Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2183 (19.3.1925)
- Date
- 1925-03-19
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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©eile Men. DonnerSiag $Pt4fiet VtornenteUunfr 19. Mär; 1925 M. 9183 .t%ch0 und Hd |i*4 S**i$ Sgppfrf[P ftewutltttiltfl das gesunde, bekömm iche prelewerle „Nordsee" hritten; Man -dlnetbf den gereinlqttn Fisch in bäumend,rite Stücke, lägt fie gesalzen i Siunde strbra, dann irock.iet miu .. . ne. In eine Pfan->e gier man etwa» Fett oder Biiit,-, lezt den Fisch »«nein, stellt ihn in die RS ,re und bratet ihn ans Heiden E.iten bt» er gar ist. Der gebratene Fisch wird ebenso wi, der gebacken« mit Salat. Gemiise oder einer vikanten Sauce serviert. WSscht selbsttätig Bühne und Kunst. „Der «nwWersteWche Mar." (Rolandbuhne.) Dieses „MenHeuer eines Oberlehrers", verfaßt von den Gobrüdern Golz, ist ansan's lustig und späterhin ist Sigi Hofer auf der Szene. Er gibt einen iüdrschen Schulmann, Typus gutartiger Schirlfuchs, rundlich, läppisch, dorr holder Weiblichkeit au.s Eis geführt. Der gute Max Winterstein glauibt ehrlich daran, -daß „ein Zauber von ihm ausgrhl", bis er gegen Ende des Stückes erfährt, daß ihn Pia, Gerti und Lulu genarrt h^ben. Eine Bombenrolle für Sigi Hof.-r und Anlaß, sich seiner Gestaltungskunst zu erfreuen. Ausgezeichnet Otto Hilde als rasender Türke und sehr anmutig Jda Kossow. Voll Verdienst die übrigen Miiwirkenden, nur die begäbte Christl H c r m a n - S t o r m ist diesmal fehl am Platze. — Plötzlich, unerwartet und überflüssig wie dieser März- Winter ist die Enl-kleidrmgsszene des dritten Aktes. A. Aus den Arealen». Burgtheater. Morgen, 7 Uhr abends, .fven ft e r", _ Akade mietbeat er. Morgen, *l38 Uhr abends, .Der Liebhaber". / Deutsches SioIMtöeater. Moraen, neu ein« ftubrcrt, „D erArztamScheideweg" mit Alexander Motssl. Samstag „Der lebende L e i ch n a m" mit Alexander Moissi, 3 Ilhr^ nachmittags, „Die Jungfrau von Orlean s". Sonntag, Uhr nachmittags, „Lady <5 an ny und die Dien ft boten frage*. V o I k s o v e r. Heute „H o f f m a n n s Erzähl u n g e n". Morgen volkstümliche Vorstellung bei halben Preisen „DerfliegendeHolländer. Gerichtssaal. Ein« Klag« ans Zahlunq von Zinsenscheinen in «ff**"**« Silber. In dem durch Dr. .Heinrich Mittler für de.« Photo grapl)eu Georg Schindl e r in Graz airgestreivgten Prozesse gegen den B.mdesschatz auf Zahlung der am 1. März v. I. fällig gelv^ismren Zinsscheine der 4prvzen-ligen Priorrtätsameihe der Boravlibcvrzer Bahn in effektiver Silibermünze hat nu-nmchr der Derha««idlu.ngsrichtor beint Bezirksgericht Innere Stadt, Hofrat Dr. N e >d e l L o w i ts, das Urteil gefaltt, mit walchvm das Boge-l-ren derzeit abgewiefeu wurde. M der Begründung wird ausgeführt: 9lach Art. 298 des Friedens-- Vertrages von Daiul-Gcrntoin Hot die RapavationskomimisftWt zu bestimmen, in tvslchem Ausmaß der BundeSs-chatz und du? drachsolgastcüateu für Eose-n>bahufchulvden aufznkoiirm-m häbciit. Diese Eitl-scheiduttg ist bezüglich aller vom österreichischen Slcmte zur Zahlung zu üdevnelhmcnldon alikösterreichischen Schulldon noch nicht getroffen. Es «st zwckfÄlos, daß denn österrebchlschou Bundesstaat rücksichdlich der in Rede shr'heitdon Titres in Zukunft die Zahlungspflicht troffen wird. Wohl aber war das Klage begehr:,» derzeit abmiwoisan. da die Vovausscimitgen für die dermal:ge Zahlungspflickt des österreichischen Bnndesstaates noch nicht geschaffen sind. Doktor Mittler hat gegen dieses Urteil die Berufung an das Lande spricht ergriffen. Pratertragödie. Ein 18jährigcs Mädchen, die Hutstaffiererin Marie Jellinek, stand gestern vor den« Schwurgerichte N'Ntc-r der Anklage, dag sie ihren Gotiobtn«, den Stallinoister tor Nickt, Beute,idiger war Dr. Leo Lampel. Jim Sommer 1923 lernte die Jellmek deqz Stallmeister Kostal kömven. Beide waren sehr eiseyncht-ig veranlagt und cs kam desharb Stoischen ihnen sehr oft zu Slreitigkoit-en. Am 2. Jänner, nachmittag, forderlvn einige Bekannte den Kostal und die Je-llincL auf, mit ihnen ein Gasthaus zu besuchen. Es wurde-dann beim Prohaska im BoNsprater gezecht. Gegen halb 6 Uhr abends eir,uchte Kostal die Jellinek, ins Hippodrom zu gchur und für die Fütterung der Werde zu sorgen. Sie solle auch zugleich ein Nacht n«-ahl milrcehmen. Kestal bewohnte dantals eine Kcmvmer im Hrplwdroin. Tie Jellinek kam den Anträgen nach und bald nachher erschien Kostal nnd -be-,zaib sich mit ihr m seine Kammer. Stach kau-m einer Viertelstunde rief die Jellinek den Pferdewävter Pc!er Nowak an: ^Koumlen S' geschwind, der Jäno blutet." Sie holte Wasser, trug es m die Kammer und Nowak, der ihr folgte, sah^ daß Kostal aus den« De-iite lag, das Hemd amen Arzt zu holi.'n, doch Kostal -widersetzte sich und rief dem Ncwak i - -- k^tnuicken g-cwxs-ein habe nach einem Stück Brot verlangt, und ivÄhrond sie ein Stück hevun-tergeschnitteu habe, sei er plötzlich vom Bette auWestauden und msvÄge seiner Berauschung in das Messer h i n e i n g c f a 1 l c n. Auch dm: Jivsprl-t-ionsarzt der R-ettnn-gsgus-cllschafl Dr. Fuchs erzähle Kostal, er sei in das Vtesser gefallen. Kur; nach der An>fnohme im Spital starb Kostal an ümerer Bevbliutnng. Sowohl bei der Polizei lvie auch vor dem Il-ntärfuchu'ivg.rrichtrr blieb Adrrie Jellinek dabei, daß sic den Zdost-al nicht gestoch:rt, sondern daß er insdl.gc seiner Tvunkaicheit seOast in das M,csser gefallen sei. Gestern «vwderholte sie ihre Veranrwor:-'.rng. Die Sachverständigen, die Profofvoron Habcrd a und c i j h >e r, erklärten, daß der Stich Bt-rbrechen des Tot s ch. a g e s lallt-eu.de Schuldfrage süimmig, woraailf der Präsident den Freispruch d g.'ÄÄg.,cn verkündete, die sich dankend verneigte. -au) e t nder Ait- Theater in der Josefftadt. Montaa ..K ao a I e u n d L i e b e" mit Paul Hartmann und Eugen Klopfer. Bürgert heater. Die für Mittwoch. 3 Uhr nachmittags, angefetzte einmalige Anffübruna der Smetana-Ovcr „Die v e r k a u f t e B r a u t" durch das Opernen'emble des Slovak-Nationaltheaiers au? Bratislava unter Leitung Oskar Nedbals wird als?l b e n d v o r st e l l u n g um 7 Ubr abends gegeben. Am 20. b.t 7 Uhr abends, bringt dasielbe Ensemble ein Vrosawerk zur Auffiihrung. Freitag den 27. d., Uraufführung der Operette „Die blondeSphinx" von Max Niederberger. Raimund»Tbeater. Samstag, h'^4 Ubr nachmittags. Eistc-nffül iu"g des Äinderm"rcheiis ..Fr a u H o l l e". Sonntag. 3 Uhr uachmitiags, „Im w e i ß e n R ö ß l" mit Hansi N;ese. T ü e a t e r a n d e r W i e 'n. Die Overette „Wiener Blut" wird von Srni'taa den 22. d. bis Mittivoch den 2k>. d gegeben Sonntag, 3 Uhr nachmittags, „DasMilliardens o u v e r". Lustspieltheater. Sonntag. y3i Ubr nachmittags, „S ch n e e w i t t ch e n u.n d d t e s i e b e u Z w e r'g e" von Fritz Lunzer und Jofef Baar. Wiener 51 o m ö d i e n h a n S. (Exl-Bübne.) Zum ersten Male „Eine t o l l e A l m n a ch r", Schwank in drei Aufzügen von Gustav Horst. „Der Hundekonig". der he-iterc Schwank von Gl inner und Taussig, ist setzt mit dsm Attribut ,.Prof."or Wau-? Wau" in das Moderne Theater übergesiedelt und erntet auch hi.'-r den wohlverdienten Ersolg. In das belvühvt« Ensemble ist Fritz Schrecker emgolveteir und spielt den Dr. Katz mit Laune. Festvorstellung zugunsten der Nationalbibliothek. Unter dem Protektorat des Burrdespräsidenten findet Samstag den 28. d. um halb 4 Uhr nachmittags im Deut scheu B olkstheater eine festliche Borstollua zugunsten der Nationaldibliothek statt. An das Singspiel „Brüderlein fein", dargestellt von Mitgliedern des Burgihealers, schl-ießt sich eine Akademie mit musikalischen, vüitat-orischen nnd Tancharbi.'-rnngen und die Humoreske „Das Gchaimnis des Künstlers" mit Leo S1 e z a k als Kammersänger. Willy Neumann-Nördlingens mystisch-phantastischer Abend. Unter dem Titvl „Das Grauen" absolvierte Willy Neumann - N ö rd l i n g« n, der bereits eine große Schar inl-elsekiueller Anhänger besitzt, im Kleinen Kcm^rihaussaail seinen letzten Regitätionsabend. Das Charakteristilche für N-sumonn- Nördlrwgon besteht darin, -daß er nicht nur m das Wesen der Dichtung «in-zudrinzen vevstayt, sondern auch alle Phonetischen Wirkungen aus ihr bercmsholt. Uetbera-us dankbar war das PlMl'ku.'.n für die Wi-:dergÄbe des Gedichtes „De>m dlindenfe«« Joscis .Kainz" von Peter Altenö-erg, -das bisher öffentlich noch nicht gchört worden war. Der „Dhbuk" wird verfilmt. Wie wir erfahren,, hat di« Uichersetzerin des Bühnenwcrkes „Der Dl-buk^ von An—skr,?pau Rosa 92 o f f i fl» als Besitzerin der Auwrv chle den ,Muk" einer ausländischen Gesellschaft «r Bersi-lmung übertragen. Die Filmaufnahmen sollen m Wien gemacht werden. Der Ehrenkodex in der Praterbude. In einer MvMch st-attfl.'ihäbt-n VersMuirl'U-n-g der Scharr'budLn'br-iitzcr im Prater hatte der Besitzer des Hippodroms n,rld des Tenaara-iheaters, Herr Karl B o l >l c f, sich aüfällig ü'ber die im Prater Ä-Lbliertei« sjlrich-alls -dem Bevbe-n-de der Schc-u-birldorA^csitzer angechörigen Gemisch.'war..'irVcr'schleißer geäußert. Es dam deshLl'b .zwischen Boll-sk und dsm Gc>miich:warenverichleiße-r Samuel G o r w«tz zu einer Auseina-n-derletz-un-g, die damit ondet-e, daß Bollok dem Govwitz eine schallende H>rtf-ci,cic vergib reicht e. die gdst-ern boim Straf- -betsirksgerichte 1 don Gegenstand eim-er von EWrwitz gegen Boll>cik evhobeinon EhronibtiloidiDlingsKa-^e bildete.' Der TüngeKagt-e war des Tatisächl-ichcn geständig, -cr-klävlr jedoch, daß er voriger von Gorwitz durch den Zurutf „Pfui", ibel-eidi-gt worden sei, weshalb er als „all 1 er Herr" ei-uer Sladentsirvcvbiudung geivotigt war, -mit ein-LM Schlage zu rewgi-er-en. Hierzu sei dr auch als ehomcol-igor Akadevc-iker nach dam Ehrenkodex verpflichtet. Richter Landcsgrrichtsrat Dr. Arie zu>m -lvge-klagten: M«r ist der Ehren-kodex sowohl d:r von Bolgar als auch der von Ristov auch bekan-nt, aper eine Borschrlift, daß nach d«u Ehremkodex man a-ui eine Bsleidig-u-ng mit -einem Schlag reagi-crc-n muß, ist mlr n-ich-t bekannt. Nachdem die Aure^u-ng des Richters, die Sache durch einen Ansglleich be^wleg-cin,'an'der M-rigevung des BeschMdcgten, eine cirtsprechsndc C'hrercevklänung und eine Lärhne M leisten, gcischci'tert war und der Sachverhalt von mohrevcn Lrealgvn he-stäH-gt wurde, ver u r t« Hi,» der Rich!er dvn Beschu-lviglieu zu einer GrlLsirÄfe von 2o0 Schillin-gon. „Man setzt den Radioapparat an und bat keine Ahnung, er tticht funktioniert." T-ie Private Antonie Z. hat -bei der Wasserleitung a-m Gau.ge, ivähre-nd sie Wasser geholt hat, m»t elliem scharfen Jn-strunieute, ivahrschoin-llch einer Sel>ere, den Draht, der zur Erdleitung des Radioapparates der Frau Marie R. srchrte. z e r -s ch u i r t e n. Motiv der Handlung: Fe-nldieligkeit. Frau N. evstai-lete die Anzeige und'Frau Z. tvurde unter Anklage gestellt. In der Verhandlung stellte der Vertewiger in Abrede, daß eir«e Sachbeschädigung vorliege; dei«n der effektive Schaden, der durch das Zerschuviden des Drahtes, der sich ja sofort wieder durch Klrnpscn «n«t maclxn lasse, angerrchtet worden sei. sei so gering, daß er sich durch eilten Betrag ftar nicht ausdrücken lasse. Der Richter war anderer Anschauung und verurtc-llte di« Angeklagte im Sinn« der Anklage zu einer Geldstrafe von 2 0 Schilling. In der Bogründung führte Bszirksrichter Dr. Müller unter anderem aus: Es ist eine Sachbetschädigung zweifellos durch die Handl-iingsiveise der Ange-rlagbei« eingetreten. Denn die Geschädigte wird numnehr, um künftighin derartige Boshcitsakte zu erschweren oder zu verhindert«, einen stärkeren Draht sogen müssen; sie wird dadurch zu erhöhten Ausgaben veranlaßt. Ein Sachschaden entsteht schon übrigens dadurch, wenn n«an Zeit und Mühe aufwewdet, um den Grund des Versagens ver Radicdarbietnng zu erforschen und nach diesem lange erst suchen nt-nß. Man denke sich den N-ädioapparal'besitzer, der sich hen Hörer ans-etzt. n-n« sich eines 5bonzertes. eines Vortrages oder einer künstl-erifchen Darbietung zu erfreuen und keine Ahnung,hat, warum der Apparat nicht futrktioniert. Er hat aber ein N e'ch t atef diese künstlerische cder belehrende Darbietung, denn er bezahlt sie und indem sie «durch einen BoSheitsakt ihm nicht zuk mmn. erleidet er einen Schaden, einen ideell«» Schaden, der ihn ebenso wie ein materieller in seinem Eigentum trijft. Bollswirt. Sie «rttte im SoldbllanMgesetz. Bmr Dr. Heinrich Schreiber. Es lohnt sich, -den Entwurf des Golvbilanzengesetzes nicht Lwß vom Standpunkt der davon betroffenen Altiengesellschaften zn betrachten, sondem auch von dem Gesichtspunkte a««s, wie dabei mit der Aktiic», dom Anteilschein an einer zur Goldbilanz übergehenden Aktiengesellschaft, verfahren wird. Mit anderen Worten, nxi§ hat die im Besitz de8 Aktionärs befindliche Aktie von der GoldbrlanKierung zu erwarten, was hat sie zu echvfsen, was zu besorge,«? Da durch di« Gokdbiilanz und den Vorgang der Um. stell««ng daS Kapital der Aktiengesellschaft neu bewertet wird, so erhält auch die Aktie, die einen Awtoil an diesem Kapital verbrieft, einen frischen, m Goldfavbe getauchten Anstrich. Dies ist an sich gewiß sehr erwünscht, aber die Prozedur erfordert, daß die Aktie aus der Verwässerung der Inflation herausgchoiben und auf den Boden der Gold- und Schilling. rechnung trockengelogt wird. Da aber schrumpft die Aktie wie nasse Leiirwand zusammen; iihr-c Zahl g hi ein nnd vermindert sich bis zu jenem Maß, das der Gesetzgeber für daS nenbewertote Nominale ausgosbcckt hat. Die alte Aktie muß m das Gchäuse für die neue Aktie schlüpfen, das viel kleiner gebaut ist, und der Aktionär wird der Zchl nach gewöhnlich weniger Altien «n Händen behalten, als er vorher beseffen hm. Der Besitz an Stücken verringert sich. Ist, der Aktionär deshalb auch ärmer geworden? Dies« gcw'.chtigst« Fraze soll nun die Goldbrlanz» deren Zweck es doch ist, die Bilanzwahrheit wieder ausleuchten zu lassen, beantworten. Sie wird diese Frage auch beantworten, je nachven« es f«$ herausstellt, pb das n-rnbewert-ete Eigertverwögen der A-ktiengesellschaft größer oder kleiner geworden ist. Di« Sprungfeder des Kursblattes wird sofort -darauf reagieren. Fatalistisch braucht allerdings di« Mi« diese Nenbewertung nicht hinzün-chmen. Die Gesellschaft ,nuß die Golderoffnungs>bilanz der Generalvevsammlung der Aktionäre zur Geuvhntigung vorlogen, ihr auch einen Bericht darüber erstatten, der jedem Aktionär auszufolgrn ist. Die Generalversammlung der Aktionär« kann die Bilanz durch öffentliche Revisoren überprüfen lassen, deren Befund einer neuen Goneralv.-rsanmrlung zu unterbreiten ist. Allein selbst dann müssen die Aktionär«, di« noch immer nicht mit dom Ergebnis zufrieden und ornverstauden sind, sich nicht berrchigen; eine Minorität von einem Viertel des Griuedkapitals hat es in ihrer Macht, ein SchlüdsgLricht anzurnsen, welches über die V-erläßlichkei» der Bilanz zu entsch.'.iden hat. Ist die Golvbrlauz aber endgültig gutgcheißen, dann er. hält der Aklionär für seine alten Aktien die neuen in jener Ment'-e, -die der Neuordnung des Kapitals und des Nominales im Verhältnis zum bisherigen Wert entspricht. Die neue Mtie lautiet au-s Schilling. Sie wird entweder neu gedruckt und gegen die alte Mtie urngewechselt, oder die alte ÄÄie wird mit dmr neuen Nennwert (in Schilling) übersteinpelt und der über, schüssi-ge Teil, der infolge der vevmmderten Aktienantzahl heim-- nnd hinfällig wird, eingszogen. .Hat aus Anlaß der Goldbilang keine Verminderung, wohl aber eine Vermehrung der Akbienanzaihl staMefunden, so wachse» natürlich die neuen Wtien den alten zu. Desgleichen ist den bisherigen Aktionären bei,einer Kapitalsverminderung, die im Zuge der Gold'brlanzierung zur Auffüllung dos vovgeschriobenen Mirrdestkapitals vorgenommen wird, das Bezugsrecht auf die jungen Mien gewahrt, sosew die Aktionär« nicht selbst darauf verzichten. Den Aktionären gehören auch die Anteilscheine, di« für Aktienspitzen und Aktienreste, die beim Umtausch der alten in die neuen Stücke erübrigen, provisorisch ausgestellt werden, und auch der Gegenwert dieser Bruchteile -ist dom Aktionär zu vergüten. Zusammen fastend kann also ausgesprochen werden, daß die Umstellung in die Goldbilanz eine Aenderung der Mtienrechte in der Zahl der Antet'le, in chrem Nenn- und Be-rmögenswert und gewöhnlich auch, -infolge der Zusammenlegung, im Stirmnrecht nach sich ziohen wird. Im übrigen ist daran festzuhalten, was auch § 4, Zis-f. 2, bekundet, daß die RechtSbe-zichunge'n der Aktien zu einander durch die Umstellung nicht -berührt werden könne««. Immerhin ist die Einwirknnlg lebendig genug, um di« Aktie aus der resignierten Beschaulichkeit ihregodrückten Daseins au-szurütt'eln. Es gilt für die Aktie, acht zu haben, ob sie sich -in der Siedehitze der llcberspc-kulat-ion die Flügel Vcrbv'unt oder ln« Ba-de der Nntwcrtnng die Kraft zu neuem A««sstieg gewonnen hat. Die Valorisierung von Borkriegsanleihen. 'Aus Warschau, 17. d,. me-ldet die Poln. Tc>l.--Ag.: Das Finanzminiftcr-i-nim ha: int Einbernehmvit mit ' dem Minis^rinm de- Aoußcrn uüd dom J-ustizministcrimn eine Verordnung verüfsent-licht beglich des Umtausches der Migrierten Obl igat io-neu -der österreichischen und ungarischen Dorkriegscnt-leilhrn gagcm Oblligiatiionen der fünfprozentigen konve-rl'iert-en Anleihe von« Jahre 1934. Die Inhaber müssen di« O-bliVatione-n vor dom 3l. d. Hum Umtausch vovlogen. Nach di-cs-om Datum Vovge'le-gte Oöligationei« lver-den tticht inchr den bovorzngten Umtanschkurs gom-eßton. — Aus Budapost, 1«. d., meldet das Ung. Tel.-Korr.-Bnr.: Die Regievung hat heu-t-e verfügt, daß di« zur Begll-eichung der Vor-kriegsschyllden am 31 d. fälligen Sum-m-e von 100.000 Pfund Tter-li-n-g für -das Britifh-Dlearm-g Office -beiin Bankhaus Rothschild in London und die zur ^-gleich,mg der Rückstände dor Ungarischen Hypolhokerlbank am l. April fällige Su-m-m-e von 850.00Q Fran'kmt für die Association Nationale des Por!s -nca-ise des Va-lours Mobiliers heiint Bankhaus Morgi-n » ivfcOI «. Co. in London zu den «nvähntvn Zei-lpnn'kten y:< . ., .i.iwt -estellt werde«.