Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2180 (16.3.1925)
- Date
- 1925-03-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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iWcm ao «wütl Wleti: Zun Abholen in der Expedition, 11, Taborstr. 1-3, oder In einer verschleisstettc 'Trafik) monatf. 5 Schilling Strassen verkauf. In Wien durch die Kolporteure der Firma Gold sch mied, WoNreUe II Mit Postversaod für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschccho-SIowakef: Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Dfn.60. Polen: Mon. 4 Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 NMfeMfctaafe« bet Pret*- erhOhamse» roritehaiia mmnnmniTfinwiifW SSSäSlRVMl 4V»azzothZ 1 iBeilrit, ltofen*ternjf*Me 11 Z D Telephon 47-7-lf g S Erzeugt unter der Aufsicht des s S weftberflhmteu orthodoxen Ober- 3 Srsbbiners CHAIM JI2CHAK 5 Z JiftUCHEM aus Altstadt. MimiiiiMMiimiimimimimmnmiimiM leitet IPreis 20 Al England: Mon. 4 Schilling, 1tal len: Monstl. 18 Lire. Rumänien: Mon. 170 Lei, Bulgarien: Mon. 80 Leera. Schweis und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion. Administration: Wien, ILTaborstr.l Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 2M02, 25-2-82 IX.. Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann» Ocsterrciehisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 ribMMSMBMNh Rk. 2180 fBieit. Manta«. 18. Milk, 1933 7. ädAtflonn fine Kundgebung der Kultusgemeinde. — 20.000 Schilling für Den Steren Haieffod. Gestern vormittags hat eine öffentliche Sitzung des Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde stattgesunden. Las vertreterkollegium legte anläßlich der bevorstehenden Eröffnungd erhebrat sch e n Universität in Jetusalem eine Kundgebung vor, in welcher dieses Knknrereignis begrüßt wird. Die Gemeinde beschloß, bei diesem Anlaß dem Aufbaufonds den Betrag von 200 Millionen Kronen zu widmen. Die Kundgebung hat den folgenden. Lyortlaut: Die Wiener Israelitische KultuSgemeinde begrüßt mit großer Befriedigung die Eröffnung der hebräischen Universität in Jerusalem, die in der jüdischen Geschichte eine neue Periode emleitet. /; : Die steten Verfolgungen der jüdischen Studentenschaft, die teils gesetzliche, teils faktisch« Einführung des Nu- ..meruS clausus in de» ostünd. mitteleuropätschen Staaten bedrohen vielfach vysere lerneifrige. Jugend in der Fortsetzung ihrer Studien, verzweifelt . «nd innerlich gebrochen, ist sie häufig gezwungen, ihrem Drange nach BerrLcherung DlS MMzu entfagey. Durchs dieEroffnuugder. hebräifchcnUniVCrsität wird dieser Jugend^di« . im Lande unserer.Vater . ihr« Zukunst begründen will, «ach vollständiger Ausgestaltung dieser hohen Lehranstalt die Möglichkeit geboten werden, eine Hochschule zu besuchen, der Hatz und Verfolgung fremd sein werden. Die Eröffnung der hebräischen Universitas bedeutet auch einen wichtigen Markstein im jüdischen Aufbauwerk in der alten Heimat Palästina und soll der gesamten Knlturwelt zeigen, daß die Wiedergeburt des jüdischen volles sich nicht auf den physische« und materiellen Aufbau der jüdischen Siedlungen erstreckt, sondern auch die Grundlage zur Gestaltung eines neuen jüdischen geistigen Zentrums in der alten Heimat schafft. Jahrtausende lang hat das jüdische Volk während seiner Galuthwanderung der geistigen Entwicklung seiner Güter das größte Jntereffe entgegengebracht. Zersplittert und durch Unduldsamkeit in seiner Entfaltung vielfach behindert, konnte das geistige jüdische Leben nirgends dauernd festen Fnß Wen. Durch die Errichtung einer hebräischen Universität wird eine neue Statte des geistigen Schaffens der Juden gesichert; sie wird aber auch eine gastliche Stätte für Lehrende und Lernende aller Völker sein. Die Wiener Israelitische Kultusgemeinde begrüßt daher den historischen Akt der Eröffnung der hebräischen Universität aufs herzlichste und verleiht ihrer Hoffnung Ausdruck, daß das begonnene Wiederaufbauwerk in Erez Israel das Jntereffe der weitesten jüdischen Oesfentlichkeit finden wird und versichert alle jene Männer, die sich um die Eröffnung der hebräischen Universität verdient, gemacht haben, ihrer aufrichtigen Sympathien, in deren Betätigung das Vertreterkollegium/ den Beschlutz gefaßt . Mr^öm Plenum des Aültnrvorstänpes. nachstehenden Antrag zu Merbreiten: "; i ‘ Die Wiener Israelitische Kultusgemeinde beschließt, dem Keren Hajeffod eisten Beitrag von 20.000 Schilling zu widmen. : Diese Kundgebung und die Zuwendung an den Palästinaaufbausonds wurden . einstimmig unter lebhaftem Beifall angenommen. In der Sihuna wurde der Rechnungsabschluß für das Jahr 1924 genehmigt und die Budgetdebatte für das Jahr 1925 begonnen. Sine blutige Demonstration in Berlin. Berlin, 15. März. Heute nachmittags kam es bei einer kommunistischen Versammlung zu einem Zusammenstoß mit dev Schutzpolizei. Die Kommunisten hielten einen Straßenbahnwagen an. Als die Polizei einschritt, wurde sic beschossen und erwiderte das Feuer. Einer der Demonstranten wurde tödlich verletz t. ' ' - Lr. Mataja in Italien. * Außenminister Dr. Mataja ist gestern nach Italien öbgereist. Er wird zunächst in Rom Aufenthalt nehmen, wo er vom italienischen König und vom Papst empfangen werden wird. Bon Rom begibt sich Dr. Mataja nach S izilien, um nach Ostern wieder nach Wien zurückzukehren u-nd seine Amtsgeschäfte als Außenminister wieder zu übernehmen. Die Sicherbektrsrase. Paris, 16. Marz. (Wolfs.) Wie der Genfer Bericht- «statter deS „Journal des DebatS" meldet, hatte Chamberlain gestern nach.Schluß der Sitzung des Volkerbundrates eine Unterredung mit dem belgische» Außenminister Hyma » S und dem Vertreter F ra n kr e i ch s über das Sicherheitsproblem. Salvinkow derbnnnt. Reval, 15. März. (Hadas.) Die Sowjetregit-- t u n g hat beschlossen» Sawink ö w zu v e g n a d t g e n und Um mit der Propaganda unter den russischen Em'r Innttek» P a : t t 'zu betrauen- - * ■ Frankreich nnd der Vatikan. Herrlot errichtet keine Botschaft Lei der Kurie. Paris, 15. März. (Havas.) In seiner gestern im Finanzausschuß des Senats gehaltenen Rede führte Ministerpräsident Herriot u. a. aus, die Auflassung der Botschaft beim Vatikan sei für ihn eine politische Frage, die keineswegs eine Verfolgung des katholischen Kultus in sich schließe, den zu schützen, wie er anerknnve, die französische Regierung, die Pflicht habe. Er beabsichtige lediglich, das kirchliche und das weltliche Gebiet genräß dem Geiste deS Gesetzes über die Trennung von Kirche und Staat von einander zu scheiden. .Die Trennung habe der nationalen Einigkeit während des Krieges niemals geschändet. Nach seiner Meinung hätte die Frage des Verhältnisses zum päpstlichen Stuhl nach dem Kriege nicht mehr aufgerollt werden sollen. Durch die Wiederausrichtung der Botschaft beim Vatikan sei dies jedoch geschehen.. Die gegenwärtige Mehrheit habe, als sie in der Opposition gestanden sei, die Wiedererrichtung der Böffchaft aus innerpolitischen Gründen bekämpft. Die Moral erheische, daß sie die Ideen, die sie damals als Opposition verfochten habe, nun in die Tat u m s e tz e, zumal von feiton des päpstlichen Stuhles nichts geschehen sei, was eine Aendorung dieser Haltung rechtfertigen würde. Herviot verwies hiebei daraus, daß Frankreich die Christen im Orient schütze und nicht deren Schützling sei. Di« Wiederaufrichtung der Botschaft . würde Frankreich t.inen äußeren Vorteil verschaffen, da all« Rationen immer mehr bestrebt seien, selbst ihre Staatsbürger zu schützen. Frankreich sei die Ausbreitung des Glaubens infolge des Eingreifens Amerikas aus der H<rnd 1 liii&mnint worden. Obwohl eS einen französische» i Botschafter beim Vatikan gebe, vermindere sich der Einfluß der französischen Kongregationen im Auslände. Der Aufruf der Kardinale, Erzb chöfc und Bischöfe,, der die Jntransigcnz des französischen Seminars in Rom widerspiogle, sei eine herausfordernde Kundgebung: Herriot wies den Gsdanken. daß der Geschäftsträger, der die Interessen Elsaß-Lothringens beim Vatikan vertrete, auch ganz Frankreich vertreten würden zurück, indem er erklärte, das; der Geschäftsträger Frankreich einzig und allein in jenen Fragen vertreten werde, die Elsaß- Lothringen und das Saargebiet betreffen. Das Konkordat sei für Elsaß-Lothringen durch Clemcnceau wieder aufgerichtet worden. Diese Frage sei nicht durch do§ gegenwärtige Kabinett aufgeworfen w o r s e n; sie werde mit der Zeit gelöst tverden. Das franzöfische Parlament' werde das letzte Wort haben. v Auf eine Frage des Senators Saint -.M a r t i n erwidernd, erklärte der Ministerpräsident, wenn der Heilige Stuhl in den Völkerbund cintrete, werde Frankreich Entgegenkommen zeigen und die gewünschten.Rücksichten bekunden. Senator Ra i b e r t i führte ans, die Vertretung Frankreichs beim Vatikan sei eine internationale'.politische Angelegenheit. Das Pa pst tum /sei eine'große M a ch t d e r o f fe n t l i ch en M e i n u n g d e.r Welt, die ■ wegen eineteinfächen dok'trinäre.u Frage jetzt zu verstimmen, nicht angezei'gt wäre. H e r r i o t gibt zu, daß das Papsttum über einen ungeheuren Einfluß verfügt, jedoch n u r a u f s p i;t it uellemPeb i e t «. Es handle sich darum, zu wisien, ob es im Jntereffe Frankreichs liege, die Katholiken oder. hie Gewissensfreiheit zu schützen. Amerikä/ die Schweiz und Italien sqien beim Vatikan nicht vertreten. Mau, steheaqs hrru- .K r e u z w.eger.^nt-^ Weder . Konkordat mit 'An chte^Hal* tu n g d er B ot sch af l obe r freie K ir ch e,im fr eien Staat unter Auslassung der Potsch qf t. Der Mjuisttrpräsident wiffe nicht, ob sich der Vatikan mit der Entsendung eines Geschäftsträgers einverstanden. erklären werdtz. - >- De M o n z i e erklärte, er werde geg en-die Auft laffung der Botschaft stimmen, obwohl er gegen dje KvlÄü näle sei, die schuld an der gestörten Ordnung seien. ' Ministerpräsident Herriot schloß die Debatte mt! der Erklärung, er sei mit seinen Zugeständnisien b i s a n die äußerste Grenze gegangen. Er werbe seinen Grundsätzen treu bleiben. Wenn andere die Botschaft bei behalten wollen« mögen sie es tun, er werde es nicht tun. gnm Fall Prnscha. Der Freund Meiches festgestellt. ' Wie der „Morgen" mitte ilt, ist es ihn: gelungen, de., bisher unauffindbaren r e i ch s d e n t s ch e n Bet t l e r, der. m. dem Hause der ermordeten Ebert vor dem Mord- >tag mit dem Hakenkreuzler Met che gesprochen hat, zu eMeren. Es ist der 19jährige Glasbläser Oskar Gcyer aüs Thüringen, der zur Zeit des Mordes im Hernalser Männe rhoint. wohtrie. Meiche hatte seine Existenz goleiWret Bettauer. Der Ztrstand des angeschoffenen Journalisten Hugo Be t tau er hat sich gestern weiter gebessert. Der Patient konnte nwhrere Stunden im Lehnstuhl zubringen. Dl« Aerzte bezeichnen die Gefahr als endgültig überwrvnden. Am Samstag war in den Blättern der Beschluß eines Schutz Verbandes für geistige Arbeiter mitgeteilt, in welchem gegen das Attentat Stellung genommen und gesagt wird, daß das W.rk eines Schriftstellers nur der Kritik durch das Wort unterworfen sein dürfe. Die „Reichspost" wendet sich in einem wütenden . Artikel dagegen. In diesem Schutzverbaud hatte» die Juden durch Berdrängitng der „Arier" (für ein christliches Blatt ein hübscher Ausdruck) die Mehrheit erreicht. Das. beweise, weffen man sich von ihnen zu versehen habe. Düse Haltung der „ReichLpost" ist ausfällig. Aendert di« jüdische oder christliche Mehrheit etwas daran, oh Mord als Mord zu gelten hat? Es ist unvorsichtig, sich so'in die Karten der Weltanschauung blicken '.n L-.ffen.' ,