Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2188 (24.3.1925)
- Date
- 1925-03-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Polen: aOarötrH Wi cn: Zum Abholen in der Expedition, II., Taborstr. 1-3, oder in einer Verschlelsstelle ''Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Ool dschmied, 1.. Wollzeile ‘11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling M iinmimtiiinmiiiitini5i STRUMI azzoth s sind die beeten "Wk s teuer s 2. Bezirk, Roientterngasse II S jgj Telephon 47-7-17 3| 5 Erzeugt unter der Aufsicht des *5 weltberühmten orthodoxen Ober- 3 3 rabbiners CMAIM JI2CHAK 3 JKRUCHEM aus Altstad'. 3 ctfiiiiiifiiiifiiiiitiiriiiiiiiiiiniiiiffüitiiiiiiHiHi IPreis 20 g Tschccho-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Nachzahlungen bei Preiserhöhungen Vorbehalten England: Mon. 4 Schilling, Italien: Monatl. 18 Lire, Rumänien: Mon. 170 Lei, Bulgarien: Mon. 80 Lewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion. Administration: Wien, II.Taborstr.l Telephone: 41-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr, 150.693 Nr. 21S8 Wien. Dienstag. 24. MSrr 1925 7. Jahrgang Völkerbund und Internationaler Gerichtshof. Entscheidungen über den Polen-Samig-Konflitt und über die Kompetenz des Völterbundrates im griechisch-türkischen Streitfall. Genf, 23. Marz. (Schweiz. Dep.-Ag.) In feiner letzten Tagung hat der Völkerbund beschlossen, dem internationalen ständigen Gerichtshof im Haag Zwei Fragen zur Ansichtsäußerung zu unterbreiten. Die eine bezieht sich auf die Differenzen Mischen Danzig und Polen wegen des polnischen Postdienstes in Danzig. Angesichts der Bedeutung der Angelegenheit hat der Völkerbundrat den internationalen ständigen Gerichtshof gebeten, sich dringlich mit ihr zu büschästigen, damit der Rat in seiner Tagung vom Juni Kenntnis von der Ansicht des Gerichtshofes nehmen könne. Der Vorsitzende hat daher den Gerichtshof für den 14. April 1925 zu einer autzerordentlichen Tagung einberufen. Die gegenwärtige außerordentliche Tagung wird am 26. März abgeschlossen werden. Die zweite Frage bezieht sich auf die an den Völkerbund gerichtete Beschwerde der griechischen Regierung wegen der Ausweisung des Patriarchen aus KonstantinopcL Die türkische Regierung spricht dem Völkerbundrat das Recht ab,' sich mit der Angelegenheit zu befassen. Ter Völkerbundrat legt nun dem Gerichtshof die Prüfung der Frage seiner Zuständigkeit vor. Diese Frage wird während der ordentlichen Juniscssion behandelt werden. Bulgarische Spionage im Aeroplan. Belgrad, 23. März. (Tel.-Konrp.) Zwischen der bulg a r ds'che'n- und der j n g o f l a w i s ch e n Regierung ist ‘ ein . neuer d iplo ma t i s che r K o n f l i k t ent standen. Vor einiger Zeit mußte ein bulgarisches.Flugzeug ans jngoslawischem Gebiet eine Notlandung vornehmen. Die serbischen Behörden beschlagnahmten.den Aeroplan. Die bulgarische Regierung verlangte die Rückerstattung des Aeroplans und behauptete, daß das Flugzeug das, Eigentum einer P r i va t g e s e l-l schaff sei. Die bulgarische' Regierung verlangte auch die sofortige Freilassung der beiden Flugzeugführer, die nach ihrer Angabe Z i v i l p i l o t e n gewesen seien. Die fugoislawli>schen Behörden ordneten eine Untersuchung des Zwischenfalles an, wobei es . sich heranslstellte, daß' die . beiden Flieger akti v e Off i z i e r e der bulgarischen Armee sind. Ferner wurde festgestellt, daß es sich nicht um ein Zivil-, sondern um ein .Militärs l u gze n g' handelt. Das bulgarische 'Flugzeug hatte sich auch keineswegs über jugoslawisches Gebiet, verirrt, sondern cs war auf einem Erkundungsflug auf der Linie Risch,— Pirot begriffen. 'Man fand im Aeroplan zwei Photographische A u f n a h m e n, jugoslawischen Gebietes. 8er 14. Zionistenkongreß in Men. Die Radie-Mandate vor der Skupschtina. Lärmszenen. — Ein Oppositionsblock. Belgrad, 23. März. In der gestrigen und in der heutigen Sitzung, der Skupschtina, indenen die. Debatte über die Verifikation der Mandate, beziehungsweise den Antrag des Verifikationsausschusses, die Mandate der Radic-Partei zu annullieren, durchgeführt wurde, kam es mehrfach zu heftigen S z e u e n, die in T ä t l i ch k eiten übergingen. Bisher ist erst' der Antrag des Verfikntionsausschusses, die Mandate zu verifizieren, gegen die keine Einwendung erhoben wurde, durch Abstimmung erledigt. Er wurde angenonimen. In der gestrigen Sitzung verlas der Führer des oppositionellen Blocks, Davidovic, eine Erklärung, worin die Konstituierung eines Blocks der nationalen Ein igung und der bäuerlichen Demokrati e mit der Feststellung mitgeteilt wird, daß der Block aus 139 Deputierten bestehe, der die Radic- Partei, ‘ die Demokraten, die bosnischen Muselmanen und die katholischen Slowenen umfasse. Die Erklärung verkündet die Gleichheit aller Serben, Kroaten und Slowenen und sieht den Staat als eine Einheit an, deren Grenzen unantastbar sein müssen. Als Berfassungsform wird die parlamentarische M o na r ch i e nach dem Muster Englands vorgeschlagen. Jugoslawien müsse ein Bauernstaat mit Selbstverwaltung von der Gemeinde bis zum Parlament sein. Der Grundsatz des Privateigentums wird festgchalten. - Aus 2 o n d o tt wird Uns berichtet: Me Zionistische Exekutive hat im Einvernehmen mit dem Präsidium des Aktionskomitees beschlossen, dem Aktionskomitee die Einberufung des 14. Kongresses für Mitte A u g u st n a ch W i e n vorzuschlagen. In Ausführung des Beschlusses wurde an die Mitglieder „des Aktionskomitees ein Zirkularschreiben versandt mit der Aufforderung, diesem Beschluß ihre Zustimmung zu geben. Die nächste Sitzung des Aktionskomitees wird voraussichtlich Ende April in B e r l i n stattfinden. Die tzrössnung der ägtzvtlfchen Parlaments. . Ein oppositioneller Kammerpräsident. London, 23.. März. (Tel.-Komp.) Wie aus Kairo berichtet wird, hat König Fuad heute vormittags die ägyptische Nationalversammlung eröffnet. In der T h r o n r e de drückte der König die Hoffnung aus, daß die Mörder des Sirdar bald der gerechten Bestrafung zugeführt sein werden. Die Beziehungen Aegyptens zu England, die infolge des Mordes getrübt waren, seien wieder vollkommen normal. Sodann wurde Zaghlul Pascha mit 121 gegen 85 Stimmen zum Kammerpräsidenten gewählt. Das Parlament aufgelöst! London, 23. März. Wie bas. Reutersche Bureau aus Kairo meldet, hat das M >i n i st e r i u m infolge der Wahl Zaghlul Paschas zum Kanrmerpräsidenten seine Entlassung emgereicht. Der König hat jedoch die Entlassung ab g e l e h n t. Das ägyptische arlament wurde nach einer Dauer von nur zehn Tagen a u f g e l ö st. Das Ende kam mit dramatischer Plötzlichkeit. Siwar Pascha trat während der Mahl der Zensoren ein, gab Befehl zur Unterbrechung der Sitzung, verlas das Dekret, das durch sichelnde Zurufe der Zaghlulisten begrüßt wurde. Die deutsche Präsidentenwahl. Einigung der Linken — für den zweiten Wahlgang. Berlin, 28. März. (Tel.-Komp.) Wie. verlautet, ist zwischen den Präsidentschastkandidaten der an der W e imarer Koalition beteiligten drei Parteien, nämlich zwischen Brau n, H e l l p a ch und M a r x, eine Uebereinstimmnng dahin erzielt worden, daß jeder von ihnen bereit sei, im Falle der Notwendigkeit eines Zusammengehens der drei Parteien für den z w e i t e n W a h l g a n g ans die Präsidentschaftskandidatur zugunsten eines gemeinsamen K a n d i d a t e n zu verzichten. Damit soll der Zusammenschluß der drei Parteien für den zweiten Wahlgang der Präsidentschaftstvahl ermöglicht werden. E' > Bestätigung dieser Nachricht steht noch ans. ^^illllllllllillilHmiililllilillllllllilililillllimilHIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIII^K ■ Berliner n D Häuser!! Wir kaufen und vermitteln, beleihen lastenfreie und belastete Grundstücke, übernehmen Verwaltungen zu kulantesten Bedingungen „Felicia“, Grundstiickges. nt. b. H. Berlin N 24, Friedrichstrasse 118 Wiener Vertreter: M. MUnser, Wien, l, Hessqasse 7 \ Sprechstunden: 10-12 vorm., 3—6 nachm. # iSatiimliltWe» Hasard. —y. W.i e u. 24. März. Gestern früh hatte die amtliche Pariser Agentur mitgeteilt, daß Deutschland die Absicht habe, vorbehaltlos um die Aufnahme in den Völkerbund anzusuchen. Die Meldung. schien bedenklich.' Aber sie. war von dem Nachrichtenamt der französischen Regierung verbreitet worden, was der Meldung innere Autorität gab. Am Nachmittag stellte dann das Wolffschc Bureau fest, daß die Havas-Nachricht nicht zutresse. Beide Stellen haben die Wahrheit gemeldet, die' französische auf Grund der Situation vom Sonntags die'Berliner nach der Lage vom Montag. Inzwischen hat sich nämlich die Palastrevolution der Deutschnationalen.-gegen das Kabinett zu einem offenen Kampf entwickelt, der eine weitergehende Verständigung zwischen Paris und Berlin von Vorneherein unmöglich macht. Die deutsche Regierung glaubt Grund zur Annahme zu haben, daß England ihren Standpunkt bezüglich der Ost- und der Westgrenzen teilt. Deutschland glaubt den Zeitpunkt günstig; wieder einmal glänzt die Fata morgana des englischfranzösischen Zerwürfnisses und so will Berlin den Versailler Pakt teilen. Indem es die Rheingrenze akzeptiert, glaubt cs Frankreich zu gewinnen, um dann entweder mit Frankreich gegen England oder mit England gegen- Frankreich zu gehen. Wie's später einmal sich ergeben, wird. Aber die Rhemgrcnze ist auch die Ostgrenze. Im Krieg hat einmal — es war nach dem-Sixtus-Brief — Czernin gesagt, er fechte in Triest für Straßburg. In sinngemäßer Modifikation sagt heute Frankreich, das Frankreich' Herriots und Poin'eares. dasselbe und die Verträge mit Polen können nicht so einfach hinwegdemeutiert werden. Der Friedensvertrag von Versailles ist, so anfechtbar und leichtfertig er in den Teilen zusamMengestellt sein mag, doch ein Ganzes. Es mgg sein, daß früher oder später seine inneren Unmöglichkeiten, sein vollkommenes Versagen in der Minoritätensrage, die Revision erzwingen werden und Deutschland, sowie jeder andere benachteiligte Staat und jede Minorität muß das Recht haben, auf dieses Ziel hinzuavbeiten. Aber nicht auf dem Wege der listigen Diplomatie, sondern nur im Rahmen des Völkerbundes. Dort allein sind die Möglichkeiten gegeben, ein Einverständnis aller herbeizusühren. Das is! im Wesen die These Chamberlains, der sich dagegen wendet, daß der Völkerbund in seiner heutigen Zusammensetzung schwerwiegende Beschlüsse faßt, die alle, auch die AußenifpifimthiM,' binden sollen. Die Besvreckunaen zwischen stehenden, binden sollen. Die Besprechungen zwischen Herriot und Chamberlain, die nach der Genfer Konferenz stattfanden, dienten dem Zwecks hierüber ein Einvernehmen zn erzielen. Hierbei ergab sich, daß England die deutschen Vorschläge wohl als verhandlungsfähig betrachtet, sie aber nicht akzeptiert, daß es vielmehr den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund als mehr den Eintritt Deutschlands in den VölkerbunD als unbedingte Voraussetzung stellt. Bei diesem Punkt glaubte' Paris, die Zusicherungen Stresemanns als Richtung der deutschen Politik nehmen zu können. Aber in Berlin kämpfen die Nationalisten um die Stelle des Präsidenten und um die Macht in Preußen. Sie würden Frühjahrs-" ' " ÄSWÄ Ulfe Schiffmann ■HnsnwKHHi II. Taborstraße 48 Telenhon 47-1-7P En gros En detail 23 232348234853482323235348535348484823 9099999999999999994454