Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2197 (2.4.1925)
- Date
- 1925-04-02
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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VMK 4 wWilff HWHfcWWy AothschUdi Nammemaadat. ' ParG, 1. April. (Havas.) Die Kämmer hat in öfferü-. licher Abstimmung Mit 180 gegen 178 StlMMn beschlossen, «ine Untersuchung Üb.r die Wahlvorgange im Departement Häuter Alpes gelegentlich der Ersatzwahl von 1924 zu eröffnen, durch di« Baron Rothschild einen Sitz in der Kammer erhalten hat. VrateftsireU Btt Pariser Sludeittrn. Segen tte SchNehung der RechtSfakulta Paris» 1. April. (Tek.-Krmp.) Ter allgemeine StNbentenverband hat den Aus st and der Studenten aller fyoCuttd>teu vom 2. d. an beschlossen, um gegen die Schliessung der juristischen FMMt zu protestieren. Diese Streikpart/« ist auch an di« NniverstlätSstSdA in der Provinz gesandt worden. Im Prinzip soll der Ausstand so lange dauern, bis die juristische Fakultät wieder geöffnet wir-. Die Regierung beabsichtigt. die Fakultät erst nach den Osterferien wieder zu eröffnen. rer volnlsch-rusilschr zwlschkafasi beigelest. Moskau, 1. April. (R. T. A.) Nach Vechandlu-rgen zwischen dem Bollskt-minissariat des A-eußer« und der hiesigen polnischen diploma tischen Mssron hat diese heute dem polnischen Konsul in Minsk die Weisung erteilt, der Forderung der SowjekbehSrden nachzu/kommen, wonach der Priester Ufas das Konfu-latsgeMude sofort -u verikflsn habe. Die sofortige Verhaftung Ufaist ver- M worden. Der Prozeß gegen ihn «wind domnächst destiunen. , La» ätatrcmlrmttt zwischen Pasir unti «adle. Die Führer der Radlc-Partei aus freien Futz gesetzt. Di« Frank-Partci geht in der Paste-Partei auf. Belgrad, 1. April. „Wreme"meldet aus Agram: Die Internierten Führer der Radie-Partei, Dr. Maeit und Genossen, wurden auf freien Fuß gesetzt, weil die Polizei der Ansicht ist, dag dir Gründe für ihre Internierung aufgehört haben, zu wirken. Die F r a n k - P a r t e i, der rechte Flügel der kroatischen Bauernpartei, soll mit der radikalen Partei Verhandlungen über den E i n t r i t t in diese Partei führen. Die Gkupschtina vertagt. Belgrad, 1. April. (Avala.) Drs Skupfchbina hat hatte abends das B u dg< t p ro v i so r i u in mit ISO Gtimmen gegen ein«.Stimme erledigt und sich sodann mit Rück- .sicht ans die Osterfsiertage bis zum 28. d. vertagt. Nachwahl in ßiaab. Der Oppositionskandidat geschlagen. Budapest, 1. April. (Tel.-Komp.) Gestern ging der Wahlkampf um das Mandat des ersten Raaber Wahlbezirkes zu Ende. Der Kandidat der oppositionellen Kossuch- Partei, Dr. V a m b e r h, blieb mit 1835 Stimmen in der Minderheit. Es kommt zu einer Stichwahl zwischen dem Kandidaten der nationalen Bürgerpariei, Doktor Karl N e m e t h, und dem Kandidaten der christlichen Wirtschaftspartei, Dr. Desider Barczy. Di« Stichwahl findet «m 7. und 8. April statt. Var LeehAlaia der Nonfesiioara iu der Lschecho-Slowakei. Prag, 1. Avril. (Tfchccho-flow. Preßburea-u.) Per heute lm Abgcordnerenbaus im Druck verteilte Gesetzentwurf über dir gegenseitigen BerhällNisse der Religio n s b e k e n n t n i s s hat den Aweck, di« rechtliche Disparität in den einzelnen Landern^mf dem Gebiete deS gegenseitigen Verhältnisses dcc ReligionSgeNossenschaften zu beseitigen» hat also die materielle und formal« Unifikation zum Ziel. In dem Gesetz wird unter anderem bestimmt, daß mit vollendetem sechzehnten Leben-- ja hr jeder frei und Mständig über f&in Religionsbekenntnis zubestimmen berechtigt ist. Unter Rekiglonsbekenntnis ist gemäß diesem Gesetzentwurf auch der konfessionslose Stand zu verstehen. Das HauS zog sodann den Gesetzentwurf über die 8 e t t e l h a n k n o v e l l e in Beratung, vre Relchi-rSfidrnteawiihl« Verhandlungen Über einen republikanischen Einheit-- kandidaien. Berlin, 1. April. (Tel.-Komp.) Zivischen den Sozialbemokraten, den Demokraten und dem Zentrum sind bereits inoffizielle Verhandlungen Über die Aufstellung eines republikanischen Einheitskandidaien für di« Reichspräsidentenwa'hl eingeleitet worden. Im Reichstag bezeichnet man den früheren Reichskanzler Dr. Marx als d'se aussichtsreichst« Persönlichkeit. dir für die Nominierung als EinheiKandidat der drei Parteien in Betracht kommt. Ws Kompensation dafür, «daß die Sozialdentokraien aus ihren eigenen Parteikandidaten verzichten, soll Otto Braun preußischer Ministerpräsident werden. Ter gestern int Landtag zum preußischen Mini-'lerpräsidenten gowäblte Demokrat Dr. tzoepie-Aschoff D noch Astern abends aus Berlin abgereist. Es dürft« zu Neuwahlen für den preußischen Landtag kommen. Der sozialdemokratische Partrivosstand. der hcute Vormittags zu einer Beratung zusanimengetreten ist, hat sich wir die «BsPsche .Stift»?" ist Brinzip fßr Oesterrelchische Ker«n*Hajetsod Aktion Nützet die letzten Tage cktrnil das srfolgrelch durchgeführte Werk günstig abschliasfiei Schluss dir Aktions s. April Simstess den 4. April, 7 Uhr abend«, JUdischas Meeting Im Storebentempef, XV. Storehengasse. Redner; Afgxander Ooldachml»cil (Leiter der Aktion för die Bezirke XII, XIV and XV), Dr. Otto Abilo» und 0i«id Nobanxahl die Aufstellung einer republikanischen Sammrlkandidatur für den zw.iten Wahlgang ausgesprochen und gleichzeitig beschlossen, mtt den anderen Parteien der Weimarer Koalition^ über diese Sammelkandidatur in Verhandlungen einzutreten. Das Blatt hält eS nach diesem Beschluß für sicher, daß sich die drei republikanischen Parteien auf Dr. Marx alS Sammelkandidaten einigen werden. Pghner freigelaffen. München, 1. April. (Wolss.) Oberlandesgerichtsrat Pohner, drr wegen des Münchner Novemberputschesverurteilt worden war, ist aus der Festungshaft in Landsberg entlassen worden und bereits in München eingetroffen. Wie verlautet, wurde Pbhner B e w ä h r u n g Sf r i st bewilligt. - ' " Uatenichtrmlalft« Schneider iu Berli«. Der Bundesminister für Unterricht, Dr. Emil Schneider, ist nach Berlin gereist und wird während feiner Abwesenheit vom HeereSminister V a n g o r n vertreten. Ueher dte Reife Dr. Schneiders berichtet ein Wolfs- Telegramm vom 1. April: Der österreichische Bundesminister für Kultus und Unterricht, Dr. Emil Schneider, ist gestern abends in Berlin «ingetroffen. Er wird heute abends an dem Konzert der Bruckner-Vereinigung tellmhmen. Ahn» Asickkrhr. BundeKfinonzm-inister Dr. Ahrer ist in 'Begleitung des Sektionschefs Dr. Fofe und des Regierungsrates Bodo gestern abends aus Löndon in Wien oingelrrffon Kelterer Rückgang der Arbeitslosigkeit. Seit Mitte März 1995 ist der Stand der Arbe'M.sen in Wien neuerlich leicht zurückgcgangen (um 1344 Arbeitslose, darunter 1172 weibliche). Am 1. d. wurden 78.069 umterstühte Avbeitsrüose (davon 24.872 weibliche) gezählt. Ter stärkst« Rückgang der Arbeitslosen ist Mm Arbeitsnachweis der Deikleidungs-, Hu-t- und Textilindustrie zu verzeichnen, bei dem der UnierstützunMtan'd um 1257 auf 7180 zurückg?ganz«n ist. Di« Besserung der Lage auf dom AcheitSmarkt zoigit sich jedoch lediglich i n d e r S ch n e i d e r e i, bei wecher satzsongsmäß di« BeschLftigung begonnen hat. während in der Textil, und H u t i n d u st r i e die Beschäftigungandauamd schlecht ist. Im Baugewerbe ist die Zahl der Unterstützten um 414 aus 6793 zurückgogangen. Tiefer Wli-all ist im Verhältnis zur fortgeschrittenen Saison sehr schwach. Urin Streik der kousmüanllchen Angestellten. Gestern abends fanden im Greumim der Moner Kaufmannschaft Berhandlungen mit den kausmarmifchen Angoswllten statt, bbe* nach langwierigen Auketnandersetzuingen nachts zu einer Einigung führten. Di« Vertreter der Arbeitgeber legten dar, daß angesichts der gegenwär.t!- gen, überaus schtveren Lag« der ge'saw'kn Kaufmanufchaft eine Lohnerhöhung auch lbsim bbsten Willen nicht möglich sei. Sie errlärten sich jedoch bereit, den Kollektivvertrag nverändert bis Ende August dieses Jahres zu, verlängern und dahin zu wirken, daß angesichts der gegenwärtigen starken Arbeitslosigkeit bei den Entlassungen mit äußerster Rücksicht vorgegangeu werden soll. Die AngestellwnArtrcter nahmen diese Erklärung zur Kenntnis und erklärten sich bereit, bei der Donnerstag abends sdattfindenden Bersammlung der Angestellten da^'in u »virken, daß te i it e weiter e n ge w er kscha fti ch e n Ä i 1 t«l angewendet werden. Damit ist die Gefahr eines Stredks iu kausniännischen Betvieben 'LestiD, - - ——.- •-—-—- —■—1—-■ Sie SAttinteMten Kr ««M'Maen. Der WtSsMchssittrat»ze«s««e». Gestern vormittags fand im NecheigNllützSfM des Wirrer Handelsgerichts die AuZgleichSlagfahUNg Vor drei Geyer»Lühnen, Moderne- Theater. G. «. ß. H., Neue Wiener Bühne und Kammeifplele. und des Direktst« Siegfried Geyer als Privaischuldner unter dem Borsitz NS LberlandeSgerichiSraies T u e k s v i e statt. Der BuSgkeichS- Verwalter G r u d r r - G s n t r a m erstst«re eine« elvgr- -enden Bericht, der bei vorhandruen kLnfilertschen QuattiStsp drS Direktorkaufmännische und administrativ-ovMisSWNsche Mängel an de« BLHmn fefisteüie. ' Schkießktch smpfahl der AuSglstthSverwalter die Annahme der 25prozentigen Quote, di« innerhalb Mi HahrsN aH September d. I. in emfprechcnd verteilten Monatsraten zu begleichen wäre. Der AuSgleichSantrag wurde vs« der Majorität der Winbiger angenommen. Cttttnetoemmi Kt SdNakanedtew«. Gegen die Verkürzung des Pslegerinnenurlaubeß. Iu den staatlichen KrankenanstÄten ist eine A«g»- stelltenbewegung im Gange, die ihren Ursprurq vom Pflegepersonal herleitet. Den Pflegerinnen stand bisher eins U r l a u b S z«i t lm Ausmaße von v«r bis sechs Wochen zu» die man ihnen jetzt mit Unrecht auf zwei Wochen herabsetzen will. Der Pflegedienst in den Spitälern ist besonders schwer, und «8 ist ein« erwiesene Tatsache, daß die Schwestern, di« bei der Ausnichme vollkommen gesund sein müssen, nach einer mehrjährigen Tätigkeit bis zu 60 Prozent durch den aufreibenden Dienst an Tuberkulose erlronke». Begvttfl ich erweise halten di« Schwestern an ihrer berechtigten Urkaubsforderung fest. Sie werden darln von den Beämtün und der Cpitalsarbeiterfchaft nachdrücklichst unterstützt. Die Entscheidung wird Samstag fallen. Tagesbericht. Sie llniverßtSlsfeier der Wiener jüdische» Studentenschast. Die jüdisch« SÄldentenschaft Oesterreichs feierte goschr« die Eräs-fnung der hebräischen Universität in tz"ufüileM durch eine eindrucksvolle Kundgebung. Der groß- KonzerchauSseeck war überfüllt. Di« Feier stand unter dem Phrenproksktoral des britischen Gesandten Sir A ck e r s»D v u g l a s, der bei seinem Erscheinen und bei der Begrüßung durch den Obmann des GofamtverbandeS der jüdischen Studentenschaft. Judäa, Herrn Markus Benjaeob, mit stürmischen Ovationen gefeiert wurde. Zu dem Festabend hatten dia östarrekchffchs Bundesregierung, ferner di« Gssattdrschaiften des Deutschon Reiches, Belgiens, FrankrsichS, Italiens, PoLsnS, MmärvienS, des Köni-greiches S. H. S. und Japans Vertreter entsendet. Ferner waren evschtemn: Der Pvüsidont der Wiener Kul" tuSgcm«in>dc Prof. Pick, der Dizopäsident Dr. L3wenherz mit dem ersten Sökretär F uchs gel b, fämMchr Mitglieder des Zionistischen Landes ko miteaS für Oesterreich und ein Lertroter der Zionistischen Exekutive in London. Zahlreiche Professoren und Dozenten der Wiener Universität wohnten der Feier bei. BegrüssungSschreiben waren vom Bundeskanzleramt, vom Polizeipräsidium, von der dänischen, tzÄgischen und niederländischen Gasandtfchaft, vom Rektor der Wiener Universität, vom Dekanat der medizinischen Fakultät und von der B'naiE'rith- Löge in Linz vrngolanfen. Die Feier wurde durch einen OrgeAiortrag deS Professor- Leris Dile eingeleitet. AlS erster Redner ergriff der Präsident des Ziomst'.schvn Landeskomite.eS Dr. Jakob C h r l i ch das Wort. Er führte aus: „Ein geschichtlich denkwürdiger Dag neigt seinem Ende Zu. Ein klein cs, schwaches Doll, bar aller politischen Machtmittek, die auch heute noch das Schiüsall eines Volles bedingen, zerstreut über die ganze Welt, entschließt sich zu. einer Zeit seiner Erniedrigung, zu oiner Zeit, wo eS zu Boden gedrückt ist von der Sorg« um leine EManz, kaum daß eS auf feinem Men Heimat/boden Wurzel geschlagen hat» dem jüdischen Geist eine hochragende Dtätte zu errichten, und kaum P der Entschluß gefaßt. reift er auch schon zur Tat, und dem kleinen» schwache« Volke reicht, von den Sympachien des BöMrLundeL begleitet, eine große, edle Nation, vertreten durch einen ihrer Besten, durch Dalsour, dessen Name unvergessen bleiben wivd, solang« jüdische Menschm auf dieser Erde lebe», die stützende Hand» und auf jemem Berge, von dom auS Jerusalvm einst durch feindliche UÜbermacht zerstört wurde, eröffuet« heut« Weiz* mann im Verein mit Balsour eine Statt« des fpicdliche». geistigen SchafftnS, di« hebräische Universität, an welcher im jüdiischs Bebst sich frei und uugchindert entfalten und beitrag«» soll zur Echöhung der Kultur deS eigvnen Volkes und zur Vt» raicherung der ganze» Mewschlhebt. Ihr. die studleronde MSsch« Jugend, di« ich als di« B«r» anstaller des Festes namens der österreichischen Zionistisch«» Organisation bögrüße. ihr Hab« mit vollem Recht für euch d«« Vorzug in Anspruch genommen, den heutigen gvschichttichsn Tag in erster Linie feiern zu dürfen. Denn das leuchtende Gestirn der WisserlschLft, daS heut« in Zion ousgegangen ist, wird vor alle,» vnch seine (glückenden Strahlen zusenden, euch, di« ihr heute aus. akademischen Beben mehr als je engstirnigem Haß ausgsseht sßid. dessen geradezu barbarischen AuKdruckssovmen man auf Schrllt und Tritt begvgnM. wenn män gtjwun«» ist, der ersten Wiener BiSduirgsstätt« eilten Besuch abzustatts«. Mer eurer harrest «ich erhöht« Wicht«». Di« jWschs Studentenschast wird ein Pfeiler jener Brücke sein müssen, ditz dgß Mische geistige Me» WM»», mit dem Mche» Metz