Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2186 (22.3.1925)
- Date
- 1925-03-22
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
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■V«l «r «SS Wien, GdnÄag Gerichtssaal. »gudra sind Tein Vabllk««!* / Aus dem Badener Kurlebe«. ArrS Diener-Neustadt wird uns berichtet: Bor eins»« Schösst'nfertat des hissten Krcisgerichtes u«rer dem Borst.-e des ^'LerlendeSg-richtSrate- Dr. Schulhof halten sich der MaF»a;inS^ehi.'fe Fraitq Schuster und der Gewerkschaf s- «uMsteüte Franz Kl instar, beide airS Baden, wegen Verbrechens der schweren körperliche Beschäd!g»"N.i |\t vermrt- . — ~ erster Staatsairwalt Dr. Io» l fungierte Dr. Siegmnnd .... »des a>uZ: Sonntag den 17. Ai»M.st vorigen Iälires kam es im Badener Kurpark Avkschrn ParÜLesuchern und dom Berrretsr Görisried Stent tz e r sowie dam SchmieL^ehLstm Franvz Bawnrgartner zu Auseutandevsevungen, weil letzterer die Heterikreuzlerzeituno „D er eiserne Besen" derkAoft« mrd ste laut <m$* tief. Di« Polizei fltiff ein urtb den beid.n tDurfte der weiter« Sctfüiuf der Zepnnqen verboten. Ans Grunv dieses BorfalleS mUanafytt die Ordnerwehr da» RrpMikanssches Schutzbundes «jaan DomonstrarionS-ug, wöbet e» besm Gaschmch .,Znm BatzerhäustC, dom B. oeinSlokal der .HaSenörew-ler, zu Ärmen« bin Kundgebungen kam. I,n weiterin Verlaufe wurden Ste« nitzer rmd Vmmrgartner von den Rvpwbllkanevn mir Stöcken und FauftschlLgen bearbeitet. Stenützcr erlvtt schwöre Bar» fefctttwn. Durch die Zougsnauss-agen wurde einwandfrei si.st« 5" It, daß die beiden Angeklagten die ^.tpitaiier bei den Mißlungen waren. MS der Vorsitzende den Zengen Stenitzer e. ob im Park viel Publikrtm anuxssend war, fasste dieser: J9lc in. nurein paar Juden, aber die sind doch rein Publikum." Er wird vom Vorsitzenden wog-n dieser Aeußerung ermahnt. In seinem Schluha-ntraa bat der Bor» tvoter des Privatbeiek.'ipten. Dr. SB f ü nt e l «aus Wien, um eine mÄde Bestrafung der Angeklagten. weil der Besetzte seMt der Meinung ist. daß die Täter nur irregeleitet wurden. Schuster wurde im vollen Umfange der Anklage zu ei»rvr v i e r m o n atigen Kerkerstrafe. Klinger wegert Versucher schwerer körperlicher Beschädigung zu einer zehntägigen Arrest strafe, deide mit hartem Lager verurteilt. gnväüdenlor. Delbstmorddrohung vor G rkchl. An zwei aufeinanderfolgenden Tagen fanden vor dem Bsrda hatten tm Jahre 1619 ihren Einspruch auf Invalidenrente angemeLdet. harten aber zu dreier Zeit noch nicht die vmr ihnen angesuchte^österreichliche Staatsbürgerschaft und die Zuständigkeit nach Wien erlangt. Durch eine Verzögerung der Evle-dlgung seitens der Gemeinde Wien erhielten sie die Zuständigkeit erst dann, als die gesetzliche Frist zur Anmeldung des InvalidenansprucheS bereits abgelaufon war. Die InvalidenentschädigungÄtommission wies unter Hinweis auf diesen Iristablauf die Renrenansprüche der beiden Invallden ab. wogegen sie die Beschwerde an den Berwaltungsgerichtshos eiubrachren. Bei der Verhandlung über die Boschwerde DörfolS vertrat dessen Anwalt, Dr. Artur Singer, den Standpunkt, daß die rechtzeitig- A n me'ld u n g ' des Rentenanspruches maßgebend sei. nicht a>ber die verspätete Erlangung der Zuständrgkeit. Der Derwaltun.c»sgerichts>bof, (Vorsitzender SenatSpräfdent ’ Dr. Locke ty erkannte jedoch auf A b w e i f unq der Beschwerde, weil die zu spät erlangte Zuständigkeit die Folge habe, daß der rechtzeitig angemeldere Anbruch erlösche. Der vollständig eriverbsunsähige Invalide Dövfel erhält daher keine Rente. — Am folgenden Tag fand vor einem anderen Senat des Verwaltungsgerichtshofes unter Vorsitz deS Präsidenten Tr. S ch u st e r di- Verhandlung über die gleiche Beschwerde des Invaliden Aaron Singer statt. Dioser war schon in der vorigen Woche fast täglich im Perwaltungsger'chiKhose erschienen und hatte in verschiedenen Kanzleien gedreht, er werde Selbstmord begehen, wenn seine Beschwerve abgewissen werde. Infolgedessen stellten sich bei der Verhandlung zwei Wachleute dicht neben ihn und beobachteten jede seiner Bewegungen. Der Beschwecdevertrcter Dr. Artur Singer wies bei der Verhandlung darauf hin. daß in diesem Falle außer den rechtlichen auch rein menschliche Gründe für den Beschwerdeführer sprechen, da dieser nahezu v o l l st ä n d t g blind und Epileptiker sei. Hierauf ergriff der scharf bewachte BeMvsrdemhrer selbst das Wort und erklärtam Schlussfeiner Ausführungen, er wevdsich, wenn sein Rentenanispruch auch hier abgewiesen werde, sofort erschießen, denn etwaanderes bleibe ihm nicht übrig Präsident Dr. Schuster erklärte, er müsse solche Aeußerungen als ganz ungehörig zuruckweisen. Der Beschwerdeführer sei im Irrtum, wenn er annehme,, daß der Gerichtshof sich durch solche Aeußeru^aen kn seiner Rechvfprechung beeinflussen lasse. Rach durchgeführter Beratung wurde der Beschwerde Iolqe gegeben. Der Gerichtshof war nämlich — im Gegensätze zu dem Senate des Vortages ~~ der Rechtsanschauung, daß eS genüge, wenn nur der Anspruch reHtzeitig angem-kder wurde, wenn auch die Znstäubigkeit zu spat erworben wird. Eine Kreditwucherklage. Wre ctniflc Bläser nrelden, hat im Zufantmenhrmg mit der Insolvenz der Lederfabrik I. u. S. Ilssch, WilhelmSbllrg. der Anwalt der Firma gegen dre Textilfirma Brüder Pollak eine Klage. ans Zahlung von inSg'samt 290.900 Dollar eingebracht. 'Dir Lederfabrik Flesch hatte von einer amerbkanifchen Firma einen größeren Posten von Rohheiten bszc-gen, wozu ihr der SBertvetzer des ameriianischen Häules ein entsprechendes .Tarlhen zu vsrschaffen versprach. Er gab dann an, daß das Geld von der Firma Gebrüder Pollak stamme. Tlie Fitima Pollak hat'e den Kredit nicht aus eigen«« Mlttolat gciMben. sondern ihn. durch d!^ holländische A m st e l b a n k verschafft, mrd Flvar gegen Akzepte mrs drei bis sechs M'mate zu einem Zinsfuß von sechs b i S ä ch t P r o z c n t. Sie berechneten jedoch der Firma Flesch das Darlehen m-vt 27 Prozent Zinsen.'wozu noch drei Prozent Provision kam. Rach der Klagetvagte eines UnterttehnwnL' -tvecks Er"angüng Borteiile. Der amerikanische Vertreter soll bei diesem Geschäft Prozent Provision, also 109 Millionen Kronen vevdrenc hob-n ' Mweisuna einer Beleidigunq-klaqe Knüpvel-KunzeS. Bor d m Schöifengevich! in Äörlttz» Schlesien, fand Vieser Tage eine Gerichtsverhandlung statt, die. eiwe Beleidigungsklage Richard Kunze» gegen den Stadtverachnelen Iustizrat Som» . IMl , W* UVHIl % * diskutiert. Dabei erklärte Jultlzrai Sommer: .„Keine Gomeinlieit ist so gemein, und keine Lüge so verlogen, fo b wußt verlogen. daß sie dieser Mann. (Kustzez den Juden nicht anhängt, denn vicseut veraurwortnügLrosen Menschen ist es ganz gleich-. s.iUrig. toas er spricht." D'r Gcrich'Shof tzelanat« zum Fret- - p r >«vV'!i’vot Sommer, da er m Wahrung bey r ch i . ■ v u n■'. >? f c u gchandelt hcch». «hm» «twutHMrit—j. Bolkrwirt. «saftomraifrfft uni fanfailmiMf SMtrtm. Don D«. Michael Sasse«. Es hat den Anschein, als ob die kaufmännische Krise, welche seit mehr als einem Jahre nicht nur den KmchmmnSstand Q.-sterreichs, sondern den gmrz Mitteleuropas fchtvee heimsncht, allmählich im Abklingen bogriffen wäre. Wohl ist die Besserung lauge nicht so fortgeschritten, daß ste von verschiedener Bedttttnng sein könnte. ES spttchen ckber mancherlei Anzeichen dafür, daß eine weitere Erl«:chb7<rmg in abfechb«« Zeit eintreten dürfte. Es soll damit nicht behmrpwt werden, daß nunmehr di« Zusammenbrüche rwSSmnmen auWwrn, daß wieder in kurzer Zeit ein starkes LtHiobe« des Geschäftet zu verzeichnen fein wird. Man ist zufrieden, wmn fich di« Zufammendrüche von Kmchwmm-exis-rnAr« merklich mindern werdrn, und das PtMiEmn, wenn auch kt Lekvrn Mengen, di« Läden wieder aufptfuchrn beginnen, wird. Allerdings gehört dazu nich; nur «mc Erleichterung der Wirlfchcspissituation als solcher, sondern auch eine gewisie Anstreagnng des Kaufmannes selbst. Wenn von dm Ursachen der lauftrtätttvischen Kris« gesprochen wird, wird rogeimühig aus di« allzu große Betastung des KcrwstnannsstcntdeS kt Form von Steuern, ft^kchwlitische« Fordevuirgen, Bebvückuing drrrch die Derwal^umgSbcihördrn, hohmt Zinsfuß trnd schwerer KapiMsHbeschrffüirg gesprochen. Alles Ursachen, di« außerhollb des Willens des Kausm-amrsstandes sajibst liegen, für di« er nicht verMtworttich gemacht werden kamn. W werden aber leider nicht diofenigm Motive erwähnt, die vielleicht kn Kausntannsstmtdellvgptt und die m gcimsscr Hirtsicht ebenfalls dafür mk schuidtragend sekr dürsten, daß di« KMifmannSkri-le die jetzige scharfe Form artigknvm/men hrr. Bei den Berichten über die Lage des .stcmfptannsstirndeS in den ctnzeüt-'n Wirkschastsgebieten muß es «uffallen, daß, während irr strst allen Ländern Europas Klagen des Ka»chmannsslandes hör'bar sürd, der amerikanische Kauf' mann ei ««gewisse Prosperität anfz« weisen har, trotzdom nicht brchauptet werden kcmn, daß nicht gewisse?l»^üichelr kriseriha>fter Arrstände auch kr Anrerika vorhanden wäveir. W«n>n dennoch der amerikanrsch« Kcnchrnmn gedacht» ist dies vielleicht in. erster Reibe darauf zurückzufichren, daß die Gcschäftsmethoden des amerikanischen Kaufmannes in vieler Hinsicht ganz andere sind als die des europäischen Kaufmannes. Es soll hier nicht darauf verwiesen werden, daß vielleicht die Seriosität des amerikanischen Kaufmannes eine mibere wäre Ä8 di« des europäischst:. Im Gegenteil, in dieser Hinsicht ist das amerikanisch« Geschäft abeuso seriös wie das ouvechärsche. in mancher Hkesicht vielleicht — wenn man di« große Anyalhi gewollver Jnsolveittzen in manchen europäischen Ländern in Betracht zieht — sogar seriöser. Der Vorsprung des amerikanischen KanfmawwS liegt wo cntders. Es ist die größer« Rührigkeit. die er in seinen GeschäftStneihodrn an den Dag leg:. Unser Kauchnmrn hält an der Tradition fest. Leiber versteht er aber unter Tradition auch daß Beharren in den alten, auKgrs-ahrenen Wegen des Kimdeuevwerbcs, des Berkmtfes, der. PveiSkMula' tion, der BsfriedMNg der Kundenbedürftrisse, der Ausstattung seines Lagers rrstv. Er vargißt, daß sich die Wirtschaf.sverWt- Nisse seit dom. Kriege wesentlich geändert haben und daß urote* dmgt cW Anpassung an di« nenren WirtschastsvevhAitnisse, daß also eine MvderuisierulrvI seiner Geschäiftsnrethode notwendig ist. Der an keine Tradition gebuu>dene amerikanische Kaufmann hat dies sofort ersaßt und sich den neuen Verhältnissen vollkommen ängepaß!!. Dies ist auch da§ Geheimnis seines Ersolgeö. Zbn einigen Beispielen soll dies klar erwiesen lvcrden. Das Bcstroben urtser.es Kaustnommes liegt darin, sein Lager möglichst reichhaltig auszugestÄben, möglichst viol Dar« zu kmtsen, dieselbe einzulagerrr und dies« unbeidin.gr mit Gowimi, mgnchmaL mit größeroin, manckuw! mir klemereni, ader fast immer mit Gewinn, abyustoßen. Er betrachtet es a!ls urchmwrig von seinen Konkurrenten, wenn dieser Ä'enülell einen Teil seiner allzu lange lagernden Vorrät« tmter dem Del>bsttost«npr«ise abgobm würde. Ein solches räudiges Dchas würde sofort als ein Kaufmann angvs.hen werden, der' unbedingt dein Kon-urs« znstwben und -dabei nur sein« Gilmtbiger schädigen will. In Amerika hmgegen konrntt es bei der Form des AuSvetckairses mtyMigemck! vor, daß oft, Waren unter dem Emkmrfspreise abgegsbrn werden, ohn« daß rryendivve von der Kaustncmnschast des OrteS dies als eine Ulchonorig« Haichlung ausgelcgt werden würde. Bei unS lwt sich der Brauch hermlSgsbökdet, der namenKich während der Inflationszeit besonders in Schwung war, ein möglichst gwtzes Lager zu besitzen, «in LaM-r, daß oft den Kaufmann mit Ware für ein halbes, ein Jahr oder st'lbst mchrertzv Jahre versorgte. Dieses Prinzip wird hont« noch in dkilen Fällen bei uns gchairdhcvbk. Es ist juw gwßen Teile auch di« Folge der Immobilität einer Reihe von Kausleuten. Denn da der Kaufmann die-großen Lagerbestände nur zum Teil« hir eingokanst hat. muß «r den Rest schuldig bleiben und dafür ungeheure Zinsen zahlen. Bei der jetzigen KaufnvüdiAjeit deS PulbkikumS siud die Eingänge nicht derart, daß er einen Teil dieser Schulden äbzahlen könnte und es kommt infolgedessen in Violen Fällen zum Zusannnenibvuch. Ganz anders der ameritanische Kaulfmarm. Er geht von dem Grundsatz aus, -er -roß« Umsatz «acht tzas Geschäft. Er kauft nicht Waren, die bei chm eitz Jahr lagern, sondern deckt sich nur mit vier ein, als er für einen Monat benötigt und macht so ein.'« Mölsmal so großen Umsatz, wobei er sich die hohen Lagerspesen, die großen Zinsen, di« Versicherungen usw. erspart. Per Umsatz macht für ihn drn Gewinn. Allerdings sind auch die Liofevungsnioda!rtäten des amerikanischen Produzenten ander«, Während der österreichische Kausmapn hei X. Mq 1025 _emt 9 Kr 8ch«0mq fofort We sejamini «»«IIMMWN ach st> zwölf Monate auf einnml eiickauft rmd sie auch auf einmal &' komnrt. best.'llt sich der amerikanische Kaustnamt vielleicht di« selbe Menge, aber lieferbar in Wochen, Halbmonaten oder Mo naten, wobei er sich die Mögkicheeit des Widerrufe vorbchält Dadurch ist dem amerikanischen Kaufmann die Möglich^ den, die weiteren Zusendungen zu stvrn>ren, wenn mi.tLerweil« di« Gangbarkeit d«S betreffenden Artikels gelitten Haber sollt«. Der Amerikaner schaut auch nicht so schr auf die Rerch hakkigkeit feine- Waren!ast:rS, sondern mchr auf die Absatz; fcihigkeit seiner Arrik< Bei mi tfl «S der Dtol; des Kauf manneS» möglichst viel« Sorten zu haben, auch wenn einzelne davon jahrelange Ladenhüter sind. Der amerSanifch« Kaufmann feyt feinen Stolz darein, mt die gangbarsten Waren zu besitzen, d!« er rasch und gründlich absetzt. Dies ist auch für den Produzenten von gowissom Interesse» well dieser durch die rasch wechsek'Nde Bestellung des K«chnann«s sich immer in seiner Produktion drn gangbarsten Sorten anpaßt und dabei von der Produktion nicht gut ganfibaver Artikel abgehLÄen wird. Getreu diesem Grundsätze werden all« diejenigrn Waren, tvelche odwaS länger die Lager deS Kaufmannes füllen, in Amerika in Form der GelsgenhertSvevkäche mn jetzrn Preis abgestoßen, selbst wenn dann dieser BerkachspreiS unter dem AnfchaffrmgSpreis!i«yr.^ Gerade dieses stark« Serabgehen des Preis:s bietet einen besonderen Anreiz für das Pirbttkum. solche Waren wohlfeil einM-kcrchen. Je langer die Ware unter der iilibsotzlosigkei-t leidet, mn so billiger unter dom Einkaufs preis wird sie abgegvben. In dieser Hinsicht haben sich sogar geivisse Normen herauSgobALtt. Em« Dar«, die zirka zwei Monate lagert, wird im ein Viertel unter denn Einkaufspreis, eine solche, di« vier MmtE Lagert, um die H ""ste des Einlaufs' Preises chw. abgegeben. Der Kaufman logt das Schwergewicht auf di« Schnellrgkevt des Umsatzes, well er der Ansicht ist, daß. ttwro: et auch di« Ware unter dem Einkaufspreis abgegobm, er mir dem Erlös aus diesem Ladenhüter noch mnner bei günstigam Eir^ach viel mehr verdienen kann als der Verlust beträgt, den er derrch Berkach unter dem Einkaufspreis erleidet. Dem Prinzip« der Raschheit des Umsatzes epÄpricht «* citvit, daß der anrerÄanvfchc Kachmaum dl« RrUame <Äs ständige Bunde^genossrn für die HevanLockung des Pu. Rikums benützt. Denn für ihn gilt es als Grundsatz, daß nicht die Wschlifeikheit allein die beste Empfehlung aügöbt, sondern -aß auch die ReRmne möglichst weite Schichten mrs di? Billig» Mi seiner Produkte aufmerksam machen muß. Für ihn derziikse» sich die RekilmneEosten, di« er im Interess« des starken Nnvsatz«s gemacht hat. Bei uns heißt es, wen» ich verdien«, gäbe ich für RÄilamc aus. Der Amerikaner sagt umgekehrt, ich mache ReÄame, damit .ich verdiene. In dieser Hinsicht hÄt er sich von jeder KÜeirÄichteiit peinlich fern. DaS ist es. was den amerikanischen Kaufmann von dem unsriqen so wchltncnd unterscheidet. Auch bei unserem Kaufmann ist der Grundsatz allbekannt: gwßer Umsatz, Keiner Gewinn. In der Methode der Ausführung des GvU'NdsatzeS liegt es aber, ob sich der Erfolg auch tatsächlich ewfteüt In dieser Hinsicht Miß unser Kaustnann noch manches hinzulernen. Er muß sich der neuen Zeit unbedingt anpasirn. Nicht dad-irrch, daß er sich zur Anfertigung des InsoGenWchiches entschließt» sondern dadurch, daß er durch seine Rührigkeit, feine Erfindungsgabe und die richtigen Ms'hoden feiner Geschäftsführung seine Solvenz in jedem Morneute neu bekundet. Der amerikanische Kaufmann in seiner Großzügigkeit mag für ihn das nachahmenswerte Muster sein. Brrptäuduug der Sefterrelchischen Bundesbahnen. Bor einigen Tagen hat der Präsident der OesterreichischeN Bmtdesbahnen Günther ein« Resse nach Paris und Londm unternonrmen, um dort wogen der Entrierung einer Anleihe für die Bundesbahnen in der Hohe von 21 Millionen Dollar zu vechandyln. Präsident Günther hat unter anderem auch Verhandlungen mit dem schoir in Oesterreich interessierten Bankhaus Schröder u. Eo. eingeleitet, die einen gewissen Erfolg versprechen. Es herrscht jetzt in England und Amerika größeres Interesse für Essenbahnobligationen Oesterreichs und der Nationalstaaten. Dias« Anleihe soll für den Ausbau der Clektrifizieruugsarbeiten der Bundesbahnen Verwonvuny finden. Der Londoner Platz sst nur der Vermittler, indem über London VevhaMungen mit amerikanischen Emmiflionsmstitute» geführt werden, da die Anleihe auch in Amerika aufgelegt werden soll. Allerdings werden dadurch die Essenbahnen verpfändet werden. Zu vielem Zweck« ist vorher die Zustimmung des KreditkomiteeS des Völkerbundes notwendig. Wenn dies« erteilt sei» wird, könne»: di« Verhandlungen wegen der Emission der Obligationen begonnen werden. Flnanzminsster Dr. Ah rer dürfte, wie wir schon seinerzeit berichtet haben, obensaÜS wegen Entriernme dieser Essenbahnanleihe in London weiterverhandeln. Polnische «tktlchustiwoche. (Bon wnserom polnischen M.-S -.Korrefponbente^ Die in der vorigen Woche eittgetretenen K»zrSstoigerw»grN der int Wien kotierten polnllchen Werte übten ein« günstige Wirkuing aus di« KurSentwicklung der polnsschen Arbitragcwevte aus. Dagegen weisen di« rem polnischen Papiere kü der Berichts- Woche Worte« Kursverluste aus und wurden auch stark mlSge» boten, wogegen sich in Ardtbragewerten ein fühllbav?r Waren« Mangel Mfenld machte. Nur die Tepege-Mien. boeinflußt durch die sclstechte Konsmcktur, gstrgen rapid zurück m»d notierten nur mehr l.tö Zloty. Vankaktien wessen keine bedeutenden Aende« rmrgen apf. Hypothekenbank notiert 0,62, MalopolSkibank 0,33, Wakschauer DiSkontobank 7,85, Jndtsstriebank 6^1 Zloty. Galizssche Mont«, gingen auf 4,55» ZiolenwwM aus 13,36. Lomberger Brau aus 10. Chodorow auf 4.6o. Rakszawa ans SLY und Sllssia aus 1L0 Zloty hinaus. Fla« lagen auch sämtlich« Petroloumwerte, wogegen tzk Hausse aus dem Martw drr