Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2213 (19.4.1925)
- Date
- 1925-04-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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I Polen: 20 groszy I Wien: Zum Abholen in der Expedition, 0., Taborstr. 1-3, oder in einer Verschldsstelle rTrafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Gol dschmied, I„ Wollzelle 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tseh echo-Slowakei: Mon.K22. Jugoslawien: Mon.Din. 60. Polen:Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Nachzahlungen bei Ptel»* erhOhnngen Torbehauen wem I§25)fB das mühelose Parkett»Glantmitiel Erhältlich in allen etafdilttftgea Oefdiailea Wiener iis3iOEl MMA Morgmrrüuns 1 Pfalz 25 ol England: Mon. 4 Schilling, Italien: Monatl. 18Lire, Rumänien: Mon. 170Lei, Bulgarien: Mon. 80 Lewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II.Taborstr.l Telephone: 44-C%3, 43-3*19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6*8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Rr. 2211 Men. Sonntag. 19. April 1925 7. Jahrgang Unter dem Kriegsrecht. Verhaftungen in ganz Bulgarien. — Las Sobranje einberufen. Kein zwi chenfall. — 18V Todesopfer des Attentäter. (Eigendienst der „Mener Morgenzeitung".) Sofia, 18. April. Die Zahl der Todesopfer, welche die Bomvenexplosion in der Kathedrale gefordert hat, Übersteigt bereits 18V, da eine Anzahl Schwerverletzter in den Spitälern gestorben ist. Die Zahl der Schwer- und Leichtverletzten wird mit 750 bis 800 angegeben, darunter viele Frauen und Kinder. Die Beryaftnng e n von Parteigängern der kommunistischen und extremradikalen Partei dauern an. Die bulgarische Regierung weist die jugoslawischen Behauptungen, daß das Attentat auf mazedonische Propaganda zurückzuführen sei, zurück nnd ist aus Grund von Dokumenten, die bei. den Verhafteten beschlagnahmt wurden, nach wie vor überzeugt, daß die Faden nach Moskau spielen. Einberufung des Parlaments. Sofia, 18. April. (Bulg. Tel.-Ag.) Im ganzen Lande herrscht jetzt Ruhe: Auch von der Grenze wurde kein 'Zwischenfall gemeldet. Die Verordnung Über die Verhängung des Belagerungszustandes wurde heute veröffentlicht. Im . Laufe des gestrigen Tages wurden zahl reiche Verhaftungen undmehrere Kausdnrchsuchnngeu vorgenommen. Das Sobranje wurde für Dienstag einberufen, um derBerhängnüg desBelagiernngszupandes zvznstimmen. Der Direktor des Zentralgefangnisses in Sofia ist Nicht ermordet. Die hierüber verbreiteten Gerüchte Werden dementiert. In der Umgebung von Pirdop nnd Panagnriste wird die Verfolgung der Banden fortgesetzt, die das Attentat gegen den König verübt haben. Der Verkehr normal. Sofia, 16. April. (Bulg. Tel.-Äg.) Das Leben und Treiben in der Stadt ist wieder normal. Der!Tele-> grapheu- und Eisenbahnverkehr erfolgt Wie gewöhnlich. Die Opfer des Bombenanschlages werden aus Staatskosten veigesetzt. Die vorgenommenen Verhaftungen und Hausdurchsuchungen haben zu wichtigen Ergebnissen geführt, die im Interesse der Untersuchung geyeimgeyalten werden. In den Stadtvierteln, wo gestern der Verkehr infolge der polizeilischen Absperrungsmatznaymen für kurze Zeit unterbrochen war, waren infolge der Widersetzlichkeit einzelner überspannter Individuen, die von den Behörden gesucht wurden, bedauerliche Zwischenfälle zu verzeichnen. Zum Zeichen der Trauer sind.alle für die Osterfeiertage in Aussicht genommenen sportlichen Veranstaltungen abgesagt worden. Der Kriegsminister hatte mit Vertretern verschiedener Politischer Parteien Besprechungen über die Lage, wobei er an ihre Unterstützung appellierte, die sie bereitwillig zusagten. Die sozialdemokratische Partei hat au die Bevölkerung eine Kundgebung gerichtet, worin es heißt: „So beklagenswert dw Opfer sind, dH die Bevölkeruüg d urch d ie n nsin n ige Tat erlitten hat, und so groß auch der Schmerz der Familienangehörigen der Opfer ist, vergessen wir nicht die Gefahr, die unser unglückliches Land bedroht. Der Aufruf schließt mit den Worten: Bewahren wir die Selbstbeherrschung und verlieren wir nicht unsere Besonnenheit. Genug des vergossenen Blutes, genug der gegenseitigen Ausrottung!" Dar Leichenbegängnis der Lpfer. Sofia, 18. April. <N.T. K. B.) Heute «achmittagS fand unter Teilnahme einer sehr grotzen Menschenmenge das Leichenbegängnis der Opfer des Bombenattentals statt. Revolution in Portugal? Blutige Straszenkämpfe in Lissabon« (Eigenpienst der, „Wiener Morgenzeitung".) London, 18. April, Rach Meldungen aus Lissabon ist dort heute früh eine revolutionareBewegnng ausgevrochen. Die Meldungen berichten von blutigen Stratzenkämpfen, wobei es Tote und Verwundete gegeben hat, über deren Zahl jedoch nichts Bestimmtes verlautet. Die Bewegung sott von Kommunisten attgezettelt worden sein. Paris «ad Madrid wisse» nichts. Paris, 18. April. lHavas.) B-ziiglich dir in d-r Presse verbreiteten Gerüchte über eine Revolution in Portugal sind weder in Paris noch in Madrid Irgendwelche Meldungen eingelanfen. Ser Totschlag in der Tabakgasse. Löbl zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt. Budapest, 18. April. (U. T.-K.-B.). Der Budapest« Strafgerichtshof hat in dem Prozeß wegen der Ermordung des Infanteristen Tremmel den Hauptangellagten, GeflügelhLndler Löbl, wegen vorsätzlicher Tötung zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt. Die beiden Mitangeklagten wurden f r e t g e s p r o ch e n. Herriot wird Kammervriifident. Paris, 18. April. (Havas.) Herriot hat das Anerbieten der Gruppen des Kartells, seine Kandidatur für den Vorsitz in der Kammer aufzustellen,- angenommen. Die Wahl wird Mittwoch stattfiuden. kindrmfnng des xiv. zioniflenkongresses. Für den 18. August nach Wien. Wie wir erfahren, hat die Zionistische Exekutive in London dm 14. Zionistenkongreß für Dienstag den 18. August 1S25 nach Wien einberufen. Abschwiichmg auf de« amerikanischen GetreldemSrkte«. New-Iork, 18. April. An den Getvelidsmärkten 'der Union machtesich heute wieder eine stärkere Abschwachung geltend. Die Derminpreise für Weizen stellten sich ans dem hieisigen Platze,-ferner in Chikago und Winnipeg dis über 4 Cents pro BnMs niedriger. Benesch »ach Warschau abgereist. Prag, 18. April. Das Tschecho-slowakische Preßbureau meldet: Minister des Aeußern, Dr. Benesch, ist heute nach Warschau a b g e r e i st, um die vereinbarten Verträge zu unterzeichnen. Es handelt sich um den H a n d e l snnd Transitvertrag sowie um das Arbitrageabkommen und die Beendigung der Liquidation der T e s ch e n e r Angelegenheiten. Dies bedeutet eine neue Aera im tschecho-slowakischpolnischen Verhältnis, denn die alten Mißverständnisse sind beseitigt und gegen neue werden beide Staaten durch den Arbitragevertrag geschützt sein. Es ist dies ein weiterer Schritt auf dem Wege der 'tschecho-slowakischen Konsolidierungspolitik, der auf die internationalen Verhältnisse Mitteleuropas seine Wirkung ausüben wird. Minister Dr. Benesch wird sich in Warschau drei Tage aufhalten und Donnerstag nach Prag zurückkehren. BERLINER STADTHÄUSER zum sofortigen Abschluss zu kaufen gesucht. Grösse, Friedensmiete, Lastenangabe erforderlich L HYPOTHEKENKAPITAL nur für GROSS-BERLIN günstig zu vergeben! BENNO STAHL L SOHN Berlin $W. 68, Markgrafenstrasse 56 Telephon: Dönhoff 4727/29. .... 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Das Jntrigantensystem der Geheimdiplomatie behandelte die Völker.dieser Staaten, ihre Regierungen und Behörden alle Zeit nur wie dumme Rekruten, die den Großen zu gehorchen haben. Die Gleichgewichtspolitik jonglierte mit der Existenz dieser Nationen wie in einer Zirkusarena. Wenn am Vormittag der russische Gesandte im Namen Seiner Majestät des Zaren den Ministerpräsidenten abgekanzelt hatte, so verübte nachmittags der österreichische Botschafter irgerw eine Erpressung oder es fand sich der Vertreter eines Weststaates zur Wahrung bedrohter Interessen ein. Die Unabhängigkeit im völkerrechtlichen Sinne war nur ein Bluff, berechnet auf Fererlagsempfindlichkeiten. Die Aenderung der Landkarte durch den Ausgang des Krieges hat an diesem Zustand nichts geändert. Die Ausstrahlungen des europäischen Geistes sind im Gegenteil weitaus aktiver geworden und sie würdigen alle Demokratie der kleinen Staaten zur Farce herab. Griechenland ist ein Beispiel, Bulgarien ein zweites. Der Geist Europas wird vom Krieg, vom Haß utA von der Rache beherrscht. Es gibt keine Stelle und keine Instanz, die sich »dieser Influenz entziehen kann. Bös- Narren haben sich der Herrschaft bemächtigt und alle Ansätze zu einer Befferung, alle Versuche einer Versöhnung ersticken in Ser Giftatmosphäre, die niemand zu bannen vennag, weil niemand den Mut der Wahrheit aufbringt. Nationalismus, Klerikalismus und Kommunismus, diese drei Geißeln unserer Tage hat George Brandes jüngst genannt und er hat auch gesagt, wieso es kömmt, daß sie die beherrschenden Momente geworden sind. Die Mittelmäßigkeit niacht sich breit, zertrampelt alles, was sich der Dreiheit entgegen- HolmMei in Herren- und Damenstoffen, Seidenwaren, Eponge, Etamlne und Waschstoffen in grösster Auswahl infolge kleiner Regten zu billigen Preisen bei KANN L FRIED. VI., Linke Wlenzelle 40 fei