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Wiener Morgenzeitung · 1925-03-29 · Heft 2193 (29.3.1925) · p. Seite 14

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2193 (29.3.1925)
Date
1925-03-29
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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S-ve 14 Wien, Sonnlag Tragödie zweier Bankiers. Gemeinsamer Todesgang in die Donau. In der Börsegasse bestellt öus Bankhaus Kolben /. Lehr, dessen Gesellschafter Leopold Kolben, Mar Lehr und Martin Nobel find. Freitag abends lieh nun der eine Teilhaber Leopold K o 1 b e n "de« «Koiellscbaster Nobel zu sich kommen. Dieser traf Kolben in höchst aufgeregtem Zustand und mit völlig d n r ch n ä ß t e « K l c u der» an. Kolben erzählte folgendes: Er und Lehr hätten beschlossen, sich tvegen der nngunstigen Lage ihrer Firnra zu töten. Mit Revolvern ausgerüstet, hätten sie sich gestern nachmittags nach Klosterneuburg begeben, dort Mschiedsbriefe geschrieben und feiert dann in die Auen.gegangen, um sich am Donanufer .zu erschießen, sie seien <mch vom Uferrand ins W a s s e r gegangen, bis ihnen die Flut bis zur Brust reichte. Kolben hörte dann einen Schuß krachen und sah, wie die Wogen der Donau seinen Kompagnon Lehr wegrissen. Kolben setzte die Waffe an und drückte los, aber der Revolver versagte. Ta stand» er von seinem Plan ab. arbeitete sich wieder bis ans Ufer und stieg aus dem Wasser. Als Ursache des Selbstmordes wird der Umstand angegeben, daß der Direktor der Union bank N e u ma n n bei diesem Bankhaus große 'Devisen- und Efsektenspekulationen durchgeführt hatte und dabei der Firma Kolben u. Lehr 400 Millionen Kronen schuldig geblieben ist. Ebenso blieb auch Direktor S u s s i u dem. Bankhaus einen größeren Geldbetrag schuldig. Ta Direktor Reumann auch an anderen Stellen größere Berbindlichkeiren entriert hatte, wurde er von seinem Posten suspendierr und nachher pensioniert. Die Inhaber der Firma Kolben u. Lehr hatten bis vor kurzem gehofft, daß sie durch irgendein Arrangeotent einen Teil ihrer Verluste bei Direktor Neumann werden herembvingen könncu. Ihre Hoffnung ist aber zunichte geworden. In der Verttveiflung über die dadurch erlittenen Verluste, durch welche auch das Bankhaus in seiner Existenz ernstlich gefährdet wurde, haben sich beide zum Selbstnrord entschloffen. An der Börse hat der Selbstmord ungeheures Aufsehen erregt, da die beiden Fivmeninhaber als seriöse Kaufleute guten Ruf genossen und sonst keinerlei Verbindlichkeiten hatten. Wiener ßhaluzim iu krez Fsrael. Die Chaluznnbewegung ergre-ift iuvmer mehr auch die westsüdische Jugend — sin Beweis dafür, wie echt und natürlich sie ist. Auch Wien entsandte in der letzten Zeit Chakuzim ins Land: es ist das die sogenannte Baumgartner Gruppe, die zehn Mann stark ist. Die Gruppe umfaßt ausschließlich Handwerker, und ihr nächstes Ziel ist es, vorerst eine eigene Schlosserei und Tischlerei zu errichten. Lhr Endziel jedoch eine geschloffene Baugruppe zu schaffen, die alle Bauarbeiten in eigener Regie durchzuführen in -der Lage ist. Als regelmäßige NiEewbeschäftigung beabsichtigt die Gruppe Garten- und Gemüsebau zu betreiben. Mitteilungen aus dem Publikum. Wiener: Merfenrettuna. 29. Marz 192. a*. 2108 MeinlKaffee Sabine Stahl Michel Heitner KoJptnea Czernowitz empfehlen sich als Verlobte Möbelfabrik J. Spira Feine Will, III. ÜSiMlttWI» 1~2 Wohnungseinrichtungen (Ecke Karl Schweighotergasse Feierliche Seder-Abende in Baden im streng mw Restaurant STERN, Baden bei Wien Antonshof, Antonsgasse 13. Vorzüglich«; Köche, zivile Preise, beste Bedienung. Voranmeldung erwünscht. Teppichhaus Möbelhaus S. SCHEIN WIEN, I. BAUERNMARKT 12-14 KEINE FILIALEN! TEPPICHE Möbelstoffe Vorhänge Decken Holzu. Polstermöbel Messingu. Eisenmöbel En gros Export En detail ADOLF TARLER Wien, T., Kohlmessergasse 6 Sächsische Strümpfe und Handschuhe En gros Export für Einzelne wie auch für Gruppen über Trieft, Mar- «eflle, Constanze und andere Hfifen werden vom Reiseburean „Continent“ Wien, IX. Spitalgasse 3 zu fünsUfea Bedingungen durdigeführt. 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Wie bereits berichtet, findet heute eine Protest- Versammlung der Wiener BühnenangesteIlten gegen die Lustbarkeitsabgabe statt. Dieser Versammlung wird der Bühnenveroin eine Resolution unterbreiten, die sehr entschieden gegen die n nsozialen W i r k u n g e n der Lustbarkeitssteuer Stellung nimmt. Die Resolution erklärt, daß die Lustbarkeitsabgabe nicht mehr als eine Besteuerung angesehen werden kann, >daß es sich vielmehr um eine Kommunalisier rung der Wiener Dheaterbetriebe handelt, bei welcher die Stadt an den Einnahmen hervorragend beteiligt ist, aber alle Lasten und Risken aus die Theaterunternehmungen. beziehungsweise deren Arbeiter und Angestellte wälzt, ohne daß diese auf die Kommunalisierung Einfluß üben können. Die ungeheure Last dieser Kommunalabgabe, welche zerstör e n d e Wirkung auf die DheateÄetriebe übt, führt, wenn sie ausrecht bleibt, lxizu,, daß ein Großteil der Wiener Bühnenangestellten gänzlich, ci!n anderer evmge Monate im Jahre a r b e i t.s l o s sein wird und trifft so in erster Linie Arbeiter und Angestellte. Diese protestieren daher gegen die antisoziale Kommunalisierung der Wiener Thea kerbet riebe und fordern eine sofortige Aenderung des Gesetzes über die Lustbarkeitsabgabe, wobei den Gewerkschaften der Bühnenangestellten entsprechender Einfluß auf die die Theater betreffende Steuergesetzgebung de/ Stadt Wien eingeraumt werden möge. Wiederausgabe der Kanzler- und Portorllo« e Zigarren. Mit 1. April werden die Ka nzler-Zigarren all» gomoin in den Verschleiß kommen und zugleich auch die von den Rauchern sttt mehr als einem h.rlben Jahre schmerzlich vermißten Portorlko-Zigarr?n wieder ausge-gvben werden. Die Kanzler-Zigarren waren schon anläßlich der Wiener Frühjahr- und Herbstmesse 1924 auf kurze Zeit tut Verschleiß zu haben, fanden aber so viel Nachfrage, daß sie schon m kürzester Zeit ausverkauft waren. Eine dieser großen Nachfrage entsprechende Erzeugung von Kanzler-Zigarren war vorerst nicht möglich, da eiben zu dieser Zeit d-e Reform der ZigarrenorzeiNMng in den Betrieben der Talbakregie alle ver- Kren Kräfte vollends in Anspruch nahm. Erst als die'neue äde in allen Fabriken durchgeführa war, konnte die Erzeugung der Kanzler-Zigarren so verstärkt werden, daß nunmehr die zur ollgemvinen Ausgabe n,ttvendigen Mengen zur Verfügung stehen, vnv die zur andauernden Fortführung des Verschleißes erforderliche Produktion im Gange ist. Die gleichen Ursachen battet» auch vie zeitweilige Einstellung des Verschleißes der Porwriko-Zigarrvn znr Folge. Auch hier stehen nunmehr wieder genügende Mengen znr Verfügung. Während bei der Kanzlcr-ZM'-re der Tarifprvis von 14 Groschen pro Stück beibehotten lvciden ttnnte, haben bei den Portoriko-Zigarrrn die m-zw't-schen gestiegenen Gestehungskosten ei,re Erhöhung des Verkaufspreises von 10 aus 12 Groschen notwendig gemacht Der Preis der für den Ausverkauf bestimmten „Gemischten Ausländer"-Zigarren pro 9 Groschen bleibt underänd.".'l. _ Am redaktionellen Teile enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangefehtes E gekennzeichnet. Wien. 29. Mörz. * Feige Ritnalmordhetze. Die Hakenkreuzlerpvesse dürstet nach neuer Betätigung. Sie braucht wieder eine Iudenhatz, und sie leitet tte in ihrer feigen Art durch den auffallenden Appell in der „Deutschen Arbeiterpresse": „Die jüdischen Ostern kommen! Volksgenossen: Arier! Palßt auf eure .Kinder an f!" ein. Sie bedient sich hierbei alter Methoden; die christliche Bevölkerung soll für die offenbar in geheimen Konventikoin entworfenen Pläne für neue Achenausschreitungen psychologisch vorbereitet werden. Dazu soll dve Lev t»detto»e» Sohnitt dieeH gante P au efior m die geaohmackvoUe Arbeit der Herrenearderobe aus dem ATELIER für moderne Herrenbekleidung EMANUELADLER Schneider Wien, II. Bes., Taborstrasse Nr. SO (Einfang Glosse SUdtgutg.Me) — Tel. 41.W1 II

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