Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1925-04-04 · Heft 2199 (4.4.1925) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2199 (4.4.1925)
Date
1925-04-04
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2979076-2981191-2981284--22400-3009809
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Vdke 1 Äken, SamSkag Vom Bundesrat genehmigt, -er auch -«schloß, gegen die Perssnalsteuernovelle keinen Einspruch zu .erheben. Am Einlauf der RativnalratSsttzimg -«fand sich unter anderen eine Regierungsvorlage betreffend di« Betrauung der Polizeidirektio» in W i < n mit den Agenden der Bahngendarmerie.. Die nächste Sitzung wird erst ln der -veilen LdrilWfte ftattfinden. _ Srwetternng der Nomvetevz de» »«ndernttes. Die chriftlichsozia-ken DundeSräte haken im Bundesrat einen Antrag eingv-racht, der aus eine Erweiterung der Kompetenz dieser höchst überflüssigen Körperschaft hinaus- Lruft. Demnach Men in Hinkunft di« GiÄringung von Regierungsvorlagen, die die Zuständigkeit der LandeSgesetzgekung oder Angelegenheit betreffen. di« sich auf dcis Der. hältnis des Bundes zu den Landern beziehen, an die vorherige Zustimmung des Bundesrates geknüpft sein. Der Bundesrat soll in Hinkunft auch durch Vermittlung der Regierung dem Rationalrat Gesetzesan tröge stellen können. Beschließt der DundeSrat ein Gesetz, dem die Regierung nicht zustvmmt. so hat diese den Gesetzesantrag des Bundesrates im Nationalrate einzubringen. Der Antrag hat wenig Ausstchl.Gesetz zu werden, da sowohl di« Sozialdemokraten als auch die Großdeutschen Gegner des NudbaueS der Machtbefugnisse der Länderkammer sind. Keine SrhShn«, der Studien,Er« -a de« Hochschulen. Di« Regierung hat sich mit der Frage der in Aussicht genommenen Verordnungen betreffend die Erhöhung der Studiengebuhren und Prüjfungstaxen an den Hochschulen in eingehenden Beratungen befaßt und ist zu der Auffassung gelangt, daß die wirtschaftlich« Lage eines großen Teiles der österreichischen Studentenschaft es geboten erscheinen läßt, mit den im Ginn« des Finanz» und Reformprcgrammes zum Wiederaufbaugesetze in diesem Belange durchzuführenden Maßnahmen erft in einem Zeitpunkte vorzugehen, in welchem alle Vorkehrungen getroffen sein werden, um auch den wirtschaftlich Schwächsten unter den Studieren, den im Weg« von Befreiungen und Zahlungserleichterungen die Fortsetzung der Studien Zweifellos zu ermöglichen. Auch glaubt di« Reg-rerai-ng, daß es nicht angemessen erscheint, die in Aussicht genommenen Ansatz« der Studiengebühren und Prüfungstaxen vor endgültiger Festsetzung einer neuerlichen Ueberprüfung unter Heranziehung aller in Betracht kommenden Interessrnvertveter durchzuführen. Aus diesen Erwägungen wurde der Beschluß gefaßt, *di« geplanten Gebührenerhöungen erst mit Beginn des Studienjahres 1925-26 in Mpksamkeit treten zu lassen, um in der Zwischengeil die Möglichkeit zu gewinnen, all oben «»gedeuteten vorbereitenden Maßnahmen in di« Weg« zu leiten. Demnach werden im Sammersemcster 1925 an den Hochschu-rn die Studiengebühren und Prüfungstaxen noch in dem bisherigen Ausmaß« zur Einholung geangen. Beduinen der Felder ihre unheilverkündenden Rufe an dunklen Abenden und Nach!«« durch die Täler untevhalb Bethlehem erklingen hören. Selten sind lange Zeiten derflössen. ohne daß sie sich aus dem Schlummer des Todes losreißen mußte, um über di« UnglüLschicksale zu trauern, die ihrem Volke drohten. Nicht ein Wort spricht Rahel, aber ihr Weinen klingt unheimlich durch die Still«, die chr Grab umgibt. Es wind von langpedehnten Schreien be» gleitet, wilder und schrecklicher, als es ein jetzt lebendes Wesen entsenden kann. Als wir dies hören, sagen wir zwei Reifegenossinnen zu einander, es fei nicht verwunderlich, daß Rahels Grab bis auf unsere Tag« bewacht wurde. Da alles Volk an sie als an die groß« Mutter glaubt, deren Lieb« zu ihren Spvößl-ingen m« sterben kann, konnte sie nie vergessen werden. und kein vom Weib« Geborener hat gewagt, die Hand gegen ihre Ruhestatt zu erheben. Wir sprechen vcu diesem, als der Wagen an dem »weihen Grabhaus vorbeifährt. Im fsl'ben Augenblick zucken wir heftia zu'sanvmen. Es ist jetzt nicht Abend, Indern .hellichter Bcrrmitag. aber dessernngeachtet hört man vom Grabe einen langen, unheimlichen, gedehnten Schrei und gleich darauf nach einen und noch einen. Das #wij« Tal ist wieder voll von diesen Lauten. -?e -unser Trommelfell zerreißen. Es liegt nichts Menschliches in ihnen, ja kaum etwas Tierisches. Es war nicht-, da- Ul dieser Welt daheim war. in der wir nun lebten. Es waren solche Schrel«, wie das wilde Weibtier sie am Morgen der .Zeiten auSgeftoßen haben mag. So hatte Eva gejammert, als Kain Atel bedrohte, so hatte Hagar über Jsmcrel geweint. So mußte Rahel. di« durch alle Zeiten Geliebte nnd Liebende, über ihr Boik wehklagen und jammern. Der Dragoman gibt in aller Wle dem Kutscher et» Zeichen, zu halten. Er springt audem Wagen and geht m die Grabka-mmer. Nach einer kleinen Welle kommt er zurück. Er erklärt uns. daß die furchtbaren Schreie von einer Bedui-nenfrau auSgestoßen wenden, die in der Gruft stcht «nd Rahe! mn Hilfe für einen kranken Sohn anruft. Wir sind halb und halb enttäuscht. Wir haken uns deinaye vovgespiegelt, daß es die Klage der große« Stammmutter ist, die wir Wir sage» zu einsMr/ dstz dich Wiener Maraenzettnng. «»»de» WIrner »metudrnür. Der Wiener Gemeinderat Mt gestern ein« kurze Sitzung ab, in welcher eine Reihe von Referentenanträgen, die Gewährung von S a chkrediten, Bewilligungen von Wohnhrusbauten und Subventionen an ver'chiedene Vereine, darunter das Volks- Heim und die Zentrasbibliothek, zum Gegenstände halten, ohne Debatte zum Beschluß erhoben wurden. Tten^o wurde beschaffen, auch in diesem Jahve wieder eine S ch a u». fensterkonkurrenz zu veranstalten. Für die Verbefferung der öffentlichsn Belettchtung wurden 500.000 Schilling und für di« Instandsetzung de- Leopoldstädter KinderspitaleS 27.600 Schilling bewilligt. Ueber einen DringlichteitSantrag dsr Ehristlichfozialen würde be'chloffen, den Gemeinderatsausschuß für ttchnische Angelegenheiten zu beauftragen, über den jüngst gemeldeten D.'cheinsturz in Oberilaa eine genaue Untersuchung zu führen. Tagesbericht. Gfn WaldemolralMer LerUls- Pascha wütet gegeu jüdische Kinder. Der Brigittenauer jüdische Turnverein Makksbi 20, welcher das Kinderturnen pflegt, erhielt vor Jabren von -er Sta.dtgernein.de das Benutzungsrecht für den Turnsaal der Kna-enbürgerfchuke Iäaevstraße. Bemerkt sei. daß alle soziaKemokratischen, christlich-fczia^en und deutschnationalen Turnvereine des Bezirkes SchEurnsäle benützen. Ende 1924 wurde dom Verein« der Turnsaal entzogen. Nach längerer Zeit erst wurde festgestellt, daß eine Anzeige «ingesanfen war, daß im Turnsaal« politische $cri<ißwniOinto«tt abgehalten werden. Man bederSe: Politisch« Versaw-mlnngen sechs- bis zwölfjähriger Kinder! Gomeindorat Doktor PlaschkeS konnte di« Unwahrheit der Anzeige beweisen und erhielt im Gemeinderot« di« Zusage, daß der leerstelende Turnsaal wieder dem Vereine zugewie'en wunde. Ms jedoch Doch« mn Woche verstrich, ohne daß daS Versprechen erfüllt wurde, riet der zuständige Magistrat^beamte. dem di« Sache peinlich zu werden begann, sich an den Dezirksvorsieher Ianeczek, Obmann des ÖrtsscknckraieS, zu wenden. Der C&twwtn des Turnvereines, Herr N i m m- Käufer, befolgt« diesen Rat und berichele in einem Briefe an Gemeinderat Dr. PlaschkeS wörtlich über den ,Ivfolg" dieser Bor^prache: »Heute sprach ich 'bei Herrn Bezirkevorsteher Ianeczek in der Angelegenheit des Turnsaals für Makkadi 20 vor. Herr Bezirk-Vorsteher Ianeczek sagte mir wörtlich: „Der Turnsaal 'st I^nen entzogen worden und Sie bekommen'' ihn trotz aller Interventionen des PlaschkeS nicht w'sder. Ich könnte mich hinter Formalitäten stecken, aber ich bin ein aulrichtiaer Mensch «und erkläre Ihnen folgendes: Nennen Sie eS Ge Walt, Terror. Willkür, wie immer Sie es wollen, aber ich sehe wich nicht veranlaßt, für eine Orqan'sation, deren Mandatar mich im Gemeinderate so angeg rissen hat, wie Dr. PlaschkeS. ivoend etwas zu tun." Ich ctWär+e hierauf, daß ich nifftt verschon werde, d'cse Aeußerung der Oeffentlichkett -ekekanntztkgetben." Beduinenfrau von Rahel selbst klagen gelernt halben muß. Diese Urzelttaiute mußte sie in kraend einer dunklen Nacht aus dem Grabe, dringen gestört haben, und nun w'ederhol-te sie sie so aut sie eS verstand, um die Teilnahme der schlummernden Toten zu erwecken. Wir saaen auch, daß solche Laute nicht in -er Kehle einer europäischen Frau weinen können. Wir sogen, daß wir in unserem Weltteil nie etwas Aehnliches hören werden. Wir sagen viel dergleichen, aber trotz alledem batte ich an diesem Sommertag. dom letztem Taae im August 1914. denselben wilden Laut dicht vor meinem eiaenen Haus gehört. Ich hotte den Schrei der wilden Mutter wiedcrerkannt, wenn ihrem Kinde Gefahr droht, wie jeder, der chn einmal gehört hat. sich für alle Zeiten daran erinnern muß und ihn nie verkennen kann. Die siortgewe^en tojircn, um die Sache zu untersuchen, kamen jetzt zurück. Sie ßagten. die Ru-sende sei «ine arme Frau, deren einr,'ger Sohn sie eben verlassen ftllte. um in den Kriegsdienst zu gehen. ES handelte sich um nichts als eine gewöhnliche WafferÄbung. aber sie g»'aubte. -aß er nie znrückkomnren würde, da doch jetzt an allen *Ecken und Enden Krieg war. Sie hatten i.br Vorwurf« gernacht, weit sie so wie ein« Wabu sirrnig« ge schrien und das gauze Haus erschreckt hatte. Aber sie batte zur Antwort gegeben, daß st« so schreien mußte. Sie kormte nicht ander-, da ihr Sahn nun in den Krieg sollt«, um getötet zu werden. Ach dachte -ei mir sellst, daß der hart« Zwang der Zeit den Laut aus der Urzeit, Rahels, der trauernden Mutter Wettren, tu ihre Kehle gelegt hatte. Es war lange her» daß man ihn in diesen Gegenden gehört hatte, so lanze. daß nie>ma»vd hätte sagen können, von welchem Wesen er herrührte. Aber min, -a der Krieg über die Walt laSgolassen war. tvar er aus der Tiefe der Menschennatur au>s«rweckt, und mn würde er nicht sobald vergessen werden. Vielleicht würden wir ihn jetzt so oft zu hören bekommen, baß alle auch in unserer weltsremden Gegend lernen würden, ihn wiederzr»erkennen. Glückliche, nFige Mütter, die nie geahnt hatten, boft es ehren solchen Laut gäbe, würden vielleicht Lernen müssen, daß er auch in Gm Kchl« wohnt«. gW fern ManHkrcht tdbvvtraHmi von Mawe g«a »z g §4 _4. April 1928 Nr. -ldy Weil Gemeinderat Dr. PlaschkeS die Hand5ungSweistt -es hochge-boreren Herrn Bez'rkttyrannen im Gemeinverate kritisiert hat, dürfen die Kinder jüdischer Bürger nicht turnen, werden sie der Mög-- l'chkeit beraubt.ihrenKörperattSrubUden. Die Kinder von Sr-ialdemckralen, Thristlichsozialen Und Hakettkreuz"em dürfen turnen, die I u d e n k i nv«t nicht! Das d.'ch im Schädel eines solchen BezirkS-onzen Vorgehen mag? Wir k.-mmen der freun-dlichen Aufforderung d:S Herrn Be;irkSvorst«hers nach und nennen hiermit fein Vorgehen: Gewalt, Terror, Willkür fchlimmst e r S o r t e. Dir sehen noch weiter und sagen, daß nur ein ordinärer, roher Flegel imstande 'st. fein Amt zu Zwecken drr Privatsache, und noch dazu Kindern gegenüber. so zu mißbrauchen. Wirrichtenandiesazialdemokratische Gemeindeverwaltung die Aufforderung, diese« voneinemgewtssenlosen, brutalen Menschen an jüdische» Kindern verübt «Unrecht gut zu mache». Eine politische Partei, mag sie noch so stark fein, darf sich nicht dazu hergeben. derartige NetergMe eines Genossen zu decken. Wenn die Partei diesen ganz unq>ualifizierten Menschen nach weiter.auf seinem Posten belaßt, fo mag sie das mit sich selbst ausmachen. Wir aber fordern Recht für unsere jüdischen Kinder! Kleine ßklrbniffe. Latz «S nur eine „Kapritz^ (mit mchreren „tz" $*- schrieben) von mir war, gebe ich ohneweiterS zu. Aber ich trug Verlangen nach einer internationalen Doppelkarte, ich wollte nämlich an eine italienischen Pension eine Anfrage richten und konnte schließlich nicht verlangen, daß die Leut« mir nicht nur di« Gesälligkeit erweisen sollten, zu antworten, sondern obendrein noch daS Porto zahlen. Der heimatliche Tabaktrafikant stand dem Problem fassungslos gegenüber. Er schob mich an das Postamt ab. Unser zuständiges" Postamt ist «in« havb« Stund« von unserer Wohnung entfernt. Ich riß mich blutenden Herzens von meinem Topfenkuchen loS, d^r in der Röhre dampfte, und verfügte mich zum Postamt. DaS blonde Fräulein, dom ich in wohlgesetzter Röde mein Anliegen vortrug, verachtete mich. Und legte keinen Wert darauf, aus ihrer Gesinnung ein Hehl zu machen. „Das ist doch ganz einfach," trumpfte sie meine geringe Intelligenz gebührend a-S. „ba hsben 8t« eine Doppelkart«, kleben Sie 2500 Ka auf jede Seite und fertig!" Leider lag der Fall nicht ganz so einfach, denn die Beftlrchtung war nicht von der Hand zu weisen, daß die italienische Pcst unsere Marken nicht unbedingt anerkennen würde. Dos blonde Fräulein haßte mich. UrH legte kotnen Wert darauf — —. Sie schob mich an den Vorstand ab. Der Herr Vorstand war bebrillt und sehr wohlwollend. „Werden wir gleich haben," versicherte er gütig. „Vielleicht mit einer Nachfratck>ierung." Ich setzte auseinander. „Hm. Ganz richtig. Tat-, sächlich. Ganz richtig." Pause. Plötzliche Eingebung. „Aber, wie wär's, wenn Sie ganz einfach die Rückantwortkarte nicht frankieren?" Glänzender Einfall. Hartnäckig wie ich nun einmal bin, möchte ich doch lieber die internationalle Karte. Der Herr Vorstand erstarrt zu Ei8. Und schob mich an daS Hauptpostamt ab. Obwchl eS sehr weit von UNS liegt und mein Topferrkuchen schon beim Weg zum B-tzirkSpostamt zur verkchlten Masse geworden war, fuhr ich doch hmoin. Die Beamtin laulschte mit starrem Ernst meiner bewegten Darlegung und schob mir schweigend eine DoppolSarte mit österreichischen Marken zu. kassiert« fünfzig Groschen «in und wandte sich schweigend ab. Da daS Urteil der obersten Instanz bekanntlich inappellabel ist. habe ich die Karte abgeschickt. Eine! Antwort ist nicht gekommen. Ich ohne warum. * Ipr allgemeinen gehört der „Semmering-Kurier" nicht zu meiner Lieblingslektüre. Aber wawt man nicht alles, wenn man im Wartezimmer dcS Zahnarztes wonnebebend der Bchrmaschine, des Watteknebels und der Maulsperre harrt! Also las ich die Kurlisie und fand folgende Blüteules« von Bornamen: Triva,. Irmgard, Pascal, Lorle (wie fuß!), Muriek, Lona, Igo, Aida. Zu allen diesen Namen denke man sich gute jüdische Zunamen. Daneben gibt eS in Verbindung mit solchen Zunamen natürlich noch MiaS, Trautes, NandlS, sogar eine Mena und eine Heda Gabri trachtet Ibsen-Erinnerungen wachzurufen. Auch ein Herr JagneS tritt auf. ckber das ist vermutlich nur ein verdruckter IacqueS. (Gefchicht ihm recht, warum nennt er sich nicht ehrlich Jakob.) Sel-bstverstnndl'ich ist daS alles heimisches Produkt. Ich gehöre nicht zu don Menschen, die exotische Vornamen grundsätzlich lächerlich finden. Denn ei« Herr auS Agram VjekoKav, eine Dam« aus Polen Recha heißt, ist natürlich nichts etnzuwenden. Die anderen aber sind Wiener. Wäre eS nicht höchste Zeit, den Leuten zu verbiete», daß sie sich, ihre Kinder und unS durch solche GefchmackloisiH« keiten lächerlich machen? * Wir befinden uns — o Gott, wem soll ich's klagen int angenehmen Besitz eines Vierteitelephons. Bisher war alleS sehr schön. Wenn daS Telephon zufällig funktionierte, hemmte -Seine Schrank« unser Mitteilungsbedürfnis. Andererseits funktionierte es so selten glatt, daß di« Post auch autf ihre Rechnung kam. An einem der letzten Tag« jedoch erschien ein Mann, der sich als Kontrollor vorstellte, den Apparat kn seine Bestandteile zerlegt« und mir drohend bemerkt«: »Me reden zu viel." Nun mag darichtig sein, aber wer läßt eS sich getn« sagen? Mein Platdoyer schnttt der Äestren-ge mit den Worten a>b: „Dreißig Mmnten dürien 8' reden. Selbstverständstch kenn« ich wie all« Wiener Telephonabontreuten meine Rechte nicht. Aber soviel weiß ich doch, daß d« Sprechzeit Vorige- Jahr vierzig Minuten betrug. Und daß sich in der Praxis »kntgnd darum gsbümarert hat, ab man ein paar Wirmten

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.