Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2172 (8.3.1925)
- Date
- 1925-03-08
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 Wien. Sonptag «viftKr mrrorßcnjirifwng* ' 8. Mr, 1935 «*. sin tzerichtssaal. Kriegs-ekorationEN, atimonarchistische Lieder «ed Demonstrationen. Anläßlich der »m Staa-tsfeiertag »nt 12 November v. I. ersolgteTt festlichen Ausrückung der Reichswehr kam es. wie seinerzeit berichtet, in der Nähe der Burg zu De« nwnstrationen, die sich hauptsächlich dagegen richteten, daß die Offiziere der KavaVerieabtcrlun-g ans 'ihren kurzen Mänteln nach a-ußenhin deutlich sichtbar, ihre alten Kriegsdekoralionen tragen Es kam wiederholt zu Zusammenstößen Mischen der Wache und den Demonstranten. Hierbei wurdan l7 Personen tragen verschiedener Delikte verhaftet. Zwei der Denroirstrairten. der Installateur und Fürsorgerat Salomon Goldstern und der Handelsangestellte Dani« Galanter batten sich Astern vor dem Bezirksrichter Dr. Straßner, Ztrasbcärfsgerichl I, wegen Beleidigung einer Kavallerie« --drerlnng der Reichswehr ju verantworten. Dem Deschuldiaten Goldsiem lag zur Last, datz er. als eine Abteilung Kavallerie vorbei ritt, den Offizieren, die zum großen Teile die Kriegs« Dekorationen trugen zugerufen haben soll: „Nieder m i t o -e v Rcakti o n, P f u i O f s i z i c r e!" Der Angeklagte stlalan.rc' soll beim Vorboireilcn di-r Kavalleri.'erbe.'tlnng di? Rufe „P f..l i Monarchisten!" ausaestoßen haben. Die Beschulsigten. verteidigt von Dr. Keßler und Dr. M a urcr, waren vcr Gericht des Tatsächlichen geständig, erklärten iedoch, daß sie ebe-irso wie die große Menge der Zivilisten, durch den Anblick der Kriogsdek'ovationen. wie auch dadurch, -aß die Reichswehr beim Marschieren altmonarchistt« i ch e Lieder e?esuivgen habe, provoziert worden seien. Doktor Manrer stellte oen Antrag, eine Ansrage an das Ministerium für Heerwesen p.r richten^ tvanrm kür die Varadewusrüchuug der Reichswehr es gestattet wurde, daß die Soldaten altnronarchiiki'che Lieder sin-gen. Der Richter lehnte diesen Antrag ab und verurteilte nach durchgeführtem Beweisverfahren beide Daschuidigte im Sinne der Ablage $u einer Geldstrase von je 30 Schillingen eventuell zu je'48 Stunden Arrest. Die Verteidiger meldeten gegen Schuld und Strafe die Berufung an Das UnMck beim Ottakringer Feuerwerk. Bei eurem Fsuevwerk, dag der Pyrotechniker Heinrich Zak aus Graz am , 11. Mai v I. aus dem Sportplätze in der Erdbrustgasse im 16. Bezirk veranstaltete, ereignete sich vin furchtbares Unolück. Beim Abbr^rrnen der Feuevwerksbomben explodierte der Mörser und die 37jährige Bankbeamtensgattin Margarete W i nt« mer wurde von einem der umbe fliegenden Sprengstücke getroffen uitd der Kopf der Unglücklichen geradezu gespötten. Frau Wimmer verschied noch am Feuerwerksplatz, ehe die R-tttunigsgasellschaft anlangte. Bor einem Schäffcnsenat unter denr Vorsitze oes Oberlandesgerichtsrates Wilhelm hatte sich gestern der 25jährige Heinrich Zak wegen Vergehens gegen die Sicherheit des Lebens zu verantworten. In der Anklageschrift wird ausgeführt, daß das Feuerlverk von .zirka 30.0M Personen im abqofverrten Raum und 40.000 Personen außerhalb desselben besucht war. Den Hcmptefiokt der Vorführung sollte die Schlußmrmmer „Abßueruna von Feucr« werksbomben" aus fünf großen Mörsern bilden. Bis zur Entzündung des ersten dieser Mörser, hatte sich das Programm anstandslos abgewickett. Beim Abfeuern des ersten Mörsers wurde dieser jedoch dadurch, daß die Explosion vorzeitig, und zwar unterhalb der Mörsermündung erfolgte, zerrissen. Mehrere Stücke wurden woggoviffen und das größte traf die in der letzten Reihe des Stehplatzes befindliche Margarete Wimmer an den Kops. Die Vorführung wurde dann eingestellt. Durch die umherfliegenden Sprenastücke des ersten Mörsers hatten auch noch andere Personen schwere Verletzungen erlitten. Der Angeklagte.' erklärt, nichtschüldig zu sein. Cr sagt gleich zu Beginn: Ich habe Hunderte Feuerwerke abbrennen lassen, aber nicht das geringste ist mir voraekommon, lediglich in Wien habe ich immer diese Unannehmlichkeiten. — Präs.: Was wollen Die damit sagen? — Angekl.: Ich meine, daß das aus iraendwelche Konkurrenzmachinationeu »urück'n« fichren sei. Ich habe in Wien unvmchergesehene Zwischenfälle. Die ernzige Erklärung ist, daß ein Fremdkörper in den Mörser gekommen ist. Der Angeklagte wurde zu sechs Monaten strengen Arrests verurteilt. Der proletarische Schochei. Aus Minsk meldet I. LA.: Das Verhör mÄ dem angÄlagten Schächter Za lisch kr in dem Movdanstfftungspvozeß gegen die drei rituellen Schächter Zaitschik, Rappaport und Swerzhanowsky wurde am 1. d. neun Stunden sang fortgesetzt. Zai'schkk widerrief seine Aussage vom 28. Februar, wonach er ,^-man"- Wemhaus Geld versprochen hitte. damit er ihm M'teriÄl gegen den .proleiarischen Schochet" Drojkin verschaffen solle, das Dröffin Awinaen sollte, Minsk zu verlassen. Nicht einmal das hätte er, Zai:schik. gegen Drojk'n u-ndevnommen, geschweige denn, daß er jemand gedungen hätte. Drvffin zu ermorden. Er widerrief auch seine Angaben, die er rm Jänner «ru8 dem vnterM-chuin.aSacsö'nmls heraus in einem Brief an di? üddisch-komnrun ist ische Zeitung „Der Wecker" gemacht hat. Er habe diesen Bri^ aus den Rat des Untersuchung s r »ckters hin und rm'-er der Drohung des Haupt« asiistenten der Mi>li.z geschrieben, er habe sich damals in einem Instand nervöser Schwäche bchrmden. Auch seine gestrigen Angaben über seine Gespräche mit Weinhaius bade er in dem gleichen Zustaüd gemacht. Zaitich'.k versucht«, sein« Mitangeklagten. R?vpapow und SwerW^n-o-wsky, zu belast'n. Sem Verhalten hinterläßt ungünstigen Eindruck bei den Zuhörern. — Der zweite Angeklagte, der Schächter Rappaport, wachte seine Aussagen in nchiger Form. Er sagte, er wie seine Genossen glauben, daß Za-iH'chik seiner Sinne n-'cht mächtig ist. Er gab zu. daß er gemeinsam mit seinen verhafteten Genossen mit .^aman"--Weinhaus in Beribindung getreten sei, aber keineswegs um ihn zu einem Mord an Droflir zu bewegen. Sie Wechten, daß Demheus im Dienste der Sowjet« polrzfi stohe, sie baten ihn. seinut Einfluß dabin ausuvübcn, öaß"Dro'kin M'nA verlasse. Sie versprachen ihm dafür 150 Rubel. Sie 'ließen sich m diffem Schritt deshalb bewegen, weil Droff'u sie stank verfolgt habe. Er versuchte, nicht allein ihre wirfichan-ff'che Existenz m untergraben, sondern er a'ng auch bei dm Behörden gegen sie vor Am 2. d., dom dritten Ber« handlungswg. wurde der HauptbofastrrmgszotM Moses Weinbaus, gonann-t .Kaiman", vernommen. Er aus, die drei Angtzklagten hättm ihm Geld versprochen, wenn er den ,Pro!etar>rschvn Schachet" Drojkin uirnbrinae. Er sei zum Schein aus das Atv»cbot eMH-^an^en, machte aoer sofort dam Polizei« iitlspektor Meldung. Große Aufregung entstand im Saale, als die zwei kommunistischen Staatsanklager Agurs« >ky und Wosobrinskh den Antrag stellten, den Oberrädbiner von Minsk. Rabbi G l u s 71 n, zu verhaften und iteben di« drei Angeklagten aus dk AnklagebanE zu setzett. Di« r'.ichtkomrnunisiifchcn Staatsankläger Rosenyaus tmd Ä i o d a w s >k y widersprachen mnd legten dar. daß keine Derdachtsmomente gegen Rabbi GluÄin vorhanden seien, die seine Ersetzung in den Anvlaoezustand rechtsertigrn würden. Sie beantragten aber, Rabbi Glnskin unter Strafandrohung für den Fall des Nichterscheinens als Zeugen zu laden. Der Rat der Vertetdiger widersprach energisch boi^an Anträgen. Die Verteidiger erklärten. Rabbs Gluskin, der nichts mit der ganze n Angelegenheit je zu tun batte, dürfe tticht gezwungen werden, in dieser Angelegenhett vor Gericht zu erscheinen. Das Gericht beschli-ß im Sinn« der Bert.'isignttg, so daß Rabbi Gluskins Einvernahme nicht stairftnot i: wird. Lolkswirt. «edrSSte MeVrftlmm««». In einer ziemlich gedrückten Stimmung nimmt heute die Wiener Messe ihren Anfang. Nicht desl'xilb, weil riesle icht die Auspizien der Wiener Mcsse ungünstig beurteilt werdrtt. sondern vielmehr aus dem einfachen Grunde, weil alle die Wirtschaftsunfftände, wesche als Prälud'en der Messe angeführt rvorden können, keine allzu rosigen sind. Die Leipziger Messe, die als S 1a n da r dm esse für ganz Europa ^angesehen wer-en kann, war, lvas schon jetzt ganz klar hervorpeht, ein großer Mißerfolg. Es sind bei weitem nicht di« großen Kaufaufträge eingelaufen, die in Deut Man d allgemein erwartet wurden. Auch der Zi'sbrc-m der Fremden war nicht so groß, wie erhofft werden war, kurz, das Restrttat der Messe ist lange nicht das erwartete und glicht nicht «innral dein Durchschnitt der sonstigcn Messeerfolge. Unter diesen Umständen könneit die Aussichten für Wien vorläufig nicht allzu rosig angefekert werden. Es ist k'ar. daß sich nicht nur der rsterreichifche Kaufmann in einer pre« krrett Situation befindet. Die ganze Kaufmannschaft Mitteleuropas leidet unter der schwerstett Krise. Wenn sich diese in Oesterreich im Krukurkverfahren äußert, wenn in Oesterreich Tag für Dag gerichtliche Ausgleiche perhängt wcrduk, so <j-chlli-gt Ocsterr-eich in dieser .Hinsicht dermrch nicht den Rekord. In allen Ländern werden wohl keine gerichtlichen Ausgleiche aeschlcssen, drch sind dafür die außerqerichtt'chen Vergliche um so hausier. Die Kaufmannschaft D-eutschlands und der Tschachio-Dlolvakei, Polens, Frankreichs, Ungarns. Rumäniens, Iugoflawieirsi Bulgariens und ganz Südeuropas macht die schwerste Krise durch. Cs ist die Reaktion, die als Fc<lge der Gesraltnng der Wirifchastscreignisie nach dem Kriege ein-- getreten ist. Der Konsum ist in seiner Gänze stark gedrosselt worden. In erster Dime leidet darunter der Kaufmann» der unter diesen U-ntständett nicht über das vichttge Absatzgebiet verfügt. Es wird oft übersehen, daß .Handel und ProdtMicn vm innnfctt Zusammenhang mit einander stehen. Geht cs der Prvdulkti-on schlecht, so ist dies zweifellos eine Folgeerscheinung des kranken Handels. Die Produktion ganz Mittel-eiiropas und des Balkans bofindet sich in einer prekären Lage. Sie leidet nicht nur destvegen, tveil sich für sie die Produktirnsbedingungert erschwert ha>ben, sonderrt auch deswegen, well diejenigen, welche die Abnehmer ihrer Erzeugnisse sind, sich nicht auf der Höhe der Situation befinden. Man hat sich vorgestellt, daß die Regeneration des Handels nach dem Kriege viel rascher von statten gehen wird und hat geg^auultt. daß mit dem Momente, in dem das Kreditgeschäft die Stelle des Kassagefchästes -vertreten -werde, nunmehr das normale Verhältnis zwischen Produzenten und Kaufmann eintreten werde. Diese Meinung war bersrüht. Tatsächlich hat bei dieser Kreditgelvä'hvung allen, sc>wohl Kreditgebern als auch Kreditnehmern, bas Urteil darüber gefohlt, inwieweit die Kreditgewährung gerechtfertigt sei und inwiefern sie sich zur Konsum- und Absatzfähgkeit stellen. Die Folge davon war, daß in vielen Fällen di« richtige Grenze nicht eingehailten wurde. Achnlich ist dte Lage in der Industrie, ohne daß irgend welche Aussicht bostände, daß sich die Verhältnisse rasch bessern. Die Folge davon ist die Handelskrise neben der Finnanz«. krise, die sich oberifo stank, vielleicht sogar in noch stärkerem Maße geltend macht. Die Messe ist die Konzentratt-on des Handels auf einem bestlmmten Gebiet. Geht es der Kau-fmannschast schlecht, ist sie in ihrem innersten Kern krank, dann darf es nicht wundernehmen, daß auch die Messe, die Gefamtverlretung der Kaufmannschaft, auf der ihre Ta-iigkeit den KuIminationSpu-nkt erreicht, aber.salls schwer leiden nrnß. Und dennoch wäre es verfehlt, wenn man 'bei dieser Sachlage der Wiener Messe ein schlechtes Äuspizmm stellen würde. Im Gegenteil, die Erfahrung hat gelehrt, daß die Wiener Messe auch dann einen gutett Verlauf genommen hat, wenn selbst die Leipziger Messe die in sie gesetzten Hoffnungen nicht erfüllt Hat. T-ies liegt in der eigenartigen Situabion des Wiener Marktes und in der günstigen Lage Wiens. Die Wiener Dkesse hat sich ein ständiges PMikltm geschassen, welches sich nicht nur aus Abnehmern Jnuerästerreichs rekvu-tiiert, scndern auch den gan-'en Balkan mit österreichischen Produkten versorgt. Wien ist und bleibt 'ür diese Kreise das Handelszentrum. Mag die Krise noch so groß sein. Für die notwendigsten Bedarfsartikel kann drr Konlum auch bei der schärfsten Wirtschaftskrise nicht gedrosselt werden. Für diese Artikel wird sich immer n.-ch die Wiener Messe als Handelszentrum eignen. Natürlich dürfen die Evwartümgen nicht allzu hoch gespamlt werden. Die Wiener Kapitalskrise ist noch lange nicht übeü.vu'nden. Die J-mau^krise hat erst vor kurzem ein« Wendung zum Besseren genommen. Die Wovtschastsg-oMbung Oesterreichs beginnt sich langsam zu regenerieren. Es scheint, daß die Wieuer Messe in dieser H i n- 'icht eine günstige Bee i n f lu ssu n a auf all« Fälle bringen wird. Die österreichische Industrie rechnet schon mit diesen Verhältnissen mrd beginnt sich allrttählich mit Rohmaterialien einzudecken. Der österreichische -Handel ist voviäufig noch zögernd. Er hat sein Geld als Einlage in den Sparkassen, dürfte es aber dald ebenfalls dem Geschäfte wieder zmvenden. Die Kre-ditverhältnisse beginnen sich allmählich zu entspannen. Unter diesen Umständen ist es zweifillos, daß das Geschäft der Messe ebenfalls die ersten Stadien der Regeneration brittgen wird. Es ist zu hoffen, daß dies in kurzer Zeit auch tatsächlich -der Fall sein wird. Oesterreichlsche Keren-Hajessod- Aktion S. bl> 30. MIR 1031 Heute beginnt die Werbearbeit für das wichtigste Fhtans* Instrument des Atifhaus. JQdische Mitbürger die Ihr Euch in den Dienst des Werkes gestellt habt, seid Euch dessen bewusst, dass Eure Aufgabe heilig ist Werdet Ihr abgiwiissn, haben sich di« Abweisende*» erniedrigt, nicht Ihr I Heule, Sonntag den 8. März, 11 Uhr vormittags: Eröffnung der Keren-HaJessod-AktEon durch Vorführung des Fl'ms »Das Land der Ver« heissung« Im Flott n-KIno, V. Ma>Uhlifer* stresse 85 (Veranstaltung derZ onl*tischen Sektion der Bez rke V'-^Ili). Ansprache: Dr. Otto Abeles« Vereinsheim II Jungstr. 8. fi Uhrabends: iOdirohes Meeting. Tagesordnung. Die Juden und der Pa* Jästina* Aufbau. Referenten: Vize*Präs»dent der Israelitischen Kultusgemeinde Dr. Joeef Löwen« hevzv Schriftsteller Dr. N. M. Otlber. ein neuer österreichischer Geldeinlagengesetz. Begrenzung der Einlagenzinssätze. Insolge d.r großen M i ß st ä n d e, die sich anläßlich der Bankzusammenbrüche des letzten Jahres ergeben haben und die zur Schädigung einer ganzen Reihe von Einlegern führten, hat die Regierung ein eigenes Einlagengefetz ausgearbeitet, das bereits dem Natienalrat vorgelegt wurde. Tiofes Gesetz sieht verschärfte Bestimmungen für die Bewilligung des Einlagegcschäftes vor und b.grenzt die Zahl der zur Entgegennahme von Einladen berechtigten Institute. Außerdem behält sich auch die Regierung das R.cht vor, den E i n l a g e z i n s f u ß gesetzlich zu regeln. Ter Entwurf besagt unter anderem: § 1. Die Entgogennahme von Geldern gegen Verzinsung im Kontokorrenwerkehr ist den Banikunternehmungen im reich ihrer allgemeinen Berechtigung gestattet und bedarf " keiner besonderen staatlich n Bewilligung. Bei Eintritt außerordentlicher Geldmarktverhälttt-isse und auf deren Tauer ist jedoch die Bundesregierung berechtigt, mittels Verordnung für jede Art der Entgegenna-Hme von Geldern gegen Verzinsung durch Bankunt.rne'h'mungen die Bewilligung des Bundesministeriums für Finanzen vorzuschreiben, welche an Bedingungen, insbesondere hinsichtlich des Höchst- oder Mindestmaßes der zu gewahrenden Zinsen, ferner insb.sondere hinsichtlich des Gesamtbetrages der entgegengenommenen Gelder gebunden werden kann. 8 2. Tie Entgegennahme von Geldeinlagen gegen Kassenscheine (Kasstanweisungen) bedarf der Bewilligung des Bundesministeriums für Finanzen. Diese darf nur Bankuntermchmungen erteilt werden, deren bedeuten'de Ka-pitalsgru-ndlagen und entsprechende Organisation (wi.- bei Aktienbanken, gememwirtschafilichen Bankanstalten) Aussicht auf ausreichende L i q u i d h a lt u n g ihrer Mittel gewähren. Unverzinsliche Kassenscheine dürfen nicht ausgegoben werden. § 3. Die Entgegennahme verzinSlich.'r Geldeinlagen gegen Einlag-cibücher (Sparkaffebüchsr) wird grundsätzlich den regulativmäßigenS Par lasse n Vorbehalten 8 4. Banku-nternehmungen kann die Entgegennahme verzinslicher Geldeinlagen gegen Einlagebücher (E'mlag-escheine). die nach ihrer Einrichtung und Form von den Einla-gebüchern der regulativmäßigen Sparkassen deutlich unterschieden sein müssen, vonr Bundesministerium für Finanzen bewill'gt w.rdrn. § 5. Die Emissl-o-n von Einla-gebüchern darf nur Bant- Unternehmungen bewilligt werden, deren ausreichende Ka- Pitalsjgru'ndlagen und entsprechende Organisation Aussicht auf ein« genügende Liquid Haltung ihp:r Mittel gewähren. Bei Eintritt außerordentlicher Geldmarkwer-- hältnisse und auf deren Dauer kann auch für den jeweiligen Zinsfuß der Geldeinlagen gegen Bankeinlagebücher bei Rücksicht auf die Kündigungstermine die Genehmigung des Bundesministeriums für Finanzen'Vorbehalten werden. 8 6. Anderen Firmen als BanDunternehmungen darf die Entgegennahme verzinslicher Geldc'inlagen gegen Einlagebücher nur ausnahmsweise, wenn überwiegende öffentliche Interessen es wüuschrnswert machen sollten, vom Bundesmimstermm fiir Finanzen bewilligt werden. 8 9. Bankunternehstn-ungen, welche bei Jnlkrafttreten dieses Gesetzes eine staatliche Bewilligung zur Entgegennahme von Gel'dei-nlak'.en gegen Einlagcbücher erhalten haben, dürfen diesen Geschäftszweig im Rahmen der er» haltenen staatlichen Bewilligung Wetter betreiben. Diese Banfidnternchmungen halben diesen Geschästsdotricb für dir SIMM»