Israel ist vollständig auSverkauft. Es werden an der Abendkasse keine Karten ansgegeben. Balsam ftr RiM. (Eigendienst der „Mener Morgenzeitung".) Paris, 19. April. Lord Balfour ist gestern in Nizza angekonuuen. Sr wird fiir eine Woche in der Nähe van Nizza Aufenthalt nehmen. Ser PliWentschafkskandidat in da Uniform. HrndenburgS Rede. Hannover, 19. April. (Wolff.) Vor zahlreichen Vertretern politischer und wirtschaftlicher Verbände sowie deutscher und ausländischer Zeitungen hielt Präsidentfchastskandiidat ^Generalfeldrnarschall v, Hindenburg heute abends vom Balkon ferner Billa eine Rede über die politische Lage und die politischen Ziele des Reichsblocks. Der Marschall trug volle Uniform mit allen Orden. Er führte dabei unter anderem aus: Persönliche An griffe auch der gehässigsten Art lassen mich ganz kalt, denn ich baue aus das Gerechtigkeitsgefühl meiner Landsleute. Deutschland hat in schweren Stunden bewiesen, was es durch Einigkeit zu erreichen vermag. Mir ist das Glück beschieden gewesen, mit einem einigen Volk den Feind von unseren Grenzen sernzuhalten. Der schönste Abschluß meines Lebens wäre gewesen, wenn ich noch sehen dürste, daß wir uns wieder mit der gleichen Einigkeit in friedlicher Arbeit am Wiederaufbau zufammenfänden, die uns einst beseelt hat. Ich bitte die zahlreichen Vertreter 'der ausländischen Presse, die Bedeutung des Willens für die Einigkeit, der nichts mit Parteipolitvk zu tun hat, sondern d e m befand cr en Rat i o na lg e fühl unseres Volkes entspricht, nicht gering zu achten. Ich habe zunächst s ch w e r e p e r >jl v n l i ch e B edenken. gegen die Annahme der Kandidatur .gehabt. Der Appell an mein Pflichtgefühl hat diese Bedenken überwunden. Nachdem ich einmal die Kandidatur übernommen habe, ist es mein Wille, für den Fall meiner Wahl meine ganze Kraft, für das Wohl Deutschland^ eirtzllsetzen. Ich wüä»e - auch als Reichspräsident nur die Pflicht kennen, auf der einmal gegebenen Grundlage der Verfassung und der heutigen Stellung Deutschlands in der Welt das Beste für mein Vaterland zu erstreben. Rücksichten auf irgend welche Parteien oder ungesetzliche S o n d e r i n t e ressen würde ich nicht kennen. Erwarten Sie von mir nicht das Programm eines Parteimannes, der fich mit politischen Streitfragen ausernandersetzt. Weit wichtiger ist es, dem deutschen Volke wieder die Grundlage 'wirtschaftlicher und politischer Lebensfähigkeit zu verschaffen. Ohne die Wiederherstellung des deutschen Ansehens in der Welt ist dieses Ziel nicht zu erreichen. Vertrauen wird nur der gewinnen, der sich selbst vertraut. Es wird , noch langer und schwerer.Arbeit bedürfen, ehe unser ganzes BoA wieder ptt Bewußtsein der höchsten Werte einer Nation erwacht. Wir haben heute die Pflicht, unser gesamtes öffentliches Leben und unsere praktischen politis ch e n Ziele so einzustellen, daß unser aufrichtiges Streben nach friedlicher Erneuerung unseres Vaterlandes und friedlicher Mitarbeit am Fortschritte der Welt fich durchsetzen kann. Hier liegt eine wichtige Grundlage deutscher Außenpolitik. Nichts kann diesen friedlichen Zielen mehr scha'den als das verlogene Geschrei von einer drohenden militärische« Reaktion in Deutschland, die sich in meiner Kandidatur angeblich aus Prägen soll. Ich betone hier mit aller Deutlichkeit, daß ich nichts anderes erstrebe, als was die Gegner meiner Kandidatur für fich allein in Anspruch nehmen, nämlich dem deutschen Volke in voller Souveränität und in voller Freiherr seinen Platz unter den anderen Völkern zu sichern. Um dies zu erreichen, mutz aber baldigst die schwere Anschuldßgnng unserer Verantwortung für den Weltkrieg Men. Das sind die Gedanken, die mich leiten, und darum werden Sie mir glauben, wenn ich Ihnen versichere, daß all das Geschwätz von verfassungswidrigem BoMhen, das ich beabsichtigen soll, von sogenannten «Monaren und sonstigen gefährlichen Bestrebungen unsinnig ist. Unbeirrt durch die Tageszeitungen und persönlichen Angriff«. werde ich im Falle meiner Wahl mit SaWchkttt dahin wirken, daß unserem Baierlande, das wir in seine« Unglück um s» heißer liehen müssen, eine glückliche Zukunft 'beschieden bei» «UW, Einberufungen in Bulgarien. Sin Manifest der Regierung. — Aufrufe der Parteien. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Sofia, 19. April. Die Negierung hat einManife st

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