Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2207 (12.4.1925)
- Date
- 1925-04-12
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2979076-2981191-2981292--22477-3009894- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
f roten: Swiyl Wien: Zum Abholen in der Expedition, II., Taborstr. 1-3, oder ln einer versehleisstelle (Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkauf in Wien durdi die Kolporteure der Firma Goldschmied, I„ Wollxelle 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tsch echo-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen: Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Om. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Fr«. 18 lener SP « bis 31. DEZ 4 J orsmxenmm Preis 23 a England: Mon. 4 Schilling, ital 1 en: Monatl. 18 Lire, Rumänien: Mon. 170 Lei, Bulgarien: Mon. 80 Lewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien# II.Taborstr.t Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Nadtsahlmie* bei P r e i *• erhOhnnaen Vorbehalten Sr. 2207 «□■□■a>DacBoiatMnMnaaiaw3meniaeca BERLINER STADTHÄUSER zum sofortigen Abschluss zu kaufen gesucht. Grösse, Friedensmiete, Lastenangabe erforderlich l HYPOTHEKENKAPITAL nur für GROSS-BERLIN günstig zu vergeben! , BENNO STAHL & SOHN 5 Berlin SW. 68, Markgrafenstrasie 56 □ Telephon: Dönhoff 4727/29. J.A.Baczewtki iiiminiiitifiimniiiiiiiMiiiiiiiiiiifiiHiiiiiiiiuiimiiiiiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii iiiiiifmiiiiiimmiiiitiiiiiiiiiiiiiiiimiiiimiimimiiiiiiimiiiimiiiiiiiii Schnäpse, Liköre Spezialität: Baczewskl ■ Stanlslauer Doppelt rektifiziert und destilliert Seit 1782 weltbekannt Dass Eleganz und schlcK nicht wird gestört, hiezu ein WM gehört! Vll., Kaiserstrasse 123 IX., Rlserstrasse 6 Telephon Nr. 38-0-34 Cs schützt KlZiPZB.PSlZZ TZ P P/ CH Z ZTC• UNBEDINGT SICHER f bester metallputz 1 LOB Pu tz - Ex Extrak 7 i oen glanz hält am (.'ängsten J ' ' OSEHA^L eRHÄwTu'cH "" fabriksniederlgge; WEBBER & C9 IX GE0R6 SIOLGASSE 9.TEL.18165. Wien. Sonntag, 12. WrU 192S SaUottrs Abreise. Von Beirut nach Alexandrien. Beirut, 10. April. (Reuter.) Lord Balfour Hat sich Heute, vom Polizeimannschaften geleitet, an Bord des französischen Dampfers „S p H i n x" erngeschW und wird Sonntag nach Alexandrien abreisen. Hier herrscht Ruhe. Ruhe in 8rez Israel. (Eigendienst per Mio.) "T R. Jerusalem, 10. April. Der größte Teil der Gäste ist bereits abgererst. Weizmann und Sokolow sind aus Haifa wieder hier eingetvoGen. J-m ganzen Land herrscht Ruhe. Rach dem Sturz Herriots. Voraussichtlich längere Dauer der Krise. Paris, 11. April. (Havas.) Präsident Doumergue hatte heute vormittags Unterredungen mit dem Präsidenten der Kammer P a i nl ede und dem Senatspräsidenten! d e Selbes. Kammerpräsident Painleve erklärte nach seiner Unterredung mit dem Präsidenten Doumergue auf eine Frage: Wir sind vollkommen einig, daß die Krise sobald als möglich beendet werden soll. Der Präsident der Republik empfing sodann den Präsidenten der Finanzkommifsion des Senats D e l a c r o i x und dann den Präsidenten der Finanzkommifsion der Kammer A u r i o l. Nachmittags - besprach sich Doumergue zuerst mit dem Präsidenten der Linksdemokraten B i e n- Vanu-Maistrn, dann mit dein Präsidenten der Radikalen in der Kammer Cacal Und mit dem Präsidenten der Linksrepublikaner des Senats C h au m e t. Um halb 6 Uhr wurde Briand ins Elysee berufen. Dies scheint darauf hinzudeuten, daß der Präsident der Republik beabsichtige, Briand mit der Bildung der neuen Regierung zu beauftragen. Die Lage wird gegenwärtig von den Parteigruppen Briands (sozialistische Republikaner) und Loucheurs beherrscht, welche in der heute stattgefundenen Konferenz der Vertreter der Lmlkskartellgvuppe n erklärten, sie wollten ein Einvernehmen zwischen Kammer und Senat herbeifühven. Hier ist der SchWel zur Lage: denn das von der'Rechten propagierte KonzentratiouskMnett der Mvgevlichen Parteien, welches sich gegen die Sozialisten richten soll, ist heute nichL möglich. Eine Re-» gievmvg des Blocks der Linken einschließlch der Sozialistsn wäre die einzige mit stabiler Mehrheit, hätte aber eine starke Senaisvppositron. Es ist daher leicht möglich, daß dis Kabinettskrise längere Dauer haben wird. Ein Kabinett Painleve? Zur Stunde — 9 Uhr abends — rechnet man in den Wandelgängen der Kammer mit einem Ministerium P a i n l e v e, in dem Painleve selbst das Kriegsportefeuille übernehmen würde, denn man nimmt an, daß er sich bemühen werde, Briand für das Ministerium des Aeußern zu gewinnen. Als weitere Mitglieder seines Kabinetts werden genannt: De Monzie für die Finanzen oder für das Justizportefeuille, dessen Inhaber jeweils die Vertretung des Ministerpräsidenten zukommt," und Sarraut oder Schramek für das Ministerium des Innern. Ferner würde Painleve eine Reihe von Ministern oder Unterstaatssekretären aus dem Ministerium Herri ot übernehmen. Um halb 9 Uhr abends erhielt Painleve den Besuch Briands. Die s o z i a l i st i s ch e Gruppe, deren Vertreter Leon Blum heute ebenso wie Locheur vom Präsidenten der Republik empfangen wurden, hat beschlossen, auch weiterhin kein Mitglied in die Regierung zu entsenden. Wenn jedoch das neue Kabinett ihre Zustimmung finde, wie dies Lei der Betrauung Painleves der Fall wäre, würden die Sozialisten wie bisher die Regierung unterstützen. Die Politik des Ankskartetts. Paris, 11. April. (Havas.) In der Sitzung der Vertreter der vier Fraktionen des Kartells der Linken wurde eine Resolution beschlossen, worin dem Ministe r-> prästdentent H e r r i o t die Anerkenn u n g ausgesprochen ui . die unerschütterliche Entschlossenheit zum Ausdruck gebracht wird, die Politik des Kartells fortzusetzen. Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 7. gahrgaug Infolge der Feiertage erscheint die nächste Nnmmer der „Wiener Morgenzeitnng" Dienstag mittags. DerBoden harrt der Erlösung. —7. Wien, 12. April. Der Besuch Lord Balfours in Erez Israel war für den greisen Staatsmann eine Fahrt des Triumphes gewesen. Das jüdische Volk hatte den Freund mit der Gastlichkeit der Bibel ausgenommen. Die jüdische Jugend stellte, ihm mit Stolz das Ehrengeleite. Kein Zwischenfall störte die große Feier der Nation, die ihren Willen dokumentierte, Frieden und Freundschaft mit der arabischen Nation zu halten. Keine der Ankündigungen, mit denen die geschäftige Erfindungsgabe der Todfeinde jüdischen Lebens die Oeffentlichkeit auf große kommende Dinge hatte vorbereiten wollen, war eingetroffen.. Die Träger der arabischen Kultur nahmen an der Universitätsfeier teil, arabische Deputationen ehrten den englischen Gast und widerlegten so die für die Hetze im Abendland erfundene Legende von dem „Volksprotest" der Araber. Nirgends im Schatten des jüdischen Zeltes war die Ordnung gestört worden. Erst als Balfour am Mittwoch nach Beendigung seiner Rundreisen durch die jüdischen Kolonien auf syrisches Gebiet übertrat, geriet er in die Atmosphäre des Hasses. lieber die.Vorgänge der stürmischen Tage in Damaskus liegen noch keinss näheren beiglauhigten Nachrichten vor,: aus - denen, .man sich ein klares Bild von der Ursache der blutigen Demonstrationen bilden könnte. Sicher ist. nur, .daß der französischen Mandatsbehörde sehr übel mitgespielt wurde, übler noch als dem Gast. Frankreich wird im Interesse seines , guten Namens Aufklärung zu geben haben, ob es sich um Stürme gegen Balfour oder nicht vielmehr um eine Attacke auf den inzwischen gestürzten Herriot gehandelt hat. Es ist schließlich alles möglich und der Jerusalemer Korrespondent der „Times", der noch am 8. April die Fahrt nach den „so ganz anders gearteten, geordneten Verhältnissen in Damaskus" mit seinen besten Segenswünschen annoncierte, wird sich sehr anstrengen müssen, um diese dunkle Angelegenheit aufzuhellen. In Erez Israel haben diese Vorgänge keinen Widerhall gehabt. Unser Berichterstatter meldet uns, daß im ganzen Land Ruhe herrscht. Die englische.Regierung hat im Unterhaus mitgeteilt, daß sieckeine exzeptionellen Militärverstärkungen aus. Anlaß des Balfour- Besuches vorgenommen hatte. Da sich auch in per Folge keine Weiterungen eingestellt haben, ist wohl die Hoffnung berechtigt,. daß die Tage von Damaskus eine isolierte Erscheinung waren und daß das jüdische Werk in Erez Israel nunmehr wieder in der Ruhe der normalen Arbeit sortgeführt werden wird. Die Tage der Universitätsseier haben gezeigt, daß die ganze jüdische Welt mit ihrem Herzen hinter dieser Tat der Zivilisation steht. Dabei darf es aber nicht sein Bewenden haben. . Immer wieder kehrt in den Beruhten der uns so ungnädigen Zeitungen der Hinweis wieder, daß Bevölkerung und Bodenbesitz nur zu einem geringen Teile jüdisch sind. Für die demokratischen Begriffe des. europäischen Antisemiten genügt dies, um das Judentum mit der Anklage der finstersten Unterdrückungspläne zu belasten, wobei selbstverständlich die durch die jüdische Arbeit erzielte Steigerung der Produktion und des wirtschaftlichen Wertes des Landes geflissentlich ver- .gessen wird. Wir können uns von dieser Art Demokratie nicht stören lassen. Wir haben keine Zeit für derlei Erörterungen. Die jüdische Wanderung nimmt die Formen einer Katastrophe an, Amerika sperrt sich ab, andere Ablenkungsstraßen haben wir nicht. . Uns bleibt nur -Erez Israel. Ungeheuerliche Energien liegen brach, tausende jüdischer Menschen vergehen in den Auswanderüngslagern, verlieren Vermögen, Gesundheit, Leben. Das ist ein Zustand, den wir nicht bis ins Ewige andauern lassen wollen. Wir müssen den Boden Erez Israels in den Besitz des Volkes überführen und mit den .Kräften besetzen, die uns in solcher Fülle zur Verfügung stehen. Wir müssen die Heimstätte aufhauen und das ist mehr als Feste feiern. Wir müssen unser Lgnd, das uns durch Spruch des Völkerbundes zusteht, jüdisch machen. Erlösen wir den Boden! Kräftigen wir den Jüdischere Nationalfonds! KANN & FRIED-STOFFE ob für Herren- oder Damen-Kleidung bleiben in Auswahl, Qualität u. billigen Preisen unarroioW — Erhältlich nur VI. Linke Wianzeile 40 (L) i