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Wiener Morgenzeitung · 1925-04-04 · Heft 2199 (4.4.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2199 (4.4.1925)
Date
1925-04-04
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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£fTt« 6 Wien, SamStag 4.AM1SS8 Nr. AdS Karte der Richter, er wolle die Gefängnisstrafe, die er ihr zu-erkennen muffe, auf eine möcflichst kurze Zeit beschränken. Er verurteilte sie dazu, nach der Verhandln na noch so lange in der Gefängniszelle zu bleiben, bis die GerichtSnhr 12 fchlaaen wurde. Sie wurde darauf von dem Gefängniswärter abgesÄhrt rmd war gerade »roch 10 M i n u 1 e n in ihrer Zelle, als die erlösenden ffwöls Glockenschläge ertönten. L Eine gau» besondere Erleichterung, vielfach auch völlige Herlung finden die Asthmaleidende-n im Badeort Luhacovieö durch Len Gebrauch von Inhalationen und pneumatischen Kammern in dam neuen, modernst eingerichteten Inhalatorium. Diele Danksaaunqen. Von den ärztlichen Kapazitäten wärmsttns empf-cchlen. Wahnungsbestellungen, Prospekte: Dadedircktion. Aurtritte au» dem Judentum. G o l d b e r g e r Ctepbanle. petz. 4. Oktober 1902. Bnba-- - 3; E'e,, Salmgaffe 21. Serzseld, Marcell. geb. 23. Oktober 1882, Wien. S. Bez., Castellezgaffe 1. H e r z f el d Clepban,e geb. Schmringer, geb. 18. Mat 1897. 2. Der.. Kasiellezgafle 1. Ka r o l i n Aloista Sara aeb. Senkl, geb. 27. April 1859 Stanz, 2. Dez., Wolsgang-Schmäl»l-Gaffe 14. K o n r a d Alice geb. 20. Juli 1209. Wien, 2. Bez.. Obere Donanstraße 49. Luft Wilhelm, geb. 8. September 1885, Lemberg, 2 Dez.. Brigittalände 8. L a tz e r Harry Rlckard Emil, geb. 10. Februar 1922. Wien, 2. Bez.. Praterstraße 70. M o ne l«n fle6> 2 Sännet 1902, München. 17. Bez.. Wur- «8<rßafTe 89. N e ug e b a u e r Margarete, geb. 29. April 1901. Ju’ ' S chrotzbergftraße 6. Popper Erich, geb. 12 April 1903, Wien, 2. Dez., Schreigaffe 12 a. Reich Otto, geb. 4. Februar 1898, 5iacov, 2. Alliiertenstraße 5. S ch l e i e rm " n n Viktor, geb. 11. Juli 1906, Wien, 8. Bez. Nordbahnfiraße 18. Schwarz Armin, geb. 13. Juli 1897, 2. Bez.. AusstellungSstraße 3. K a tz e r Anna, geb. 1. Oktober 1898 M.-Ostrau, Studentin. 1. Bez., Hegelgaffe 8. S ch o e n Max. geb. 28. September 18/9 Hradiscban, 8. Bez., Schrottoaffe 9. Z e r n e r Srene geb. Porge» geb. 20. Oktober 168b, Prag, ProfefforenS- «ft- *• ^ez., Neudeggergaffe 1. Friedetzko Hugo. geb. 16; Wien Bez., Stiftgaffe 21. Spitz Walter, geb. 17. onli 1910, Wien, 1. Bez. Getreidemarkt 10. Spitz §kb. 4. Mar 1909, Wien, Praktikant, 1. Bez., Getreide- AE 10 «ab n Valerie, geb. 26. Februar 1W7. Wien, 7. Bez., Mariahtlferstraße 108. H e h m Egon, geb. 5. Mai 1893, Wien, , H^^uer l. Bez Franz-JolesS-Kai 65. Horner Käthe, geb. l*. 3895' Wien, 2. Bez.. Praterstraße 33. P o p p l Her- ^".^arie. geb. 11. September 1901, Wien. Private. 18. Bez.. We.tlofgaffe 1b S ch l ö s i n g e r Karl. geb. 10. Februar 1896, Wien, Hilfsarbeiter, 15. Bez., Robert-Hamerling-Platz 32. S « r ei b e r Elisabeth, geb. 22. Februar 1896. Baden, I.Bez., Doblhongaffe 9. K r i ß Blanko geb. Edelstein, geb. 26. September 1901, Ezernowitz, 9. Bez., Brünndlbadgaffe 12. Lerelue. LortrSge «ud Versammlungen. Z i o n i st i s ch e B e z i r k s s e k t i o n Alfers r u n d. Montag. 8 Uhr abends, im Eafö Metropol. 9. Bez. Berggaffe 33, Bortrag des Herrn Dr. Leo G o l d h a m m e r über Moses Heß anläßlich deffen 50. Todestages. Gäste will- Sektion Prater. Morgen ab 9 Uhr früh Keren-Hajeffod-Besuche durch die Keren-Hajesiod- Mitarbeiter. Ab 5 Uhr nachmittags endgültige Verrechnung im Sektionsherm, 2. Bez., Jmigstraße 8 (Katz-Mühlbcmer). Das gesamte Keren-Hajessod-Material ist mitzubringen. — Zionistische Jugendgruppe Leopoldstabt. Heute ^'8 Uhr abends. 2. Bez.. ZirkuSgaffe 33. Heimabend. Morgens 10 Uhr vormittags, ebendort wichtige Mitgliederversammlung. Erscheinen Pflicht. — Z. M. B. I e d i d a a. Montag, -/,10 Nhr obends auf der Bude. 9. Bez.. Nußdorferstraße 61, Festkonvent anläßlich der Eröffnung der hebräischen Universität in Jerusalem. Die geladenen akademiichen Korporationen und Mittelfchulverbindungen werden ersucht, pünktlich zu erscheinen. — V'e r e i n }?,e T T fJ f• *5 e x Chemiker. Heute, 6 Uhr abends. Hörsaal für Chemie an der Technischen Hochschule, 4. Bez.. SarlSplatz 13, Hauptversammlung. Bortrag Dr. Rudolf Carl: »Ueber die elektrolytische Fällung von Metallegierungen/ — Verein deutsch-S st erreichischerJngenieure. Dienstag. 7 Ubr abends, Restaurant Riedbof, Roter Saal, Avrilversammlung. Vortrag Tengler: »Preisbildungsfragen im deutschen Maschinenbau*. — ZionistischeSektionZwische,:- Lrücken. 20. B«., Allerbeiligenvlatz 8. Cafe Park. Diejenigen Mitglieder, die sich als Referenten zum Geschichtszyklus gemeldet haben, treffen sich zwecks näherer Besprechung heute um 4 Uhr nachmittags im Vereinslokal. — Wiener Freiwillige RettungSgesellschaft. Montag, 27. d., 8 Uhr abends, im Heim der Gesellschaft, 8. Bez., Ratetzvistraße 1.1. Stock, Generalveriarnmlung. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht pro 1924; 2. Vorlage des Rechnungsabschlusses pro 1924 und der Jabresooranschlages pro 1925; 3. Wahl von fünf Mitgliedern des VerwaltungsauSichuffeS (§ 18 der Satzungen); 4.Aenderung der Satzungen; 5. Allfällige Anträge. — Sozi a.lpädagogifche Gesellschaft. Morgen, 4 Uhr nachmittags, 19. Bez.. Sieveringerstr., Baracke 44, Weibeabend. Musik,. Gelang und Rezitation lHoffmann). Redner: Prof. V. Hammer-- schlag. — Humanitärer Geselligkeitsverein GegenleitigeHilfe, Wien. 7. Bez. Heute, 8 Uhr abends, im Vereinsheim, Restauration Zitäbof tOpoczynSki^, 7. Bez., Mariahtlferstraße 88 a, Samuel Kraus: Heitere Vorträge. — Elternbund Menorah. Heute, '/,9 Uhr abends, im Casö Palast, letzier Klubabend mit b-londerem Programm. — Z t o n i st i s ch e K u l t u r g r u p v e. 20. Bez, Karl-Meißl- Straße 5. Tür 1. Heute. 4 Uhr nachmittags, Fortsetzung des Seminars über Palästinokunde unter Leitung des Herrn Dr. Leo Goldhammer. Gäste herzlichst willkommen. Präzise 7 Ubr abends, Feier anläßlich der Universitätseröffmmg. Reichhaltiges Programm. Morgen, präzise 9 Ubr vormittags. BüchsenleerungS- und Aufstellungsaktton. Teilnahme aller Mitglieder Pflicht. Um '/,3 Uhr abends DiSkusiion über jüdische Jugend- und Kulturftagen in der Galutb und in Erez Israel unter Leitung des Herrn Dr. Hermann Glaler, Professor am Herrl-Ghmnastum in Jaffa. Sämtliche Teilnehmer dieses in der Vorwoche bereits stattgefundeyen Bortrages sowie Gäste werden dringendst gebeten» pünktlich zu erscheinen. Leopold st ädterVvlkSheim, 2. Bez.. Zirkusgaffe 48. 7 Ubr r Dr. Alfred Reumann: TaS Blut. (Mit Lichtbildern.) Eintritt frei. * Zionistische Sektion Zwischenbrücken. Im Rahmen eines Heme-Abonds, den die Jugondgruppe auS Anlaß der Eröffnung der hebräischen Universität heute veranstalret, wird in ihrem Bereinslokal, 20. Bez., Attecherliyenplah 3, Cafe Park. Herr Dr. Z. F. F i n k e l st e i n über „Achad Harms" Lehre von einem geistigen Zentrum in Palästina" sprechen. Gäste herstichst willkommen. Woja, MMelstandsküche. 1. Bez., Griechengasse. Wie alljährlich hält die Woja auch in diesem Iabre die beiden Sederabende in ihrer Küche, 1. Bez., Griechengasse 3, ab. Der Karte»»- vertanf sinder Sonntag den 5. und Mittwoch den 8. b. m der Küche irr der Zeit von 12 bis 3 Uhr statt. Der Jüdische HilfSverein. 9. Bez., Berggaffe 4, veranstaltet morgen von 9 bis 12 Uhr vormittags »»nd von halb 3 bis Z Uhr nachmittags in den Räumen des Humanilätsvereins B'nai B'rith, 9. Bez., UniverfitätSstraße 4. eine Verkaufsausstellung verschiedener von Mitt-olftaNdSfrauen hergestellter Heimarbeiten, zu deren Desichti-mrg er emladet. Zur Ausstellung gelangen: gestickte und aiourrevte Wäsche, Schüren» blau und weiß, Store-, Milieus und diverse Strckereien sowie Filetarberten. Re Raalf«k»itz.«a»roth. In Amerika ist sie der Begriff des Guten, der DeliLrkeffe und der höchsten, unangrzjweiselten Kaschruth. 80 Prozent der amerikanischen Inden essen Manischewitz-Mazzoth, die jetzt ihren Siege szu>g auch durch Europa machen. Die Mazzothfabrik Manischewitz ist von einer solchen Ausdehnung, daß sie ein Städtchen für sich bildet. Sde besitzt eine ganze Anzahl von den Ei-gentirmern erfundener Maschinen, die durch Patente geschützt sind, ein Laboratorium und sonstige Einrichtungen, deren einziger Zweck ift, die Mazzoth schmackhaft, hygienisch einwandfrei und leicht verdaulich zu gestalten und in sauberen Kartons frisch und nnzerbrochen in die Hände der Käufer gelangen zu lassen. -Diese einzig dastehende Mische Industrie, die an 500 jüdische Arbeiter beschäftigt, hat bowdefen, daß trotz Einhaltung der strengen rituellen Vorschriften eine Mazzoch erzeugt werden kann, die irnmer gleichmäßig gebacken, nie verbrannt und nie halibroh den Ofen verläßt, einen besonderen Genuß und Freude für die Feiertage bieten kann. Erst wenn man diese Mazzolh genießt, versteiht man, warum so viele Persönlichkeiten von Fach dieftr Mazzoch so viel Lob spenden, und nur der, der selbst das Vergnügen hatte, diese herrliche Fabrik zu sehen, begreift es, war»»m so viele Rabbiner von Amerika, Europa und Palästina, darunter der Verband der orthodoxen Rabbiner in Amerika, die allierftrenaste Kaschruch garantieren, und darum begreift man auch, warum diese Fabrik täglich 1,5 Millionen Mazzoch erzeugen kanm und warum diese Mazzoch von mehr als 5 Millionen Juden gegessen werde»». Der neue ValSklaafllm. Vorführung der Filmaufnahmen bein: 5n-st.-Grahgang am 29. Mörz 1925. Da bei der letzten Borführurg in: viele der Erschienenen kei-n-n Einlaß fände»'s-nvei hen.e, li) Uhr nachts, im Elile-Kiiro, 1. Bez., Wollzeile 3t. Aiedercholimg des Frlms „Das Land der Verheißung" fta'i'. Bei dieser Gelegenheit gelangen die Fi lm a u sn a h m.e n vo m H c rz l -Gra bgang zur Vovfschrnng/ Karten bis 1 Uhr mittags zu haben bei Max Ernst, 1. Bez., Rudolssplatz 3 sTel. 61.732); „Elektra", 1. Bez., Sevlerstätte 19 (76.268). und ab 4 Uhr nachmittags an der Kasse des Elite-Kinos (Tel. 79.334). — Die Aufnahmen vom Her.st-Grabgang werdenheute »md morgen-im Jsa-Palaft>kino (2. Be;., Taborstraße 1-3) vorgeführt. DAniA APPARATE w01 ifiiifimiiiiiminiif immmiinmimntfiii und Besiandteile ln bester Aus* MM M ■ > m föhrunR zu hilHgsten Preisen im EU AlVAM Beleuchtungshaus W QIICl Abt. RADIO Zentrale: VI., Gumpendorfferstr. B8B AUCH SIE MÜSSEN den wundervollen ■(nerikinlschcn Klelniippanit antören Komplett, eiaschlieselieh Antenne, X 450.000. Fixengestellte Teilzahlnnj'en Radiokonzert: Montag, Mittwoch und Fieitatr von 4-r-6Uhr!i|H lUSaAU*«« RADIO GESELLSCHAFT uWIrGICSS I.Helforslorfcrstrasse Nr.4 rBROAD CASTING die Weltmarke AUSLANDSEMPFANG auch mit Zimmer* oder Ereatzantenne (Betteinsatz) I Fabrikx Wien, V. BrSuhausgasse Nr. 6 I Itadtbureau» IV. Karlsplatx, Verkaufshallan Radioprogramm. Samstag de« 4. April, st Uhr: Marktbericht. — 11 bis 1 Uör: Bo »nittagstonzert. — 1 Uhr 5 Min.: Uraniazeit. — 1 Uhr 20 Mm.: Wetterbericht. — Va4 Uhr: Börse. — 8/44 Uhr: Nachrichtendienst. — 4 618.6 Uhr: Nachmittagskouzert. Erkel: Hunhady LaSzlo. Strauß: Lagunen-Walzer. Loewe: Archibald Douglas. Martini: Gavotte. Dclibesr Lakme. Liizt: LiebeStraum. Hildach: Der Spielmann. Komzak: Sl-B-C. Potpourri. Kondor: Der alte Zigeuneck Bqlta: La Peinadora. -• V,7 Ubr: SektionSchef UniversiLitHdyzent Dr. Robert Kauer: Berufsberatung, M. — 8 Uhrr DperettenauMhrnng. „Auf Befehl der Herzogin" von Bruno Granichstaedten. Musikalische Leitung r Kapellmeister W. Hahn. — 10 Uhr: Heitere Abendmustk. Mhue und Kunst. Lrcheftertoiijerte. Der iialiemsche Tondichter Ottorino Refpighi, der schon in seinem „Concerto gregoriano" in die alte Zeit zurückgreift, hat in seinen „Antiche dance ed Arie per lmto", die kürzlich pom Tonkünstlerorchester unter Klemens Krauß' Leitung zur Erstausführun'g tzebracht wurden, den Versuch gemacht, alte Tänze und Lieder zur Laute aus dem 16. Jahrhundert in orchestralem Gewände unserem Zeitgeist näher zu bringen. Er verwände!» das Streichorchester in eine einzige wohlklingend.? Riesenlaute, fügt aber so viel an melodisch Ungleichartigem und rucktveise Modulationen hinzu, daß dieser Bastard von Alt und Neu musikalisch unfruchtbar wird. Es ist eben nicht jedermanns Sache, zwischen historischer Treue und zeitgemäßem Empfinden den richtigen Ausgleich herbeiznführen. Je öfter man das Derdi-Requiem hört, deft» tbefer fWt man das Wunder dieser Schöpfung. Verdi :ut hier nicht Buße, er hüll» sich im „Dies irae" nicht in Sack und Asche, und selbst wenn die Posaune durch die grabgewölbten Hallen töm, verkündet er noch die Schönheit einer sinnenfrohen DisfeitSwelt, über der sich ein ewig blauer südlicher Opernhimmel wölbt. Der Urqwell der Gnade, den Verdi hier ancust, speist diese ewig junge Musik und ihr strahlendes Soloouartett, das gelegentlich der von Leopold R e»ch w e i n schwungvoll geleiteten Aufführung im Gesellschaftskonzert bei den Damen Foerstel und Anday. den Herren GrosaveSeu und Manowarda in bester Obhut war. —- Hohes Lob verdient auch eine Aufführung der zweiten Mahler-Symphonie unter Fritz Stiedry — der sich leider als Kvnzertdirigent in Wien »roch viel zu wenig durchgesetzt hat — mit den Sokisten Foerstel und Emilie B i t t n e r. Weniger wechevoll erklang Mrchlers „Lied von der Erde" unter Leitung von Oskar Fried, der hier anscheinend nicht an wchmütigeS Abschiednehmen dachte, sondern eine Paraderolle für einen Pultvirtuosen suchte und nicht fand. Zudem wurde er von der Solistin Käthe Schwarz völlig im Stich gelaffen, während der tüchtige Sänger Dr. Franz Szekelyhidy mit der Armut seines Ausdruckes den Reichtum der Mohlerschen Empfindungswelt kaum anzudöttten vermochte. slö. Mel Panns Werde»«»«. Eine Unterrednug mit dem Maler. Wir berichteten bereits über den großen Erfolg der AuSstellung des in Palästina lebenden jüdischen MalerS Abel Pann in Budapest. Vertretern der ungarischen Preffe gegenüber äußerte sich der Künstler über seinen Werd.gang und über die Kunftbestredungen der jüdischen Künstler in,. Palästina. Er sagte unter anderem: ,^Jch wurde in einem kleinen versteckten Dorf in L i v» l a n d, Hunderte von Kilometern von jeder größeren Stadt entfernt, geboren. Mein Vater war der Rabbiner deS Torfes und hätte es natürlich gerne gesehen, daß ich einst sein Erbe antvete. Aber ich konnte und mochte in den engen Grenzen des ruffischen Dörfchens nicht bleiben. Ich begann sehr früh zu zeichnen und es ist charakteristrsch für meinen Vater, der nicht so befangen und einseitig war wie seine Derufsgenoffen in Rußland, daß er meiner st er Lehrer im Zeichne» war. Aber diese primitiven Versuche befriedigten mich nicht und ich konnte das ewige Einerlei der grauen, freudlosen Tage nicht lange ertragen. In einer Wmtemacht. ich war zwölf Jahre alt, floh ich, mit einigen Kopeken in der Tasche, nach Wilna. Ich hungerte mich einige Tage durch, bis ich bei einem Lithographen als Lchrling Aufnahme fand. Hier kam es mir zum ersten Male zum Bewußtsein und es erwachte i» mir der Glaube, daß ich für den Künstlevberuf Lestvmmi sei. Das Ziel meiner Sehnsucht war Paris. Nach einigen Jahren voller Entbchrungen und Wider«. wärtigkriten kam ich endlich nach Paris. Was dann folgte^' mag vielleicht nicht mehr interessant sein. Ich gewann den großen Preis der Akademie, das 8 u x e m b u t g * 3ß u f c u nt; kaufte meine Bilder, meine Meister — Bouguereaux und Toulouse — waren stolz auf mich. Bor sechs Jahren ging ich als Tourist nach Palästina und hin dort geblieben. Hier in Palästina reift« mein langer Plan, an dessen Ausführung ich bis dahin nicht heranzutreten wagte, völlig aus. Ich wollte die Bibel in Bildern schassen und ich schritt zur Ausführung dieses mächtigen Werkes, das den gesamten StoffkreiS der jüdischen und der christlichen Bibel umfaffen wird. ES soll das nicht eine Illustration der Bibel werden, sondern eine BildbSbel, die völlig unabhängig ist vom Text. Ich will nrcht die Bibel einer Religion oder 5konfeffio« schössen, sonder« die Bibel der ganzen Menschheit. Ich denke, dieses Werk im Ber-- laufe von zchn Jahren zu vollenden und bis dahin fünfhundert Bilder fertigzüstellen. Bon diesen werden halbjährlich je 25 auch in Buchforin erscheinend IWtac die gegenwärtigen PerhSlinisse in Palästina machte AbÄ Pann die allgemein bekannten Mitteilungen. Nicht uninteressant ist, waS er über die sozial- Entwicklung im Lande sagte. „ES ist kein Zweifel, daß dar sozial« Leben sich noch im Anfangsstadium seiner Entwicklung befindet. Tagtäglich kommen auS allen Teilen der Welt Menschen verschiedener Geistigkeit und verschiedener Erziehung an. ES braucht einige Zeit, biS diese sich zu einer Einheit vers ch m e l z e n, bis sich aus den Wanderem der Welt das Böük herausbildet." Auf die Frage, in wÄcher Kunstrichtung er sich bewege, meinte Pann lächelnd: „Diese Frage hoben schon vide a« mich gerichtet und ich konnte sie niemals beantworten. Ich habe keine be-> stimmte Richtung, ich male, wie es mir das Herz diktiert, und das ist es auch, waS ich in der Kunst suche. Jeder Künstler, der sein Herz in seine Arbeit gießt, ist mein Bruder in der Kunst." Am de« Hatto«. Bürgtf» e « t«r. Morgen, S Ubr nachmittags, »Der Bauer als Millionär". 7 Uhr abends > U pielereten einer Kaiserin". Akademietheater. Morgen, 8 Uhr nachmittags, »D i e Fra u v o n v i e r, t g I a h r e n". */,8 Uhr abends .DerSchwan". BolkSoper. Heute «Meistersinger vv« N Ü r n b e r a .Morgen nachmittags „Carmen" mit Frau Mathä in der Tttelpartte. De» Don Iss» singt »u« erstenmal Herr Dr. Adrian. Abends ^Gräfin Mariza. . tu.? V* n $ 10 # 1 t.o rbeater. Alexander Moifft tritt heute„und Dienstag in PirandelloS .D i t So Un ft "v er Anständigkeit". Tolstois ..E r i st a n a l le »

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