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Wiener Morgenzeitung · 1925-03-12 · Heft 2176 (12.3.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2176 (12.3.1925)
Date
1925-03-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
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'd^v. t.IMMM' ^■P W» 20 nffurTl Wien: Zum Abholcn in der Expedition, 1L Taborstr. 1-3, oder In eine» Verschleisstelle 'TfaJik monatl. 5 Schilling Strasscnverkaul In Wien durch die Kolporteure ter Flrtna Goldschmied, )„ Wollzeilc 11 Mit Poslvcrsand Itir Wien dnd Oesierrelch monatlich 5 Schilling Tsch e c h o* Slowakei: Mon. K 22. Jugoslawien: Mon.Din. 60. Polen: Kon. 4 Zloty. Deutschland: Mon, Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 KiduthWea fiel f re'r» crh0haa"en Vorbehalten Wiener orgenzeilmig | 5*f* al l Lolland: .*• on.4 Schillin?, Italien: Monatl. 13 Lire. Rumänien: Mon. 171 Le!. Bulgarien: Mon. 80 Lewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlxh Frcs. S Redaktion. Administration: Wien, ILTaborstr.l Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-m IX., UniVersitatsstrasse 6-8 (Druckerei iv. Steinmanni Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 UWWWDWVn«aWl«WnWW»UW>WWV>WW>WWUW>>WWWW>W>WWLW>^^ Rr. 2176_ Wim. DouttfMlM, 12. 8RB« 1925 7. Snftrnnit« HRinifter Dompropst Baß. ~y. SB t e n. 12 MSrz. Die Ji'deu Budapests dürfe« sich in den Straßen der Stadt ohne Furcht bewegen. Das ist, wie der Wohlfahrtsminister des Kabinetts Bethle:», der Dompropst Baß, ausführt, ein gewaltiges Opfer, das die Regierung im Interesse der Konsolidierung und des inneren Friedens -gebracht bat. Anderwärts ist d»e Sicherheit in den Straßen eine Selbstverständlich-keit. Für den Dompropst Baß ist es schon eine bemerkenswerte Angelegenheit, daß die Juden nicht mehr ivie tolle Hunde gejagt und erschlagen werden, und er kann nicht umhin,' diese Errungenschaft als etwas Großes anzusehen. Sie ist so groß, daß der Herr Dompropst sie sogar nicht einmal ganz billigen kann. Die Regierung hat wegen dieses Opfers des Intellekts sogar einen ansehnlichen Teil ihrer Popularität eingebüßt und der Minister Baß kam in Gefahr, von seinen christlichen Wählern als ein Verräter betrachtet und behandelt zu werden. Cs ist nicht auszudenken, was da hätte geschehen kennen, wenn nicht zum Glück dre Erwachenden und die Doppelkreuzler aus den Plan getreten wären. Es ist freilich nur eine Demonstration ihres guten Willens gewesen, daß sie bei dem Beregi-Rummel einen jüdischen Dienstmann schwer verletzten, einen Journalisten und etliche Judenmädel anspuckten und prügelten. Für die Wähler des Dompropstes genügte das und so kann er mit warnendem Finger die Juden darauf aufmerksam machen, daß es «och ärger kommen könnte. Eine solche Rode, ein solches Kabinett und eine derartige Komolidierung ist wohl nur in Ungarn möglich».rn^m Staate, der durch irgend einen undesiyM- Laren Zufall. sich mitten in Regierung dieses Staates lebt vo« einem mit Roßtäuschergeschicklichkeit betriebenen Betrug und sie hat das Gln^, daß ihr die Gesellschaft des Landes inklusive, der üffimilatorischen Sippe des reichen Judentums die ' Mauer macht. Eben erst ist die Mordasfäre Somogyi- Bacso enthüllt worden, die in erschrecklichster Deutlichkeit die Unantastbarkeit der.Terrorkamarilla bewies, zugleich aber auch das Doppelspiel der konsolidierenden Kräfte zeigte. Der gewesene Minister, der alles weiß, versteckt sich/hinter deni Amtsgeheimnis, der jetzige Minister schiebt die Entscheidung an den Reichsverweser. Damit ist's wieder ruhig. Die Affäre ist zu Ende. Einer der Marffy-Bande, der die Geheimnisse der Bombenattentate kennt, schießt sich aus Angst vor der Gebeimfeme der Hejjas-Leute an. Da. er keine näheren Mitteilungen machen kann, stellt die Polizei die weitere Untersuchung als zwecklos ein. Ein Blatt veröffentlicht Dokumente der Erwachenden, aus denen der in Budapest arrangierte Ueberfall auf dietanzenden Judenfraneu von Esongvad zu erkennen ist. Es geschieht iiichtS weiter. Keine Untersuchung. keine Aufklärung. Weshalb? Weil die Fratze des Heiias und seines Potentaten twhintersteckt. Es ist schon sehr viel, meint der Dompropst, daß die Juden frei herumgehen dürfen. Fast schon zu viel. Sie mögen für alles, was geschehen ist, dankbar und ruhig sein. Ist es auch nur denkbar, daß derartige Dinge in einem anderen Staat geschehen könnten, ohne daß er von innen ausünanderge'prenat wird? Es ist selbstverständlich kein Rätsel, daß dies in Ungarn möglich ist und daß hier alle soziologischen Gesetze von Ursache nnd Wirkung durch die Macht der Tatsachen negiert werden. Ungarn ist kein Besitz des europäischen Geistes, der verzweifelt an der Grenze haltmacht. Ungarn ist der asiatische Feudalstaat geblieben, in dem nur dem Säbel das Wort verstattet ist. Zur Gewalt gehört immer die Korruption, die Politische die soziale und die materielle, ugd von dieser Dreiheit hat Ungarn mehr aufzwveisen als irgend eilt anderes Land. Das beschämendste ist freilich die Tatsache, daß die Gemeinschaft der europäischen Nationen dieses Land als gleichwertig ansieht und ihnt die Mitgliedschaft des Völkerbundes zugesprochen hat. Der Dank wird von Hejjas und seinen Ministern liquidiert. Die Juden dürfen auf die Straße. Melcher Fortschritt! Neuer großer Nodenlauf in 8rer gscael. Der Jüdische Nationalfonds erwirbt 12.000 Dunam im Emek-Jesreel. (Elgendicnst der „Wiener Morgenzeitunz".) Jerusalem, 11. Marz. Das Dlrekiorkttm des Keren Ka'emcth l'Jsrael (Jüdischer Nalionalfonds) hat soeben die Durchführung des Ankaufes von weiteren 12.0 0 0 Dunam Bodens im Emek-Jesreel beschlossen. Durch diesen Kauf wird der jüdische Bodenbesitz in der Jesreelebene, wo der Jüdische Nationalfonds erst vor einigen Wochen 2 5.0 00 Dunam Landes erworben hat, entsprechend arrondiert. Durch den letzten Kauf hat sich der jüdisches Volkseigentum bildende Landbesitz des Keren Kajemeth auf 19 0.0 0 0 D u n a m erhöht. Sie Sinwandernng in Palästina im Februar. Jerusalem, 10. März. Wie die Palaschnei'-sts-chc T-elegraphena-Zeniur erfährt, find im Februar dieses Jahres 1919 Einwanderer in Palästina ei-ii-gelr-ofs-eri. Jur Jänner dieses Jahres waren 1840 Einloa-n.derer ins Land gekommen. Sie Tagung der BSlkerbvndrates. . Genf, 11. März. (Schweiz. Dep.-Agent.) Ter VKkerbundrat befaßte sich honte unter . dem Vorsitz Austen C h a m b c r l a i n s mit dem, f i n a n z i e l l c n Wiederaufbau N n g a r n s. Er nahm den Bericht des italicMschen Deleg'erten Scmlo'a an. der die vcun -iWMYZfÄgüee>4*8 Bundes pc^x einigen Höchen, gusg-efiprochc-nen Auffassungen und Ernpst''hlun''en billwt. - T'iL - Vertret-er der klesinen Enteüte erMrten.' daß sie gegen die von Scialoja vorgelegte Resolution nichts ein- . zuwenden /hätten. Der Rat stimmte ferner dom' vom internationalen st ä n d i g e n Gerichtshof i m Haag abgegsöenen Gutachten in der Fra w des Austausche s der griechischen und t ü r k i s ch e n B e v ö l ke r u n g entsprechend den Be-ftimmuriMn der Lausanner Uobereinkunl.t vom 3V. Jänner 1923 zu. Diese.Entscheidung wurde auch vom griechischen Vertreter Kadlamanos und vom türkischen Vertreter M u n i r B e i a n g e n o m m e n. Die Firnm-fragen der Mandatsgebiete. Genf, 11. Mänz. (Sch^woiz. Dep.-Ag) Der Völ'kerbundrat hat in'seiner heutigen Si'ünq die ständige Mandat s k o m m i ss io n des PöMrbn"^7s 'beauftragt, - die Entscheidung der Fraw betrefserd die Anleihen und Vrrschüffe stwie die Plac i e r u ng privater Kapitalien in beu, unter dem Mandat des Vö>.-kerbunde5 stehenden Gebietenvorzubereit-en. Rheinlandzone tznd M^virntirnakt. In vertraulicher Sitzung behandelte der Bölkerbundrat den Bericht der ständigen MilitärkomMission des Völkerbundes betreffend die Anwendung des später vom Völkerbund a-uszuübenden Mtlitärkontvcllrechtes auf die durch den Versager Vertrag entmilitarisierende Zone des Rhein la n d c s. Bon mehreren Seiten wurde darauf hinaewiesen. daß das Problem der Militärkoutvelle mit der Lösung des S i ch e r h e i t s p r o b l e ms in eng-em Zusammenhang stehe. Der Plan der Schas'ung eines Garantiepaktes zwischen England,-Frankreich. Belgien, Te-ntschland und Italien müsse, so werde erklärt, aus die Art der Ausübnug des Kontrollrechtes seitens des Völkerbundes einen maßgebenden Einfluß ausnben. Sck/''eßM wurde das Traktandum auf die Juli session des Rates verschoben. Die Frage des Genfer Protokolls wird in der morggen Sitz-rng des Rates durch die Erklärung C ha m be rla i n s, in der er namens der englischen Regierung den Antrag ans Vertagung der Beratung des Protokolls stellen wird, in Angriff gen'mmen werden. Ob Br iand. dem von der französischen Regierung die Weisung auf Festhalten an derc Grundsätzen des Genfer Protokolls,' jedoch unter Bereitw'lli-ikeit zur B erliner Häuser ,n% Wir kaufen und verm^ltein, E^efe!« hen lastenfreie und belastete Grundstücke, Übernehmen Verwaltungen m ku'antest^n Be<i»Ti<rtingen „FeSkia“, Grundsftiicfcges. m, b. H. Berlin N 24, Friedrichsftrasse 118 Wener Vertreter: M. Milnser« Wien, I- Hessciasse 7 9.A.Baczewski iiiiiiuiiitiiiimiiiiiiHiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiti'iiimtiiDiiiMimuiiiiMiiiiiiiiieiiuiu Schnäpse, Liköre Spezialität i Bassewskl - StenlsSauer Doppelt rektifiziert und destilliert Sei» 1782 weitbekannt Erörterung aller eventuell göstWen Abänderungsanträge gegeben wurde, morgen das Wort ergroisen wird, steht ncch nicht fest. - In der Fra^e der Zurückziehung der fraw zo-sischeA Truppen Es 'dcm..;; . Saargebiet ' so zwischm den Ratsnü'gliedern eine Einigung zu-, stände gekommen sein. Es wurde angMich boschloffen, die französischen Truppen aus dem Saargebiet innerhalb eines Jahres vollständig zurückz-uziehen. Schon in diesem Monat soll die französische Besatzung in der Saar um 400 Manu vermindert werden. Der Senat gegen Herriot. In fSrrit^e den teitn Paris, 11. März. (.Havas.) Die FinanzkomMission deZ Senats hat das Kapitel 9 des auswärtigen Budgets n i cht an ge nomm.c n. weil darin die Kredites kür.die Botschaft beim Vatikan nicht mehr figurieren. Die Zahl der Stimmen für als auch gegen die Annahme war die gleiche. Es h-eiß^. Senator de Monzie Haben sich der Abstimmung enthalten. Die Wiener Bertretnna der tschecho-slowa' klschen Revubllk. Minister Habrman Racb'o^cr des Pros. Krofta. Prag, 11. März. In parlamentarischen Kre'srn der-» bautet mit aller B e st i m m t h e i t. daß der Minister für so)':a^-e Fürsorge Gustav H a b r m a n im nächsten Ministerrat seine Demission geben und (wie wir bereits gemeldet (oben. Die Red.) als Ncichsollg:r Kroftas die tschchoslowakische Republik in Wien vertreten werde. Ter Nachfolger Habrmans als Minister für soziale Fürsorge soll der Abgeordnete Leo Winter werden, der dieses Portefeuille bereits einmal in »gehabt chat. Neuer Preissturz auf den amerikanischen Getreidebörsen. C h i I a fl o, 11, März. Heute trat an der Ge tr ei de< börse ein: ausgiebige Abschwächung sowohl in Weizen wie auch Roggen, teilweise auch in M a i s und Hafer ein, die in manchin Fällen bis zu s e ch s P u n k t e und darüber erreichte. Auch New -Dort und Winn i p e g schlossen sich der nach abwärts gerichteten Haltung an. ‘ Frühjahrs-Neuheiten! |W»U>>M««N«W ln Damenand Herrensioffen za sehr billigen Freisen bei MHIMHHMMMWMMVMnMI ii Schiffmann II. TaborsiraSe 43 Te’enSoi 47«1*?5 .. fn gros 6n detail WWWWWWWWWWWW«n«» ■? - 11 rTiii -ir inttti'nfni -arwirrr iimvuh i iirrrr ~ nrnfTinrrrfii^' ir ymni“ rrtTHMiiifrr^ii •nr,i s"5tif.-^-i»ra A3/::..+:..-.5$^6:/./B 53535353484823482323532348 235348535348484853534853535348532323234853

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