Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2201 (6.4.1925)
- Date
- 1925-04-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Wi en: Zum Abholcn in der E.tperfltlon,!L Taborstr. 1-3, oder In elnerVersehlelsstella 'Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma 0 o 1 d schmied, 1„ Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tsehecho- Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen: Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 NaehMfctaaieÄ Bei Frei«- erhAhaaeen vorbdullea Sr. 2201 STRUM |iinS tfiaüiittn *Vi g 8”" i, fteteatferagatte n Z Telephon 47-7-17 jg I Erzeugt unter der Aufsicht des Ü weltberühmten orthodoxen Oberg "dd'o-n eoiAim JlteHAK Z _ JBRUCHCM aus Altstadt. S ^iiiiiiiiiinniiiiiiniiiiiiiiiimmiiimniiiiiiS lener Wie«, Montag, 0. Aprll 1925 IPfl» 20 al England: Mon. 4 Schilling, Italien: Monatl. 18Lire, Rumänien: Mon. 170Lei, Bulgarien: Mon. 80 Lewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Fr». 5 Redaktion. Administration: Wien, ILTaborttr.l Telephone: 44^0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102,25-242 IX., Universitatsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreiehisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 7.8astr,ava Sie inneren Men im Kommunismus. Sie Wahlen in Selsie«. Rücktritt des Kabinetts Theunis. Rach £ Moskau, 5. April. DK Russische Tckcgraphen-Agentur «eilt mit: Die Vollsitzung der komm u n i st i sch e n Internationale billigte den gemeinsamen Beschluß der Zeutralkontrollkommission der kommu)iistischen Partei nnd der internationale): Kontrollkommission, den russischen Parteimitgliedern Radek, Br an d l e r, Th a l h e i m und einigen anderen Mitgliedern einen sehr scharfen Verweis zu erteilen, und z)var wegen versuchter Fraktionsbild n'n g in der deutschen kommunistischen Partei und wegen Bekämpfung der Beschlüsse des fünften Weltkongresses. Da die erwähnten Parteimitglieder das Versprechen gegeben haben, künftighin aus jede. Fraktionsarbeit zu verzichten, ist der Ausschluß aus der Partei, den sie verdient hätten, nicht zur Anwendung gebracht Ivordcn. Sin Schatzgefetz in Rußland. Moskau, 5. April. (Wolff.) Das Präsidium des Zen- LralvollzugSausschusies der Sowjetunion bestätigte die Jnkrafttrctung einer Verordnung zur Anwendung außerordentlicher Schutzmaßnahmen für die Rev o l u t i o n s o r d n u n g. Es wird ausdrücklich hervorgehoben, daß die Verordnung die zwischen Sowjetrußland und .fremden, Staaten bestehenden Berclubarungen nicht, verletze. ' ' Ser Streik in SAsu. Vor dem Zusammenbruch. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitnng".) Mährisch-Ostrau, 5. April. In der Sodafabrik f n Petro w itz, wo gestern noch ein Teil der Arbeiterschaft streikte, wurde heute bereits gearbeitet. Auch in den Trzinietzer Eisenwerken hat ein Teil der Arschaft die Arbeit wieder aufgenommen, so daß die Hoffnung besteht, daß morgen die Arbeit m vollem Umfange wieder ausgenommen werden wird, doch heißt es, daß die Kommunisten für morgen 6 Uhr früh eine Versammlung nach Trzmietz emberufen haben, um noch den Verstirb äu machen, die Arbeiter von der Wiederaufnahme der Arbeit abzuhalten. Man rechnet damit, daß morgen bereits alle Betriebe der Metall- und der chemischen Industrie im ganzen Revier normal arbeiten Iverden. Heute fanden im ganzen Revier etwa 20 f o mm utrist i s ch e B e r s a m m l u n g e n statt, die einen ruhigen Verlauf nahmen. Im ganzen Revier herrscht Ruhe. Im Polnischen Hans fand heute eine Revierkonfevenz der Funktionäre der Gruppe des Bergarbeiterverbandes statt, in der einmütig eine Resolution angenommen wurde, worin es u. o. heißt: Es bat sich gezeigt, daß der Streik nicht ein Kampf um die Verbesserung der materiellen VerhAtnisse der Arbeiterschaft, sondern bloß e i n M i 11 c I der ko m M N n i st r s che n Pa r t e i ist, um die Aufmerksamkeit der Arbeiter von der Spaltung in dieser Part e i abzulenken. Er soll zu einer neuen Bolschewik)- sierung der Arbeiterschaft dienen. Deshalb erklärt die Könferettz neuerlich, daß die Mitglieder des Bergarbeiterverbandes und der Bevgarbeitevunion diesem Stell nicht zuitimnien ))Nd jegliche Verantwortung für die Folge)) ablehnen. Die Funktio))ärv des Bergarbeiterverbandes U))d der Bergarbeitermon sind deshalb verpflichtet, überall dahin zu wirken, daß die Arbeit wieder ausgenommen werde. Die kommunistische Revievkonferenz in K la d n o hat gestern spät nachts - beschlossen, den allgemeinen Generalstreik im Revier n i cht z u p rokla m i e re n. Bei der Abstimmung waren von 50 Delegierten 35 gegen den Streik. Wahlen in Wer. London, 6. April. Aus Ulster liegen sagende Wahlvchiittate vor: Unionisten 6, unabhängige Unionisten 4, Wbio-rraliste)) 2, Avbeiterpartei 1 Sitz. k»! H—I—t m - Radek. DieMofful-Kommiffion zurllckgekehrt Bern, 4. April. (Schweizerische Dep.-Ag.) Die vom B ö l k e r b und rat eingesetzte Kommission zur Fsstlcgung dcr Grenze zwischen der Türkei u n d dem Irak hat ihre Arbeiten in der Gegend von M off ul beendet und ist nach Europa zurückgekchr.t. Die Kommission, die aus dom ehemaligen ungarischen Ministerpräsidenten Grasen Tele kr, dem schwedischen Minister Wirsen nnd dem belgischen Obersten Paulis besteht, l)r»ird im Laufe dieses Monats ihren in der Iunifession des Bvllerbundrates vorzulegenden Bericht abfassen. (Wie berichtet, hat die Kommission an der Universitätsfeier in Jerusalem teilgenonnnen.) Franklin Bonikon nach Paris absereift. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 5. April. Nach einer Meldung des Reutevschen Bureaus aus Konstantmopel herrscht dort der Eindruck vor, daß der Besuch Franklin B o u i l l o n s, der gestern abends seine Rückreise nach Paris angetveten hat, keine riet Ergebnis gezeitigt habe. Franklin Bouillon hatte den Auftrag, die Angora- Regierung durch neue Versprechungen enger an Frankreich M.bMdeu.-lEr-soll /fogLv-MKLlyLM.LbaLV-Ä'-be s M a ndats über SyrienMg'esagt und dadurch eine schroffe Intervention Englands herbeigeführt haben. Die Regierung beruft ihn nunmehr zuHck. Millerand in den Senat gewählt. Paris, 5. April. (Havas.) Bei der Senatswahl im Departement Seine wurde M i l l e r a n d im ersten Wahlgange gewählt. Die absolute Majorität betrug 508; Millerand erhielt 520 Stimmen. Auf den Radikalen A u t r a n d entfielen 175, auf den geeinigten Sozialisten O s m i n 158, den kommunistischen Sozialisten Bachelet 86 und den Kommunisten Moskauer Richtung Corelinat 71 Stimmen. Die Wahl M i l l e r a n d s in den Senat bedeutet für die Regierung Herrrot eine schwere Niederlage. Es war allgemein erwartet worden, daß der erste Wahlaanq unentschieden sein werde. Millerand hat jedoch schon im ersten Wahlgang mehr Stimmen erhalten als alle anderen Kandidaten zusammengenommen. Milleraud hat sich heute Nachmittag in die Gruppe der republikanischen Union des Senates eingetragen, deren Führer P o i n c a r e ist. Die Gruppe wird sich morgen versammeln, um ihr neues Mitglied zu begrüßen. Es wird auch die Frage geprüft werden, ob nicht in Zukunft an Stelle Poineares Millerand di ^Führerschaft der Gruppe übernehm e n soll. Industrie und Kries. (Eigcndienst der „Wiener Morgenzeitung".) New-Iork, 6. April. Hier sind gestern 54 amen* konische Industrielle zu einer Konferenz zusammengetreten, um über die. Landesverteidigung zu beraten, inAhefondere über die Mobilisierung der Industrie im Kriegsfall. zionistische Berikksfettion Leopoldftadt. Heute um halb 9 Uhr abends im Cafe Sächsischer Hof (2. Bez^ Taborstrabe 46, Souterrain) Vortrag des Herr« Dr. N. M. Gelber über: „Moses Hetz, der Sozialist — ein Vorläufer des Zionis. m u s." Nachher Rezitation. Gestern haben in Belgien die Wahlen, in die Kammer und den Senat stattgefundeu, die am 26. -d. zusammentrcten werden. Die Zahl der Kommcrmandate, die bisher 186 betrug, ist infolge der Angliederung von Eupen,Malmedy und St. Bithauf 187erhöht worden. In der aufgelösten Kammer waren die Mandate twie folgt verteilt: Katholiken 80 (die 775.429 Stimmen auf sich vereinigt hatten), Sozialisten 68 (673.795 Stimmen), ' Liberale 33 (353.429 Stimmen), T-roudisten oder Flamen 4, Kombattanten 1. Die 153 Mandate des Senats verteilten sich folgendermaßen: Katholiken 73 (mit 692.916 Stimmen), Sozialisten 52 (661.168 Stimmet)), Liberale 28 : (367.296 Stimmen). Ein Ergebnis der Wahlen liegt bis zur Stunde noch nicht vor, doch kann man aus der bereits erfolgten Demission des Kabinetts T h c u n i s schließen, daß die bisher bestandene k a t h o l i s ch - l i b e r a l e K o a l i t i o n a b g elehnt worden ist. Dies wäre außenpolitisch von'Bedeutung, da diese Koalition sich immer gegen eine Bcrständigüng mitÄeutfch>land stemmte. 1 ' Interessant ist, daß an der Wahl auch zmn^evstLnmal die von Deutschland abgetretenen Gebiete terlnahmen. Auch,die im Rhein- und Ruhrgebiet stehenden felgischen Truppen stimmten bei der Wahl mjt, zu welchem Zweck die Okkupationszone in. eine Anzahl von TSabl kreisen eingeteilt worden war. Rückgang der Liberalen. Brüssel, 6. April. Die Wahlergebnisse sind yoch immer uicht bekannt, doch ist die Zahl $e* StimMev»aüK.^''Mi meisten ÄZahlbezirken feststehend. Im ganzen zergt HH,^datz, 'die Sozialisten einen bedeutenden Vorsprung haben und daß auch die Katholiken einen allerdings geringeren Stimmenzuwachs erlangt Die Liberalen sind stack ins Hintertreffen geraten. Die K o m m'.u n i st e u haben Stimmen gewonnen, dürsten aber nur .Inn Eharlevois einen Sitz erhalten. Am stärksten ist ihr Borsprung. in den neuen. Gebieten. ' . ' Sine innere Anleihe in SrmllteN (Eigendienst der >,Wiener Morgenzeitung".) Paris, 6. April. Nach dem ,Matin" wird die Ber> mogensabgabe, die der neue Frnanzminiister de Mo-nzie dem Parlament vorschlagt, den Charakter ein'er freiwilligen Abgabe haben. Es wird sich geiwissepntaßen um eine Anleihe ha.ndeln. Der Staat wird seine-Bürger ersuchen, für 5 Progent ihres Vermögens Scheine zu zeichnen, die mit 4 Prozent verzinst werden.' Er wird keinerlei Untersuchung über die Art des Vermögens einleiten. ras größte U-Boot, der Wett. London, 5. April. (Wolff.) „Sun-day Expreß" meldet, daß das grö ß te U n tersceboo t der Welt „T1"bei Eha^« Ham zu einer Fahrt um die Welt bereit liege. Die Mannschaft betrage nicht weniger als 121 Personen. Das Boot könne zweieinhalb Tage unter Wasser bleiben. Di» Kosten betrügen 842.000 Pfund Sterling. 2lie paffive Resisten» in den staatlichen Rraatrnßönsern. Das Aktion'skomitee des Personals der Fondskrankenanstalten hat bis gestern abends, keine Einladung zu neuen, Verhandlungen erhalten. Das Aktionskomitee beschloß für den Fall, daß die heute beginnenden Verhandlungen zu keinem befriedigenden Ergebnis führen, die passiv« Resistenz zu verschärfen. ffct Flug Italien—Australien— Satyrn. Rom, 8. April. Der italienische Flieger FrameSro ty Pinrdo wird in der nächsten Zett zn eine« Flug« Australien—Japan aufsteigen. Daist der längste Flag, per her unternommen worden ist, da die genannte Wstgstrecke hl« und zurück 58.0Ü0 Kilometer beträgt. Er ist vom Ministerpräst« Renten Mussolini zum Abschied empfange« worden.