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Wiener Morgenzeitung · 1925-03-25 · Heft 2189 (25.3.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2189 (25.3.1925)
Date
1925-03-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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|Polen; 30 aroszy | Wien: Zum Abholen in der Expedition, II., Taborstr. 1-3, oder in einer Verschleisstelle 'Trafik) monatl. 5 Schilling Strassen verkauf fn Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, 1., Wollzelle 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Wiener ♦ iiRnnniintmiimmin| STRUMI arzithl 1 sind di» basten -Wu Z 5 r. Bezirk, Rotensterntfasse 11 S S Telephon 47-7-17 g 5 Erzeugt unter der Aufsicht des s 3 weltberühmten orthodoxen Ober* 5 s rabbiners CHAINI JIZCHAK 3 — JERUCHEM aus Altstad1. 3 ufininniiimiiiiiniiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiHi Tsch e ehe-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon.Din. 60. Polen: Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Nachzahlungen he! P r e t «- erh6hangen rorbehalfen Rr. 2189 Wien. Mittwoch. 25. MSr, 1925 England: Mon. 4 Schilling, jtal i e n: Monatl. 18 Lire, Rumänien: Mon. 170 Lei, Bulgarien: Mon. 80Lewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion. Administration: Wien, ILTaborstr.l Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Stein mann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 7. Stahmann khamberlaln über das Genfer Protokoll. Die große UnterhnusdebatLe über die Sicherheitsfrage. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 24. März. Nach der Erledigung des Heevesibudgets, das unter Abbohnung eines gegen Ervichtmtg einer Flotten >bas>is in Singapore gerichteten Antrages Mae Donalds angenommen wurde, begann die mit großer Spannung erwartete Debatte Mer die S i ch e r h e i t s f r a g e. die durch eine Rede H.endersons, des Innenministers im Kabinett Mac Donald, eingeleitet wurde. Hendersrn erklärte, er >weigere sich zu glauben, daß das Genfer Protokoll tot sei. Er sei nicht überzeugt, daß her Vorschlag Ghambeckains, der das Protokoll, ersetzen soll, rascher zu einem Schiedsspruch und zur Abrüstung führen werde als das Genfer Protokoll. Was den deutschen Garantievorschlag anbange, werde nur der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund und nicht der Abschluß regionaler Garantie-Verträge, auch wenn diese Deutschland einschilössen, die erforderliche Grundlage für die Sicherheit des europäischen. Friedens geben. Die Arbeiterpartei sei dem Abschluß regionaler. Garantie Verträge, die doch nur' vom .Geiste des Militarismus beseelt, sein könnten, abgeneigt. Durch diese Vertragwürde die Welt in zwei bewaffnete Lager geteilt «werden. Herauf ergriff. Außenminister Chamberlain das Wort. Er betonte, daß er, als er sich nach Genf begab, eine Abschrift ■ des Dokumente s mit sich führte, welches Mac Donald am 5. Juli 1924 an das Völkerbnndsekretariat gesandt hatte und in dem der Abschluß eines g e g e n s e i t i g e n G a r a n t i e v e r t r a g e s vorgeschlbagen worden war. Ghamberlain erläuterte dann einige Stellen des englisch-französischen Memorandums, das anläßlich des Besuches Mae Donalds in Paris im Juli 1924 veröffentlicht und durch das der D a w e s - P l a n gerettet fwurde. Herriot.und Mae Donakd seien damals überein gekomnten, sich gemeinsam nach Gens zu begeben, um die Diskussion des Sicherbeiisproblems zu eröffnen. Sie kanten, salhen und 'siegten. Es zeigte sich aber -bald,, daß Herriot und Mae Donald trotz des freundschaftlichen Tones ihrer Reden eigentlich ganz verschiedene Ansichten bekundet hatten. Es sei gleichwohl eine einheitliche Formel ausgestellt worden und man hoffte, später auf Grund dieser Formel eine Einigung zu erzielen. Innerhalb von sechs Wochen habe die Bölkerbundversammlnng ein ganz gigantisches gesetzgeberisches Werk entworfen. Dieses Werk sei ebenso «rasch ausgearbeitet worden wie im englischen Parlament eine einfache WMvorbage. Ghamberlain erklärte weiter, die Grundlinien der deutschen Anrcgung ließen sich etwa folgendermaßen verdeutlichen: Deutschland ist an dem Abschluß eines Sonder Pakt es, der die Grundlage für eine friedliche Verständigung mit Frankreich bilden soll, interessiert. Zu diofem Zweck ist Deutschland bereit, mit den Mächten, die an der Rhein grenze inter-, effiert sind, einen Gegenseitigkeitspakt abzuschlicßen. Tlehnliche Schiedsgerichtsvertrage könnten mit den übrigen Staaten abgeschlossen werben, die eine gemeinsanie Grenze mit Deutschland haben, soferne diese Staaten einen solchen Vertrag wünschen. Diese Anregungen zielen, wenn ich sie recht verstehe — fuhr CfJTv»mVrToi.n «ort —. auk drn Gedanken ab. daü ^e"Fck>- land bereit ist, freiwillig das zu garantieren, tyas es bisher unter dem Zwange des Versailler Vertrages angenommen hat, nämlich den Status quo im Westen. Dagegen mag Deutschland nicht willens und nicht fähig sein, ähnliche Verzichte auf alle seine Hoffnungen und Ansprüche auszudehnen und darauf zu verzichten, daß eines Tages im Wege s r e u u dschaftl i'ch e n Einverständnisses und gegenseitiger Vereinbarung eine 2kbänderung seiner Ostgrenze erfolgen könnte. Polen und der deutsche Vorschlag. Warschau, 24. März. (P. T. A.^ In der heutigen Sitzung des Auswärtigen Ausschusses -des Sejm erklärte Außenminister S k r z y n s k i zu den letzten deutschen Vorschlägen betreffend den Garantiepakt unter anderem, Polen werde niemals einer Diskussion über die Revision seiner Grenze zustimmen und nicht zulasten, daß Vorwände geschaffen werden, die die öffentlliche Meinung irreführen oder die Position Polens schwächen könnten. Wir haben, sagte der Minister, zu foer französisch e n Regierung. vollstes Vertrauen. Das die beide Länder einigende Fveundschaftsband ist während meines letzten Aufenthaltes in Paris verstärkt worden, so daß Frankreich in u n s die unerschütterliche Grundlage ..seines Verteidigungssystems sehen kann. Die Gespräche mit Chamberlain haben mich überzeugt, daß die englische Regierung keine Prosette betreffend eine Revision der Grenzen hat. Die Sicherheit Polens gründet sich auf seine Wehrmacht und auf seine Bundesgenossen. Sonntag den 29. d. erscheint eine FeMummer der „Wiener Morgenreilnyg" aus Anlaß der Eröffnung der hebräischen Universität in Jerusalem. Diese Nummer unseres Blattes, w. (che bedeutend verftiirtteu Umsaug hat und mit » zahlreiche» FlWrutioue» ausgestattet ist, enthält unter anderem folgende Beiträge: Prof. Dr. Chaim Weizmann (Präsident der Zionistischen Weltorganisation): Der Festtag. Nähum Sokolow (Präsident der Zionistischen Exekutive): Die hebräische Universität in Jerusalem. Univ.-Prof. Dr. S. B r o d e t s k y (Leeds): Die wissenschaftliche Bedeutung der hebräischen Universität in Jerusalem. Univ.-Prof. Adolf Strausz: Zur jüdisch-arabischen Frage. Prof. Dr. Heinrich L o e w e (Berliner Staatsbibliothek): Bor dem Bau. Dr. Hugo Bergmann (Bibliothekar der Universitätsbibliothek in Jerusalem): Universität und Universitätsbibliothek. Ch. D. S ch a ch a r (Jerusalem): Das hebräische Unterrichtswesen in Erez Israel. Albert Thomas (Präsident des Internationalen Arbeitsamtes in Genf): Die jüdische' hohe Schule. Oberrabbiner Dr. I. N i e m i r o w e r (Bukarest): Eine Jabnehakademie. Adolf Böhm (Direktor des Jüdischen Nationalfonds): Die Jndustrieentwicklung Palästinas. Ludwig Lewisohn: Die Universität und die Welt. * * *: Die Vorgeschichte des Universitätsplanes. Felix Salten: Im Hause der Exekutive. Ben-Ami: Technisch, nicht mathematisch denken! Dr. N. M. Gelber (Wien): Zur Frage eines historischen Forschungsinstitutes an der hebräischen Universität. S. Meisels (Wien): Elieser Ben-Jehuda. Ferner enthält die Nummer Aeußerungen einer Reihe von Staatsmännern und politischen Persönlichkeiten über das Universltätswerk, so von Lord B a l f o u r, Eduard Herriot, Paul P a i n l e v e, Leon B l u m u. v. a. Die Leistung des Zionismus. —7. Wien. 2b Marz. „Es soll freimütig zugestanden werden, daß der Jude auf seine Leistung in Palästina stolz sein darf," schreibt der Jerusalemer Korrespondent der „Times". Seine Aeußerung ist in Anbetracht der Vorgänge in diesem Lande und des Widerhalls, den sie in der Welt wecken, ein sehr ins Gewicht fallendes Urteil. Durch die politische Stellungnahme des Völkerbundes ist das Interesse für Palästina aus der Sentimentalität frommen Sinnens in das Gebiet der praktischen Erwägungen überführt worden. Noch mehr aber ist dies durch die jüdische Arbeit geschehen. Zu stark ist der Unterschied zwischen den vom modernsten Geist und von Werkfreude geschaffenen jüdischen Siedelungen und den von der arabischen Schlachta ausgewucherten Fellachendörfern. Das Land, das den Augen der Menschheit schon entschwunden war, ist ihr wiedergegeben worden und heischt seinen Platz in den Aufzeichnnngen der Politik, in den Büchern der Kultur und in den Ziffernkalkülen der Weltwirtschaft. Wer heute sich mit der Judenfrage beschäftigt, muß an Palästina denken, und wer diesem Land sein Augenmerk zuwendet, steht sofort vor dem jüdischen Problem. Palästina und das jüdische Volk sind heute wieder enge miteinander verbunden, und diese Tatsache steht heute in der vordersten .Reihe der Elemente der Meltpolitik. Jede bewußte Form öffentlicher Arbeit, ob sie Nun kulturellen oder sozialen Fragen sich widmet, muß sich mit dem Judentum, mit den jüdischen .Vorstellungen auseinandersetzen und dies mit schärfster, Berücksichtigung der durch die Völkerbundbeschlüsse vom Grund aus geänderten Weltstellung des Judentums. Daß es so geworden ist,'erkennt heute das ganze Judentum und auch der Nichtzionist gesteht diese Wendung zu. Er sieht das Werk -der jüdischen Jugend in Palästina und weiß, daß es nicht von ungefähr entstanden ist, sondern daß es das Resultat einer langjährigen geistigen und national-politischen Schulung darstellt und daß seine Grundlage die Ratifizierung des Mandates ist, der große politische Erfolg des Zionismus. Nur die jüdischnationale Organisation hat dies erreicht, nur sie hat ein volles Vierteljahrhundert unbeirrt darauf hingewirkt, die im Baseler Programm geforderte öffentlich-rechtliche Sicherung der Heimstätte zu erreichen. Sie hat ein Netz von Vereinen und Ortsgruppen über die ganze Welt gelegt und dafür gesorgt, daß in jedem Ort, in welchem Juden leben und tätig sind, auch von Zion gesprochen wird, von den unverjährbaren Ansprüchen der Juden auf Land und freie Entwicklung ihrer nationalen Art, ihrer Sprache, ihrer Kultur. Diese organisierte Arbeit hat Früchte getragen. Jeder Jude, der im Dienste des zionistischen Programmes steht, ist Träger der Idee, ist dazu erzogen worden, an die Gemeinschaft zu denken und für sie zu wirken, in der Sorge für die Gesamtheit den höchsten Inhalt seines Lebens zu finden. Diese durch 25 Jahre fortgesetzte Erziehungsarbeit war die Vorbereitung für das Stadium der Entwicklung, das heute erreicht ist und von dem aus die neue, weitaus schwierigere Etappe des Aufbaues beginnt. Ohne die Zionistische Organisation, ohne ihr System der politischen Schulung eines dem politischen Eigenleben entfremdeten Volkes gäbe es keine Balfour-Deklaration, keine Planwirtschaft im Aufbau. Es ist viele und gute Arbeit geleistet worden, um den einzelnen, den die Idee erfaßte, mit ihr vertraut zu machen und ihn bis zu jenem Punkt zu führen, wo er sich in die Gesamtheit einfühlt, daß er ein Stück von ihr wird. Jeder, wo immer er steht-, ist ein Diener an diesem Werk, und nur dadurch, daß dies jeder erkannte, ist die erste Etappe zurückgelegt worden, die in der jüdischen Universität ihren Scblnßpunkt erhält. Der Zionismus ist allein ans Werk gegangen und hat allein.gekämpft hegen die Politischen Verhältnisse, gegen die zur Sterilität erstarrte Apathie der Welt. Er ist im Judentum Minorität geblieben. Aber wenn heute das jüdische Volk von Palästina svricht, wenn heute die Zelle der jüdischen Freiheit im Werden ist und unter den Augen der Völker sich erweitert, so ist das der zionistische Geist, der über den organisatorischen Rahmen hinausgetragen worden ist. Wir haben dies niemals als eine Parteisache angesehen und die Voraus- «in ausgelassenesWarenlager darunter Covercoat, Moderfpte, Modeschotten, moderne Seiden- und Waschstoffe, gelangt jetzt zu spottbilligen, unerreichten Preisen zum Verkaufe hei Kann & Fried zelle 4ü lim heil)

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