Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2203 (8.4.1925)
- Date
- 1925-04-08
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Serie 6 Wim, Mittwoch Wiener Moraenzetturls 8. April IM» Nr. 2203 V,3 Uhr nachmittags, ist Shaws „Die heilige Johanna* «ngesetzt. Modernes Theater. Heute Erstaufführung des breiaktigen Lustspiels „W i r l a s s e n u n S s ch e i d e n . . (Divorcons!) mit Maria O r s k a als Gast. Roland-Bühne. Morgen. 8 Uhr abends, Premiere des dreiaktigen Lustspiels „H o f j u d e n". Neues Wiener Ttadttheater. Heute eröffnen die Herren '..rmin Berg. Hans Moser, Adolf Glinaer und Fräulein Anny Evera ein kurzes Gastspiel im Neuen Wiener Stadttheater mit dem Schwank „P r o f e s s o r W a u w a u, der H u n d ck ö rr i g". Titta Ruffo, der berühmte Bariton, tritt Samstag der: 2. Mai als Barbier von Sevilla und Dienstag den .">. Mai als Rigoletto irr der B o l ksoper auf^ Ter Kartenvorverkauf für dieses sensationelle Gastspiel beginnt Samstag den 11. d. M Das älteste Musikstück. In der Berliner Akademie der Wissenschaften legte Geheimrat Stumpf einen kurzen Vorbericht von Prof. Tr. Kurt S a 6) S, dem Musikhistoriker an der Berliner Universität, vor, dem es gelungen ist, zum ersten Mole eine babylonische Notenschrift zu entziffern. Diese Notenschrift besteht aus Keil-Ideogrammen mit Selbendeutung, die sich aus einer Tontasel ans Assur im Berliner Museum neben einer sumerischen Dichtung und ihrer assyrischen Uebersetzung fanden. Die Musik, die wohl dem zweiten Jahrtausend vor Christus entstammt, ist großstufig-herb und sehr entwickelt. In seiner ganzen Art erinnert das Stück ausfallend an chinesische Musik. Seine besondere Bedeutung liegt darin, daß es nicht nur die erste Kunde von babylonischer Tonkunst gibt, sondern überhaupt von der Musik eines nichtgriechischen Altertumsvolkes und einer vorgriechischen Zeit. Vertag „Kulturliga“, Warschau _ Soeben erschienen Ynter der Brick Gesammelte Erzählungen in jiddischer Sprache von In Wien zu haben in der Buchhandlung RATH & PRÄGER II. Bezirk, Taborstrasse Nr. 20 a 10915 Radioprograrnm. Mittwoch den 8. April. 9 Uhr: Marktbericht. — 1 Uhr 5 Min.: Uraniazeit. — 1 Uhr 20 Min.: Wetterbericht. — '/A Uhr: Wiener Börse. — 4 bis 6 Uhr: Nachmittagskonzert. Richard-Wagner-Zyklus (II. Teil): Tristan und Isolde: a) Vorspiel, b) Isoldens Liebestod. Parsifal: a) Vorsviel, b) KarfreitagSzauber, c) Glocken- und Gral-Szene, d) Die Blumenmädchen. Meistersinger von Nürnberg: a) Am stillen Herd, b) Quintett, c) Walters Preislied, d) Tanz der Lehrbuben. Zwei Lieder (Tristan-Studien) r a) Träume, b) Der Engel. — */,7 Uhr r Vortrag. Oberbergrat Dr. Gstöttner: Unsere Kohlen. Die inländischen Kohlenlager, ihre örtliche Verteilung und Bedeutung ihrer An? Wertung für unsere Wirtschaft. — a/,S bis 7*9 Uhr: Englischer Sprachkurs. — 7,9 Uhr: Populäres Orchesterkonzert (Ganglberger). Adam: Ouvertüre zur Oper „Wenn ich König war'". Strauß: Künstlerleben, Walzer. Gounod r Große Phantasie aus der Oper „Margarethe" (Faust).'* ' Ziehrer: Echt Wienerisch, Wiener Lieder und Tänze. Komzak: Märchen. Ganglberger: Rendezvous, Marsch. — 10 Uhr: Tanzmusik. _ Erziehung mit dem Revolver. Zwischen den: Speditionsbeamten Josef De ring erfind seiner Gattin Anna bestanden Mißhelligkeiten, die schließlich zur Scheidung führten. Trotzdem standen die beiden Ehegatten weiter in persönlicham Verkehr. Im Dezember vorigen Jahres verweilten sie gemeinsam in einem Gasthaus. Aus geringfügiger Ursache begannen sie zu streiten. Sie verließen streitend bas Gasthaus. Unterwegs ließ Anna Teringer ihren Mann nach einer barschen Verabschiedung auf der Straße sichen und eilte in die Wohnung, die sie mit ihrer Mutter Barbara T z i m a t o v i ch teilte.' Zornig über das Benehmen seiner Gattin ging Deringer in die Wohnung seiner Eltern, nahm einen Revolver zu sich, lud ihn und begab sich in das Haus seiner Gatrin. Als er ans der Küche in das Wohnzimmer trat, faß seine Frau mit ihrer Mutier bei Tische. Ohne ein Wort ,zn sagen, feuerte Deringer gegen die beiden Frauen s ü n f S ch ü s s e ab. von denen vier trafen und beide Frauen s ch w e r verletzten. Er erklärte, nur Schreckschüsse abgegeben zu haben, um seine Gattin ,;u einem freundlicheren Benehmen zu veranlassen. Ta die beiden Frauen sich während des ganzen Strasverfaihrens der Zeugenaussage enlschlugen. war die Mordabsichtnicht erweislich und der Staatsanwalt klagte Josef Teringer lediglich wegen Verbrechens der schweren körperlichen Befchädiguna an. Ein Schösensenat unter dem Vorsitz .des Hofrates R amsauer befaßte sich gestern mit diesem Straffall. Ter Angeklagte sagte: Wenn er damals die Schüsse abgab, so wollte er damit aus seine Gattin erzieherisch einwirken. Der Gerichtspsychiater Professor Tr. Pappen heim bezeichnete den Angeklagten als einen äußerst reizbaren -und leicht erregbaren, jedoch strafrechtlich verantworrlichen Menschen. Ter Senat verurteilte Teringer unter Zubilliguna von Milder u n gsumständen zu einem Jahre schweren Kerkers. J G/ JAHRESABONNENT der »Wiener Morgenzeitung», der die Bezugsgebühr für ein Jahr im vorhinein bezahlt, ERHÄLT GRATIS in 3 eleganten Halbleinenbänden GRAETZ’ / GESCHICHTE DER JUDEN Ausser der Jahresgebtihr sind ifir Versandspesen noch ö. K 25.000 zu bezahlen Volkswirt. Polnische Mrtschastswoche. (Bon mtfcroM polnischen ©t. S.-Koarespondenten.) Tic neue P aßve r o r d n u n g ist erschienen «und setzte dem Preis für einen Reif-epaß mit 300 Zloty, vier Millionen österreichische Kronen, fest. Ans .diesem Wege dürfte die Verbessernng der Handelsbilanz bannt erreicht -iverden, da-gogen »nacht >man den Kurbedürftigen die Reife in die auSlgndi,scherr Bäder, deren Preise um 40 Prozent höher sind als in Polen-, urnmögbich. Als weitere Maßnahme die eine Besserung der Handelsibilanz herbofführen soll, darf inan eine bedeutende Einschränkung des I nr Ports Volt Luxusartikel n erwarten, durch welche insbesondere Italien und Oesterreich stark beeinträchtigt werden dürften, da gerade diese beiden Länder den größten- Export von Luxusartikeln nach Polen ausweisen. Weichzeitig haben die polnischen Industrie- Verbände der polm scheu Regierung einen Kampf iu>m die Schutzzölle angekündigt. Die Kohleniindustrie soll auch in Kürze eine weitere Er-Mäßigung der Eisenbahntarife zur Hebung ihrer Konkurreuzfähigkeit erhalten. Die Zahl der Insolvenzen ist Mieder im Steigen begriffen, und zwar iusde sondere im Lodzer Indulstvie-kreis. Die polnischen E s f c k t e n p il ä tz e verkehrten in der Berichtswoche zur Gänze lustlos. Die Konterm'me entwickelt eine erhöhte Tätigkeit und trifft Vorbereitungen für einen längeren AbbröcklungSproz-eß. Die Keinen Aktionäre -ziehen sich von den Börsen zurück. In der Berichtswoche hat die Bank der Erlverbsgenossenschaften in Possen die Umwertung ihrer Aktien, beschlossen. Die fetzigen. Aktien, lautend aus 1000 Mark Nominale, werden aus Aktien im Werte von 20 Zloty valorisiert. Für das Geschäftsjahr 1924 wird eine Dividende in der Höhe von 9,60 Zloty pro Aktie zur Auszahlung gelangen. Zum Schluß der Berichts- Woche weisen die Wiener Arbitragewerte solgeuide Notierungen ans: Zicleuiewski 11,35, Galizifche Montan 4, Tepege 1,30, Gorka 17,70, Ehodorow 4,35, Rakszawa 1,95, Lemberger Brau 9, Hypothekenbank 0,55, Ndalopolsti>bank 0,30, Warschauer Diskontobank 7,25 Zloty. Der Ausgangspunkt der jetzigen Schivächcpevivde i:ft die Warschauer Börse, die auch bei polnischen Werten die größten Kursverluste anfwcist. Flau liegen auch Petroleum-, Kohlen-- atttb Holzpapiere. ^Ha'lbvssiziell, im Wege der Ba u k für La nde swirtschast durch deren Delegierten Adamski, der sich nach 'Amerika begibt, wird -sich die polnische Regierung nur die Ausnahme einer weiter e n A n l e i lh e bemühen. Die Boroerha-n-dlungen! nehmen einen gün-stigeir Verlauf und obzwar sie sich erst im Ansangsftadium befinden, ermanet man ein positives Ergebnis. Tie neue Anleihe soll nur für Industriekredite.verwendet werden, nachdem die vor kurzem abgeschlossene, teilweise für den Ausibau des polnischen Eisenbaihnnetzes, teilweise für andere Zwecke Verwendung finden wird. Als Sicherstellung sollen für die neue Anleihe.Pfandbriefe der Bodenkreditgesellschafteu dienen. _. Die Abschaffung des Preistreibereigesetzes. Gleich nach Ostern wirb eine Konferenz der Präsidien der Handels- und Geweröekammern Oesterreichs in Wien einbcrnfen, mit der Tagesordnung: Forderung an die Regierung nach sofortiger A u f h c b u n g des Pr e is t r e i b ereigesetzes. Wie verlautet, geht dieser Antrag von der Wiener Handels- und Gewerbckammer aus, die aus den Standpunkt steht, daß die s of o r t i g e Außerkraftsetzung des Preist r c ibe re i g ese tz es im Interesse der gesamten Volkswirtschaft liege. 'Auch im Hinblick auf die Tatisachc, daß dieses Gesetz, das nur für die Zeit des Notstandes gedacht war, das Hindernis für die Gewährung von ausländiischeu Krediten bildet nnd weder den Konsumenten noch den Produzenten nützt, ist seine eheste Beseitigung notwendig. Die Geuossenschfftsverbäude werde:: in &en nächsten Tagen zu dielser Angelcgeicheit gleichfalls Stellu-ng nehmen und Vertreter der M^hrheitspärteieu werden im Sinne der Aushebung dieses Gesetzes bei den Rogierimg intervenieren. Ein merkwürdiges Handelsverbot fiir österreichische Kauflcute in Tirol. Ter Inhaber einer alten Salzburger Mauufaltnrmarensirina besuchte auf einer Geschäftsreise u. a. auch Wörgl in Tirol. Hierbei wurde er von vinem Gendarmen angehalien. Trotzdem er sich durch Auszüge aus dem Handelsregister, Abschrift des Gewevbescheines und eine Legitimation der Handelskanuner tegitimierte und sich auf eine Reihe von ortsansässigen Geschäftsfreunden berief, mußte er in die Gendarmeriekaserne foljzen und cs wurde ihm eine Strafe wegen angeblicher Uobertrelung der Bestimmungen der Gewevbeordnullg durch feine geschäftliche Tätigkeit in Wörgl in der Höhe von 200.000 K. sicherstellungsweise auferlegt. Tie Salzburger Kaufmannschaft protestierte dagegen und steht auf dem Standpunkt, daß hier eine offenkundige Gesetzverletzung begangen wurde, da — abgesehen davon, daß ein strafbarer Zustand überhaupt nicht vorliegt — die Gendarmarie überhaupt kein B e st r a fu n g s r e ch t in dieser Richtung hat und eine ficherftettrulgsweise Bestrafung an und für sich ein Kuriosum ist. Eine Kontrolle der Bankettkonzessionen. In der gestrigeu Versammlung des Verbandes der Bankmib Kommissionsfirmen wurde zur bevorstehenden Durchführungsverordnung zum Banlenkonzessionsgesetz eingehend Stellung genomincu. Es wurde neuerdings hervorgehoben, welch schwerer und in der WirtschaftsAosehgebung ganz allein sichender Eingriff in bestehende Rechte die Rückwirkung des Kouzessionsgesetzes auf bereits bestelzende Firmen darstelle. Ferner wurde hervorgehoben, daß die Bcsiinunung des Enttvurfes, wonach jeder Gesellschafter eilrer offenen Handels- oder Konnnanditgesellschaft eine gesonderte Bewilligung brauche, die aber mit seinem Austritt aus der Firma, erlösche, so daß -er für SöeuetMierung oder für der; Em-tritt in ein« ander« Gesellschaftssirma wieder um eine Konzession ansuchen müsse, eine ganz unnötige Erschwe« rung darstelle. Gerade mit Rücksicht aus die gegeuwärtiae Börsenlage müsse vor solchen Maßnahmen gewarnt werden. Der österreichische Saatenstand. Der offizielle SaatepftandÄbericht meldet: Winter weizen «st in der Entwicklung vorwiegend noch sehr zurück und leidet stark unter Trockenheit, weshalb er stellenweise gelbspitzig ist. Winterroggen dagegen hat sich schon zieinlich gut lbestvckt, Fvühsagten stehen mitunter recht üppig. Wintergerste ist ungleichmäßig im Staude und im Wachstum stark zttrückgoblivben. Sommerweizen wurde vorerst bloß in Kärnten, in Oiststeievmavk und im südlichen Burgeulande nus-gosät. Sommerroggen wird an der Sonnenseite selbst in höheren Berglagen schon gebaut. Tie Aussaat der Sommergerste ist in Nicdcruugcn fast beendet, ein zieinlicher Teil tvär bereits vor den: starke:: Kälterückfall im Äiärz in den Boden gobrackit; insvlge Frosteinwirkung während der Keimuna scheint Nachbau nur vereinzelt nötig zu wevden. Der Ha feranb«u ist im allgemeinen im Zug. Das Legen der Frühkartoffeln wird in ollen wärmeren Gegenden in den mensten Betrieben schon durchgsführt, mitunter ist die Aussaat der Zuckerrüben begonnen worden. Insolvenzen. Der Ausgleich der Allgemeinen I-nd u st r i e b a n k ist in der gestrigen Senatssitzung lbesiätigi wovden. Die Tagsatzung der D i m a g-A.-G. wurde unterbrochen und vertagt, da eine Aachener Aktieuaesellschast die Betriebe der Dimag übernchmen will. Das 2lusglcichsverfahren wurde 'eröffnet über Rada, Reif u. Co., 13. Be.z., Haschkegasse 24; über die Metallwarenproduktivgenoss e n s ch a >f t der Kupfer- und K e s s e l s ch m i >e d e. reg. G. m. b. H., 21. Bez., Jedleseestraße, Objekt 75, Ueberschuldung 400 Millionen. Bon den im Ausgleich stehenden Uuternchmuugen des Dr. B rau n - S t a m m f e st wurde der Ausgleich der Hainfelder Aiaschinen A.-G. und der Rudolfshütte- Ä.-G. bestätigt; der Ausgleich der Öberösterreichischen elektratechnischen Werke ist noch nicht in Rechtskraft getreten, da ein Rekurs gegen den Stimmrechtsbeschluß erhöben worden ist. Kapitalsvermehrung. Der D e u t s ch ö st e r r e i ch i s ch e W i r t is ch a f t s v e r b a u d für den V >i e h v e r k e h r soll in seiner außerordentlichen Gen eralversam>:uluug, welche für den 24. d. eiüberrrfeu wurde, den Beschluß flasseü, das Aktienkapilal zu e r h ö h e n. Karfreitag und Karsamstag — keine Börse. Wie von der Börsenkamnrer mitgeteilt wird, finden am 10. und 11. d. (Karfreitag und Karsamstag) keine Börseuversamn:luugen statt. Verkehr an der Wiener Produktenbörse Freitag den 8. d. emsällt der Verkehr an der Wiener Prodüktenbörse. Das Sekretariat bleibt an diesem Tage während der normalen Dienststunden offen. Sarnstag den 14. d. findet der regelmäßige Börsenverkehr statt. Goldbilanz der Bank Malopolskr A.-G. In der Geweralvevsammlung der Bank Malopolski am 5. Mai soll der Beschluß gefaßt werden, die Goldbilanz pro 1. Jänner 1925 durchzuführe::. Außerdem werden die Höhe des Aktienkapitals sowie der Nominalwert der Aktien in Zloty sestgefttzt werden. Weiterer Rückgang des französischen Franken. Auf den internationalen Devisenplätzen war ein werterer Rückgang des französischen Franken zu verzeichnen. Dieser Rückgang ist größtenteils auf die noch ungeklärten si u anzp ol it ischen Verhältnisse in Frankreich zurückzuführen. In Zürich waren infolge Steigerung des Schweizer Franken fast alle Weftdevisen rückgängig. Es ermäßigten sich französische Franken von 26.80 auf 26.60. Auch der Dollar senkte sich von 518.50 auf 518. Weiters waren auch die Devisen London, Brüssel und Mailand rückgängig. Der Zusamurenbruch der Spekulation in Netv-Iork. Die Spekulationswelle, die nach der Präsidentenwahl über die Vereinigten Staaten ging, endigt mit einem nahezu katästvophalen Sturz aller an der New-Borker Börse kotierten Werte. Man behauptet in Wallstreet, daß in: verflossenen Monat die Börseaner Verluste erlitten haben, so hoch wie sämtliche Kriegsschulden an 'Amerika. Wallstreet erlebte dementsprechend aufregende Szenen. Viele Spekulanten verloren in einigen Stunden ihr ganzes Vermögen. Der Sturz wurde durch den abnch- Ulenden Chikagocr Getveidcmarkt noch verstärkt. Eine Spiritusbrennerei in Haifa. Von mehreren Industriellen aus Oesterreich, der Tschecho-Slowakei und Rumänien wurde im Verein mit Eutern angesehenen Haifaer Kaufmann eine Gesellschaft für die Errichtung einer Fabrik zur Herstellung von Alkohol und Hefe gebildet. Das Grundkapital der Gesellschaft, die denmächst von der Regierung bestätigt worden soll, beträgt dergeit 30.009 ägyptische Pfund. Die Gesellschaft hat Parzelle und Gebäude der Gesellschaft „A t id" auf den: Wege nach 2lkko im Ausrnaß von 20.000 Pik erworben. Die nötigen Maschinen sind bereits aus dem Ausland abtransportiert worden. Die tägliche Ällkoholprodnktion soll, abgesehen von den Nebenprodukten, gegen 5000 Like-r betragen, Biehmörttr in St. Marx. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) Borstenvieh. Aufgetrieben wurden 11.672 Stück, darunter 9155 Fleisch- und 2517 Fettschweine. Zufolge v e r m i nd e r t e n Auftriebes und gesteigerten Bedarfes anläßlich der Osterfeiertage eröffnete der Markt in steigender Tendenz. Fettschweine habe»: gegenüber der Borwoche 10 bis 15 Groschen pro §kilogramm und Fleischschweine bis zu 20 Groschen pro Kilogramm inr Preise a n g e z o g e n. Vor Marktschluß hat die Kauflust für Fettschweine merklich nachgelassen, so daß die Preise stellenweise sich verbilligen. Es notierten r Fettschweine 2.25 bis 2.85 S., extrem 2.40 S., mittelschwere 2.20 bis 2.30 S., Bauernschweine 2.15 bis 2.35 S., alte Schweine 2.05 bis 2.20 S. und Fleischschweine 1.85 bis 2.80 S. pro Kilogramm Lebendgewicht. Pferde. Zum gestrigen Markt wurden 500 Schlächter- und 193 Gebranchspferde gebracht. Verkehr flau. Preise für Schlächterpferde rückgängig. Es notierte::: Zugpferde, leichte 400 bis 1000 S., schwere 500 bis 1500 S.. Kutsch- Pferde 400 bis 1200 S., Pferde fiir Schlüchterzwecke 55 bis 80 G. (—.90 bis 1.10 S.) nnd Wnrstpferde 3b bis 4b G. pro Kilogramm Lebendgewicht. Wiener Warenbörse. Es notierten am 7. April: Kolonialwaren: Kaffee: New-Uorker 18.47 Dollar, Santos Prime 645.—. Tee: Peceo Java, Orange 1260.—. Gewürze: Paprika, edelsüß 490.—, Pfeffer, Stngapore, schwarz 410.—. Kümmel, neu, holl. 165.—. Nets: Burma 65.—, Italienischer 83.-. Zuck er: Naffimde-Kristall 257.50 tschech.K., Würfel (in Kisten) 287.50 tschech. K. Leguar 1924 120.—, Pflaumen, bosn. Sackware, 100/110 134.-, Kranzfeigerr, Calamata 80.—. Barimandeln, snverior 889.—. C b e mi k a l i e nr