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Wiener Morgenzeitung · 1925-04-14 · Heft 2208 (14.4.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2208 (14.4.1925)
Date
1925-04-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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I Polen! 30 flrotzyl Wien: ZumAbholen in det Expedition, ILTaborstr. 1-3, oder in einer Verschleisstelle 'Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma 0 o I dschmied, I„ Wollzelte 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tsch echo- Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Pölert: Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Om. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Nachzahlungen bei Preiserhöhungen Vorbehalten wmmmammmmam Wiener orgenreilung IPrel» 30 al England: Mon. 4 Schilling, Ital i e n: Monatl. 18 Lire, « Rumänien: Mon. 170Lei, Bulgarien: Mon. 80 Lewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II.Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Nr. 2208 Wie«. Dienstag. 14. April 1921 7. Jahrgang Nach Seniots Sturz. Irlands Verhandlungen bisher refuttatlor. Paris, 13. April. (Havas.) B r i a n d hatte heute vormittags mit dem Präsidenten Doumergue eine ungefähr dreiviertelstündige Unterredung. Beim Verlassen des Elysees erklärte er, er werde sich im Laufe des Nachmittags mit weiteren Persönlichkeiten besprechen; er hoffe, dem Prensidenten am Abend seine Antwort Mitteilen zu können. B r i a n d glaube, daß die Bildung eines provisorischen Kabinetts schwer zu verwirklichen wäre. Paialeve will nicht. Paris, 13. Apvil. (Havas.) B r i a n d erstattete abends dem Präsidenten Doumergue Bericht über die am Nachmittag von ihm unternommenen Schritte. Einige sozialistisch-radikale Parlamentarier suchten neuerlich auf Painleve einzuwirken, um ihn von seiner Weigerung, das Kabinett zu bilden, abzu- Sin Lankesvotum ffir Mac Donald. London, 13. Apvil. Die Konferenz der unabhängigen Arbeiterpartei wurde heute zu Ende geführt. Es wurde mit 308 gegen 131 Stimmen ein Entschließung angenommen, in der Mac Donald für das Werk, das er während seiner Regierungszeit vollbrachte, der Dank ausgesprochen wird. Ser Pati:iarche«ftrrit. Athen, 13. April. Die griechische Regierung hat den Entwurf eines Vertrages mit der Türkei zur Regelung der Patriarchenfrage geprüft. In diesem Vertrage verpflichtet sich die Türkei, k e i n e A n s w e i s u n g c u von orthodoxen Priestern vorzunehmen. Eine politische Affiire in Konstantinopel. Konstatinopel, 13. April. Auf Befehl des Justizmimsters hat die Polizei in dem Heim der P r o g r e f s i st e npartei eine Hausdurchsuchung vorgenommen und zahlreiche Dokumente beschlagnahmt. Mehrere Parteibeamte wurden verhaftet. Poehner verunglückt. München, 13. April. (Wolff.) Der frühere Polizeipräsident von München Landtagsabgeordneter P o ehner, der vor kurzem aus der Festungshaft entlasten worden war, ist bei einer Automobilfahrt nach dem Chiemsee tödlich verunglückt. Auch seine Frau und feine Kinder haben Verletzungen erlitten. Srschwemng der Auslandsreisen in Polen. Warschau, 13. Apvil. Die Woiwodschaften wurden angewiesen, noch weitere Emischränkungen bei der Ausgabe ermäßigter Auslandspässe dnrchzuführen. So wurde angeordnet, daß die Reisepässe zu Kurzjwecken nur!dann auszufoligen sind, wenn nachgewiesen wird, daß sich die .Krankheit im Lande nicht kurieren läßt. Fra« Breschko-Breschkowskaia im Sterben. Die Großmutter der russischen Revolutionen. Ans Riga wird uns geschrieben: Der Führer der russischen Sozialrevolutionären Partei Wladimir Ts cherir o w, der gegenwärtig in Riga weilt, wo er einen Vortrag über die Situation in Sowjetrußland halten wird, 'hat 'den russischen Blättern in Riga die Mitteilung gemacht, daß das greise Mitglied der russischen Sozialrevolutionären Parier, die berühmte russische Revolutionärin, die „Großmutter der bringen. Sie wiesen darauf hin, daß ein Kabinett, dessen Chef er wäre und in welchem Herriot das Portefeuille des Aeutzern innehaben würde, bei der Mehrheit der besten Aufnahme sicher wäre. Sie sozialistische Konferenz. Paris, 13. April. Briand hatte gestern abends keine weiteren Besprechungen. Es steht somit noch nicht fest, ob die Krise heute beendet werden kann, da Briand die desi- 'Nitive Uebernahme der Regierungsbildung von dem Resultat der sozialistischen Kon feren!z abhängig nracht. Die Konferenz konnte, bisher noch nicht zusammentreten, da wegen der Feiertage nicht alle Parlamentarier von der Einberufung verständigt werden konnten. Es ist möglich, daß die Konferenz erst morgen beginnt. Briand ist von dieser Sachlage verständigt worden, glaubt aber, daß die Verschiebung keine ernste Bedeutung habe. russischen Revolution", die 83jährige Frau Breschko- Breschkowskaja, in den letzten Tagen derart schwer erkrankt ist, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Frau Broschko-Breschkowskaja ist ein lauglähriges Mitglied der russischen Sozialrevolutionären Partei. Gegenwärtig hat die russische Sozialrevolutionäre Partei in ganz Rußland geheime Sektionen errichtet und geht Hand wt, Hand mit den Sozialdemokraten. Frau Brefchko-BrxMowskaja hat kaLihr ganzes Leben gegen den Zarismus und für die Freiheit gekämpft, ste hat lange Jahre in den Kaisematten und in den Kerkern. Sibiriens verbracht und erst der Sturz der Dynastie Romanow und der Ausbruch der russischen Revolution gäben ihr die Möglichkeit, aus der Verbannung in Sibirien ins europäische Rußland z.urückznkehren. Ihre Rückkehr nach Rußland war ein Tri u m p h z u g. Man erwies ihr Ehren, wie nran es früher nicht einmal der Zarin Alexandra Fedorowna erwiesen hatte. In den ersten Tagen der russischen Revolution spielte sie eine der ersten Rollen: Als die bolschewistische Regierung die Zügel der Regierung an sich gerissen hatte und Lenin, der „ungekrönte Zar" vom roten Rußland wurde, fand es Frau Breschko-Breschkowfkaja für richtig, da ste ihren alten Anschauungen nicht untreu werden wollte und da sie mit den Prinzipien der Bolschewiken nicht sympathisierte, Sowjetrußland zu verlassen. Sie ging freiwillig ins Exil ins Ausland und hat bis znm Tage ihrer Erkrankung an der Tätigkeit der russischen Sozialrevolutionären Partei ttilgenommen und vorn Ausland aus die Agitation in Sowjetrußland gegen die Ko mmun>isten geleitet. Ihr Einfluß auf die russische Jugend hmsehr groß. Ste DonamegulrerungslommMn. Die seinerzeit bei..Durchführung der Donauregulierungsarbeiten geschaffene Donauregu lierungslomMission sowie die zur Vorbereitung der Wiener Stadtbahnanlagen berufene Kommission für Wiener Verkehrsanlagen stehen vor ihrer Liquidierung. Beide Kommissionen setzen sich aus drei Kurien zusammen, die von dem Bund, dem Lande Wien und dem Lande Niederösterreich gebildet werden. So lange Wien und das Land Niederösterreich in einer Kurie vereinigt waren, gab cs verhältnismäßig wenig Differenzen innerhalb her Verwaltungen dieser beiden Kommissionen. Erst in der letzten Zeit ergaben sich solche Unstimmigkeiten, da schon seit Monaten Verhandlungen wegen Auflösung beider Kommissionen geführt werden, die nunmehr in ein abschließendes Stadium zu treten versprechen. Die Schwierigkeiten dieser Liquidierung bestehen hauptsächlich in der Aufteilung der vorhandenen Vermögenswerte. Diese muß jedoch wegen raschester Schaffung der sowohl für die Donaureguliennnsarbeilen als auch für die Regelung der Wiener Verkehrsfragen notwendigen Klärung mit aller Energie zu Ende geführt werden.' Sie Vorgänge in Damaskus. London, 13. April. Das Reutersche Bureau meldet aus Beirut, die Abreise Balfours, der sich nach Alexandrien zurückbegebe, sei ohne Zwischenfall erfolgt. Es stehe jedoch fest, daß ernste Zwischenfälle unvermeidlich gewesen wären, wenn Balfour dort geblieben wäre. Bei den Unruhen in Damaskus wurden, wie amtlich mitgeteilt wird, 12 Polizeisoldaten verwundet. Einer der Aufrührer wurde getötet Außerdem kam ein Droschken kutscher durch eine Streukugel ums Leben. Ser Bortrag Sr. Chaie«. Das Zionistische Landeskomitee für Oesterreich teilt mit, daß die für den Montag den 20. d. im Großen Konzerthaussaale stattfindenlden Vortrag des Herrn Pros. Dr. Chajes reservierten Karten bis Freitag den 17. d. aibgehM werden müssen, da über die Karten sonst anderweitig verfügt wird. Sr. Seipel über die Anschlntzfrage. Graz, 13. April. In einer im Stephaniesaal abgehaltenen christlichsozialen Versammlung referierte Altkanzler Dr. Seipel über das Thema: „D ie poIitischen Grundlagen der Wirtschaft." Er kam hierbei auch auf das A n s ch l u ß v e r L o t zu sprechen und erklärte unter anderem: „Die Zerstörung des österreichisch-ungarischen Wirtschaftsgebietes hat nicht nur unsere Wirtschaft ins Ma rk getroffen, auch die der Siegerstaaten auf dem Boden der alten Monarchie, ihrer Nachbarn und der großen Handelsvölker der Welt ist dadurch anerkannter Maßen i n M i t X c idon fchafL gezogen worden. ^Maw hat - es um politischer Gründe willen, denen man die wirtschaftlichen unterordnete, in Kauf genommen. Alle Schwierigkeiten, in die insbesondere unser'Oesterreich'gekommen ist, wirken sich mehr oder weniger, auf die anderen Staaten aus. Dennoch verwehrt uns die Politik der Sieger ebenso den Anschluß an das Deutsche Reich als den Zusammenschluß zu einem dem der alten Monarchie irgendwie ähnlichen Wirtschaftsgebilde, was wohl der deutlichste Ausdruck der Vorherrschaft der Politik über die Wirtschaft ist. In England hat die erste Regierung B a l d w i n auf einmal dem ererbten Freihandelsgedanken entgegen, den Protektionismus auf den Schild erhoben, sie ist darüber gestürzt; an ihre Stelle ist für einige Monate eine sozialistische Regierung getreten — alles, dies, weil die politische Erwägung, das große brittsche Reich zusammenzuhalten, ihm die überseeischen Gebiete dauernd zu .sichern, dazu drängte. Wahrlich, nur ein Blinder könnte nach solchen Erlebnissen nicht sehen, daß die Politik ihre eigenen Wege neben den von der Wirtschaft vorgezeichneten geht und nur ein ganz einseitiger Wirtschaftstheoretiker und unverbefferlicher Optimist dazu könnte glauben, daß er durch beharrliches Zureden die Politik ausschließlich unter die Führung der Wirtschaft bringen könnte." Hotelier Weinberger in Brünn verhaftet. Aus Brünn wurde das Sicherheitsbureau in Kenntnis gesetzt, daß dort der 53jährige ehemalige Eigentümer des H$otel National" in der Taborstraße, Heinrich Weinberg e r, verhaftet und dem dortigen Landesgerichte eingeliefert worden ist. Die Verhaftung hängt mit einer Strafsache zusammen, wegen der Weinberger hier schon abgeurteilt wurde. Er war, wie seinerzeit berichtet, im Mai 1920 unter dem Verdachte verhaftet worden, die alten österreichischen Banknoten mit gefälschten tschechoslowakischen und jugoslawischen Stempeln versehen zu haben. Deshalb wurde er zu zehn Monaten schweren Kerkers und Landesverweisung verurteilt. Cr hatte sich dann auf tschechoslowakischem Boden aufgehalten, wiewohl er auch aus der Tschechoslowakei ausgewiesen ist. Nun hat ihn die Brünner Polizeibehörde neuerlich wegen der Falschstempelungen verhaftet. _ Frühjahrs-Neuheiten in Damen- und Herrenstoffen zu sehr billigen Preisen bei in Schiff mann II. TaborstraBe 48 Taleohon 4W»7I Bn gros l« dttUti

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