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Wiener Morgenzeitung · 1925-03-13 · Heft 2177 (13.3.1925) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2177 (13.3.1925)
Date
1925-03-13
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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rm Wiener 1?. Mar, im «elf« I W i c n, 13. Mär;. * Das Metier. Gestern morgens herrscht? überall strenger 'rrrost. Ti« Mittwoch gefallenen Nieder'chläge waren nur'in Wien von größerer Ergiebigkeit. Auch aestern nachm'.'ta^-s setzte lebhafter Schneetreiben ein. Ti.' Pr.rar:ssa-;V lautet: Stellen weise noch N i e d e r s ch l ä g e. stren-qer N a ch t? r o st. tag 8 über in Tallagen T a u w e t t e r. * Dir Lebensrntttelmarkte. Die Gro ft mar kt ha Ne hakt« aestcrN an Fleischimporten 16 Wagons tu verzeichnen. '»Jnt Großhandel machte die rückoäna'ge Bewegung 'nr Kälber, Schweine. Schweinefleisch nutz F«t stoffe weitere Fortschr'lte. Die Detailpreise zeigen vor'änfig keine Veränderung. Der Raschmarkt wurde gestern in be^ug nn» G^rtne'e'"eunn unter denen sich größere Quantitäten italienischer Herkunft be- «fanden, ansreichend beschickt. Spinat und Kartoffeln hg-tzen unter dmr Einfluß der einoetretenen kalten Witterung ntafu«n im Prei.se angezegen. Italienische grüne Erbsen wurden *u 1.06 bis 2.05 Schilling pro Kffogra-mm verkauf' Auck K-'ck>''''gt. Karfiol und Artischocken wurden in größeren Mengen auf den -Markt gebracht. Die Nachfrage. namentlich für die retetiv WM* peren Genffffeterten. war eine ziemlich lebhafte, Eier von 12 bis 16 Gr^chen. Kalkeier von 10 bis 12 Groschen pro Stück se nach Größe wurden viel gekauft. Für Geflügel und MÜdbrer war b'n Nachftacw eine begrenzte. * GeschäflSeknbrnch kn der Leopoldsladt. Mittwoch nacht« wurde bei der Kleibersirma Guttman u. Demuth, Coctc Donaustra'« 64, ein Kassen, inbruch der lobt. Die Tater kan -en in^der Kasse keine Beute und stahlen Kleider und Stoffe im Werte von 14 000 Schilling. * Der angebliche Uekersall auf den Kaufmann Kollert. Wie berichtet, wurde d.r Teerfabrikent Slugust Kollert in der Seitenhafenstraß'' mit einer schweren Schußwunde in der Brust cmfgesunden. Er behauptete,!r‘ er von zwei Männe.n überfallen. seiner Wertsachen und -. < Brieftasche mi» 6560 Schilling beraubt »nld dann von <incm der Tater angeschossen worden sei. Kollert hat sogar über den Hergang d S angeblichen UeberfalleS zwcimaL verschiedene Darstellungen gegeben. Alle Umstände lassen den Verdacht aufkomnten. daß der Ueberfall überhaupt nicht stattgefunden hat. Er bac auch einen A'blchiedSürief mir der Ankündi'Zrng des Selbstmordes wegen ungünstiger materieller Verhältnisse an einen Freund geschrieben. * D«r reisende Znwelendich. Am 7. d. wurde b?i der Borsd.'llung im Ronacher der LOfährige Bäckergehilfe Alois Weiß aus Maria-Ellend verhaftet. Er hat bei zahlreichen hiesigen Juwelieren Diebstähle mit einem Schaden von mehr als 250.000 Schilling verübt. Weiß, der vorbestraft fft. hat auch kn ganz Mitteleuropa große „Geschäftsreisen" unternommen. * Bon ekuem Auto getötet. Mittwoch abends gegen 8 Uhr fuhr der Chauffeur Johann Latzenhofer mit teinem Auto durch die Mariahilstrstraße. Vor dorn Hause Nr. 148 wollt« die 50jährige Private Katharina Geier die Fahrbahn übersetzen. Sie wurde von dem Kotflügel des Autos nvedergestoßen und schwer verletzt. Sie starb im Spital. * Die Lebensmüden. Auf der Evdbergerlände hat sich gestern mittags der LKMrige Schlosser Karl P. wegen Arbe,:sloMeit in den Donaukanal gestürzt. Er wurde geborgen und in das Spital gebracht. — Die 85jährige Billetourin Alice Z. versuchte sich cm: v. d., abends, mit Luminal zu vergiften und wurde bewußtlos aufgefnnden. Sie konnte bisher nicht einoernommen werden. - * Der Sabbat ln den rnmänffchrn Schitlrn. Der rumänische UnterrichtSm mister Angnvlcscu erließ ein Zirkuilar an die Leiter der Volksschulen, in dvm nochmals daraus hingewiesen wird, daß in Schulen mit eiu-.'r Mchrheit von lüdifchen Schülern der Unterricht an den Sabbattag^u anSzufallen hat. Hm Zirkular wird «betont, daß die gleiche in einem früheren Zirkular ergangene Weisung von braten Schulleitern nicht befolgt worden ist. * Ein Stockktreich — ein Dollar. Der Jugendrichter von Philadelphia Mae Nelly hat durch seine sonderbaren Urteil« gegen Jugendliche von sich reden gemacht. Jetzt wird fein neuestes Urteil von den amerikanischen Blättern lebhaft erörtert. Zwei junge Burschen hatten bei einem Warendiebstahl Waren im Werte von 47 Dollar erbeutet. Die Eltern der auf Abwege geratenen Zungen hatten, als ihnen die Verfehlungen ihrer Sprößlinge bekannt wurden. den Schaden sofort gut ge, macht und gebeten, die Kinder nicht zu bestrafen. Aber „Vater" Mc. Nelly, wie der Jugendrichter von Philadelphia im Bolksmund heißt, erklärte merkwürdigerweise, nicht die Väter seien schuldig, sondern ihre Söhne. IveShalb auch die diebischen Kinder und nicht ihre Eitern Sühne zu leisten hätten. Und die Strafe war dem Alter der Verbrecher angemessen. 47 Stockstreiche für 47 Dollar. Natürlich nicht auf einmal w zah'en. Di« ungeratenen Boys sind verurteilt, lick täglich denn gestrengen „Vater" Mc Nelltz je einen Stockstreich zu holen, bis die 47 Dollar getilgt sind. Man begreift, daß dieses „väterliche" Urteil der amerikanischen Presse Stoff *mn Schreiben gibt. * LleblingSspelsen berühmter Männer. Bon Rembrandt wird berichtet, daß er. öbwobl er über ein großes Vermögen verfügte, zum Mittagbrot stets nur einen Hering und ein Stück Kas« aß. Karl der Große liebte vor allem gebratenes Fleisch, besonders Wildpret. Jäger mußten ihm seine Lieblingsspeise an Bratspießen zur Tafel'bringen. Heinrich der Vierte von Frankreich war ein starker Austern- und Molonenesser. Sein Lieblingsgetränk war d'Avbois. der in dev Franche-Comte wächst. Karl der Zwölfte von Schweden soll ein Butterbrot jedem anderen Leckerbissen vovgezogcn haben. Lessing aß gern Linsen. Schiller am liebsten Schinken. Luthers Lieblingsgetränkr waren Torgauer Bier und 9ll)C;nU*m. Melanchthon war. besonders in seiner Jugend, «in großer Freund von Gevstensnpven. Für einen Teller dreier Suppe gab er oft ein« Portion Fleisch hin. als cr in Tübingen studierte. Ferner liebte er Fische, vor allem Grundeln, und Gemüse. Große Fische aber und Fleisch waren ihm zuwider, wie er denn überhaupt ein Feind der Schmausgelage war. Torquato Tasso war ein ganz besonderer Liebhaber von eingemachten Sachen, von Marzipan und anderem süßen Backwerk. Selbst den Salat aß er mit Zucker. Voltaire ivar ein leidenschaftlicher Kaffeetrinker wie. Friedrich der Große und Napoleon. Der preußische König liebte vor allem auch Polenta. Kuchen von gerosteter und dann gewählen er Gerste. * Dl« letzten kanadischen Büffel. Während der Büffel in den Vereinigten Staaten nur mit Mühe vor dem AuSsterben bewahrt wurde, hat man in Kanada, an der Grenze von Alberta und dem Mackenzichezirk zwischen dem großen Sklavenfe« und dem Friedensfluß «ine neue Herde von 1500 bis 2000 Etuck entdeckt, die ttö in allerbester Verfassung befindet..D»e Tiere leben in einer überaus günstigen Gegend mit reichen Weiden und Salzguellen und haben ein DurEnittsgew'-m von 2600 Pfund. Zn der Tiefe beträgt diese« höchstens 1t!00 Bmnd. schwerere Tiere als mit einem Getvicht von 2100 Pfund besitzt kein Museum. Seit 1922 ist nun ein 10 300 Quadratmerlen großes Gebiet als Nationalpark und Reservation bestimmt Es wird von einer Postenkett« bewacht, für welche solide Schutzhütten und- Unterkunftshäuser errichtet worden sind. E Tanzlnstttut Hermann Braun, 14. Vez.. Nkkndorfgasie 43, 'r«j »a*40J ' WMeilatiflcn ans vem Publikum. Der Akademische Verein Jüdischer Mediziner gratuliert seinem verdienstvollen Vizeobmann Herrn Israel Retter anläßlich seiner Promot on zntn Doktor der gesamten Hellkünde aufs herzlichste «mint, foririfge nn» Verfammhmgett. LeovoldstädterVolkSheim. 2. Vez., Zirkus- « 6"r?beglnn 7 Uhr: Altne Bartre-NtUmann: Französische Konveffatkon. Technische« Muken m. Sonntag. 10 Uhr vort mittas-S, km großen HSrsaal Lichtbildervortrag von Ministerlalta Ing. H. Baravalle r „Die höchsten Gebirgsbahnen". bis Nadroprogramm. Freitao den IS. März: y Uhr: Marktbericht. — 11 1 Uhr: Vormitiagskonzert. — 1 Uür b Urania eit. — 1 Uhr 20 Min.: Wetterbericht. - */,4 Uhrr Wiener BSrie. — 4 bi« 5 Uhrr Värchenwelt der Kleinen Frk. Irene Sebnar. Frl. Grete Doris. — 5 bis 6 Uhr: Nachmittagskonzert. Die Ouvertüren non Cuvvä zum Singspiel .Schubert": ^DaS Modell"; ^Ein Morgen, ein Mittag, ein Abend in Wien"; .Leichte Kavallerie"; .Dichter und Bauer". -- 6 Uhr: Stunde der Frau. ^Die Frau als Hausfrau". Gesprochen von Frau Gi'eta U,ban. — */»ß Uhr: Povulörer- Orchesterkonrert der Kapelle Z. W. Ganglberger. Zobaun Strauß r Ouvertüre »« .Eine Nackt in Venedig": Luigi Bocckerlni: Menue t; Alfred Grünfeld: Serenade: C. M. Weber: Phantasie ans der Over .Der Freischütz"; ZrharneS Brahms: Ungarischer Tanz; Josef Bayer: Divettissement aus dem Ballett ^Puppensee"; I. W. Ganglberger: Wilde Rosen, Walzer. Bühne und Kunst. FuNns tzerkovttr. Kollrkiivausstellunz in der WeihSurg-Äakerke. Ein halbes Hundert Arberi-sn, Qeftemperabilder und Graphik^ das Werk e:-ncs nach Elvigkertstvevtsn suchenden, nach Mitteleuropa verschlagenen Künstlers lief unten ht dm stimtn-rmgSvollcm Kellerräirmen der Weihbrrrg-Gailerie (1. Be;, Wcchburggassc 13), der Exira^t eines zwar noch strngen, aber schon von Kämpfen um Existenz und Goltum-g zerrissenen LobonS! Jwl-ius Derkovits war, bevor cr sich der Malerei widmet«, Tischler. Er kommt also vom Handwerk. Seine erste Etappe fogmm damit, daß er sich vorn „Han-dtverk" ,u onttn* -ipraren hatte. Mit dem -Handwerklichen, urft der Beschaisti-M-ng mit dem Gegon>sta>n>L — man muß hier an die großen fünft* l«rai.jch»n Handwerker des Mittel-asters denken —, hä-?.!.>t wchl die relWöse Jrübruust zusom.rfv ,n, die alle seine Werke'bes-ce-ft. Salbst im Aeinsten Stückchen Landschaft sucht und findet man dein Menschen mit seinen irdischen und übcrird'..schc-n Empsindrmgon. Darin liegt oft ein Uebevmaß an Gcstaltungsmillcn/ der Form itrßb Farbe b.s zur steigert, trotzdem aber jene Grenzen respektiert, die iedes Kimsttvevk be-greuzen müssen. Sölbst vn den größeren Komposti'iEn ist der Nau-m durch Figuren und Fardlörre logisch ausges-üllt und gibt den Eindruck eines kn sich geschlossenen Stils. Die reliMe Emstellmvg des Künstlers scheint durch seine sozialen Empf.i.nd:mHe.n bodirvgt M feiat. Eine gewisse Unruhe in der Linie, die Disharmonie m der FarH.-mstccka hängt da>m.i>r zusaumren, -daß DcvkovitS auf die Wahrheit loAgeht und dem fogmannton „bürgerlichen Geschmack" Tctura Kenzefliouen macht. Mit ollem Nachdruck muß auf die O-uällttat der a>usgcstel!ten Werke hrngclivi-esvn werden. o. r. Aus oerr Lyearem. B u r g t b e a t er. Morgen. 7 Uhr abends. ,H amte t" m t a b <i m I c t fi c a t c r. Morgen. »/.» Uhr. „D e S ch w an. Montag .G e s p e n st e r s o n a t e". B o I k S o p e r. Heute MasfenrtS ,.W e r t b e r". Morgei -P a r s i f a l" mit Laurenz Hofer von der StaatSope als Gast. Sonntag abends „® r ä fi u Marig a". Deutsches BolkSttzeater. Bernard Shawl?*** am S ch ei beweg" mit Annemarl ei.nJ ^,5.^ und Alexander Bt o i s s t wird neu einstndier! Al« Nachmittagsvorstellungen morgen ,Die Zunqfrai h b n Dxlc a n S" und Sonntag die einaktigen Schwank .Die73KreuzerdesHerruStutzelberqer' -V V\ fleißig n d c I) r I i ch" (mit Hansi Nies, und „Die grüne D ch u u r". ' ' Theater in der I o s e f st a d t. Heute. 7 Nh abends, Erstaufführung von CdakesveareL ö n i g Lear* Regie: Max Reinhardt. Die Vorstellung wird morgen, 7 Uh abends, wiederholt; 4 Uhr nachmittags Tanzveranstaltung The v. U y y. Sonntag. 8 Udr nachmittags. ..C i n u n m ö g l i ch e Mens ch" („ProtheroS Hilfe"), 7 Uhr abends .Ein S o m m e r n a ch t s t r a u m". Neues Wiener S.t adttbeater. Die beut stattstndende deutsche Urailsfübrung de« Schauspiels .D i grüne Göttin" voz^ Fred Archer beginnt präzis V#8 Uhr abends. Raimnnd --Theater. Allabendlich .Antonia" mit Sari F e d a k. In der SamStag. 8 Uhr nachmittags, stattfindenden Gedenkfeier für Robert v. B a l a j t h y wirken ln dem Volksstück .Der Pfarrer von Kirchf e l d" Mitglieder des Burgtheaters mit Das Erträgnis ist der Vereinigung zionistischer Bankbeamter Morgen Samstag, V,6 U h r abends FUNF-UHR-TEE VH 1., Bennoplatz 1A Praw Weintraub-Qraf — lüdlsche Volkslieder / Herr Michael Preis — Rezitationen: Bialik. Perez, Asch / Herr Qerson Margalles -- Jüdische Uedpr / Präulein Trude Kraus — Tanz Regiebeitrag / Tarn / janbsnd / Oästc wilikommeni Errichtung eineSDenksteineS über dem Grab» de« verblichenen Künstler« gewidmet. Sonntag, ' ,4 Uhr nachmittags, in Abändernna des Sptelplanes ^Hansel n n d Grete I". N e u e W i e n e r Bühne. DienStaq. llß Uhr abends, zum ersten Male, die Sensattonskomödie .Ober st Redl, der Verräter". Renaijsancebttbne. Sonntag. '/«4 Uhr nachmittags. als Kindervorstellung „Der gestiefelte Kare r". R o l a n d - B ü b n e. .D e r D y b u k" wird nur bis inklusive Sonntan gegeben. Montag. iliS Uhr abends. Erstaufführung von e t unwiderstehliche M a x" von Emil und Arnold ® oh. Modernes Theater. Dienstag, '/,8 Ubr abends, Erstaufführung von ^Professor Wauwau, der Hnndeköntg" von Otto T a n s s i g und Adolf G l i n a e r. Freitag, 20. d, im Rahmen der Nachtvorstellung als zweite Pariser Soiree, in französischer Svrache. Louis BerneuilS Lustspiel „Pour avoir Adrienne". Die heutige Nachtvorstellung entfällt. Bürgertheater. Heute nnter persönlicher Leitung von Metro M a S c a g n i 50. Aufführung der Overeite „3 a". Infolge anderweitiger vertraglicher Vervst.chtungen w-rd die Operette nur mehr wenige Tage zur 2lufführum gelangen. _ Deutsches BoNStheater. DhawS „Die heilige Zo» Hanna" ging Mittwech an dieser Mihne zum f ü n s z i g st e n Male in Szene. Das bÄentcnde Werk ging zum ersten Male <nn 24. Oktober 1924 über die Bretur des Deutschen Volkscheaters. Es ereignete sich der erfreuliche Fall, daß ein wirkliches Kunstwerk, dait-k oer ansgezc'chncten Amiührungeinen Operettenstrienerfolg erzielte. Tie Haup'darsteller. in-sb-es-ondere Frau Sftcinsieck und die Herren Edlhorer. ldorest, H o m m ä und Werner-Kahle, wurden anläßlich dieser ZubilättmSvorstellung sehr gestiert. Frau Sie ins leck wn.de ein Kranz überreicht. Arkadij Awerlschenko gestorben. Wie aus Prag gemeldet wird, ist gestern im dortigen Allgemeinen Krankenhaus der bekannte russrschc Schriftsteller Arkaldis A w e r t s ch e n k o im 42. Lebensjahre gestorben. Awertschencko. dessen auch unseren Lesern durch -,ahlrcick>e Proben vertrrmte Novellen und Skizzen mit erzählerischer Anmut feine Geselischa'tssatire bringen, hat nach drm Auskommen des bolschewikffchen Regimes in Rußland wie fast alle Vertreter der russischen Znralligenr teilte Heimat verlassen; «r lobte in den letzten Zahron in Prag; dort erkrankte er vor längerer Zeit an Arteriosklerose und bereits vor mehreren Wochen wurde gemeldet, daß die Erkrankung schwerer Natur sei. Nun ist Awertschcnko ihr frühzeitig erlegen. „Wir werden keknen Richter brauchen." Bor dem Landes« gerichlsrat Dr K u r s ch a war geste''n der Loderhändler Gmrl E i n ö h r l wegon Dmtsehrettholeioignnq angeklagt, weil er aus Anlaß einer Pfändung dem Exekutionsbeamten zuac.nstn habsn soll: „Die Beamten vom ExekittionSgericht sind alle vom Misthaufen geholt." Der Beschuteigte war des Talsächlichen geständig und brachte zu seme: Rcchrrertioung vor. daß er bei der Depcsiteubauk it'*b bei der Kaufmännischen Bank sein gauzes beträchtliches Vermögen verloren Wh?, daher in letzter Zeit sehr au'gereat war. Ä'S der Richter die Auslage eines Zeugen verlasen wollte, bemerkte der Angeklagte: „Zch gebe ja alles zu. machen S' uur kurz, Herr Landesgcrichtsrat. Wogen der Straife werden wir keinen Richrer brauchen, denn b's »n einer Halden Million Kronen laste ich mich ohneweiters ein." Der stttchtcr verurteilie den Angeklagten'-wogen Amtsohrenbelc'dignng zu einer Geldstrafe von 30 Schilling, eventuell zu 48 Stunden Arrest. Das Urteil gegen Brzobchath bestätigt. Wie schon mitgeteilt, hat der Oberste Gerichtshof die Nichtigkcitsboschwerdo des 48jährigen Lehrlings Johann Brzobobatv. der d--n Mechaniker P a ch o l i l in der Florianigaffe ermordet und beraubt hat. als unbegründet abgewiesen Nun wurde auch die Berufung geaen das Stra'auSmaß — Brzobohatv wurde' bekanntlich zu acht Jahren schweren Kerkers u".d als Ausländer zur nackheriaen Landesverweisung verurteilt - - angewiesen und das Urteil in seinem vollen Umkang bestätigt. Der Prozeß gegen die Ankerbrolsalrik beginnt am 14. April. Zn der S:raffache gegen den Bräsidrnten der Awkerbrotte'brrk Fritz Mcndl und dem Generaldirektor Artur Fried wird bekannt, daß das OberlandeSgerrcht ton Einspruch gegen die Anklage zurückgewiesen har. Der Mt wurde dem Landesgerichte wieder übermittelt. Die Berba'.w.nn>g wird vom 14. April ab vor einem Schöfsensen'at unter, dem Vorsitz des .Hofrates Schneeweiß statttinden und angqichtS des umfangreichen Prozeßmatericrls acht Tage dauern. Der Zusamm.nbruch des Bankhauses Mtmsnn. Zm Prozeß gegen den Bankge.sch'äftsin'hcvber Siegmund Ultmann wurde gestern das Beweisverfahren eröffnet Bei der Emvernahnie der Zeugen bemächtigt sich des Angeklagten wiederholt große Erregung. Er erleidet schließlich einen Herzangll. Die BerhaMurra mußt« unterbrochen werden. Nachmtttags wuwc das Ze-ugenvcrhör in Abwesenheit U'tmanns fortgesetzt. Die Berhairdlung wird heute zu Ende gclührt. Hausherr nnd Radio. Bor dem Stras'b«zi"ksgerichle FünfhcruS (Oberlandes.gerichlsrat Dr. Neboda) hatte s:ch gestern der Privatbeamte'Dr. Leopold Patt er mann wegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit zu verantworten, begangen dadurch, daß er die Drehte zu einem Radi"a^varat von der Wafferleittmg weg. die Meiner hinunter auf den Gana det der Stiege legte. Der als Zeuge Vcrivcmwtenc Hausherr.Johann Reichenau er gab an. daß er den Anaeklagten wrederholt a»'gefordert habe.'den Draht oben an der Mauer zu wmrnen. Er sagte wörtlich: „Zch bin nur ein armer Hausbesitzer und Taglöhner, ich bin der Niemand. Werrn mir 'Hon das Haus nichts trägt, so will ich doch mein Recht haben! Der Rechter sprach den. Angeklagten mit d-r Begründuna lr e r. daß M einer Verurteilung nottvendrg sei, daß slch schon em konkreter Unfall ereignet habe. Der Prozeß gegen den Maffenmörder MarareSeu. Ms Zaffv wird uns beratet: Am 1. April d. Z. wird vor d«v Krimsgericht des 4. Armcckvr^ der Prozeß gegen Von ru Beß<trabren berüchtigten Kapitän Mararescu, d«w „Tyrann von Bartust-n". beginnen. Mararcsou hat mit Hstfc stiner Urvtergebmren cm der Dujeftr-Grenze allem m Zahn 1921 mehr als 80 jüdische Pogromslüchtlmg, ermordet nnd beraubt. Die UnterkuchnngÄomnttst.or hat ihre Arbeit beendet und ststgast.-llt, tai*. Kapirän Ädararvser und die miwerhasteten 21 Soldaten tatsächlich alle dra' Per brechen crusgef-ührl haiben, deren sie durch Zeugen beschuldW werden. Der Pftchuldignugsakt umfaßt sieben Fol!oba»tde zr je 950 Bogen. Außer den Morden wird VLararcseu de: Schmuggelei, deS Betruges und der Dokumentenfälschung in a-uSgedchnrem Maße bezichtigt. Zu de BerhaMnng wurden ungefähr 6oO Zeugen gol-aden

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